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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 10 (1888) · p. Seite 39

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
10 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 39 (sequence 3)
Language
German
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»« N» Doppelte trab traten derart vor, ol« wvllfta fft au« «ke» HÜHttu fohmü Allein als We rauhe Stimme k» ANbekaunftn sein Ohr berührte, erzMertr er, wie von einem elektrischen Schloß getroffen, «m ganzen Leibe. Sei« Gesicht znckte kommlfivisch. Setne Appen öffneten fich »nd fWerten etwa«. Don« aber schrie er wie unwillkürlich, wild, Unnatürlich: .Woickv»«NI. .. O «eh, Woicko»«Nl- .Da lügst. Schuft! Gicht Woickow-ki, souderu Pa« «oickow-kt-, tischte der Schlachtiz. ihn in« Geficht und auf die Brust schlagend. .Du hast den Pan Woickow-ki verachtet, ihn an Dein« Juden »erkauft uud Dich aude« Staub« «ht. Für Dich, elender Hund, mußte Pan Woickow-ti , nun, laß uu-setzt fteuudschaftUchst obrechueu. .. , Und in demselben Moment, alder Roth«: .Woickow«ki" oufschrie, ertönte eia gleicher Schrei auder Meuge. Zodek, der pch unter de« Volke versteckt hatte und auf der Stätte der Meuterei dtzu« letzten Augenblick a«-harren wollt«, »m mit eigenen Augen den Untergang seine- Feindezu schauen, hotte diese» verzweifelten Schrei Verschko'- gehört. Dftfir verhängriißvollr Name traf ihn wie ein ikenlenschlag unwillkürlich kam ei» Ruf de- Entsetzenüber seine Wafera Lippen. An seinen Feind uud an seine Rache ver- , drängte er fich mit der Verzweiflung eine- Er« ade«, der auden brausende» Dellen sich zu retten St, durch die dichten Dolk-masfea. Zu seinem Glück«!e ihn Niemand bemerkt; denn dt« rasende Menge hatte zum Thril auf den Arrrudator gestürzt, zum Theil aber War st,'" »ach der leerstehenden Schenke geeilt, um fich an 'dem unentgeltlicheu Bräunt wein gütlich tu thun. Mit zer. Ratzte« Gesicht und blusigen Händen in'- Frei« gelaugt, "Atf Zodek au- Leibeskräfte» nach dem Gasthause und begann 'Mit fieberhafter Geschwindigkeit, die Pferde anzuspanneu. __ (Schluß foljt) Die «Memceschmle z« Äerwselem. (Schluß.) Unterricht. — Wie alle Schulen der Alliance, halten wir so genau wie möglich den Lehrplan de- Sentral-Eomit-« mar, ich werde Sie daher, nur von dem Unterricht derjenigen Gegenstände unterhalten, die in unserer Aastaft ganz besondergepflegt weiden, gm Hebräischen lernen »ft die hebräische Grammatik, dft Erklärung der Bibel, etwa» Literatur uud Swnge», den Talmud, den Schulcha» Aruch und dft über Schechita. Biblische ltzeschichft und Geographie ina» werden in hebräisch« Sprach« unterrichtet. Da« gemeinschaftlich« Gebet wftd sowohl in d« Au-sprache d« 'dsstirdtm wft der AschKuafim abgehickteu; ab« in d« Elaste Huben Nur dft Ansspräche der Sefardtm angenommen, welche «ich i» d« Stadt «rageführt ist. Unsere Schüftr lernen das Hebräische fliehend sprechen, indzai st« dem Arabischen und »nd de« gemeinsame» technischen Wortschatz dft Warft, welche d« hebräischen Sprache fehle», mtfthneu. Woda- Arabische betrifft, so nimmt uns«« Schuft einen d« ersten, wen» auch nicht d«a alftrerfteu Platz uuttr de» Schuft, der Stadt ein. Uns« Lehr« d« arabisch« Sprache, d« der an» ausgcbildet ward«, ist ein« d« ge» fttzrtrsftn Fckrschrr Syrienauf don Gebftt de- Arabischm. Den »oftrricht d« türkisch« Sprach« haben wft «st kürzlich tu kr Schule eingeführt; derselbe wird von einem vorzüglichen Lchr« «ttheift, d« dft Methoden d« modernen GÜdagog« kennt und au wendet. Dft Eenntuih d« türftschen rrad arabischen Sprache «Kd e- »«seren Zöglinge» ermög» Achen. Berwuftnitg-fftlle» aurzufüld» und thetftnaehmen am -ffrvtsichen Leben ihn- Lande». Lehrliag-werk. .— Beim Lehrli»g«»erl wft bei» «nftrrichtgwejea ist »nser Wirft» zuerst ans lebhafte Opposition geftohe», später ab« hat du» Vrtfpftl unser« ftüheve» MrAnge, dft dnrch dft Arbeit ihren Leben-unterhatt de», dftnftn. dft Stimnft» aller Ungnftftdeae» wft auch d« Zög> finge, dft I»g vertaffeu hatte». w:U ste.Kiu Hrndwerk «. ftomt wollte», m scl-neigen Fracht» und letztere khrft» zw m><> zurück, glücklich, vftvrraufgenaMmen zu »ade». Wft «sitzen 8 Werkstätten, und zwar eine Schlaffer» trab et« Echmftdewerkstatt »st IS Lehrlingen; 2. ein« für Mechanik, mst 4 Lchcltngrn; 3. Dschftr und Schreinerwäk« statt mst 34 Lehrlingen: 4. dft Blechschlägerwerkstatt mit 4 Lehrlingen; 8. oft Drechslerei mst 6 Lehrlmgru; dft Schuh» «alhawakstatt mit 13 Lehrltugm; dft Schneiderwerkstatt mst 21 Leistlingen uud dft vlldhauerwerkstatt mit 7 Lrhrlig««. Dft Schmied« und Schloflawnkstatt ist sehr belebt; d« Meist« ist em llhrist, kr sich wahre Anhänglichkeit bei seinen Lehrlingen zu verschaffen gewußt hat. Dies« Werkstatt ist immn drei Moucte in voraus mit Aufträgen versorgt. Dar Handwerk bildst kräftig, uud kühn« Mämwr. Die Lehrlinge an» dies« Werkstatt find fast niemals krank. Goball» unsere Mttel e» gestatten, werden wir eiur luftiger« Sännftd« dicht bei der Mechauiker-Werkstatt baue». Do «l-daun der Blasebalg uud die Maschine« durch Dampf getrieben w«deu, bianchen dft Lehrlinge nicht ihn kostbare Zeit mit Aafache« de» Feuers und Bohren von Lächern zu verbringe». Die Mechaniftr «Werkstatt ist unser« schönste; ste besteht au» drei große« Räume», wo d« Aeffel. dft Dampfmaschine uud da« sehr vollständige Hsudweik-^ng aufgestellt find. I» dieser Werkstatt vervollkommnen dft Schmftdefthrltug« ihre ftchvtschr Erziehung. Dft Blechschlägerst uud Drech-leni enchatten nur wenige Lehrlinge, weil es im Laude schon viele jüdisch« Blechschläger glel;t und dft Industrie der Drech-lerkuust, seitdem nun kr Beickauf von Oltveusolz verboten ist, all« Bedeutung ver« Un» hat. Dft Luudschast unser« Werkstätten nimmt mtt jede« Ja jn zu, und wir können den Bestellungen kaum genügen; dt«> kommt dah». weil wft nicht danach streb«, viel zu verdienen, sondern nrser Augenmnk darauf richten, unsen Ariiett zu vervollkoamme», nab unsen Lehrlinge daran zu gnnöhne». nur tadelt »s« Arbeit zu liefern. Wa« di« Schulteruud Schneiderwerkstatt betriffh so fiut. »ft selbst «usen besten tkundeu; wft mache» selbst di« Älelder uud da- Schahwerk für »usen Schüftr, so daß »ft nickst alle von außirhalb kommenden Aufträge an-sührr» köuaeu. Dft Blldhann» Werkstatt wird auf Loste» de» Bara» Afthous von Rachschild erhalten. I« ganzen «ad nach sechsjähriger Erfahr»»- kann ich sagen, daß unser Werk vorzüglich« Resultat« zftbt. Diejenigen Persmwn, dft zuerst unsen eulschieknstei Gegner mann, kommen jetzt z» an» und.vertraran nn« ihn Linder «u. und wenn «- uafer Local »nd unsere Mittel gestattete«, könnten wft V0S Zöglinge anstatt 160 aufnehmru. I» der ganzen Stadt wetz «an unsere Schule zu schätze»; dft Art ausere« Unterricht- -ftht selbst Ehrtste» «ad Mshamedaner an; dft scrapulöse Bevbacbtunz kr religiösen lZorschrifteu durch da- Pnsaual und die Schüler hat uns »ft Sympachft k» Ober-Rabbiner« |t> fichnt, wft auch »er Orthodaxe« t» der Gemeinde, «ed «üblich kr Umstand, daß »ft sine Anzatzl junger Latte durch Erlermrag eine- Hcwdwerkvor de« Eleu» schütze», da thun» aakreufallnicht» wie dos Vettel» »der dft Unftvftützuug durch dft Ehalukah üb»tg bliebe. Aüertei fSr dr» ptm Irar .KchwtzfwA»»*---«. Friedrich v. Rau «r komm: m ^tnrn.Lrveusertmrerungnr" and) mehrfach auf sira« Verkehr und fein« Berührung mtt Int«, zu spraha» »ad rrzähtt S. auch folgende eben so ergötzliche als charnteristische Episode: .»all ich Ihran^, frogft »tch G—- »an büdschöna- Intemuädche» zuschicken (Mnmn war damali« sogen. GntnnltöparftWtni in Berlin beschüsttgtX dft Ihn- Rache»

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