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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 8 (1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
8 (1888)
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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$traabf»geben von vr. M. tUtmn fn M»gl>eb>rg. z« MtertzMmr«. -eichmstr dir israMsche j«M. Der gftchbt n»d Me fm’lL EuUrrhlsterische Erzähl «ng an» be» ivlL Jchrhnobert. Nach bein Nusüschen *on T. 8e»li <6mm. CVtlfl/lff * lKorlichuag.) — Zwei Brief» Bertbold »nerd«tzl ,n Wilhil« Wolfsohn. — ftitiac jübische Chluaeierzü«. — Lllerdi ffe bn SrarilttttiA: Dt» M«{irtra find Me Stabern beb Frtebens. lieber Me Kor» bet Vteuob. — Cul be» Svruchschetz beb Xil«ab. feettf* Übertrag« Bo« Masz B»i*b»tj.x— 3*m 8«st h*t Soof». — Nüth ei-Aufgaben und Nsthsel-Lssunge». Der RaFOi «»V die ffeit’ft. . «BUsrültMiWr 9rtW*H «* *« XTU Jahrtznnbert Nach be» Russische» vm» >. LeBln-Saga». «t»»,« ee»»ris»,«', U<»«r«cheAe.> <U,ch»r»« ereilte.; '11) - Lftl ftsnmnc erfuhr Rahe! während ihrer Reise von der Grobheit und ftrrchheft ihres „kxfchützers*, des Fuhr« mannM, ließ aber geduldig und ohne Murren Alle» über sich ergehen. Auf dem ganzen Mge hörte er nicht auf zu bruuinrrn über sie und ihre Eukeltu. Bei jeder Gelegenheit hielt er ihue« seine Wohltharen vor und jene großen Opfer, die er ihnen angeblich so «neigernützig gebracht, »ud nannte sie sthllose, undankbare Geschöpfe. Kr ihrem Innern hatte 8ahü schon längst beschloss«, nicht, wie sie daheim verab. redet, üt de« Bruder dieses Taugenichts, den Zodek selbst mit kein» schmeichelhaften Färb« zeichnete und chu einen Geiz» Holz, et» fühllose« Schwein nannte zu fahr«. Sie wollte u«r über di« polnische Greuze gelang« und bi» an die erste von Jude» bewohnte Eolonie fahr«, um dir Hilfe der jüdisch« Gemeinde auzuruftn und um Gastfreundschaft und Schutz zu bitte» geg« Bezahlung. Sie war sicher, daß dir Juten sie fr«ndlich aufuehmen würde», und doxt wollte ste bleili«, ihr« Mann benachrich» ttg« und dessen Ankunft abwart«. Man kann sich nun die Freud« der arm«, gequält«!Zrau d«k«, als der Fuhr, mann ihr Freitag früh, uachdna sie über ein« schmal« Fluß gefahrru war«, meldet^ daß ste nunmehr di« polnische Grmze hinter sich und noch etwa zwanzig Meilm hätten bis ui einer groß« jüdisch« Gemeinde mft Synagogen und Raddirern und Tantor«. Und in dies« Gemeinde wollt« Zodek seine Pastagierr bis zum Sabbathaufaug zu bring«. Rahel war wie »«beleb», vergnügt uad Hefter und nahm in ihrem Innern schon Abschied von ihre« groben Fuhrmann. Loch ihre Freud« war verfrüht. Geg« Mütag langt« sie in einer unbekannt« gutbherrliih« Kolonie an. wo ste im jüdisch« Gasthaus« die Pferd« fülle« wollt«. Und während die Pferde fraß«, schnüffelte vei: verschmitzte uud ungemein neugierig« Zodek in allen Makeln umher uud ging tu die Schenkswde, um mit dem Pächter ein u. da» andere Wort zu wechseln. Lange blieb Zodek foiC während Rahel vor Ungeduld branute, die Weiterreise anzulrete», um vor Sonnen- Untergang-noch in ,me jüdische ütemriade zu gelang«. Und als der Fahrmaun endlich zinüä gekehrt war, erklärte er entschied«, sich vor Sabbath-Ausaang nicht von der Stelle führ« zu «oll«, da ihm ein Pferd krank geworden sei uud er selbst «ine ungewöhnliche Mattigkeit verspür«. Uud so sehr auch Rahel versuchte, ihn umzustimmm — er beharrte bei s««er Absicht, uud nolens volens mußte sich Rahel in das tdweru««idliche füg«, und ste blieb« dort über Sabbath. Mft äußerster Ungeduld erwart«: sie d« Ausgan» de« Sab» batys, allein wie »ft aeseh« habe», ist Zodek auch Abmds nichr aujgebrochk», souderu hat sei« Reis« auf d« folgend« — unbekannter.Geschäfte weg«. — Doch " " tu >ft finstere Seele ihm» . Fuhrmannzu und jene böse« Hintergedanke« zu durch» schauen, die in seinem Kopse schon am Freitag umherschwirr» t« — sie würde rcher ihr K.nd auf ihre zittern»« Arme genommen habe« und giflohen sein vor ihrem „Beschützer*, tone früher vor den Pan« . . . Zodek hafte nämlich in de« Pächter des Gusttofes. wo ste Frcitaq aagehat»«, sein« Todfeind erkannt, jenen frechen rothbärtige i Taugenichts, der mit Woickawsli di« Köpfe zusammmgestickt hatte, um ilha au« der Arrmde und sein« Familie au den Bettelstab zu bring«; jra« bttzlosen Egoisten, den weder die Thränm der unglücklichen F.imilie, die Bitten seiner Glaubensgenosse» roch die fromme» fsuredm des Rabbiners zu rühre», sonder» «wc die Drohungen des alt« Tasch«diebes und best« ge» swhlene« Geld von seinem gottlose» Vorhaben abzubriag« «ermocht«. Beim Anblick der selbstzufrieden«, aufgeblasen« Fratze dieses mit seiner rabbinischen Abstammung sich brü« slenden BenTalmid-Ehochom erwachte in der Erinnetuug t>es von der Rann rachsüchtigen Zodek die Vergangenheit. Alle von ihm dnräilrbt« Leid« und j«e Berzw.ifluug, die ihn fast zum Selbstmord getrieben, trat« lebhaft vor seine lLeele. Er ve«ahm wieder dm Jammer seiner Familie; er fühtte auf seinen Schultern j«m stechmdm Schmer» dm tft Haidaken mft il-r« Peitschen ihm verursacht; in sei»« Ohr« erklang« wiederum jme rasenden ,Hepp-Hepp*-Rufe, jedesmal ettöntm. wo aus dea Fmsie« des Gasihofes eines sriuer wimmemd« Kinder geschlmdett wurde . . . Uud dies Alle« verdankt« er diesem roth« Hund, der jetzt mft ih«, Zodek, unverhofft Aua' im Auge stand! Das Herz zitterte iu seiner Brust vor Hag und in semem Jane« schwur er, sich nicht von der Stüe zu rühre«, ohne an seinem Feinde sich Kächt zu Hab«. Aber wie und wodurch sich? Der th« konnte iu dem ausgefreffmm Fuhrmann jm« todtblaffm Dulder mit den blau« Lippen und dem verstört« Blicke» de« er sein letzte« Stückchen Brot zu «treiß« gedachte, unmöglich wieder erkennen. Er hielt ihu für eia« au. kekauntru Durchreimd«. den mau au« geschäftlich» Rücksicht« freundlich b< aaadeln müsse. Uud aus sei» freches Gesicht eine Larve brüderlicher tzsllichkeft uud Zuvoekommeuheit lkgmd. lud er dm Fuhrmann und dess« Passagiere an sei« sadbathliche Taftl, legte sein« Stolz bei Sette uad plauderte ohne Unterlaß «ii Lodek, mft seiner riuträglichm Arrmde prahlmd, mft dem Än^raum, das der adlige Eigenthümer, der wrft von dort lebte, chm rutgegmbrachte, sich brüiimd. Uad Zodek erfuhr ruf diese Wesse, baß der Roth« nicht uur «in Rmdar tri g«ähnlichem Siau«, sande« eine Persönlich» knt war. die eine g«<ste Gewalt über die Leibeigen« besaß; daß er dje Baue« bedräagle und unterjochte, daß zu seiner uussaugirichm Arrmde auch einige otthodxe Kmhm jäehörftu »ad daß er, sowohl seinem kochnlsschm Pa» uud dem Pfarrer zu Gefallen, «üb auch aus peisöalicher Bo«Heft uad aus Fanatismus, läe Pop« uud lerer Pfarrkiuder verspottete uad höhutr. Äußerem beging der Prahler tote Unvorsichtigkeit, auf die leidliche Stiuuvuug der Baue« geg« ihn hinzu weis« uud iNPcaaf, daß seirr Mache unbtzwlugbar, da der Pau chm if,. daß 11 'ijfiwrrii

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