Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 7 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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schrieb«, eS wird mir nicht. Ich habe soeben auch an die »Allgemeine Zeitunggeschrieben. Geschieht io Dresden durch Dr. Beer nicht«? Getreulich Ihr Berthold Auerbach. Eime «och «rrrt,eka«»1e Pathf'chitstAnekGole Im Jahre 1848, als Hand in Hand mit der politischen Revolution die religiösen Reform-Bestrebungen die Größen der talmudischen Gelehrsamkeit zu Gegenminen aufschreckte, fand in Ungarn in Poksch eine Rabbiner-Brrfammluna statt, welche au« ihrer Mitte 6 Rabbioen nach Wien deputirte, um eine Audienz beim Kaiser zu erbitten. In der Kaiserstadt anaelangt, fanden sie e« für gut, dem Baron Rothschild einm Besuch adzustatten, damit derselbe rin Fürsprecher beim Cultus»Minister sein möchte. Im Laufe de« Gespräches, daß sich zwanglos bald über verschiedene Themata erstreckte, sagte der Baron: »Was wißt Ihr, was das heißt, wir sind im »GoluS» (Exil)? Ich spüre jeden Tag mehr daS »GoluS", als alle Juden in Oefterreich-Ungarn zusammengenommen. Wenn ich mit den hohen Herrn zusammen tafle, wenn der Wein seine Wirkung thut, da geht die Moquerie über alles und jedes los, natürlich auch über Juden und Judenthum. Ich lache mit. mache gute Miene zum bösen Spiele; aber »ie mir dabei zu Muthe ist. wie ich mich zusammennehmen muß, um nicht den Salon-Ton zu verletzen, wer kann mir danachfühlen?" — Bor dem Abschiede, stellte einer der deputirten Rabbmeo eine Special-Bitte an dem Herrn Baron. Ein Berwandter de« Petenten hatte e« in Wien zu Vermögen und Ansehen gebracht, und er war auch stet« bereit, dem verwandten Rabbiner, der in ärmlichen Verhältnissen lebte, nüt volle« Händen Beistand zu leisten. Run war der Rabbiner im Begriffe. eine Tochter zu verheirathen; aber der verwandte Pravenü hatte inzwischeu-die Taufe empfangen. Dem Rabbiner w verstrebte es nun, den getauften Wohlthäter selbst anzusprechen. Er bat daher den Baron Rothschild, es für chn zu thun. — Einen Augenblick besann sich der Baron; dann sagt« er: »Wie viel haben Sie denn von dem Herrn erwartete" — ,300 Gulden.- — »Wegen 300 Gulden spreche rch nicht mit einem Fahnenflüchtigen; da will ich sie lieber geben". — Um nun den andern Mitgliedern der Deputation, die auch nicht in glänzenden Verhältnisieu lebten, kein Herzweh zu machen, ließ er jedem derselben ebenfalls 2*0 fl. eiuhändigen, mit der Verpflichtung, wenn eS ihnen möglich sein werde, als Rothschild'- Vertreter Hochzeitsgäste bei ihrem College» zu sein. — (So erzählte cs jüngst der Sohn eine« der deputirten Rabbinrn. in einer hebr. Zeitung.) 8eschäft-«Logik. -Xu bist ei» armer Mann — so sprach ein Missionär Au einem Juden — Du verdienst-gar schwer Zehn Thaler, hier bei mir kannst tu sie leichr verdienen Laß taufen Dich und werde Christ, Zehn Thaler dann Dem Taufgeld ist!" Der arme Jude sprach: ,Jch danke Ihnen, Zehn Thaler ist ein schön Stück Geld, Doch wie ist'« mit dem Christenthum bestellt? Ich brauche ein» gute Religion, Da» ist die Hauptfach', nicht der Tausiingslohn." — ,Wa« da« betrifft, so kannst Du ruhig sein. Tauschest für Tein Judenthum da« Chriftenthum Du ein. Ist Dir ein guter Tausch getvährt: Da« Christenthum hat einen höheren Werth." — »Und noch 10 Thaler zahlt Ihr dazu? Dann laßt mich, lieber Herr, in Ruh! Da« ist mir nie passirt im Leben, Daß, «ena im Tausch ich Schlechtere« hingegeben. Und Bessere« dafür genommen. Daß ich noch Geld dazu bekommen.! -I DoppelfprachigeS Gilbe* eöthsel. Bon Adolf Landau fti Die »den. Zwei Silben n nn' ich Euch inhaltsschwer, D-e erinueru an frohe Stunden, Sie künden un» eine alte Aähr. Wo Tücke den Lohn einst gefunden. Wo vielleicht zum ersten Mal, Da« Loo« e« sollt' entscheiden, Ob ein Bolksstamm, klein an Zahl, Ein schwere« Loo« sollt' leiden. — Nehmt den lkopf, — da« ist erlaubt — Im Geist' seht funkeln Ihr'« mit Lust, Deß Wunderkeast man einst geglaubt. Deß Wunderkeast man einst geglaubt, ZwSls «dein«!,' an Priester« «ruft. - Run auch den Schlußbuchslaben fort. Und Alpenpracht und B:eg-«ivelt, Der Bürgersreiheit alter Hort Bor Euer geistig Aug' sich stellt. Ir heil'ger Sprache hat jedoch Da« Wort ganz andern Sinn, Ihr singt'« wohl heute Biele noch Zu Sabbath« Anbeginn. — Run füget wieder Alle» ganz Und nun im Kreise froher Gäste Strahlt Licht und winket Mnmmenscho rz Am heitersten der Juhresfeste. rilbeuräthsel. . Bon 6. in R. Au« folgenden 28 Silben bilde man S Wörter, deren Anfangs« und Endbuchstaben von oben nach unten gelesin euen jüdischen Gedenktag und den Ramen eine« gefeierten Manne« bezeichnen: di, »ad. chi«, de, c, fre, g», i. ka. la lech. li. mai. mt, me, ucj, ne, p«, re, rep, rir. fa, ßa se ta. tat, tut, tr. 1. Talmudtraetar. 2 Stadt in Italien. 3. Ein Zeitmesser. 1. Sohn de« Bincha«. 5. Enkel Jakob«. 6 Französischer Manne«name. 7. B blisiber Mannesiiame. 8. Biblischer S'ädtenam.v S. Ein Riese. HL. S«a<k«Lsie auf Puri«. Bon 6. in R. I. Biel große Männer kann man sehe:», , In unserer Purimrolle stehen; Doch daß von diesen Bismarck Einer, Ta» glaubt mir wohl sofort noch :keiner. Doch wie e« stet« war seine Sine, Den Dhron zu stützen und die Hütte, So wußi' auch hier nach allen Leben, Er sich 'ne Sedutzw hr zu bereiten. Die ihn für olle Fälle deckt. Nenn unverhofft ein Feind ihn wett. Und wenn auch d ese ihn verläßt em Innern, wie in Oft und Wetz: r ist und bleibt der g oße Mann, Der stet» vollsüh-t', wo« er begvn.r. 2. •ins RVT T3" OKI Wa« Purim zu lesen, ist heilige Pfitcht, Der obige Ber« e» versteckt zu un« spricht; Genau aus die Zeft, wann e« hat zu gescheit'», Kann leicht an» demselben sofort «an erseh n. Ru» lic# ibn erst halb i« natstrlichen ist«., Daraus dann die Lösung, »erborgen daiin; Du kommst dann uigleich auf den tristst an Grund, Au» welche« die Bibel die Folgen thut kund. der PLthsel i« »er. Pr. I. «amt», Rat». 2- (Lüge), (althebr. GewlchttmLize), (Aräael). (In vor. Rr. ist tu der «nfldiaag »«uchpela" D. »fechged« za " «erantmartkicher Redurtenr vr. Rahmer, «o^eb>w^ Druck vou D. L Wolfs. Magdeburg Berlog vor Redezt Ustsese