Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 6 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/6492351-8722844-5956498--0806-5372838- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wiß helfen. — Vor der Ankunft de» Fürste« wurden große Vorbereitungen getroffen; die Straßen wurde» gefegt, die Stadt wurde illuminirt rc. Der in Noth befiodlche Kaufmann reichte «un eine Biitschrist an den Fürsten ein. Sofort befahl der Fürst, die ganze rückständige Schuld de» Kaufmanns auf den zu erbebenden Tribut zu verrechnen. An den Bittsteller aber schrieb er ein ermahnende- Antwortschreiben: warum er sich in dem heidnischen Lande aufhalte, wo er ohne Zweifel oft genug des Sabbath entweihen, verbotene Speisen effen müsse rc. — Der Babylonier trat sofort die Rückreise an über Kalkutta, mit dem Originalbrief des gen. Fürsten in der Hand, und der sephardische Chacham Sabbatt Enatabi aus Zophet war damals in Kalkutta und hat mit eigenen Augen den tief zu Herzen gehenden Brief gelesen. — Genannter Jsaoc Halevi war vor 2 Jahren in Bombay in Indien. Da kam ein Monn aus der Stadt Siwla, Namens Zalach Levi, Agent seines Bruders Nachum Levi in Simlo, dahin. Dieser ist General in britischen Diensten über viele Teufende Soldaten, die dort gegen die 10 Stämme als Grenzwächter ausgestellt sind. Derselbe ging eines Tages auf der Straße, da begeguetcn ihm 4 Männer von besonders kräftigem Bau und hober Gestalt, die blickten ihn lächelnd an. Er fragte sie i» indischer Sprache: Warum lacht Ihr über einen, der Euch fremd ist? Sie erwiderten: Bist Du nicht ein Israelit? Wir sind auch Jsraelitien I Da näherte er sich ihnen und fragte, woher sie wären? Sie antworteten: Ein Theil von uns wohnt im Norden von China, ein Thril nördlich der Stadt Standahar und andere in den Bergen, und wir haben Synagogen und Gotteshäuser. — Da fragte er einen: Von welchem Stamme bist Du? — Er antwortete: Vom Stamme Juda. Der andere sagte: Vom Stamme Mofis. Mehr konnte er nicht mit ihnen sprechen, da ein Indier herzukam und mit Zalach Levi rin Gespräch anknüpft«, und die Leute sogleich chreS Weges gingen. — Von dieser Thatsach« wissen alle Ehrenmänner in Bombay, auch der bekannte David Saffoon, nur halten sie es geheim. — Der Reisende hat sich mehrere Routen zu den Söhnen Mosis festgestellt: 1) durch Nekal, die ungefähr 2'/, Monate ganz zu Lande dauern würde; 2) durch die Stadt Darglin nach Tibet in ungefähr 40 Tagen; 3) durch die Stadt Tschingai in 35 Tagen, d. h. 20 Tage mit Dampfschiff zu Wasser und 15 Toge zu Lande. — Der Ehacham Jsaac Hal'vi hat damit über seine Kräfte geleistet, aber er konnte kein Resultat erzielen, weil er dazu wenigsten» 50 Pfund Sterling braucht. Ich hoffe, daß nun die Allianz JSrael-Univers. Veranlassung nehmen wird, einen Vertrauensmann dahin zu schicken, und mir Gottes Hilfe wird damit Wunderbare» erreicht werden, vielleicht gar sich eine Zuflucht», stätte für die zersttrute, verfolgte Hende Israels sich erschließen. — So spricht Ehaim Cheikel Schapiro, rncjt p-nso n*^t i?*nmo *n a-n*3 (Un» scheint die Geschichte der Phantasie nicht zu entbehren. wenn die Erfindung auch gerade keine sehr geschickte ist. Der gute Wille scheint das Beste daran zu sein.) Allerlei für de» Familiemtisch. Zwei Urtheile Liier }«»*«. Warum so viele abweichende, sich widersprechende Ur* thrile über die Juden? Weil man tut» nicht kennt; weil man in Bezug ans uns z» »schnell fertig mit dem Wortist; »eil man zu leichtfertig die Einzelfakta genrralifirt. Lharakteristifch dafür ist folgender Fall. Zwei Reisende, di« vom Jndenttzum nicht» wußten, gaben über eine von Inden dichtbevölkerte Provinz merkwürdiger Weise einander entgegengesetzt« Berichte. Der Sine berichtet: »Di« Inden sitzen während de» Gottesdienste» barfuß ans der Erde, weinen unaujhörlich und nur wenige Lichter beleuchten den Raum der Synagoge.- — Der Andere berichtet über dieselben Jude«: .Die Gotteshäuser der Juden find durchflnthet »on einem Lichtmeer, die Betenden find heiter, fast auSgrlaffen lustig, ja sie tanzen während de« Gebete» und e». ist mir zweifelhaft geblieben, ob fie den Ormuzt, den Lichtgott, oder beit Bacchn», den Wcingott, verehren und anbeten.- — Welcher von Beide« hat nun gelogen? Keiner von Beidenl Bride haben di« Wahrheit berichtet. Nur war der Eine in der Synagoge am Tiacbi beaw, der Andere an äzimohas thoia. Der Wttmtrr «»<> — Ein RabbinatScandidat, der sich in Rußland um eine Rabbinerstelle bewarb, bat Rabbi Jonathan Lnbenschütz um ein Empfehlungsschreiben an den Wilnaer Gaon. Anstatt eine» Schreibenaab Jener ihm ein Amulett beilegend au» einem Stückchen Pergament, worauf auf beiden Seiten bla» die beiden Buchstaben '0 geschrieben standen. Der Candidat kam zu R. Elia nach Wilna vnd überreichte ihm das Amulett. Der Gaon las die Buchstab«» ohne weiteres Nachdenken -ppiTT "TOT5' T®*»- (Deine Thaten werden Annäherung oder Entfernung Dir verschaffen). Kieme jüdische Characterziige. Der Kchatzche«. Ein Angeklagter protesttrt mit aller Entschiedeolwtt gegen die Vernehmung eine» Belastungszeugen, da derselbe ihm . feindlich gesinnt sei. — »Hatten Sie einen Stteit mit ihm?- fragte der Vorfitzende. — »Nein, da» ist e» nicht.- — »Schuldet er Ihnen Geld?- — .Auch da» ist nicht der Fall." — »Nun wohl, warum soll er Ihnen denn feindlich gesinnt lein?- — »Ich war Schadchen (Heirathsvermii;tler) bei j seiner jetzigen Frau,- entgegnrte der Angeklagte, .und da» jj trägt er mir heute noch nach.- j Kl«t«rw»1h Richter: »Angeklagter, Sie habcn vorliegend«-» Bügel, eisen gestohlen, wa» haben Sie zu Ihrer Bertheidig ang vor, zubringen?- A n g e k l.: Hoher Herr Richterleben, daran i» nur mein Doktor schuld, er hachnir gesagt, ich bin blutarm, ich muß Life» nehmen, Hab' ich genommen da» — Bügeleisen. (Deborah). Kiilhlel - A«fga1>err^^jD» I. Deutsche» Logogryph. Bon 6. in R. Im Winter stets als Freund Fm Hau»'er uns erscheint; Einst lebt' er ohne Herz Zu seiner Elter« Schmerz. 11. Hebräische» v«chstabe»räthse l Bon M. R. Mt 'TI hat'« stets betrogen Mit ward'» einst gewogen Mit ist Niemand ihm gewogen. A«ß-fm»D der Aiüthfel r« »»r. Ur. I. Prophet, Post. 11-, N7P2V (die Loppekhshie Machgeba), (Nuinc). Verantwortlicher Redartrur Dr. »ahmer, «togbcbucg. Druct vorn ». & «olsf. Magdedurg. Brrla, mm «odrrt Ariese,