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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 5 (1888) · p. Seite 20

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
5 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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Strocffftit Mn Hoch« »arm ans ihre Abstammung sehr stolz »vd vermffchtm sich nicht durch Ehebäudniffe mit dm Nmbetehrtm, so daß sie ihum den Eintritt in die Synagoge verweigerte«. Die schwarzen Juden, welch« die Verachtung sahen, die ihre Herrm ihnen gegenüber bewiesen, haben hierauf besondere Synagogen und Kethäuser für eigenen Gebrauch gebaut. Rach der Einnahme von Köchin durch die Portugiesen haben dir Grausamkeiten der katholischen Kirche gram die weiße sSdische Gemeinde zu wüthm begonnen. Die schwarz« Gemeind« machte sich damals fast unabhängig von ihrm oltm Herrm, die Anklagen begannm und die weiße Gemeinde, die sich im verwundbaxsim Theile ihrer Glauben- Überzeugung verletzt sah, verließ allwählig dieses ehedem so gastliche Land. Mit der Eroberung dieses Landedurch die Holländer begann die iSraelitsche Gemeind« frei aufzuathmm, aber sie konnte sich von den harten Schlägen, die sie vom katholischm Gloubenseiser erhaltm hatte, nie wieder erholen. Die Beni Israel, welche sich in andern indischen Städtm niedergelassm haitm,- entlehnten, unter eingeborenen Indern lebend, ihren Nachbarn viele Bräuche, ihre Kleidung unterschied sich in nichts von dmm jmrr, ja es kam sogar zu Heirothen mit den Fraum de» Landes; seit dem zeigt sich eine bemnkmswerthe Acnderung in dm Zügen dejüdischen Stammes. Ihr alter kiiegerischer Sinn führte sie zum Kriegsdienste hin. In dm Krirgln der Engländer mit den maharaitischrn Königin kämpften die Jsraelitm für die Engländer und sie haben denselben oute Dienste geleistet. Das eingeborene mglischr Heer zählt mehrere Subrdar (Majore), dar ist der höchste Rang, den ein eingeborener Offizier in dem indischen Heere erreichm kann. Sie warm Besitzer eines ganzen Stadtviertel» zu Bombay, aber sie habm es allmählich den Schoja», einer neuen muhammedanischm Sette, rinräumen müssm; auf diese Weise befinden sich jetzt ihre beiden Synagogen in der ShojaS-Gnlle (Schojatstraße), ehemals Straße der Bmi JSrasl genannt. Allmählich habm sie bemerkt, daß da» Judenthum, zu dem sie sich bekannten, eine wabre Ansammlung von den Hindu« entlehuten abergläubischen Vorstellungen sei. AlSbald mtstand unter ibnm eine Bewegung, di« Religion reinigm zu wollm, eine Angelegenheit, welche sie auch Dank dem Zuzug, dm sie von dm J-raelitm au» Bagdad erhieltm, ohne viel gegmseitige Reibung au»führtm. Di« Familie Sassoon hat viel zu dieser Erheb»'g unserer GlaubmSgmossm brigetragen; seit 20 Jahren habm sie ungeheure Fortschritte gemacht; e» bleibt ihnen von ihrem Jn derthum nur noch die Kleidung, welche sich jedoch auch >onz allmählich in die europäische umwandelt. Diese Kleidung besteht für dm Mann in weißer Hose, weißem Hemd« und einer Tuchweste, derm Knüpfe au» kleinen Indischen Münzen oder Golddollar» au» dm Vereinigten Staaten gemacht sind. Di« Kleidung der Fraum ist fast ununterschicdm davon. Da ist eine Roch'chöße au» Tuch über die Schenkel geworfm und an der Taille fest znsammmgebundm, indem er die Waden und einen Theil noch drüber nackt läßt. Ueler den Kopf ist ein Sari (leichter Stoff) geworfm, der Gestalt und Haare bedeckt. In der Stund« «eine» Besuche» kleidetm sich mchrere junge Mädchen der Schule schon nach mohammedanischer Art an, welche am §>ssmdsim und geeignetsten für die Bescheidenheit der Töchter »rael» ist. Da» ist in Kurzem da», wo» ich durch die beidrn Direktoren der israelitischen Schulen in Bombay habe in Erfahrung bringe» lönnm. Was mein« eigmen Eindrücke betrifft, so sind sie folgende: Die Schüler von den Bmi-J»raöl, an Zahl etwa 100, welche ich in dieser großm Schule gesehen habe, unterscheiden sich sehr von dem GeüchtSausdruck der jüdischen Schüler au» Bagdad, welche sich in derselben Anstalt bifiadm. Die G> stcht»«ckm der nsteren waren kürzer al« die der letzteren, ihr Körper tleiner, ihre Augm weniger lebhaft al» jme. Die letzteren haben eine edlere Haltung al» die rrsteren. Die Raffe ist rein, ohne Mischung mit dm verweichlichten Völkerschäften Indiens. Auch ist ihr Verstand schärfer aü der ft» vmt-Jsrasl: fie sprrchm da« Englische seht gut ans, viel schärfer als der der Bmi-Israel; die Aussprache' not» die Deklomattonm sind in der Schule David Gafsoors 1>eff«. Di« Schüler der „Schwarzen Juden" haben dm gleiche» Gesichtsausdruck wie dir eingeborenm Indiens; sie sind nicht völlig schwarz wie di« Neger, ilre Haare sind nicht wollige aber lang und glänzend; ihre Gesichtszüge sind oft volltmde^ von einer wahrhaft klassischen Regelmäßigkeit, aber t>ie Hautist nun einmal schwarz. Sie werden von den Schule» Sassoon» und „Jewish Association" ausgmommer. Die Mädchm habmd blendend weiße Zähne, schmale Taillen unwahre Nachtigollenstimmm. Sie haben tn meinrm Beffel» Composisionm von Lehrer Aaron Ezükiel Tulker gesungen ^6onr» oowrav an» 8»»«Ua*. Die Art zu singm und die Modulationm ihrer Stimmm haben mir außerordmtlich gefallen. Die jungm Mädchm werdm ausgezeichnet Familien» mütter wrdm und die Bmi-J»ro8l zn einem starkm unb tugmdhaftm Volke umbilden h:lfm. Jetzt haben sie ihre Sittm, Bräuche und Gcwo-nheitt» schon gereinigt; von den iadischm Wahnvorstellurigen ist durebau» nicht» geblieben. Ihre Synagogen sind sehr reinlich, der Fußbvdm ist init Teppichen bedeckt; die Gläubigen zieh« ihr Schuhwerk aus, wenn sie da« Gotteshaus betretm; die Frauen haben eine besondere Gallerte; ihr Minhag unter» scheidet sich in nicht» von dem der Israeliten von Bagdads seitdem und da diese vo» Einfluß waren bei der Reinigung des- Ritus der Bmi-JsraA. Die Thorarollen kommm alle aus- Bagdad, und mehrere Gebetbücher sind europäischen UrprungS- Da» H'uptnahrungsmittel ist Reis und ,o»rris", (eine sehr ge» sunde Speise, die aber doch wmig Muskelkraft giebt). Arme giebt e» unter ihnen nicht, jeder betreibt ein Handwerk, sodciß einige Schreiner, Kunsttischler, Goldarbeiter sind u. s.w, viele dienm auch», im mglischen Heere. Sie hegen dm Wunsch, daß man!Verk»-- stättm in der Schule selbst eiarichte, damit die Schüler ei» Handwerk lernen können, und sie haben Recht. Die Inder bietm in der That eiam weitm Spielrnum dre Thätigkeit für solche dar, die technische Kenotniffe besitzen. — Die Beni-Jsrael sind sehr stolz auf ihrm Ramm und sind beleidigt, wenn man sie mit de« Ramm eines Jchudi beueichneL. Sie haben sich di« Liebe der Engländer zu verschaffen gewußt, welch« durch ihre Unparteilichkeit ln religiösen Ding«» die erste Stelle unter dm gebildeten Lölkem einaehmm, und durch ihre Verehrung für die Bibel immer günstig ffti: unserer GloubenSgenoffm gestimmt sind. vr. Grügory d'Arbella. Kitthlrl-Airf-ader,. I. Devtsche» Logogryph. Bo» 6. i« B. Di« Zuknast weih uur der zu kliudrn. Den Gott der Herr dazu bestimmt; Auch weih die Red' er klag zu b'uden, Wenn mau die inurru Mitlaut' nimmt. Hebräisches «ortrSthfel. Bo« Kaufmann-London. Ich zeige dir die Gröber dort, Woselbst di« Frommen fanden Ruh' Doch nimmst du mir «in Zelchai fort,. Nur Sd« Trümmer firhrft du. AvfiSfvvg der Kitthfel in vor. Hlvr. I. Oder, Eder, Bede. U. ray? (Ziegel), rna*? (Mond), n:1»*? (Weihrauch)^ ul rhm, o <«) +’n («> x S (»j W (aoo). «rraorwortttcher Redactrur Dr. Radmer, «agdedu'g. Druck von D. L «olff. Magdeburg, «erlag von Robert Frie fr. L eipzig.

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