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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 2 (1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
2 (1888)
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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fl $vrau«gcg«brn von Dr. M. Aatzwer tu Magdeburg. z« Wtttßwmx. -tittzrxLi fir die isrMjslhe FlMlllk._ «n ibMlrr »nt. Bon I. «. (Sortsetznn») -!der «adb« und di. Pan'», «ultnrhistorisch. «r^ihlnng an, dem Jahrhundert. »ach de« «nsMchen von «. Levln-Saaan. (F°rts»ung.) - lwber die Bedeutung von Hollekreisch. ^ZUtsUtt« von Dr. I. Perle», «abbin« in München. — «n» d«, Spruchschab de» Talmud. Pociisch übertragen von Marveinb«» — Rüthstt-Ausgaben und Rtthsel-Lüsuugeu. «i» idealer Arzt. von J. B. 2. So schwand«. Tage, Mond», Jahr» dahin. — E» war im B«ginn dr» Frühling», an einrw sonnigen Tage de» ver« änderlichen, wctterweudischen Dionat» AprU, im Hause de» Doktor» herrschte eine gewisse Aufregung: „Zur Reise wird gerüstet", erzählte der alte, treue Kutscher jedem, der e» hvrrn wollte, .denn am nächst,« Tage fährt unser junger Herr ab, er wird Student;" und seinen vertrauten erklärte t, er ol» Zugabe. ,wa« denn ein Student überhaupt heiße und bedeute". — Und der alte, gute Heinrich hatte eine gauz seltsame Anschauung, darüber l — Dabei aber balf er wacker an den Zulüftungen, erledigte noch manche Besorgungen, 7 und so erreichte die Familie ihren Wunsch, nämlich, am letzt, n Abend vor dem Abschied ganz fntig mit den Reise» 'Wüstungen zu sein: Die Koster standen gepackt, nicht» Mutter und Kinder saßen am Abend beisammen; die Mutter gab dem Aeltesten noch viele gute Lehren; Richard, der jüngere Bruder, der eben Primaner geworden war, wünschte nicht» sehnlicher, al» auch erst al» »freier Herr" in die Welt hinautwandern zu können, und Jda — Jte, wie sie der Doktor so gern nannte — die jüngste der drei Geschwistrr, freute sich schon vor I>er Abreise auf die Rückkehr v de» jungen Studenten i« seinen ersten großen Ferien im ' Sommer und die dazu geplanten Audflüge. — Wenn der alte Heinrich sich unter einem „Studenten" " einen recht gelehrten, stolzen jungen Herrn vorstrllte, so verband die gMe Jte mit dem Worte »Student" alle nur ertkeuklichea Vergnügungen der Jugend, daß auch ernste Arbeit . diese begleiten müsse, daran dacht« da» lieb«-Mädchen nicht. — Aber auch der junge Herr selbst, der morgen sein Eltern»; bau» verlosten sollte, hatte bi» jetzt nur eine unklare Vorstellung von dem, wa» chn in seiner neuen Lebendstellung ei warten würde: er hatte fich auch wohl Luftschlüffer gebaut, «on denen er die Riste in dem traulichen Familienkreise oft : ein wenig erkennen ließ, ober es war doch immerhin nur etwa»'Unbestimmtes. — Der Brter fehlte, er war noch spät durch seine Praxi» in Anspruch genommen. Schon einige Male glaubte die Mutter den Wagen vor - dem Hause hasten zu hören; da plötzlich sprang Jte auf, sie hatte an dem Oeffueu der Hauschär erkannt, daß der Bater gekommen sei, und eilte chm frmdig entgegen. — Sie be» gleitete ihn in sein Studienzimwer» und da sein Beruf heut« keiae Anforderungen «ehr au iha stellte, so folgte er dem Liebliug in da» Famllieriziunner. — Aber er war recht nachdenklich; hatte chm soeben vielleicht ein schwerer Kill beschäftigt? Rri», wir werde» bald sch», daß sein Ginnen ei neu ander?» Grund hatte. «» war schon acht spät «flpgrtfn, deshalb sagte er der Frühe werdet Ihr doch alle mit auf den Bahnhof kommen wollen, deshalb gute Rächt jcht! Doch zu dem Aelresteu gewandt setzte er hinzu: „Folge mir noch ein Weilchen auf mein Zimmer!" — Wenige Minuten später saßen sich dort Bater und Sohn in ernstem Gespräch gegenüber. „Siegmund", begann der Doktor, „ich spreche jetzt nicht al» Drin Bater zu Dir, nicht, um Dir zu befehlen, nach meinen Worten zu handeln. — den» die Jugend ist geneigt, die Borsicht de» Alter» gar für unnütz, wenigsten» aber für übertrieben zu halten, — deshalb will ich jetzt gleichsam al» Dein älterer Genosse zu Dir sprechen; glaube. Du wärest schon auf die Universität gckommen und hättest in mir einen wohlwollende» älteren Eommilitonen gesunden, der die» zu Dir spräche: „Du kommst jetzt in ganz neue Berhältniste, in zweifacher Beziehung, Du verläßt Deine Heimath, Dein Elternbau» und findest eine neue Umgebung, und ferner beginnt für Dich ein ganz neuer' Lebensabschnitt, denn Du wendest Dich jetzt einem festen Bertis zu. Beide» können wir nicht getrennt betrachten, denn das eine ist durch das andere bedingt. :>iur, wenn Tu Dich in Deiner neuen Umgebung wohl und zufrieden fühlst, wirst Du Dich mit Freude und Erfolg Deinen Studien widmen, und nur, wenn Du in dies«» gut fonschreitest, wirst Du Dich glücklich und ftoh in Deinem neuen Kreise fühlen^ da» eine ohne da» andere ist nicht denkbar, und nur in Verblendung könnte Dir da» eine allein für eine ganz kurz,: Zeit wünschenswerth und beglückend. erscheinc.l. — Den Beruf de» Arzte« kennst Du; wie schwierig er ist, welche Pflichten mit demseldm verbunden stad, da» stt Dir in Deinem Baterhause bekannt geworden, aber gerade Du wußtest auch die schönen, il»ealen Seiten diese» hohen Beruf» herauszufinden, und schon eit vielen Jahren war e» deshalb Dein Sweben, gleichfalls ein Jünger de» AeSculap zu werden. Aber wir der Beruf de» Arzte» ein schwerer stt, so erfordert auch schon da» medicinisch« Studium eine« feste«, meraischen Charakter, der fet« da» Ziel im Auge hat. — Groß« Ausdauer Ist erforderlich, großer, bestäudlger Fleiß nöthig. — Wenn Du aber so sehr von geistiger Arbeit in Anspruch genommen wirst, so bedarf andererseits auch Grstt und Körper der Erholung, und diese in paffender und zweckmäßiger Weise zu finden, dürfte doch wohl uicht so leicht sein, wie Du vielleicht glauben möchtest; so viel aber steht 'est: Du mußt Deinen! Verkehr in akademstchen Kreisen suche«, denn dahin allem paffen die Anschauungen eine» junge«, lebeusftohe« und dabei doch verständige« Studenten! Run giebt r» auf de» Uuivestttäo» Torp», Bursche«, «haften, Verbindungen und wie die sonstigen Bereinigungen sch neu»«» mögen. Al» junger Student würdest D» Dich rage«: „soll ich «ich einer dieser Parteien zuweuden?" — llud da mich Dir zuast rta ans Erftchnmar» beruhen- |*r Rach willkommen fgg: miste, strugr» Fitch«ei», je« ge-

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