Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 1 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
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»Trotzdem" ist t§ nie nicht möglich, dos Volk, das durch dermtiae Erzählungeu zu Ausfchrektnnge» sich hi», reißen ließ. z» verdammen," sagte Evmieinickk. „Noch ich tdue es nickt. Der -Sdel ist überall der» selbe — rutraulich nie ritt JFnfe, biuidSrstia wie nu reißend Thier. Hier sind nur die Führer des Boists schuld, de» sonder« die Pfaffen, die zu so verwerflche» Mitteln ge» griffen, um de» Aberglovben im Bolle;■ fürder», hestia» usckü Triebe in ihm zn w-ckm. Die Bolkehänpter »od di« dervorrogcodeo Rrpräsentantn, der Gestllschoft »od der Re» «ierung verführe» mit den Juden noch schlimmer, als der Psbel. Mrfolgt und gehetzt, vertrieben »od beraubt — das ist da« Bild, welche« dos Lebe» der Jode» i» olle« europäischen Staaten darbietet.... »Soge mir nor Eine«, Papa. I« Europa gab es doch der Juden sehr viele, nicht wahr?" »Allerding«, nicht wenig."' »Ru«, warum hat sich diese Masse nicht verewigt, um mit ehren Re-chthümee« i» irgend eine fremde Wüste zu ziehen, di« Rlewaud gchört? Siebt es doch solcher Wüsten genug auf Erden. Und fitb di« Israeliten dereinst »echt auch aus Aegypten gezogen?" »Eine naiv« Frage!" spottete Ebmirlmcki. rT oniello. Du dost mir eine höchst kuriose Frag« vor» gelegt. Wie könne« sich Menschen vereinigen, di« über di« ganze Erde zerstreut sind? Und wer würde es ihnen erlaubt hoben, sich zu vereinigen und mit ihren Re chthümer» avs» znwondern?" »Aber wie konnte» sie aus Aegypten ziehen, gegen den Willen Pharaos und der Aegypter?" »Das war eine andere Zeit — eine Zeit der Wunder. Und die Sklaven Aexhpien« wrren wenigsten« physisch stark; die Joden de« Mittclalter» aber waren nicht aller» geistig, loudrrn auch körperlich geschwächt; ihre ganze Kraft brstand darin, ihre Schmach und Kmchrung mit stoischer Rohe zu ertrage«. Sie konnieu nur aus ein Wunder hoffen, dos sie auch hertnifthnten, ober nicht thälig in ihr Geschick eingreifen. Und der Sklave ist verlören, der sich selbst für einen Sklaven hält. Die Jude« grrietheu in die Knecht > schafr und versöhnten sich m>t ihr; und dementsprechend «nide» sie auch in denjrnigcn Ländern, wo sie gednldet waren, behandelt. Man hielt sie für zweibeinige Schafe. Ihre Besitzer verschenkien sie, verpfändeten sie, verlausten sie, Vertovschren sie; sie gingen au« der Hand des einen Besitzern in die der ander» über, wie em unpersönliche« Eigevlhum, wie eine Schaihende. Der Eine nahm ihnen da« Edrge« weide, ihr Bermvgen, der-Andere zog ihm«'das Jrü über die Ohre» ..." »Welch' sonderbare Inkonsequenz l" sagte Ehmielaicki achsrlzuckrud. »Man sollte doch «einen, daß di« Juden so thrncr gehalten werden mußten, wie eine uaversiegbare Ein» »ahm« quelle, oder, wie Sie sich auedrücken, wie eine kostbare Schoshrerbe, und nun, wie kommt das, daß ihr Leben so wohlfeil war? Ein Besitzer wird doch die Schafe seiner Heerde ohne Ursache, zu seinem eigene» Rachcheti, nicht erschlagen?" »Ich antworte Ihne« mit einer Gegenfrage, Pan Ehmiel» »icki. »Ist de» polnischen Pan» dos Lebe» chrrr vanero lehr thiuer? »Warum... doch das «st sehr einfach: Herrschsucht »od «in zügelloser Wille überwältige« oft selbst de» Eigennutz. Wohl bedurft« man der Juden, wie einer Quell« lachten Erwerbs, wie eine« Alle« belebenden Element«; wohl rief man die vertriebenen Juden oft zurück, ja mau forderte sie zurück im Interesse des Lande«, den» der Handel stand st.ll — die Schachernden fehlten; der gaoze Geschäft «vei kehr stockte — die Wucherer waren aus dem Laude, »yd viele uuahhüugige Hern» und Bischöfe, besonders » Südfrank» rr-ch. schmrnhettea den Inden und streichelte» sty weil sie er» nochmendige» vrdürfmß des Lande» waren. — Dies Alle« JUkftfi fit de» Fm»Uie»tkfch fti:" ’y r-' ■ " ■ , - ■<-'' aber hiudech, mcht, das Lebe» de« Inden als ei« Unding«, betrachinr. ts an sie-halb de« Gesttz»» zu stell«»." »Und sollte sich da miiklich unter alle« Ehrsil« M» einziger mitleidiger Mensch gesunde» habe», der für die llu» glückliche» «stlgetreim wäre?" fragte Daniell« »enmiudert. - ___ (Senfe««,, ffifl)_L;; wl| E9«» Als Rnb-nstein in Spante» reifte «ad bet setuem """ längeren Aufenthalt in Madrid viel mit einem SHäugeift deutscher Ratioualität verkehrte, leitete dieser das »esveäch mit großer Ausdauer immer wieder aus den russischen Anto» kraiismu» und auf die Jude», indem er dabei »ahrscheiuüch »»raussetzte, daß Rudiostein als aufgeklärter »der Refnrw- Slave «i» Gegner de« in Rußland herrschende» Regterungs» shftems wäre, und d»ß er als Sohn eines getauften Jude» oder gar als getaufter Jude flch unbrdiugt zum Autisemitis» mus bekenne» muffe. Rubiafteiu, der aus seiner russische» Baterlandslie « rbensa wenig ein Hehl macht, wie au» setuem semitische» Ursprung, fühlt« sich eiulgermaßeu durch die Boraossetzunge» des Ander« verletzt. Als dieser ih» kurz vor feiner Abreise um Bild nnd Unterschrift bat» schrieb Rubrnftrio unter sei» Bild: »Zur Erinueruag an Rubi», stein, de» semitische» Slaveul" Aus hem Sprachschatz de» Paethch Lberlrngea »oa Mag Weinberg, rwtt da« Reckte nick« wie Knechte Rur u» Ichn»»en Lada»? rnillco, Kim» ba« Rechte »>« da« Eckre. Da« euch dröngt, «4 zu erfüllen. ckg» N«l,f.l-A»f,->>e. «Hg» L.-..—.11 v Der Der-««m». LampopttankRsrhs«« »o« il. in R. lief «m Schoost der 2>de lieg« verbargen, li» reicher Schatz den tlldn der ke-gmana hebe; hernieder st.igt er jeden Morgen, Sefatz Z- « Nicht rnhteub der Gefahr, di« ih» »»schwebt. Zuversichtlich bei dem maile» Schein« De« «rnden.ich,»« l«hri er bnrch den Schacht. Um M St, ,, lösen tont km Aiein«, Da« Via», veibrenet, wenn'« »» Lag gebracht. Dari «rsrem's, — van Schlacken erst «reinigt, De« Menschen >age, das sei» Glanz entzücke, «chmückl ai« Reif die Hand,, wenn ^reiaiG D« Herzen sich in Leb«, hochbeglückt. So im Sckootze der V.raangrnhw, Ei, reich, r Scho» der Seiber loa verhüllet; Ihn ,» hcke» waht' et» «an» veichei». De« Geis»»« Fing ml Staunen »nt erfüllet. Wo» verbargen blieb dem «ick de» «ltr», Sein Jorichrrgeist hm «» «« Lckt tzebrackt; Herrlich mrtz,' er gier dann 1» gesiaUe», Was sch« «leone, m«d »nr u aü gedacht. K.aat ghe ihn. de» Srrgmaun in ben Mi»«»? Sehr n-r »o« Er,, Wauli, ackrachll Sicher wird Ench die« m Richttchaar diene«, Sa »atz di« Lbsua, »ich» viel Mühe »acht. A«fiSf«RG der Dsppet Kitttzsrl i» »»r. Kr. — A. Imn» (kr «MkX «na. 0 B. fltofraftm.