Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 48.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 370 (sequence 2)
- Language
- German
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Solch' ciac heldenhafte Erscheinung, d« nie z» Stahe kömmt, »eil sie eine große Aufgabe auf <Kde» zu afUt« h«, ist da« Bott J«rael selbst. Deffiuutg sage» dt« >lte»: Diese« Volk wirb dem Staube uud de» Sterne» verglich«», der» t* finkt dtt tu de» Staub aut steigt btt zu de, Sterueu. Gleichwie die Schicksale greßer Meufche» uicht gleichmäßig dahiusiießeu, so ist auch da« Schicksal diese« großen Volke» uicht gleichmäßig; ewig kämpfend ist e« bald tief uuteu im Staube, erdrückt ve» der Waffe seiner Widersicher, bald erhebt e« sich, and sei» «uh« leuchtet wie der Glau» der Sterne. Die Weise» sagen: e« heißt im Propheteu Secharjah: ,«e die vier Wind« de« Himmett habe ich euch aulgestreut.- Dieser Satz ist uicht leicht verständlich. «Wie di« vier Winde de« Himmett", r« hätte heiße» «üffen: nach de, vier Wiude» de« Himmett habe ich euch zerstreut; aber, so sage« die Alten, der Prophet hat mit Bedacht dies« Weudung gemählt; »ie dt« Wind« der Welt uochweudig find, so Israel dem Geisteslebec der Lölker; wie der Stur« die Luft er» regt und erneut, so rüttelt k;e Sehre Juda s in Wiodesbrausen die schwülen und dumpfen Geister; es ist ein Hauch de«^Lebens, der über die Böller dahinsilhrt. Da« ist der stampf für und »ider Gott, der tu tausendfache» Farme» vor sich geht; Israel aber, der Streiter Gotte«, ist der vorderste, der zielbemußte Kämpfer in de» Reihe» Derer, die für Wahrheit streite». Wohl ist jede Wissenschaft werth, daß der Fleiß de« Mensche» sich ihr »eihe; die Natur uud da« Menschenleben find uirgeud« leer; Jeder, der sucht» »trd belohnt; aber die allgrmeiue Theilaahme von der Höhe de« Weise» btt zur Hütte de« einfachen Arbeiter« errege» doch nur die religttsen Frage». Der schlichtest« Verstaub, uud sollte er auch auf jede« andere Wiffeu Verzicht«», über die Segenstände der Religion muß er sich eine Vorstellung bilden; der menschliche Berstaud ist so geartet, daß er sich wie immer mit diesen Frageu ouseiuaudersetzea muß. I« dieser Wiffeu« schaft aber ist Israel der groß« Lehrmeister unter den Rationen, e« mußt« de» stampf der Wahrheit kämpseu »mit Göttern und mit Männer»", wie es ia der Schrift heißt, und mohl der schverste Streit, de« Israel je mtt-efochteu, ist der, a» den uns da» Chanukasest mahnt. Eine Religion wird leicht fertig mit der Gemalt; die Gläubigen leiden unter dem harten Drucke, aber nicht der Glaube; dieser »trd uur um so inniger gehegt, je heftiger er dtkfolgt wird; und will rin Machthaber den krasscste« Aberglaaben dem Bolle werlh machen, es giebt kein bessere« Mittel, att ihn uuter Audiohung oder unter Anwendung von Gewalt zu verbieten; »er den Geist mit Schwertern bauaen will, der vergißt eben, daß er ein Göttliche« ist und von irdischer Waffe nicht erreicht wird; uicht also, daß der Syrer mit gewaltiger Kriegsmacht gegen Inda zu Feld« zog, macht« ih« so gefähttich, sonder» daß er di« Bilduug und den Geist der griechischen Völker in« Treffe» führte gege» di« Lehre de« Sinai; dadurch »urd« dieser stampf von weltgeschichtticher Bedeutung. Hier standen, mau könnte sage», ebeubürt'ge Ideen frstdl-ch gegeneinander, di« freilich von vornherein dazu bkoffen waren eiuträchtig zusammeozawirkru; „Götter und Märeer" traten auf ^gen da» ar^oft uud fromme Sttrael; wohl war auch der griechische Götterglaub« ^c^aisch, aber .... - ..... - Dichter und Seif« hasten sich bemüht ihn zu verklären. Hast« eine« tiefen «ad schön« Sin» hivringebeutet; da« wir nicht der Götzendienst Kanaan«, sauber!, Mämwr, Dichter und weise, die »och heut« das Muster «G die vewiutzeruug der Welt sind, lockte« damrck« di« jüdische Jagend ht»»eg von de» Stätte» de» einzig^iuen Gotte«. Gilt d«ch vo» de« griechisch« Volk« der Satz: „Du bist schöner a» alle Menschrnstuder; Aumuch ist ausgegffft» über Deine Äppen:' selbst da« entschiede« Häßlich« »ud Unzüchtig« hatte, wie wir wissen, in diese« Volke micht ganz verzichtet aus de» Zauber anmuthiger und edler Fooue«: »ud diesn gefährliche Feind wurde «och gestützt durch da« Ansehen eine« gewaltige» Herrscher«, der de» Abfall »st Ehre» »ud würde« lahute. Nie ist d^e Bersuchimg verführerischer heraugetretea au den jüdische» Stamm; uir war dir Gefahr so mächtig, daß Israel de» Bund brechen werde, den r« mit Go« am Horeb geschloffen hat. Der griechffch« Geist, der damals gouz Asien überfluthete, fällte er nicht auch da« keine Judäa sich untertha« mache»? Fast hatte es de» Auschet», als würde c» ihm ohne besondere Mü hm gelingen. Aber da« ist da« unsterbliche Berdieust der «akkabSische« Heide» daß sie die Begeisterung w Volke eutfuchte», daß sie die Fahne de« Gesetze« hoch hieltm und di« Waffe« «« iriefrll« schämt n. daß d> rch sie die Liebe zur Religion dir Bäter allmächtig wurde i» de» Nemüther» «od Israel w dersioadsfähig wurde gegen die verführerische Bildung der Grieche». Wohl habe» die MakkabLrr «»siegt über di« syrische» Heere, wohl habe« fie dem Laude Selbstst äadigke t errungen; «der diese Selbstpändigkett fft rasch mittler veetoren gegauge»; die politische Bedeutung dieser Sieg« ist r«r sehr genug anzuMageu; aber gewaltig war di« religiöse Wirkung; and die Mallabäer habe» eine» «aßgebeude» Eiufluß nicht nur auf die Eutwickeluug de« rttigiös» Leben« der Jndeu, sonder» der Religion aller civiltsirten Ration« btt. auf de» heutigen Tag. Denn wäre« sie uuteelegen, so wäre »ach menschlichem Ermessen di« religiöse Beivegung, welche wenig« Jahrhunderte später die Welt sich unterworfen, nicht möglich gewesen. Freilich war «» verhängnisvoll für unser Boik, lmß in Palästina, der jüdische und der griechische Grift sich feindlich begegnet«. Dies« Feindschaft war reicht nothwättbz; in Aegypten, in Alexandrien schlöffe n Griechenthnm und Judenthum «neu innigen Bund, und diese« Büudutß hat, wie die Schriften de« jüd. Philos»phe» Philo tuwttse», die Anhänglichkeit der Juden an ihren Glaube» nicht gemindert, aber nicht Alex au driio, sondern Jcrusclrm gab de« jüdischen Volke die Richtung, und durch die Makkabäerkämpfe wurde de» Jtruelite» eine Abneigung, ein Widerwille gege» fremde Bildung ewgeimpst, der ja leider bi» zu dieser Stunde noch unter Millionen unserer Glaubeusgenossku vorhanden iist uud ihr Lebe» vergiftet. Diese Feindschaft liegt nicht im Gciste uuftrer Lehre; uud sie ist von de« bevorzugten Lehrern Israel« stet« zurückgewirseu; wir lese» am Thauuka vc« einem TranmbiUe.da« der Prophtt Sacharjah geslche»: er sah eine» goldenen Leuchter »nd sieben Lampen waren dar«», zwei Ottbäume aber ftnude» einer zur rechte», der Andere zur linkin; «ud der Engel fragte de» Seher: weißt du, wa» diese Ottbäume bedeute»? uud er antwortete: nein mein Herr; «ud der Eugtt sprach: