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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 41. · p. Seite 319

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 41.
Date
1888-01-01
Page
Seite 319 (sequence 7)
Language
German
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— 81» — ... tost tote er rin Jahr lang die Stelle eine» ip«tn bei % Professor Lad»aal in St>»ßk«rg tone. vom Jahre 1876 t: - n» 1887 beneidete er unter Oeheimrath Leyden dasselbe Amt & an der I. und IL mebijinif ^en Klinik der ktotiqlichm Eharikä. Seit 1877 Ptivaldozent au der Berliner Universität, echielt ': Dr. Krön» den Prosessortttel i« Jahre 1884. I« > Angnfi 1887 schied derselte an» der Leydenschen Klinik au» und gründete eine eigent von Patienten viel besuchte Poltkltnik für innere und Nervenkrankheiten. Jktlfm. Mit welchen elenden Mitteln die Juden Heye wieder anzufocheu versucht wird, emiebt ein vorkommni» m einer Versammlung kirchlicher Wähler der Mariengemeinde in Berlin. In de« Prediger Hause der Gemeinde wohnt schon seit elf Jahren auch ein Jude zur Mtethe. Niemand hat Miln bi» jetzt da» geringste gefunden. Nach Ablauf der Miethchpit wurde die Wohnung öffentlich «»»geboten. Der bisherige Miether verblieb darin al» Meistbietender. Die Vertretung der Kirchengemetnde war damit einverstan'oea. zumal der Miether rin durch da» Eisenbahnunglück in Steg» litz zur Walse gewordene» Kiod an Lindesstatt angenommen habe. Nunmehr wird aber von der Stöckerpartei diese» Miethdverhältniß al» eine Schmack und eine Schande für da» Chriftenthum und da» evangelische Pfarrhin« geschildert. Statt an den Juden die Wohnung zu .verschachern« Härte «an zu einem billigem Prei» einer chrisllichen Familie Aufnahme gewährm müssen. Man müsse Gemein dev rrtrei er wählen, welche da» Pfarrhan» von den Juden beiretten u. Jfeffis. Daß öeffden ein Jude fit, die» zu beweisen. hat gerade noch gefehlt, aber da» „Deutsche Bvlksblatt" de» Herrn Stöcker ist ans de« besten Wege, Geffckm ebenso wie Mackenzie zum Juden zu stempeln. Mtt demselben Rechte könnte Jemand dm Stöcker auch noch einmal al» ,Andmautgebm — wir dayken schönsten»! Steffi». Nach dem Bericht der städtischen Schuldeputatton bestanden in Berlin am Schluffe de» Jahre» 1847 tnögesammt 344 Schulen (am 16 »ehr als am Schluffe de» Jahre» 1886), und zwar 252 öffentliche und 92 jüdische mw Privatschnlen. Dieselben wiesen eine Gesammtsreqnmz von 205,604 Schülern (104.841 »naben. 100.763 Mädchen) auf, von denm 99,489 Schüler und 86,838 Schülerinnen die »ffentlichen Schulau stallen besuchten. Dem Neltgi»n»bekmntniffe nach warm eingeschnU: evangelisch »3.168 Sn., 89,831 SR.; kach^tsch 8385 Sn., 6414 SR.; jüdisch 5992 Sm 5248 SR.; disfidmtisch 361 Sn., 278 SR. JMCs. Die .Köln, gtg.« weist auf die Gefahren einer MtllsemUifch-vietistifch-nllvMontaneii Lcra unter Bezugnahme auf da» fiemale Schutorohram» und dessen Verwandtschaft mit dmrBestredüngen der Hochkonservcttvm und Hochktrchi llchendtn. Anstatt nun aber einer Stärkung de» Liberali»mn« d» Wort z» reden, ergeht da« nattonalliberale Blatt sich in den Unvermeidlichen Schimpfereim qegm die Freisinnigen. Zckttowttz Nich der Barst»»»», derkatyavschm' Lehrer und Lehrerinnen der hies. Simnttanschulr.betonte der Herr Fürstbischof, daß es ibm eiste grobsFrepde bereite, die - Avgehö «gm der eiazelnm Eonfesstösck,.inFriidm und Eintracht brr «nattver zu jjehm. Jnöbesoaver,, mögen» d«e Lehrer diese Eintracht pflegen und hierin der Ingen» mit ante» Bristuele vorangeheN. — An der Synagoge prangte zur Begrüßung de» Fürstbisch »ff» ein Transparent mtt der Auf» schüft an» Maleachi 2,10: Hadm ww nicht alle einen Bom. har nicht e i n Gott un» geschaffen? Warum soll ein Bruder gegen »en andern liebln» handeln und entweih» dm viverluhm Bund? Zttsuvor. Sonnalimd, dm 28. September hat Hem Geh. Nach Dr. «»Yen- Präs» de» Vorstand» (83 Jahre ak^ sein 66. Jntilänm cil» Arzt" geftittch E» wrtrde chm der röche Adlerorb» 4. (floffc m8 Lek'Jtchre^ichl 60 verlieh«. Bon Sott« OM Magistrat» der König l. Restdmzftadt. de» ärstliches Beroin»^ d» Aertoelamnwtz^ da» mckderfächfischm AtrMverrdchdnnde» nMd8ijt«»ckwstnschk üb». - - bracht. Nachmittag» »reinigt« sich zahlreiche Mitglieder de» ärztlich« Verein» in Küsten» Hotel, wo ein belebte» Diner zu Ehr« de» Jubilar» stattfand. Zs» jtastsr» verlautet, daß um da» dortige Rabbinut sich die folgenden Sanridotm gemeldet haben: Auerbach« Oncltir, Bamberger-EZchwerlmz, Vaer-Grandmz. Ehren« feld-Gnesm.Hambnrger-Strelitz, Jakobsohn-Schrimm, Oppenheim er-Thoim, Kodn-Jnowrazla«, Schiffer« Sarlörnhe und Stiebel-Etraßburg (Weftprmßen). SRan beabfichttgt, mehrere dieser Herr« demnächst zur Prabepredigt einzuladm, um sodann zur Wahl scheettm »n können.—Zn« Director der Talmud» Thora-Schule ist der Oberlehrer vr. Goldschmidt au» Frankfurt a. M. gewählt. ftsetsssti. Fü: da« Schuljahr 1888/89 find i» »Hebrew Unton Tolle,," an 50 Student« registrtrt. E» soll« also innerhalb acht Jahr« an 80 Landtdaten al» Bewerber um Rabbiuatsstkllen auftrete«. E» giebl in Amerika an 800 Gemeind«. L>ie Zahl der berechtigt« und befähigt» Rabbin« und Prediger ist noch nicht sehr groß. 50—60, wenn wir nicht irr«, ist die Zahl der ordmtlickm Rabbiner im ganz« Land, also 240 Gemeind« müffm sich mit An»- schnßrabbineru behelf« und erwähl« Schochttm, Ehasoui«, Dorfschulmeister, Abenteurer an» Ast« oder Afrika, «eil sie keine andern find« können. Thrsre GlasdenAbrüder! Me haben wir erfolglos Eure Mildthätigkeit angerusen, nie aber auch haben wir da» ohne sie dringendste Roth, und nur wenn Blut und Leben von Tausender auf dem Spiel« stand, zu «hu» gewagt. Während des Sommers find «in« Anzahl jüdischer Städte in fBqt» rubland niedergebrannt; t«r sssUiöse Telegrapb hat regelmäßig davo» Kenntniß gegeben. Di« SGemeinden haben sich einzeln an uns um Hülfe gewandt; wir Haber geschwiegen, «eil wir uns solchem Unglücke gegenüber «achtlos fühltet. Jetzt aber wendet sich an un» i» Namen sämwtlicher verunglückte» Slä»te einer der edelsten trab besten Männer WafeianM, trr Oberrabbiner JUchok Eleh*i oh Spector au» Äowno und bittet und ba> ^dywdirt uns, Alles aufzn bieten, um den Unglücklichen Rettung z» .Tausend« von Familien-, so schreibt er, »rufen in herzzerreißender -lag« u« Hülfe. An Lauf« de« Sommers stad «tue Anzahl jüdischer Gemeinde» in wahrhaft reruichtender Weise vom Brantungläck heimgesucht wardeu; grobe, trefflich«, vennägettde, durch Soblthnn und Frömmigkeit ausgezeichnete Gemeinden habe« all ihr Hab «ub Gut, haben alle ihre Gotteshäner verlor«», so daß ihnen nicht einmal et» geheiligter Ort, um vor statt ihr gebrochenes Herz auMtmirßea, verblieb. Männer und Frauen, Greise nad Kinder lagern hcub nackt irad hungernd unter freiem Himmel — und wie lange wiri es dauern, dann komm! der furchtbaie russisch« Winter — was wird dann das Loa» dieser Unglücklichen sein? Das bezeichnet« Unglück hat folgend« Städse betroffen: Hbehwu nad vtl*Uiek — fkwTMaaaent Mliak) ImO — bionrornemeut Wltdwk) Stasla. nad Mn]lat — Ol» T«non«at Wilma j Bak*la« nad Krta*k — kimrrernimewt Stada*. Zusammen sind es üter 16,000 Menschen, di« früher keinen Mangel kannten und jetzt gar aick« »ehr ihr eigen nenne«. Dl« Grüße dieses Unglück» muß einen Jeden ergreifen und rühr», der sein Volk liebt und nirnschlich denkt Trab fühlt. .Euch, Ihr Männer rufe ich au l- Lastet Luch den Rothschrei der Unglücklichen zu tzerzeq'dnchzen. Richtet eine« Ankrnt an d>« .milde» Herzen unserer Voltten osten; es gilt 10,000 Menschen zu retten. Gott wnd Such beistehen, die Herzen der Glaubensgenvsten Eurem Rathrufe zugänglich zu mache« und die Gaben wersen stieße« zu Hunderte» und za Tauser.de». Und Alt«, NH« wmbv» Ts eil habe« an de« de» der Zkettnngs-Lobn«, web her bestehen wird in dem Strmee der Gnade, Glücke» und des Segin», welche» Gott über Häupter und Hänser Hülsespeudendeu aultzießen wird.- So ruft der «dl« Wan» und wir mtt ihm. - «« giebt kein grSherrs Glück ans Erden, ^tv Wohllhaten üben zu küunea; hier aber ist Gel«e»heit zu einer »»ttgestlligen, «euschenrettruden 1 Sohlt hat. Gebe« bald und gebet reichlich und nehmet dafür den kiettuagsdank bedrängter Mensche», unt «rüderherma p«7 Memel, Hütte«fest bS«S - 1«8. Vs, «iU«y-e»Wtzt % «G fitfiNtM* 1 rmMw torMllUs Rabbi »er Dr. J. UM S. RMav. U RLIatnavm. UffWtthtmy. K. MargiillM. J. M. Sefenait*. Di« Spenden möge >«ra gefMltzst au de» «ttnnterzeichneten Rabbiner Dr. 1. UM richten. Auch fn Herr SezirtoMaoblner Dv. A. hh«il in DirkM» Snardt Gabe» in Empfang zu nehmen ml btfo&ttu, ImH«

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