Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 41.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 313 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 78% known words query
- IRI
…/5369809-5935050-5938354--6840-5372719- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
■j.;* ' ,* ’’ ' . ll Gctskrr 1888. Achq.HI. für die religiöse« u«d socialen Interessen des Jndenthnms. W—»Ntch erlchedu je «t« N—Mer ka T»***» S. *• JlttlMtÜftlCit#1. V»<Ht ftz diMllWM M atn «»Mutern *- Iti—ra1Hii|in ■ Muk *tcttcfü£rU4. m klrmti gnlratitni: |«ktU4 ufcrt, —| tcu CmlUnte: M *u. <8 10 Hrä», S MIL, 4 tjltrQ, —UM»- k.t .B*4oU4ttrtk » U» Jttatcaau.HMBT tlMt. M> 4M«. Heransgegeben von Rabbiner l)r M. Pahmer in Magdeburg. iii »oirtzetl, |i|l fritkta! fa> tte „3fr«e(11H*e O• <|en(4rIfr me Hir m< .gtkllch» #ltirt«I*r»8l«tt-. Me n'-lnaftM'f.— VetU,riIt MR terra Maua M Vf. Hut rantckR k»»ch Ile ■■uractiu —etltitnra M* O. L.Otubt St Ocw, Rudolf Mou«, WtMtnrttln St Vofler n. % ater Direct etxtKienbra es : Wie HetMtWn tw W»ch»>- sch»Min Vi-t^Mm»,. > ntznltr Wochen- October. OhMohw. | Kalender. «at«»»« Wettkel: Die Deche»b.«ffatre. I«f8. 6649. Weetcht« and Otmfitilnici: Deutschland: Magdeburg. »E __ u _ U £ Berti». Breslau. Leobschütz. Battenftrn. Haanover. Hamburg. »»»lsrnDe. Katserslaatern. gnitm» . . . lli 7 Oesterreich.Ungarn: An« viihren. Oesterretch-Schlefiea. Ut 8 1^7 (M7-) Echveig: Vatgm. III 9 Uoomtschto «nd »enest« Nachrichten r vnltn. Berlin. Berlin. Beat». Köln. Kottowitz D-*€. Hannover, »u» Hamburg. . . , lli 10 Gnetanati. »ioosta. 1(1 11 Dm« Blanbensbrüder l Mittwoch . . 1" 13 Insernt«. — »rtefkaKen. 111 18 Die Deche«d-Afi«ire. Großes Anfseh«, nicht blos in jüdischen Kreisen, erregt «in «ig»thü«licher Vorgang, der vorige Woche in Berlin sich ereignete, über de» die »Boss. Zeitg." wie folgt berichtete: .dieichobaakprästdeat v. Dechead hatte Dienstag Vormittag die Vertreter der hervorragenden Berliner Bankinstitute »nd Bankfirmen zu sich eingelada, und cheilte denselben mit, daß ih« v«n Allerhöchster Seite die Anregung zugegangen sei, p einem Fond» für humanitäre Zwecke die Unterstützung der Ftnanzweu nachznsuchm. Zu eine« solche« Fond«, «KUpr der Kaiserin zur Beifügung gestellt werden soll, er solai« alsdann auch nicht ugechebltche Zeichnungen. Dem- »ächft soll der Erlaß eine» allgemein«« Aufrufe« ergehen, wie verlautet hat e« sich nrsprä» glich um «in« Unterstützung der -innere» StadtmWon" gehandelt, und zwar soll ans« drütllich betont worden sein, daß die Beseitigung de« Herrn Stöcker an« der Stadtmisston auf alle Fälle erfolgen solle. Unter diesem Gefichtgpunkt« allein ist e« erklärlich, daß di« um groß« Lheil von jüdischen Persönlichkeiten geleiteten Firnuu sich haben bestimmen lasse«, namhaft« Beiträge und zwar ,z» Humanitären Zwecken" z« zeichnen". Nachträglich stellt sich aber heran«, daß es doch die „Stöckersche Stavtnusston" sei» soll, für welche gößere Summen von jen>m Bankfirmen gezeichner wurden. Die »Mets. Zig." schreibt hierüber i« Leitartikel der Sonnabend-«r.: ,Gs ist volllommen richtig, 18 Berliner Großbanken total am Veranlassung Iw« Herrn von Dechead 180,000 M. str dieselbe Stöckirsch; Eitadünission beigesteuen, für welche Stöcke, selbst »nawdgefeht unter den Mucker, im Lande mnherrrO, Misst« issest« rchhält und Geldsammlnngen betreibt. Die ^FmVunia» Zeitung" hat mit der .Lösstschen Zeitung" dir Sachlage «chtm erkwmt, und nur einige andere Berlmer lttmmt« Zä«W« haben sich täusche» lass» Dir 1» «roßßautos pfeät i» Iwt Ahnt veigefteuat stk de» » Anschlnß an die bekannte Walderseeversammluug neu gegründet« „evangelisch-kirchlichen Hllftvereta zur Bekämpfung der religiös-sittlich« Zustände in den groß« Städten." Im Anschluß au dm für diese Stöckersch« Stadtmission im Mai gegründet« Hauptvemu hat stch ein Berliner Zweigverei» gebildet, au dessen Spitze Gmeralsuperintmdmt Brückner steht, der bekanntlich schon früher zu dem leitmd« Komitee der Stöcker'schm Stcidtmission gehörte. Der Unterschied ist nur der, daß bei dm groß« Bank« nicht Herr Hofprediger Stöcker selber, sonde« Herr v. Dechmd mit dem Klingelbeutel für dm »rum Verein umhergegaagm ist. Ein zweiter Unterschied besteht darin, daß man bisher nur Evangelische ft.r die Zweck« der Stöckersch« Stadt- Mission in Anspruch genonuam hat, während Herr vo» Dechmd stch an die Berliner Großbanken al« solche wandte. Der Vorgang ist dar Tagesgespräch in Berlin. 1 Die Muck« zeigen sich äußerst vergnügt da-Lber, daß uunmehr auch jüdisäws Geld für die Zwecke der Stöckersch« Stadtmifflou erschloss« ist. In der That, die Stöckersch« sind allatziug« darin tolerant, daß sie da« Geld «chm«, wo sie es finden. Jüdische Firm« und jüdstche Baukdirektorm sind in der Konferenz bei tz«rrn v. Dechead zngegm gewesen. Außerdem ist ja auch eia nicht geringer Lheil der Aktien der groß« vankgrsellschaftm i« Besitz von Juden. Kein Wunder, daß unter der jüdisch« Bevölkerung die Erregung über diesen Vorgang rin« brsoaders große ist Aber auch alle iivangelischen, welche nicht zur Stöckersch« Richtung getztirn, Hab« Veranlassung zur Entrüstung über diese« Borkinmntb. Roch vor kurze« wnrdm die Großbank« voa einer Seite ersucht um „Beiträge für di« Errichtung eine« Lut -erdenkmal» in Berlin. Beisteuern hierfür wnrdm aber at gelehnt mir d .m Bemerke», daß solche rlc außerhalb I«« Wirkungskreises der Banken lägen. Antwort war ganz korrekt. Desto nnkvrrekter ist die Beistmer der Banke,» für di« Stöckersche Stadtmissioa. Die Errichtung eine« Lniherdenkmal« war ein« gemeinsame Sach« eifar Evangelischea. 50U Stöckersche Stadtmisston ist eine