Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 38-39.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 303 (sequence 11)
- Language
- German
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Berlin, beumsgegebe« vom lSerliuer Lchrerverei», bemerkt zu diesim Treibe» des mtcn Blattes: .Die gekemizrichnrim Hetzerei»« find nicht bloß ei, Ansflog ««christlicher Gesin-ung, sonder« ei» schlau berechneter Schochzug. De« Jude« schlägt «um, aber «ns und unsere Z«le meint man!" Merkt». (Or.-Lorr.) Die Refta»ratio« des ,roßeu Handwerker-Vereins war am Rasch haschouo »,u Erfrischnngsdrdürftigm nicht minder stark besucht, als «nie der alljährlich pnu Gottesdienste Hergerichtei« Saal desselben v,n Betenden. Als «der ein junger Manu fich dort ei» Schinkeubeödche» veradfolge» ließ, ging dies den Snivesenden doch über den Spaß, de« Schtnkevlüfternen »«de das Frühstück versalzen, er wurde »eidlich dorchgeprügelt und an die 8«ft gesetzt. ^andaterg a./W. Nach Schluß de» Kol-Nidre fiel einer der sechsarmigm bronceneu Kronleuchter plötzlich zu Bode». Lllfe Löcher auf den Sitzplätzen deuten auf die Wacht, welche er beim Aufschläge« ausgeübt hatte. Hätte sich der Vorfall nur einige Minuten früher ereignet, so wären mehrere Person« erschlagen wordm I«. Dresden, 12. September. (Or.-Cor.) Einer Gepflogeubeit zufolge girbt der hies. „Brüder - Verein" sein Winter-Programm zur Zeit der hohen F.-sttage heran-, in der ja bekanntlich da« jüdische Lebm, oder richtiger da» Interesse für jüdisch- und zugleich gemeinnützige Bestrebungen höher pulst t. In erster Linie sind es die öffentlichen Jedermann zugänglichen Wissenschaft!. Borträge (nn weißru Saal« des berühmten Helbtgschen Etabliffrments), die eine Besonderheit dieses 1881 begründeten und auch Wohllhätigkeits» pflege und Uarerstützung gimeinnütziger Bestrebungen i« seinem Programm führenden Bereits. — Jvstituts-Direktor S. W. G. Schmidt wird am 30. Oktober über: »Kaiser Fri.drich H. der Edle, unser Fritz" sprechen; gleichsam ein Dankeszoll dem Namen de» unvergeßlichen hochsiamgen Fürst«. Weitere Borträge werden Rechtsanwalt Emil Lehmann (Ehrenmitglied des Bereins) Schuldirektor Haber land und Rabbmer Dr. Winter halten. >m 30. September eröffnet ein Frmilimobmd (SimchaS-Thora-Kränzchen) den Reigen der g'ößere» Beravstaltuogea. den am Purim, 17. März kl I., da« Vffl Stiftungsfest b schließt. Aitta». (Or.-Torr.) Angenehm überrascht »«de di« tziefige Gemeinde am ersten Tage Rasch haschouo. Bis bäht» besaß dieselbe u« eine Thorarolle und war nicht in der Lag« edre zweite anzuschaffeu, da die Abzahluugen der Schulden für den neu errichteten Friedhof ihre Mittel noch absordireu. Herr M. Glaser, der Vorsitzende unserer Gemeinde, der für dieselbe schon so große Opfer au Mühe, Zeit und Geld gebracht, trat auch diesmal in die Bresche. Ganz i« Stillen taufte er eia aut erhaltenes Sefer mit sehr schv«r Schrift, seine Gattin fertigte eia schöaes Kleidchen für dasselbe uud er «achte es der überraschte» Gemeind« zum Geschenke. Möge es Herr» Glaser vergöaut sei», »nsere Gemeiude auf der Höhe zu sehen, »elche er erstrebt und möge er noch »st tu der Lage sein, dieselbe durch sei« Opfer Willigkeit zu erfreue». Aaiserskanter«. Bet Gelegenheit der Anwesenheit des Prinzregente» in der Pfalz wurden sämmtlich« Rabbiner der Pfalz utcht blos zur Vorstellung, sondern auch zum Diner beföhle». Am 19. d. M. beehrt der Prinzregent unser« Stadt um 11 Uhr vor«.; »ach der Vorstellung hat er seinen Bestich i» der Syuagoge augemeldet, die er zu befichttgeu wünscht. laf de» 20. ist unser Rabbiner Dr. Laadsberg zu» Diner «ach Ludwigshöhr — wo der Priazregeut zur Zeit rrfidtrt — besohl-». Erster« wird» da der 20. auf de» erste» Lag de» Luedhüttenfestes fällt, fich schon am 10. dahin draebeNl MI».' Hier ist Herr Rabbiner Dr. Fried, z. Z. i» Rattdor, einstim»ig zum Rabbiner ^wühlt worden. Iw» MeckldnstwsG, 17. Septnuber. Der Pastor Willers an»Waren» wetz« semer ausgesprochene«auvsemischeu Ge» st»»«»ß sattsam deäannt, hat sich dä» Verbrechens gegen ß 174 des Strafgesetzbuch« (Bonuchme unzüchtiger Handlungen) schuldig gemacht uud ist danach flüchtig geworden. Er wird au» vou dem hiefiaeu Ersten Staatsanwalt steckbrieflich verfolgt. Derselbe ersucht um „Bigilanz, Festnahme und Bru<uhrtchti,u»g". Möuigstera. Der Geh. Kommerzienrath Simon hat der Stadt die Summe von 500,000 Mark, der jüdische« Gemeind« 300000 Mark vermacht. Uarno» (Galizien). Die berühmte Sängerin Amalie Stahl, welch« der Llnig von Italien neuerdiag« ldurch besondere Auszeichnung geehrt hat, ist die Tochter hiesiger jüdischer Eltern. Ihre Awibildung hat dieselbe i» Wien erhalten. ät»zer«, 3. September. (Zur Schächtstage^) Die von den Thierschutz-Bereinen c>ls so „bewährt" hinaestellte Schlachtmaske scheint den« doch nicht gar so gefahrlos zu sei», wie folgender Borfall beweist: Bei der Feldschlächtecei der IV. Diviston wurde bei den jüngste»? schweizerischen Manövern Berwaltungssoldut Rösch (Metzger) beim Schlachten eines Ochsen am 1. September dadurch verwundet, daß die Kugel au» der Schlachtmaske durch den Kopf des Ochsen ihren Lieg in de» Oberschenkel des benannten Sodateri nahm. Das Geschoß fitzt noch im Oberschenkel und m»ßd! derselbe ins Spital gebracht werden. Amsterdam. Ungefähr 1000 jüdische Schulkinder durften sich vorige Wock« bei Gelegenheit der Geburtvtagsfeier der Kronprinzessin Wilhelmiaa au dm öffentliche» Festlichkeiten betheiligen. Das Festcowitee hatte Vorsorge getroffen, daß diese Kinder rituell bewirthet werdm konnten und die Arrangement» den Hauptlehrern der betreffenden Schule» überlasten. Bri dem historischen Austuge, welcher eiue» der Glauzpunst i>n: Feier ausmmhte. befand sich eine Gruppe von ungefähr <-0 Personen zu Pferd«, welche au« Mitgliedern der Gesellschaft „Israel en Oranje“ unter Leitung des Direktors, lKerrn Benjamin Wolf, bestand. Marts. Es geht da« Gerücht, daß dem General Wolff in kurzer Zeit da» Eommanbo über ei» Armee-Corps ertheikt werden soll. Für de« Fall eine» Krieges würde derselbe alsdann eine hervorragende Stellung einnehmea. Bis jetzt war Herr Wo! ff zugleich Bcechef im Generalstabe. «tswtzs», 17. Sevtbr. Auf Eiuladuug des Vorstandes der „Great Svuagogue', dessen Borfitzruder Lord Rothschild ist. predigte Hm: Dr. Ehotzuer vom Harro».Tolles daselbst am vergangene» versöhmmgstagr Di« fragliche Sguagoge, welch« die Ikathedrale der Londoner Synagogeu geuaunt wird, war bei jrurr Gelegenheit von Andächtige» bis auf dm letzt« Platz gefüllt. Die ergreifende Predigt und der von einem trefflichen Chor unterstützte Gesang bc* Hern» Kantor Hast — früher in Breslau — trugen sehr viel zur Andacht und Ei bauung bei. London. Die Lktobrrnnmmer de» „Magazine ,of Muaio“ wird rinn Artkel über den Rmjahrs-Äoltesdimst in der „Groß« Shnagsse" euch allen, außerdem Zeichnungen und musikalisch« Illustration« nebst Trcnsseriptionen einiger Theil« des altm „Esason»»' mit Pianofortebegleitung. Beifaffa ist Rev. Francis, L. Cohen. «janda». Am Di-mstag, dm 4. September, starb hierselbst Herr Jaeob My «r «, geboren in Palm, im Alter vou 103 Jahre», vor 50 Jahren Übersiedelle er nach England und zählte zu seinen Rcchkommen SO Enkel uud 15 Urenkel. Atakte». In de« unglücklichen Gefechte bei Saganetti in Afrika verlor« auch mehrere jüdische Offiziere das Lebm; unter dies« befand sich Hauptmana Ada«. Ec war einer der tüchtigste» Stabsosfi:iere und ei» tückisches Geschick wollte, daß sei» Tod an demselben Tage erfolgte, an welche« in Rom sei» Majorsdipla» ansgefertigt wordm war. Rach nähere» Angaben verlovm 16 Israelitm in dm afrikanische» Steppen das Lebm» »«» untcr dies« 4 Offiziere. Msnpet. Der jüngst verstorbne Oderrabbiner He» D ebeuedetti, stand bei der BevÄkermeg in so großer Achtung, daß a» seine« LetchmdHängniKe atze Profefform »rr Universität »»d zwei kattzolische Bifchüfe theillwtzmm.