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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 38-39. · p. Seite 298

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 38-39.
Date
1888-01-01
Page
Seite 298 (sequence 6)
Language
German
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rafen mb brffn Borfitzruder er vAbcn^jlmtig Ach«» war. Im ÜSohUhätigkeiis-, i« Leuttalvereta war er ebenfalls ein thatkräfvge» tzKstglwd, für Alles hatte er Zeit. AL«» förbate fern gemeinnütziger Snm. Aber »icht «ur uns«« Gemeinb« betranerr in dem Hingeschiedene» ei»es ihrer edelster Höchster, sondern auch unsere Stadtverwaltung verlor i» ihm eiw« ihrer beste» Bürger. I» ehrendem Rachrnf des Rag'ftrot und der Sndlverordneteu-Bersammlung wurde des gemirmittzigen Wirte»« de« Heimgegangenen g^acht und sei» opferwillige» Intel esse i» der Förderung de« Gute» gebührend anirkannt. Für da», wa« Herr Gie1dzio«ki der Stadt und Kultu«gemeiode gewesen, zcngtr da« ehrende LeichenbrgäuiMiß. Die Vertreter der Stadt, zahlreiche Mitglieder der Haodeltkammcr und Kaufmannschaft, unsere ge» somwt« Gemeinde-Vertretung und ein endlose« Gefolge Leidt-agenker ge ben chm da« lctzte Geleit». In warmen, tiefempfundenen Worten entrollte an der Bahre Herr Rabbiner Dr. Oppenheim ei» Bild de« Entschlafe»»», »nd lein Auge Hieb tränenleer, al» unter herrlichen Blumenspenden — Witimungen der StadtverwaUuvg, Handelskammer u. s. v. — tu irdische Hülle des Heimgrgaogenrn in dir Erde gesenkt »urde. Ja, sein Andenken wird stet« unserer Gemeind« und Stadt m Ehnu fortlcben! vesterrettPU»-««. I'rag. Die Laude-judenschasts-Reprüsentaoz hat i» der Sitzuox vom 10. zum ewigen Andenken an da« viemigjähnge RegirruugS-Jubiläum Sr. Majestät de» Äaifer» Franz Joseph L nachstehende Widmung«,, beschlossen, und zwar: Zur Llrrmchrnng de« Stommfond« der von der Re. präsent,wz gegründeten Kaiser Franz Joseph-Jubiläums- Stiftung für erwrrb«unfähig gewordene Lehrer, deren Wittwen und Waisen den Betrag van 4 0.000 fl.; für den Storrmsouds der Franz Joseph-Jnvaliden-Stiftuag den Betrag von 8000 fl. und schließlich znr Ereirung einer Mädchen'Waisen-Stiftung den Betrag von 42 000 Gulden. (E« ist erfreulich zu sehnr, daß di« Gemerndevertreter die Versorgung der Mischen Lehrer durch einen PensionSfond« al« me ihrer höchsten und heiligsten Pflichten erkannt hat.) Nraä. Das Uotanchtk-Minisienum hat au« Anlaß der kürzlich «iwähnten aufgehobene» Verfügung de« klerikalen ober österreichische» Laubesschulrach» bezüglich der Schulgebete für Volksschulen mit Kmdern verschied.mr Loufession und bezüglich der erbaulichen Lieder ongeordnet, daß die gemeinsamen Schulgebcte und Lieder vom k. k. Londesschulrath »och Einvernehmen der betheiligten corfessionellen Behörden festzosrpeu sind, doch bleibt f» den ReligionSlrhrern überloff.n, .zu Besinn oder am Schluffe der ReliglonOstunde mit den Schulkindern Gebete ihrer Eoufetklon zu verrichte». Vrotzoützcz. Ein peinlicher Vorfall vernrsachte am ersten Neujahnrtage in der hiesigen Jadeugemrinde große Aufregung. Bor Beginn de« Gottesdienste« erschien im Bet- Hanse de« Wohlthätigkertsvereine» »Oaaa odoooeci" eine Ex- «cuttonl'commissioa und beschlagnahmte siebe» Thorarollen nnd sämmtliche Gegenstände für den Gottesdienst wegen einer ou« dem Zahre 1876 stammenden Gebühr. Alle Schritte bei dem Strueroberiuspektor Skublick-, sowie die Vorstellungen, daß solche Gegenstände nicht ex quirbar seien, blieben erfolglos. Derselbe erklärte die Execmwa absichtlich aus den Feiertag aufgeschoben zu haben, um den Verein zur Zahlung gefügiger zu mache», und wenn die Sachen im Keller verfaul«», müffe man heute zahle». D«e Thorarollen «nd die andere« Gegenständ« wurden auf Banerawageu unter Bolksauflauf sortgebracht und erst spät Abend« »ach Zahlung der tre ttgen Gebühr zurückgestellt. Ju Ungar», vorvehmlich in Siebe»bürge», existirt bekanntlich eme ganz« „Saddarharieru', welche zwar Lhnste» sind, jedoch statt de« Sonntag» dr» Sa bath frier»; «eniger betauul,st jelroch dre Thatjache, daß es tt, Siebeadürgim «ine ganz« Gemernd« grebt, die klein« Ottschatt Vösüld-Ufalu, dir vom Ehrfftenchn» zu» Judntthum übecgegangc, ist. Da« Völkchen. welches dies« Ortschaft bewohnt,' ist einzig in sein« Art. Seine «itgvcher. vor st»«» , 21 Jahre« «ach ungarisch - christliche Banern» sicck - mit Weib nnd' Kind Juden gewatde». Da» geschcch; im Jahre 1867, al» man in Pest de» König krönte - nnd Baron Stvö s Eultnsmiutfter war. Der bamalige Obergespau des Lomitate« wandte sich «tt eine» »erzwetflmgs- . vollen Telegramm an Seine Excellenz, was er nett .diese» - verrückten' beginne» solle? Der Minister antwortete, «an möge sie von ihre« vorhabe» abdringen — wenn möglich. Es war aber nicht «»glich, sie blieb«» gaben nnd »ngarische Bauer» zugleich, bliebe» aber auch bis setzt göuzlich nnbekanctt. Ihr Glaubensbekemttntß ist streng orthodox» sie bmbachte» ■ jede« Gesetz mb jeden Gebrauch ans bas Gewissenhafteste. Die Frauen tragen sogar sogenannte .Scheitel', sind aber , im Uebrige» vanernweiber, welch« sich von de» übrige» Weibern dieser G-aend in nicht« unterscheiden. Die Kinder besuche» die Volksschule und genießen bei de« Schächter Religionsunterricht. Am Sabbath und an Feiertage», ja sogar an Wochentagen, wenn keine dringende Feldarbeit z» besorge» fft, oersammelt sich die ganze Gemeind«, welch« etwa vierzig Familien zählt, in der kleinen Synagoge, welche ei» origrnellä» Bild bietet, indem der Borbeter ganz »ach polnischjüdischer Art gekleidet ist. während die andächtige» Gemeinde- Mitglieder bäuerliche Festkleider und darüber de« Lall» tragen. An Wochentage» schien bei de» Männer» auch die Testlli» (Gebetriemen) nicht. An Montagen, Doaaerftagm und Festtage« wird die heilige Schrift gelesen, und «ule Laudsient« hören verständig den Bortrag an. Hier und da giebt es auch solche Sabbatharier, die noch de« Ehristenthume angehören und bloß die Sabbathstatt der Saantagsruhe beibehalten haben; sie lebe» mit ihren wirkliche« jüdischen Brüder« im friedlichste» Einvernehmen. dMlMb. £rabm. Znm Besuche hier anwesend, wohnte ich dem Gottrodieuste in der Brighton-Synagoge bei mb war nicht wenig erstarnt, vor der heilige« Lab« keine« Vorhang z« finden, wie dies sonst allgemeiner Gebrauch ist. Meine eiste vermmhuug war, daß es vielleicht der Gemeinde an Geldmitteln fthftu und fl« dirsechalb den Vorhang verpfändet haben könne; deshalb unterließ ich es «ach, «uh »ach Grund« zu erkundigen. Aber als ich wnter über dteft Er- - scheiunng aachdacht«, fiel mir ein, daß die Gemeind« hiert» wohl dem Beispiele der „Staat Westend-Synagoge" gefolgt ' , j sriu könne. Wen» ich an» auch dc» Gebrauch der Asch« krnastm, iu dieser Synagoge keinen Vorhang Zn benutze«,^ nicht billige» kann, so berÄkstchtige ich doch, daß »nt Ans» »ahme des Neujahrs» und Versöhnung-fest» nie «in Vor» ~ Hang donin Gebrauch war. Ah glaub«, daß die Ma«' -7jorttär der Bcurkoaunission (wenn auch trrthümlich) «tt Rückficht ans die schöne Bauart der Lade die Benutzung emes 7 Vorhanges sidc übe, flüssig erachtete. Aadaö ist es aber bei _ der Brighton-Shaagoge. Ban chrer Gründung bis in die ueurstr Zeit, also während einer Dauer von 60 bis 70 , Jahrea war dort immer ein Vorhang in Gebrauch »nb deshalb sicht der Gemeinde nicht das Sucht zu. diese» Gebranch aafzut»eb»n und sich nach de« Verspiele der Wfftad-Syaagaae zu richte». Eine «adere Neuerung ist die, daß, während die Thorarolle geöffe-t ms de« Schnlchan'lirgt» der Thora-. abschout aus einem neben der^elb« liegende» LH «me sch " vorgelese» wird. (Sollte der Korch »irllercht nicht im Stände - 'j sein, den unpnnk'lrtrn Text lese» z» können?) So schreibt - „ein istesncher" im ,Jew. Staad.' ' Krnwkretch. Uart». Baron Alphons« de Rothschild t« Paris schenkte dem Lentral^kousttoriu« für tue Kaff« znr Unterstützung der Hmtrrdli-benen verstorbener Rabbiner »nd Tan t oren die Summe von 800 000 Francs. (Mürbe Einer »nserer Millionäre diese« «bleu Sechstel« folg«, —-

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