Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 36.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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geführt Mrkcn *«i. Dies« gestanden btso auch, daß sie au» de« Fleische, welche» sie tum der Leiche geraubt batten, «tat Salbe machen wollte», welch« die Eigenschaft bitte, diejenige». welche sich damit bestreichen würden, nnfichtbor -n mache». Wader dieser Aberplanb« rübrt, ist nicht bekannt; aber die Bisrwichte beabsichtigten, die Kräfte der Salbe a»S- Mnittz'n um «»entdeckt und unbestraft ihre Einbrüche au«, führe» zu Kinne». I» einem Lande, wo solcher Aberglauben heiucksch ist fällt r« natürlich böswilligen Creatoren nicht schwer alle Arten von GewoltthSti-keiten an den Juden zu nerübeu. _________ Vermischte mtfc ne»este Nachrichten. Maach«ß»r§. 2. September. Wir erhalten die liefb«. trübend« Mittheilung von deq» plötzlichenHinscheiden unsere« liebe« Freunde« und College» Dr. Fröhlich, Rabbiner« t» Hatle a. S.. der nach 28jähriger friedlicher und segensreicher Wirksamkeit im 57, Lebensjahre durch einen Herzschlag seiner in Liebe und Verehrung ihm onhangenden Gemeinde «nlrifieu wurde. Der Einladung de« Vorstandes zur Leichenbes'aitung folgend, werdea wir in nächster Rr. näher über die würdige, ergreifende Trauerfeier berichten.' Werk». Wegen eine« Artikel« über den Adel ist da» „Wantdeckcr Ttädtblatt" auf Grund'de« Sozialistengesetze« mit Beschlag belegt worden. — Man hat noch irgend davon gehört, das Artikel welche beispieleioeise Juüeuhetze detreiben, wie die .Kreuzzeit.", auf Grund de« Sozialisten» gesetzt« von irgend einer Behörde verfolgt worden find. Werk», 28. August. (Or.-Corr.) vorgestern wurde hier iu der Grenadierstraße «iue oeu eingerichtete Privat« Stzuagoge ftugeweiht. Dieselbe ist nur von geringem Umfange, ste faßt etwa SO Miinnrr- und Fraaeuplätze, ihr Seußere« ist abe. durchaus dem Charakter eioe« GotteSdauseS augewessea. Die Gründer stad r oa hochorthodoxer Gefinuuug. «eist Oesterreich u. Polen. Die EinweihuagSrrdeu fielen natürlich »ach diesem Sinne au« und paßten nur für da« die Synagoge besuchend« Publikum. So dnrsie e« u. A. kein Lstmder nehmen, daß ein sonst ».gen seiner WohUhättgkeit geachteter Manu da« neue Herausziehen de« Solu» in mittelalterlicher Form prophezeit ha», wenn «an nicht aufhöre» wolle, den jüdischen Gottesdienst zu verrdrl» und in modrruer Weise zu verschönern. — In demselben Hanse auf dem Hofe ist gleichfalls «io kleine« Gmt«»hau« he> gerichtet, deffeu nähere Tendenz au» de» Namen TTOO HDU 16TB3TI N'2 heroorleuchtet. «Lsiptziß. Die am 27. Juli erfolgte Beschlagnahm« der -st. Autlaae d«« de, Theodor iZritsch h'erseldsl erschienenen „Antiseumen-KatechiSmu«' gründet sich, wie die .Aatiiem. Aorrrsp." meldet, aus 8 Stellen von denen nur 3 eigene W»rr« de» Berfasser«, die fitiigrf alle C,tate au« Wahrmund, Dühring und Feuerdach enthalten. Gleichzeitig mit dem Lmisrmilen-LotechiSmu» ist Rr. 19 der .Brrnnenden Fragen' seiten« der Behörde beschlagnahmt worden. Al« eine Folge diese« gerichtlichen Vorgehen« ist es jedenfall« zu bedeimchten. daß die neueste erschienene Rummi der „Antisem. .Koeretp." «inen gemäßigteren Ton auschläg», als man ihn blsqer bei diesem Blatte gewöhnt war. . WlcheGach «r. «L.» 28. August. Au« Beranlaflung der Penstuunung dr» Lehrer« Levi, welcher nahezu 25 Jahre in hiesiger itrorlitischer Gemeinde segensreich wirkte und im Vst. Jadre seines Berufe« steht, veranstaltete die hiesige israelitische Gemeinde om vergangenen SamStag eine Adschiedsseier. r» welcher viele Kollegen, ferner der hirsige Geistliche uul» andere Eiuw»hnrr theilnahmen. Dem Scheideudcn wnrdcm al« Zeick»n der Anerkeuuung von Seiten der Gemeinde ein prächtiger Lkegulator und ein« Garnitur silberner Eßlüffel überreicht. SUUM»§au Unser Land liefert ein bemerkenswrrthes ,U8eisp«t vo» der AuSbriitung de« jüdischen Volkes, wo die Gesetz« diese nicht Khindenr. vor dem Iah« 1845 war >» Siebenbürg'n mit Ausnatnne der Stadt Karlsburg» keine jüdische Gemeinde. Heute hat dassrlde 84,000 jüdische Einwohner. In einer Dtädt sind säwmtliche Mttglieder »er städtischen Lftbördeu Juden. (I. Eh.) Aarga». Durch eine Motion soll der Regier»ng«rach eingelodeu werden, de« verlangten Gesetzesentwurf betreffend Aufhebung de« Aut nahmegesttze« über da« Schächten der Juden bä der nächsten Grosirath-sitzung vorzulegen. Die Motionssteller gehen nämlich von der Ansicht au», e« könne noch lange gehen, bs der BovdeSrath au« dem Ausland« Bericht habe, wie e» dort mit dem Schächte« gehalten werde. Wurl». Ein gewisser Jubert hat eine Art autise« mttischer Novelle unter bnn Titel .En Israel' veröffentlicht. Ein jüdischer Kritiker beschreibt dieselbe al« ein Wesen ohne Kopf und Schwanz, ohne Reim uud verstand, aber voller :$afe, Lüge und Bnläumdung vom Anfang bis zum Ende. Wort». Herr Rau. bisher deputirrer General-Pro« lwrator am oberster GerichtSho e wurde zum Generaladvocaten ernannt. Lo»do». In den BekehrrmgSschrifteu wird oft behauptet, daß die Bekehrten bedeutend« Opfer kosten, wenn fic den i näterlichea Glauben oerlasftn, und die verschiedenen Wege,! auf welchen sie nur durch Gold iu die Schlinge gelockt! werden, rechtfertigen dirje Behauptung nur zu sehr. E« I scheint auch, daß man nicht nur während de« Bekrhrung«» prozefles die verirrten Schafe mit vollen Händen unterstützt, sondern daß ihre Wohlthäter auch nach dem Abfalle deren öoe« so angenehm mie wögliä; zu machen suchen. E« liegt an« ein Circular vor, in welchem um einen jährlichen Beitrag oo« 150 Pfd. St. zu Gunsten eine« Convertiten ersucht wird, der'für diese« Geld kür einen heilige« Ordeu erzogen »erb n soll; »an will dc» jchötzbaica Arbeiter" für da« Werk der Brkrh nng des alten Gottesvoike« .sich ficheni'. Hier haben wir also wenigsten« ei« Muster eine? Juden, dcffen Loo« vor wenigen Jahren noch kc n glänzende« gewesen zu sein scheint, dem man e« aber für den Rest seine« Leben« recht! erträglich zu machen beabftcht gt, wen» er sich nur wird — taufen laffen. Itulie». H:r, Primo Levi, Herausgeber des politischen Organs „’Rtforma" hct in Anerkennung seines während der Cholera-Epidemie in Sicilien im Jahre 1885 bewiesenen MutheS und philanthropischen Sinnes die silberne verdieusto edaille erhalten. Weteroüurg, I. September. Al» Beranlaffung der dem .Grasudanin" ertheilten .erster Verwarnung' wird Folgende» mitgetheilt: Die GouvernemrntS-Regiecuag in Mohile» hatte die Schließung dreier jüdischer Gebetschulen verfügt, der Senat aber die Beesügung al» ungesetzlich aufgehoben. Der .Grashdanm" gr ff darauf der Senat wegen Aufhebung der Berfüouug an. W« mimte». Herr Dr. Lippe, der verdienstvolle Anmalt rumänischen Juden, behauptet im .Hamagid', daß wäyrrnv der laugen Jahre >>er grausamsten Verfolgungen, welchen die rumänischen Jude, auSgesetzt waren, mtt Ausnahme eines »iug:«a«derler Ungarn, welcher sich in die griechlsche Kirche arfuehmen ließ, auch kein Einziger de« väterlichen Glauben untreu wurde und zum Christealhu« »der Jalam überging. Da» ist gewiß eia sprechend « Zcngniß von der GlauheuStreur und Standhastigkett derer, die von dem „Enthusiasmus' der christlichen Rumäne« so viel zu leiden Hube». Gutre. Der .iSoSvhorr" eine Hierselbst erscheinend« Zeitung bestätigt, daß Baron Manassrh vo» Gouverneur da» «««schließlich« Recht erhalten hat, sämmtlich« Straßen Alexandrien» statt durch GaS durch electrtsche« Licht zu erleuchte«. Dir Vorbereittmgen hierzu sind bereit» getroffen und wird Alexandrien hierdmch ei« beffere Beleuchtung erhalte» al< manche deutsche Großstadt.