Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 33.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Mti.ni. M«Ok«G»r-, 16. K»K«ß 1886. .frf.it ffir die religiöse« ««d socialen Jnterefien des Jndenthnms. X ctMckt k Bat «5marr kt» •bWilWlIn M «l» liMatn . »Maar» 8 Muk »ka^iiküq. rettet S»k>lkt»,: I»kNch UM«. ■ Sslfeske: U «k (9IL. A> Fm., « Ml.. 1 Daktl), ■MT »X „■«kSttftft* 4 » tut JMnin -Buhr" 4 II Bf. M .0uBttra.8Utll 4 10 «. Heraasgegeben von Rabbiner vr. W. Hlaymer in Magdeburg. Für Pi|i|til, Dich« ul iriilti! laftMtl fit kit .gtrariitifBe Brtff ■u ftr Ml .ziki'che itttcreiar.Blatt*. Mt BciaartMfttr.. BmUtuc teer actta km M *f. st»» nt»ckfr kmrch ktt Innen. SicMttMta H< Ck.Z.rkub* B» Oo« ltdolf kTow, H iinnttil II St Voflti s. A. eker ktrecitiaiafcaka « : «U BneenttU« »njjntttlt Wochim tat Wochen- ▲ngtu*. 1888 ElluL! 5648. | Kalender. >OAN»rne«B . V Footto« . . . *17 10 KOBUBdonU 18 11 Wtn "3 (84) p«d: 2. KouutB« . . 19 12 Mouto«. . . SO 18 Miaust «O . . 91 14 MMwoch . . 22 15 WoBuaoBta» . 23 16 im bcutfdKn tür israelitisch«» iBkBltt IlitMlf Vrtiftl: Der iüdische CiRififeripdnM — Di« zwanzigste A»hre«>Versammlung Hessen» zu Hanau. Cdfaktt WA» ••m(BBB»CM|«B< Deutschs,nl: B.Äin. Bode», selb«. Hauchen. >ug»bur^ Großbritannien: London. Hußlandr Petertbnrg. «ul Bat um Amerika: WhUadrlphie. PttBlfBO «M» »enesl« Nachricht««. Berlin, «retlau. »Sla. Leipzig, tzranksur« a 18. Bamberg Mannheim. Btraßburg. Niederstetten. »««Mähren Schweiz. London. P«ter»barg. Bombay. Saftratr Der jkNische Si»jShrt--KreiWilltße i« de»tfche« Heere. Sa laßt fich nicht leugnen, baß der Jade häufig tm gesrllschasNiche» Lebe» gewisse Eigeuthümlichkttttn bekundet, durch »elche er nicht gerade in aageneh»er Wstse seine« chrtfiltcheu Land»geuofsen anffällt; ebenso ist e« zwetfello», baß utchl selten schon in der Erscheinnag die jüdisch« >b« ßmumnng hervortritt; aber alle diese Merkmale find oft tzeaug trügerisch. Jüngst hatte ich dafür et» gang frappante» Beispiel, ich Mir i» Bad«, und au» «einer Heimath hatte auch «tu junger Symuafiallehrer diesen Knrort ausgesucht; ich hatte jedoch mtt diese« Herrn keine, »etter« Verkehr, «ine« Lage» kommt nun ein jüdischer Kaufmann an» Berlin zu nttr und sagt« mir, zuerst sei er vrrwundert gewesen, daß ich «it de» jüd. Gymnasiallehrer an» meiner Heimath nicht inniger »«gehe; jetzt habe er de» Man« kennen gelernt j««d kümre mir nur Recht gebe», denn der Man« sei ei» gar zu großer Schlemiel, sei ei» rechter Bochur. Und dieser Mann, de» der llug« Berliner Herr so ohne Weitere« für dtt Juden reklamtlt hatte, ist in vahitzett ein geborener Christ, Sohn «tue« christliche» Gymnasiallehrer« in eine« von Jude» menig demdhuteu Ort«.?-ür dtt «ubrdiugte Reinheit de« grrmautschen Bt«e» tu diesem Falle kann ich freilich keine Garanttt übernehmen. Und audrerseit« ist «zählt worden, daß in der erste» Aett de» tzlnttsemitt»«»», »» in den Berliner Versammlungen der Stock ein« große Rolle'spttltt. Mische junge Leute, dtt tu ihrer elastischen eleganten Haltung ganz den Sind ruck »,» Offizieren in Sidil inachien, mtt krüstigen Stücke» tu dtt Versammlungen windei'tei:, und wen« der Radau lotging, so hiebe» fie auf dtt sch»arzhaarigea Antisemtten lost und diese« schären Bttspielc solgten dann tm guten Glaube» allen Prottsten der Geschlagenen zum Trotz noch viele andere Stäckersreunde, so daß, wenn di« Daffer fich verliefe«, die rabiate» Judrnfetud« fich kein Glied spüre» konnte« und doch garnicht wußten, woher ihnen di« Freud« gekommen war. Auch der Vers, einer Broschüre (von 22 Setter,), dtt nnter dem Titel der „jüd. Einjährig.Freiwilligebei Walther & »pikant in Berti» erschienen ist, legt zuviel Gewicht ans derartige lenßerltchkette» und leiht de« Unrecht, da» na» Jüdin geschieht, S,heingründe um e» zu entschnldigcu. Und wer weiß» ob der anonyme Vers, selbst in den Formen de« Kürper» und de» Verkehr! de» Jude« ganz abgestreift hat! Bekanntlich glaubt mancher jebtldete Berliner, daß er dialektfrei rede, und so meint mancher jüdische Recht! aiiwalt, besonder» an» der Residenz, de« man da» jüdisch« Rattonale ftraßenweit anmerkt, daß «an ihn für eine« blmiblütigen Edelmann halte. «m brsteu wäre «,), eine so ernste Frage, nämlich, ob gegen die verfaffuug jkdrsche junge Leute, dtt zum R^erve- Offizier fich vollständig eigne», dennoch diese Würde in Preußen nicht erreiche,, unabhängig von solchen feciale» Kleinlichketten zu behandeln. Der .gesellschaftliche Taktist. gewiß wa» Schöne«, «t«r ungleich wichtiger und der eigentltche Maßstab de» Urthetl» ist Charakter und Geist. Der Vers, konstattrt eine befremdliche und betrübende Thtttsache: .Seit de« lvnrchdriugeu der anttsemittschen Bewegnng ist in keinem dmtsche» Regtmentt (bayrische e>n«ge. uomme») ein Astede «ehr pi Offizier befvrdert wo eben. - Dtes« Thatsach« ist um so bedenklicher, al» End« der se<hziger