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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 32. · p. Seite 243

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 32.
Date
1888-01-01
Page
Seite 243 (sequence 1)
Language
German
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Pftgfofcarib v. A«§»st 1888. I4ti.ni. für die religiösen und foclitleit Interessen des Jndenthnms. HeauSgegeben von Rabbmcr vr W. Lahmer in Mllgdeburg. fit »Itzrtz'tt. »echt Hk ftitlia! i eachmmch frfdctitt je eine Kttvmft d^r >»«ch»»lch»«»«-. »«. »L»«»,,.»- V»«»»- s. »ei d(ltt**atB*klaltaH. «atl ttr UitnlilUttff M tlra «•atafent » BM4t«aM«a|ni B Mnrk itatcillMfck. Mit Iticctcr 8afnkU|: fikilch MBtnt, »ich k» >»»l«»»e: 18 «>. (8 IL, » fftti., 8 BIL, 4 SilUrl). •t**[im««rr- »fr .a^oiMrtft* 4 85 Ul _SÜlm.t»i.eutt|- 4 15 Bf. >rt .S»mU«r-.Bl»Itl 4 10 Bf. Kl II« .Jlr.ililischk m<4(lf<Atlft* mr Kr m< .IO»,,ch« Stttfral»v.BUtr. Wt Htinyk«»..~ Bcttt^ue «Kt »ra« kaum M Bf. stad nont« durch Ile Lauouc^ugfvtrtoae» oo» S. dB OoudolfMoiH, TT....nitrtn dB ». A. »dei »i e ec l eluxulcudeu an : Dl» iflMtin In .jmiUl. |to8«i- KtW in CK«Bk.kn»B. >ah«lt: L«it«B»e «etifcl: Die Plauderei im «ottt-haui. Sou Dt. Ph. str»ner-Br. — Ueber Gotte«Ulfterung nach dem Strafgesetziuch de« deutschen Reich«. Berichte BUd okereespeudeoiear Deutschland: Magdeburg. Berlin. Leipzig. sti«leteu. Au» Westfalen. Hamburg. Harnlmg. ' Lolberg. München. Dortmund. Dui«burg. Botcnselde. Holland: Holland. Uden. Türkei: Aidin. Amerika: Philadelphia. vermischte A«d Beurst» Nachrichte». Magdeburg Salta. Osterode. Mürchen. Nürnberg. Schlettftadt. Baja. London. Brüssel. Pari« Bulgarien. Nrw-Aork. New-Vork. Inserate Wochen- Aagaiit. 1888. Ellal. 6648. Aalender. 9*mu«#taa . 9 2 Festtag. . . 10 3 $ewk«k*nfr 11., 4 DTSCÜ (8,16) Perek 1. 12 S Maatag. . . 13 6 Dienstag . . 14 7 »tttmach . . Id 8 DamBeratag . 16 9 Die Plauderei im Gstttetzhans. Da« Plaudern ln der Kirche beim Gotte»- dienst ist nach einem Urtheil de« Reichsgericht« vom 9. April cr. al« Störung de« Gottesdienste« zu bestrafen, auch wenn der Geistliche dadurch nicht unterbrochen wird. Jeder bewußt Mitwirleude ist strafbar. Dazu bemerlt da« — not» bene freisinnige — »Deutsche Protestantenblau* Rr. 30, dem wir da« vorstehende Urtheil entnehmen: Da« sollte in allen Kirchen an den Thstren augesctlagen werden, damit auch da« unziemliche Gutentagsagen und Gevattern, währrud die Gemeinde fdion fingt, überall anfhvre. — Selbstoerstäadl'ch findet obige« Uuhril auch auf Im» Plaudern in der Synagoge Anwendung. Und die I8e* merkung de« Prorestaatenblatte«? Wäre der Anschlag der «ichsgerichtlichen Entscheidung in Synagogen — sagen u«r: in manchen Synagogen — so ganz und gar nanüthig? Wnd hier weniger unziemlich«« Gespräch vernommen, al« in christlichen Kirchen? — Diese Frage wird wohl kein aufrichtiger Jude so ohne Wester«» bejahe», und doch wird der eine oder andere i oa nn» den Anschlag für die Synagoge nicht «mpfehlea; mau wird einwenden, derselbe könnte di« würdigrrn Synagogm» besuche verletzen. Wir möchten da« in Abrede stellt»; müßte» diese Synagoge» besncher doch recht wohl, daß die «aßvHtl nicht fie bezirlt. Uebrigm« brauchte dir Eatschei* düng unr so lange affichirt zu sein, btt.fi« chre- Wirkiag geönßrrt. Wo indeß zu der vefürchtnng, die befiern Elenrerte zu verletze», in der That Graad vorhanden ist da «Mer« bleibe die Maßregel. Keine»weg« jedoch unterbletb« >:i» angemessener Hinweis starrsinniger Plrudern auf die ruch-gerichtlich« Entscheidung. Dieser Hinweis wird di« Redseligen zum Schwiegen bringen, wird Prozesse, Gefäng« nißstrafev, Olüllnl ha-Schem, kurz, viel Unheil verhüten. Ergo — wenn auch in dem Hinweis eine gewisse Härte liegt, fo bewährt sich hier doch da» alte D'ctum: Manche Härte rst Milde, wie manche Milde Härte. Sodann könnte der Einwand erhoben werden, daß Richtplauderu, durch jene Maßnahme hirbeigeführt, noch lange dine Andacht sei. Richtig! Aber Nichtplaudern im GotteShan» ist jedenfalls bester al« Plaudern an dieser ge« wrihten Stätte, sowohl für den Geschwätzigen, al» auch ganz besonder« für diejenigen Synagogen besuchet, deren Andacht er stört. — Gewiß, auch wir wünschen von Herzen, daß Jedermann unziemliches Gespräch im GotteShau« au« Religiosität Unterlast« und daß da, wo au« Unwissenheit gefehlt wird, auf Lunzel und Katheder die unvergleichlich schäum biblischm, talmudischm und »achtalmud schm Lehrm über den Gotte«« dienst, über da« Gebet und seine Ecfordrrnifle» sowie die emftm Warnungen unser«« erhabmm Schristthum« vor Sn* dachttstörung dargelegt werden. Wo abe' bir» Alle« nicht frommt, wo der Spruch der Re l i g i o n nicht resprktirt wird, da ist auf den Spruch de« Gericht« hinzudeutr» und di« bessere Sitte so lange aufzunöchigen, btt sie zur Ge» »ohnhest, zur andern Ratur gewordm. Wir dm km hier so recht an da« Wort de» Rabbi Rechnnja den Hakami: Wer da« Joch der Thora abwirft, de« ist da« Joch der Obrigkeit und da« Joch der Sitte aufznlegen. (P. Aboich, S.k> Der nn« dstseS.Kkrnwott hinterlich, war keineswegs ei» Griesgram, sondern ein durch tieft Menschenliebe wie innige

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