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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 30. · p. Seite 231

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 30.
Date
1888-01-01
Page
Seite 231 (sequence 5)
Language
German
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Daz» iMmnt bk Jmeonseqnr», bH verlftwr (BrarWM* Mißrate«, dcr jawohl teril jüd. CSmbmr ia vrrli» unter- Sr, -ftr'Seminar, da« Bolköle^rer «»»bildet; warum solen » dir Herren Seminarlehrer i»weltliche» Dt»s>«» »»terrichtenV Daß i» de» ^jroviazm vrandeuburß u. Pommee» »ach de» Zteal dieser hochweisen Herren fern* jüd. Elnmn- 1arsch»ke« vorhandrn find, genügt doch nicht. Die Prüflinge werden de» Prinzip« der schein, Schuorerei gemätz «vf ine Medine -«schickt, uad nur, soll thn-n auch da« »och «rschwat wachen; e» soll ia die Provinz Hannover die nit ihren Shitl- Cständen sich ganz wohl fühlt.*) der Zankapfel geworfen, und : letzte «st. auf welchem diese Herren vo» Geweindebuud »och fitzen, abgesägt «erden. L Weinberg, Lehrer. Mo» Fch»«»makd. (Privat - Mttth.) Dieser Luge fi«rb in de» idyllische» Schwarzwald Dorf Rexiu ge» echt sein r über lOO Familien zählenden Gemeiud« ein Maim, der z» je«» immer seltener »erdenden Originalen gehörte, welch« die Aufmerssamft t der Lrustdenkenden auf sich ziehm. Es war die« Dovid Gideon, ei» Man» voll Geist und origtnchlea Ideen. Rede» seine» Gewerbe - er »or eljr» samer Metzger — fast er noch Zeit, seine» höheren Impulse» zu folge». Im Jahre 1848 stellte er fich au di« Spitz« der »ach Freiheit dürstenden Meng«. Al» ftattUdiec junger Man» saß er z« Pferd nnd ritt zu den versammlougen, in «elchr» er «in geachteter Wortführer war; seine Reden tmprovtfftte er weist in gebnndenrr Form, toi« ihm überhaupt eine poetische «der nicht abzuspreche» war. tzll« dir Reaktion kam, zog er fich still zurück, wetzte statt te« Säbel« da« Metzgermesser und zog den vierbeinige» Ochse» nnd Stiere» die Haut ab. Er verlor aber dabei de» Sie» für da« Ideal« retnesweg«. Rameuttich suchte er sich i» Dienste der Gemriude nützlich z» machen. Al« Hülfö-Bnrbeter an de» hohen Festtage» war er stet« als geschälte Kraft «werkannt. Man konnte ihm keine» größere» Gefalle» erweisen, all ihn mit einer schönen Melodie au« de» g»tt>«- dienstliche» Gesänge» der neuere» Meister bekannt zu mach;». Mtt bewuud entwert he« Geschick saug er — der keiue Rote» kannte — da« Gehört, erntet »ach, um e« al« kostbare» Schatz aufznbewahre» und zu geeigucter Zrtt zu verwerth,«. Auch sonst hat er fich mtt in« religiösen Schristthnm bekaont gewarbt, so daß er zu den Wenige» gehörtt, di« «in Stltck Raschb-Evmnrertar oder ein Mischaa-Kapttel in gutem Dent ch «tedergeben konnte»; i» Tranerhans« verstand er e« in«- besonder«, durch geeignete Borträg« die Hörer z» ftsselu. Ebenso war er anch «f de» Gebiete der »«Mich«, Littrratur beschlagen. I!« ihn «ei» Vater, sein intimer Genoffe nid Frennd, vorige Woche »och besuchte, rief Gideon von stimm Krankenlager, da« ihm leider zu« Tvdtentett werde» sollte: »Zurück! Du rettest den Freund nicht «ehr I* Zwei Lag« darauf hatte der »ackere Man»' anögernnge», nachdem er da« 75. Lebe»«jahr kaum erreicht hatte. Jetzt liegt er droben in dem .gute» Ort" an de« Tannenwald. Der Wind rmqcht durch da« Geilste und heuft ihm ei« schanrtge« Grablied I ctfow »TTT tUVD bf\ ff(Swn E Levi-Hechtege». V«e» Hliederrtzei». Die Rnmmer 2« der »Wochenschrift" brachte «nttr-Load««' die Mtttheilnng über Reformvorschläge für dt« Verlelep-Strret.Synagoge, welch« St«, geehrter Herr Redaetr«, mit einem gebührende» Entrüstnng«- vatnm »ach Verdienst in einer Rote gewürdigt habe». Zar vernhignn, der denkende» Leser Ihre« geschätzte» Blatte« bin ich hrnte im lsttande. nach »Jewtsh Eh,«fiel«' versichern ml können, daß die vorgeschlagene» Reformen anch unter dm Mitgliedern der zenanmeu Synagoge heftige. Widersprich *) Li« ikdtsche» Schateeehittetß« Haimover» stad dnrch et, «Älpvo» löte, welche» anch noch der Annatea te Aewma bll eb, lt. trat te tetner Provt« tUpaaim» »erFall % dor >tegi«r»»g »ehr gedaloet »och de« Petechpr I« Ahrfretheit. ootltch heroorgemteri Hube». Die Herren Professor Mark«. Major Goldfmtd »iw Herbert sprachm sich mtschteden gegen >ie meiste» der vorgeschlagmm Renernngm au«. Iber wa« hilft diese«, wo dir Trimmen grzähtt, avstittt gewogen »erden? Interessant dü, "te e« immerhin fei», zu erfahren, »a« die Gemeinde an»!'em heiligen Gottegwori an«zuschetd«r. für gnt befunden hat. >ls» auf den Index mit folgenden Stelle» der heiligen Thora. weil fie nach der Ansicht der Mitglieder der Berkeley »Street-Synagoge zum öffentliche« Borlesea unpassend find! Die geschätzte» Äser gestatten mir wohl daß ich die wahrscheinlichen Gründe dieser Lzpulsto» tu Klammern brisüge. Ilso gestrichen wird: 1. Die Erzählung vo« Noah'« Trunkenheit. (Armer Noah! Sie ranntest du dich auch »«rmeffen. dich an Wein zu betrinke«? Warum hast du nicht lieber echt englische« Ile oder Porter getrunken? Geschieht dir schon recht; d» hast de» Ewzläuder nicht« zu verdienen gegeben; also fort mit dir au« ler nüchternen Gesellschaft der Weisen der Berkeley-Street- Synagoge!) 2. Die Geschichte von Laban« Betrug bei Jakob« Hochzeit. (Anch dir, Lada», g«schieht recht! In einer Gesellschaft, die neue Erfindnugen an Stelle alter, kwiger Wahrheiten setzt, nnd erster« für letzter« au«z»geten fich erkühnt. gehörst da nicht; da mußt du dich in der Argen»«»,, bleaderei erst noch etwa« «ehr geübt haben!) 8. Die Gifchicht« »au.Dmah. (Nun, da« karm man schon gelten lasse». Ja einer Großstadt, wo dt« Unschuld tagtäglich in de,» Stand gezerrt wird, hilft e« gewiß nicht, solche Schreckbilder vorzuführeu. Der Retz der Kenhett fehlt und in der Berkeley-Street-Syoagoge liebt «an ja nnr da« Neue! Warum auch in di« Ferne schweifen? Sieh' da« Gute (?) liegt s» nah!) , 4. Die Geschichte von Frau Potiphar. (So ttwa« fällt in London ja auch nicht vor; darum den Teufel nicht au die Wand gemalt! Madame Potiphar. wenn ich aufrichtig sein soll» nimm'« nicht übel, wenn ich offen gesteh, daß d» diesen Schub schon längst verdient hättest. Was brauchtest du auch de» Rock festzuhalten und de» Joseph laufe» zu lasse»? Warn« hieltest d« nicht den Joseph fest und ließest den Rock laufen? Hast du in deiner Unbesonnenheit denn;«rntcht bedacht, daß die Berkeley-Street-Synagog« nur nach dem Besten greift und da« minder Aterthvolle fahren läßt? Schäme dich! «einer Dummheit! Bo« dir ist nicht« vernüuftiae« in leinen!) 5. Da« verzeichntder Söhne Jacob«. (Da« verdient alle Anerftuunnz und ist weuigsteu« confequeM. In einer Synagoge, in »welcher «au mtt der Familie Efau'« so intim ist, daß man ihr ein ganze« Kapitel (Genest« SS) ohne Anstand widmet, »te soll «au da für Jakob sympatsifirrn? Wa« hat Jakob auch bei Esau zu schafft«?) S. Drei Kapitel von der Sttstöhütte tu .Wajall^el mW Peknde". (Die beide» Sidroth enthalten S Kapitel nnd ist daher nicht festz»stellen, welch« S von diesen zu« Index »er» nrtheüt find. Wahrscheinlich gehört aber Kapitel 86 z» diese», well in denselben da« verbot de« AeueranjKuben« enthalten ist. Bekanntlich girbt es aber nun in Änglanb viel« Steinkohle»bergwerke, und da wollte der Mose« de» Inden da« G, schüft verderben. 9» geschieht ihm recht, darum fort «ft ih« an« England!) 7, Levtticm» 18, Ber« 6—30. (Gründe wahrsrheinlich wie bet Nr. 8 ,>»d 4; möglicherweise Ger anch, well zwei Mal darin steht: „Und ihr sollt «eine Gesetze beobachten te Diese Znmnthniy wäre aber anch etwa« zu stark.) 8. Levitiew» 88. (Enthätt — honibil« aiotal — vier mal die Sielte: ^Jch bin Gatt!" Da« M fassen, daz» gehören vahrltÜ! anch etwa« stärkere Nerven; anßertem ofthält di« Stelle noch fünf Mal big Aufforderung znr Heilig- Haltung «nd Beobachtung de« Gotteügefttze« nnd ab» Zugabe »och da« verbot, der Zanberei. Reüy netu, diese« Kapitel paßt mm gar nicht für den prakttsche» Sin» liewtffer Tausendkünstler.)

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