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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 29. · p. Seite 222

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 29.
Date
1888-01-01
Page
Seite 222 (sequence 4)
Language
German
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bewahre,. Die ongeküadigte Bcochüre «yß sich lecher amch mit de» verschiede»«» PersvvÜchteiten besibästigeu. Uedrizen» ist da» Lokal m der Berlinerstraße nicht verkauft, wird nicht abgedrocha» «ud dm» die Gememde da» Betlokal noch recht lange zu de« Zwecke benutz««. Ich bi» al» Nachbar de» Lokal» etwa» besser iuionuirt. al» die Bertrauensmävner de» Hru. Korrespondenten ihm zu sagen kür gut befinden. 3» aller Kürze gebe ich zu de« Verhältnisse zur Berliner Gemeinde folgend« Notizen: Die Berliner Gemeinde zieht von 12V hier wohnende» Israeliten 4000 Mk. Steuer»; um» sie dafür, abzefehen von de» cultuellen Einrichtuugm. die wir allerdings nicht denutzen können, bietet, ist weltbekannt. Sie zahlt oi» Subvention an den Rel.-8erein, der au» 24 Mitglieder besteht. 2400 Mk., wovon «Te Bedürfnisse gedeckt werden, vümlich Gehälter von 16V0 Mark. Miethe 600 Mk. Beleuchtung und Feuerung 100 Mk.. <htra«Au»gabeu IVO ML Einnahme für Spenden und für Bermiechunge» der Plätze — jährluh circa 800 Mark — sind übrig und in früheren Jahren der Sparkaffe überwiesen worden. Die Bewohner de» 18. Stadtbezirk» (Berlin) sollen nach dem Beschluss« der Regierung nicht zu Lharlottenburg herangezogen «erden; es bleiben also noch circa 80 Mitglnder, die, — wenn nicht die Mehrzahl, wie bewerft und erwartet au» dem Judenthum austretrn. — jährlich 6000 Mark Steuern aufbrtngea müssen, wenn eine neue Synagoge and Begräbuißplatz. die zusammen 400,000 Mark erfordern, errichtet »erden. Diese Spekulation wird nicht gelingen; dafür ist gesorgt. Ich bin bereit, dem Herrn To>rrfpondenteu privatim weitere» Material zu geben. Meinen Namen nennt die Redaction. Lauen. B. 7«« Hltzei«. (B'ae B'rith.Soge.) Nicht um Oppofitiov zu machen, sondern Ihr Organ al» Sprrchsaal benutzend greife» wir in die Dscusfiou ein. Die B. B.« Logen rexen auch noch eine andere Erwägung au. Der Hauptzweck der Loge ist: Berdindung zur Lasübung von Wohlthätigkeit. Die» ist dem Iueenthum entsprechend. Aber warum dafür ein befonderer verband? Die Gründer de» verband» gingen vielleicht von dem M^tiv au», die beiden anderen Grundsätze worauf da» Judenthum neben „Wohlthätigkeit" GT'5) bafirt. nämlich iTTin und .TTOS. Gotte-- Lehre und Gotte-Dienst (Religionserkenn tniß und Religion-» Übung — Eilt»» — in Synagoge und Lede^) haben an Bedeutung »nd Lnziehung»krast bei Bielen, bei sehr Bielen verloren, wir wollen unfern Juden darum weuiasten» in der gemeinsamen Uebuug von Wodlthätigkeit, der einzigen Religion-Übung, welche un« noch mit den Indifferenten und Abtrünnigen zusammenhält, au «>«» fesseln. Unsere Religion» sagen diese, «ft Humanität; wir einigen un» nunmehr au-> schließlich zu einem Versande der Wodlthätigkeit; «a» sonst »o» Judenthum lehrt, wozu e». stuft »och verpflichtet, ist ungleichgültig, davon adstrahiren wir. Hierin läge etwa» Gesäh liche», AmijüdischeS, um so mehr, al» mancher dieser positiven Seite gegenüber, die von jedem aeceptirt wird die negative Seite, die Verleugnung all-» andern, wa» da» JudeMhnm charakterisier unvorstlhtiger Weise nicht beachte». Der Name B'ne B'rith hat eine religiös« Färbung »nd scheint diese Bermuthuug zu rechtfertigen, daß der Bund au-schließltch die Au-Üboog von Wohlthötigkeit al? spezifische» Judenchm» charakteristren will. Es ist daher dt« Frage, »d jeder Jude ohu« Vorbehalt in und für den Bund «intrete» kan» und darf. Ob bei Gründung de» Bunde» auch a» de» Gegensatz zum Lhristenthum gedacht ward,» ist. welche» t» »euerer Zeit vielfach sucht, die Lu»übwig von Siebeöthättgkeit al» et« specifisch christlich« Pflicht heiworpchebe» utt sog« ftaatlich-sociale Linrichtnnge» al» Irakische« Lhrtstevthn» z» empfehlen, »rffe» wir nicht, filcnn e» je wäre, so könnte müh hierin et« Gefahr liege«. Wir halte» r» für überflüssig. de» «hrtstenchm» darin ein« Loncnrrenz z» mache». Jüdischer Wailthttigkritlstun ist »llgemeio trat m Alter» he» bekam»; wir glaube» vielmehr, daß du« Lhristenthum wk$ «uhzueiftr» «afe de, R»»> adzwarrfai sucht. Wvhl ihätigkeft übe» ist recht s« mehr, best, defler; mrr nicht' »ppafttivnekl »der demdnstrativ. Und »amwch »iedt e« ei« Seit«; »«» der sich die Gründnng der B. B.Soge rechtfertig» läßt. Man ergreife dt« Hand de» znrückwetcheude» Inden, e«ch wen» er an» - de» Finger «nd nicht die gnnze ckwnd reicht. Ist es nicht der dreifach« Faden: .Sehre. Laltus nn» Nächste», liebe". der ihn an dich Jndenthm» frffelt, souder» nnr der einfnch«: Nächstenliede: s» dnrchschneide «an auch diese» nicht. Ist e» nicht der »oll« Jade, de» man hnden kann» , so «hm« «an ihn auch mit seine« geringe« Anthekl am - Jndenthm» ans und suche ihn bet sich z« hette», dt» sei» Jntereffe am Jndenthm» sich »ehrt Dec mir Acht Mal i» Jahre, am In» Kipp«, die Synagoge mit «n» besucht, er hat doch immer uoch nicht «st »e» Jndenthm» gebrochen, er hat uoch Zusammenhang «st nn« au» der Religta». Auch durch den Eintritt in de» Bund, durch de» Lultu» in demselben, durch die Bethellignng an der gemeinsa nen Siebes« arbeit geht er uns nicht verloren. schließ» er sich de« Ganze«. an «ud sucht selbst wieder ein Ganze« z» werde» Sr »nr nur ein halber Jude, »ud wstd ein voll«, ei« ganzer. SSünche». kOr.-Lorr.) Unter den helligen Spenden- Sammlungen der Orthodoxe« spielen dir .Lhalla-Gelder" ein« große Rolle. Man nimmt dieselben r»Pg entgegr» und warnt nicht davor wie vor de« Tragen eine» Schirm« »der Taschentuch« am Sadbath. Die Lhalle-Pflicht. d. t. di« reale Absonderung «ad Verbrennung eine-» Stücke« Brodteig. gehört aber zu den Satzungen de» Schul chaa Aruch, welche heute uoch, auch außerhalb de» heiligen Srndes, geüb' werde« soll; «st» Ersatz dafür durch Geld ist sin Lader nicht als «lässig «klärt. Nicht daß wir dies« rabbinisch« Satzung besonder« 2<l,otz nehmen «ollen, wst erklären vielmehr ' de» Sinn derselben dahin, daß dodmch heute dir Pflicht znr Absonderung eine« Theil» unser» materiellen Besitzes »ud Gamffes für ideale, religiöse und »vhlthülige Zwecke in Lr» iunernug erhalt«, werden soll. Die Orl hobest indeß, »st find deflen überzeugt, billig» eine solche Umdentwig des Sinnes nicht und hält an der realrn Uebuug der Satzvug fest. Mau wird und kann darum radbin tlch nicht gestatten, daß statt der wirklichen Absoudernng nud Verbrennung der Lhalla ein« beliebige Somme Geldes in den Opfeikaftra gelegt werde. Nichtsdestoweniger läßt die Orthodoxie dies ruhig geschehe» »nd nimmt Lhalla-Gelder als heilige Spenden entgegen; «an läßt den frommen Jrrchom ohne irgend ««(dp Aufklär«uz bestehen. Sollte man jedoch vorau-setzeir oder bedinge», daß neben der Lhalla-Speude auch nach bst reale Lhalla-Pfltcht geübt werde, s» sind diese Spenden Ächt Lhalla-Gelder z» nennen. Oder sollte die Hausftan selbst rütht backe», so besteht für ste auch keine Lhalla-Pflicht nab ihr« Spende kann alsdann anch nicht Lhalla-Geld leige». Die Kranen werde« indeß zu heiligen Zwecken in ihn» Jrrihu« belassen. Mau »rnv. Geld könne mau immer nehme»; non olotk T. Zkion» («eg..«ez Posen). 10. Juli. (Or^Lorr.) Donnerstag den v. b. M. fand yierselbst ist« Grundsteinlegung zur Umfaffungsmaue. des hiesige, jüdisthen Beipeübntßpmtzes und eine damit verdmrdeue erhttende Feierlichkeit ftrtt. Der hiesig« Begräbuißplatz der jüdischen lßeineint« ist uralt, stammt aus längst dahi, geschwundene,;olnts<heu Zeiten und liegt seiner Bestimmnng ansprechend, io stiller Waldeinsamkeit, wie et» »erlorruer Schanplatz der Welt, trauau» da. Bis auf diese Zeit war der stille Ran» g«u offen — In de» letzte» Jahr» wurde» «ber au de» DewPeme, und Gräbern van ruchloser Hand Beschädigungen »«übt nw> »adnrch die Gefühle der «ugehsrigen und deren ElmibensMaß» lies verletzt. Da wurd« eines Tages «s du» «chmße der Ge- «etude der «ntschlnß gefaßt, zn» Schutze de» Gottr-ackers, sein« Denkmiller »nd fetter, ei« steimirm U«snfl«gsmaner iß zieheu «ud Me Hand sofort «ai Werk m Uat*. «s »nr aflctMafl eia pwste« und chilnetst inssichöslojes

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