Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 28.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 7)
- Language
- German
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ro, sie bei« Fuße ge-ttckt habe, worauf ste davsugelaufeu Hierauf sagte Holly zu ihr: „ftrfe, »ei, Sind, da» war nicht sa. Die Juden wollten dich abschlachten. Lamme mit wir zur Polizei, dort sage, d» habest drei Juden mit ' langen Birten und Mrssiio gesehen, die dich abschlachte« wollten.^ De» Mädchen schien dieser Ruch einzuleuchten, . denn sie ging sofort mit Hollo zur Polizei, woselbst Holly an Stelle M Mädchen» die Anzeige von dem „rituöllett" Mordversuche erstattete. Bon der Polizei abqewiefen, erzählte Holly i« Blumenthal, duß eü die Polizei mit den Jude« hatte. Dir» hatte dann die antisemitischen Exreffe zur Folge. * Staatsanwalt Dr. 8. von Kramoli» erhob nun gegen Kaufmann Holly und drei Andere die Anklage wegen Verleumdung nach S 258 de» Sr.-G., gegen acht Andere die Anklage wegen öffentlicher Gewattthätigkeit nach 8176. Der Staatsanwalt betont in seiner Anllage, daß er die rituellen Mordgeschichtrn für wahnsinnig« Ammenmärchen batte. Im gegrowärtigr» Falle wache er Holly, der in uubenifeuer, gewiffenloser «eise den alberne, Gerüchten Nahrung gab. für die Ruhestörung wie für da» vergoffene Blut verantwortlich. Er verlangt im Interesse de« Ansehen» d«r Siadt und der Sicherhett de» Bermügen» die strengste Bestrafung, besonder» de» Holly, den er al» den geistigen Urheber der Bewegung bezeichnet. Die Augeklagteu Holly und Konsorten wurden trotz de» belastenden Zeugen verhör» vor der Verleumdung und all« bbrigen Angeklagten von dem Berbrechen der äffentticheu Ge» »avthätigkrit freigesprochen, hingegen drei Aimeklagte wegen iBeschärigung standen Ejgeathum» zu einem Monat, brzw. jstvei Kochen Arrest» und je 5 sl. Geldstrafe verurtheilt. Der Staatianwatt «ad die Brrurlheilten meldeten die Berufung au. , Kermischte m»> «e«este Wmhrichle«. . ' (^iz^ig. Der zum Leidwesen seiner zahlreichen Freunde »oa hier abgcheude Herr Rabbiner Dr. Eckstein übernimmt 8das Rabbinat seine» Nachfolger» m Karlsbad. Ltetttt». Der Nedaotenr Werner an» Kaffel hat sich; »o» Berlin nach hier begebe», um auch hier im Pommerlaad l)ud«»hetze in Lersammlnnge» gege» 20 Pfennig Eintrittsgeld M. betreibe»., Miekltz. Herr Dr. S. Horovitz, eia Schüler de« - lFreslauer Seminar», wurde zum Rabbmer der hiesigen Ge- ' ineiude gewählt. Zttßier Trotz der versprochenen Intervention de» ^französischen Lriegsmtnister», Herrn Fretzciuet, ist dir anti- "santtische Bewegung Hierselbst noch nicht unterdrückt worden. - lAm vrrfloffeneu Monat wurden einem jüdischen Kaufmann ' :sch Coustantiue, der wegen sei««» harmlosen Eharacter» Ägeuwi» dekaaur war, sämmiliche Fenster seine» staden» von ]k» fttob eingeworfen. ohne baß e» der Potizei gelang, die Ilchäter zu rutdeckeu. Mtttlrrmeil« wurde > ekamu, daß die ' tsh^rührer und Thäter Soldaten waren, welche durch solch« Um der Bosheit ihre Tapferkeit bekunden wollte». Die!LWrirdehörde» habe» dessen ungeachtet kein« Veranlassung . DtsMuaca, die Thäter zu bestrafe» »der Maßregeln zur ivsrhüinug solcher vorkomulutffe za >reffen. JmHu. Herr Dr. Gaster deabfichtigte. am 3.Juli itzuglard zum Zweck et«» Besuch«» seiner Hrtmath Bukarest - K verlaffe». Ohne Zweifel wird ihm dort ein »armer itzmpfaag sowohl von ber jüdische» Gemeinde, al» auch von jrieltn christlichen Frcuudeu, za welch letztere» Männer ge- Is^eu» »elchr dt« höchste« Remter im Staate bekleiden, de» l’Citct iwrcn. ’ (S> »he karrst".) ^Reuchester Bet Gelegenheit der Hochzeit seine» Sohua» »tt Fit. Simon» au« Düsseldorf hat Herr A. Ble« , 14c Kinder der Mischen Eichule, 1850 «n der Zahl, mit idtzee bnoirthet. Hiernach fotgteuvarftellauge» eine» puppen» d stzeaterit und Zmüerkuuststücke. Lei» Abschied« »urd« jede« »ich mit Obst und Backwerk beschenkt. Auf d«, «eud .. »ic Scher, zu rote» st»uper uud Ball etugelade», - ‘ . bet welcher Gelegenheit der Director auf da« nenoermähtte Paar ein.» Toast nurbrachtr. welcher den kräftigsten Wiedechall fand. Ms». Herr Polacc» Giuseppe. Direktor de» Turn wesen« an fern zablreichea Elementarschulen der Haupt» ftai>t, bat den Orden dir italienischen Krone erhalten. Aerruru. Sr« gewisser Herr Zabbaa d'Ancoua, welcher sich 1870 in R,m taufen ließ, ist soeben freiwillig zu» jüdischen Glaube« zurückgekehrt, nachdem er vorher die nöthigea Forut^Ittät-» erfüllt hat. Ja der hiefigea Ghn»s>oge, wo die Eimmorie stattfaud, waren alle Anwesende» lies ergriffen, al« der Nrudekehrte laut die »Widdui" (da« Göndenbekeuntniß) sprach und sowohl in hebräischer al« ita« linlischer Sprache eia regelmäßige« Glaubensbekenutuiß ablegte. Zöutarest. Herr I. Majortscn. der Kultus« und Unerrichtsmiatster. hat dem Vater Dr. Gaster» ein BeglüLwüuschuugssch reiben »ugeheu lassen, worin e« u. a. heißt: „$l steut «ich sei». Ihnen mittheileu zu können, daß ich soeleu eine EMsch< il>ung vollzogen Hab«, durch welche da» Auitweisungödekret gegen Ihre» gelehrten Sohn. Dr. M. Gaster. zuriickgenomweu if . Ich bitte Sie, ihm solche» «itzutheileu und ihm gleichzeiti» meine besten Glückwünsche zu übermitteln, da mir seine Adresse tu London nicht bekannt ist." Ja remselbm Labiaetsrath «url-e auch die An»weisllll»»ordre gegen zwei andere Gla«den»ger>offe», welche diesrrhald petittonirt Hallen, zurückgeuonuueu. Lodz. Bor einiger Zu wurde unsere Stadt von de« Wa schauer Erzbischof besr-cht, um den Grundstein zu einer neuen Kirch: zu lege». Luch uirser Rubbiaer beehrte ihn mit einem Besuche und wurdr -iuf» Würdigste undFreundlichsteempfangen. Zun, Abschilde reichte ihm der Erzbischof die Hand und sagt.-: Wir wollen Beide alle» Mögliche thun, um Di: M-t« gllt>»er unsere» Brienntnisses auf dem Wege der Religion zu zu behrlten, mein-: Glaabeusgenoffea zu treuen Kachalikea und Ihre Glaubensgenosse« zu frommr» Juden zu erziehen! Kerbte». Xt< prsitische Lage der hiesigen Juden gestaltet sich schon seit loa,rr Ze.t »edeutead güast'gec al» die ihrer Glaubensgmoff.a in dem benachbarten Ruinän-en. Bei Gilegrnheit d.» Rit-oaalfeste» wurde der Obe rabbiner Dr. Bern seid vo.u Klaig Milan in Audienz empfangen uud erhielt van denselb-ir die Zusicherung seiner Sympathie für die Juden. Drm ixt dieser Gelegenheit abg«halten«« GotleS" i.-nkt >n d-r Synagoqe wobat n verschiedene Minister uud der Avjulanl de» König» bei. Flaust auttuaprii Der «kaimakam oder stellvertretend« Oberrabliuer hat lü Vorsteher sämmtlicher Synagoge» nebst audlru Mischen R»t-»blltlStea zu einer Versammlung in sein Hau» eiugeladeu, um 26 Delegirte zu wähle«, welch« die Wisi.l eine» Ehaiham»Basch» für da» ganze türkische Reich vorzuuehmea habe«. Dir Wahl soll am 29. Juli stattstad«» uud vorausfichtlich wird der Katmaka», Herr Moise Leih au» derselben sxrvorgrheu. $ft*-#ffUU. Reo. Mark 8. Harri», Geistlicher der »edräische» Geimtude zu Kimberley hat tu dem Diumaul» Field» Ld»!.l>ser" einige nützliche Rathschläge veröffentlicht, welch« »mh tu Separatabdruck erschieuen find, uw den Gesuodheitszustand der E.nwehuer zu verbeffer«. Herr H. teuutzte hierzu bi: Artittl de» D,. Sehrend über die Uebectragardeit der Krankl »eiten »er Thirre auf Menschen nab beschreibt da» jü »i s ch e Schlachtsyste«, wobei er uachwerft, daß die Uutersuchnug dt» Fleische», resp. der Lunge als Vorsichtsmaßregel „egen solche Ueberttaguug der thierische» Kraikhetten auzuseh-w sei. As«stm»Ä»sPi1 ivir halbaffizielle Zettuag ,1m Dnr-ima", n/elche f-itrsribst in frauzöfischer Sprache erscheint» ruthiett etuea schaichnr klrttkrl, welcher die Berfolgnuge», deoru die Juden i«:scht«eearr Länder «»»gesetzt find, »er« urttziUt uud di« euiv.»äist!»e» Ratio«», welch« sich rühme», «ufg-klSrtcr al» dt« Orirntule» zu sei», tabcit. »eil sie sich so st»wer gegr» di« Hrurntargrundjätz« religiöser Duldung vergttzeu. Der .Mmumux dst der größt«, Zeitung» der Huchttstudt, schrnbt d> douselbe» Ta»r.