Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 26.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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. DerMfchtr «ch «ouße Psächrichte«. Mee»la« Der Tr«lee-?tte«dinlst für dea hochfcSitcn Kaiser Friedrich wurde in beiden hiesig«, Oemeinke-Syuagsge» vergangenm Sounabenb «bgehalten. - -ÜN der Seminar-Synagoge ist di« Gedächtsißfeier mit Rück- P-' ficht: auf den Etlaß Kaiser wlll^lm« II. auf Sannabend * ikir 80. haj. festgesetzt. — Die Hörer de« jüdisch.theologischen z .Getzimar« ließen dem an» dem Leh er»C»ll«gium ausgeschie-; - de»«« Prafeffar Dr. Areudeithal eine Adresse über. L reichen, in welcher sie ihrem Dank und ihrer Verehrung für t de» gefeierten Lehrer in gebührender weise Ausdruck gaben. I; . Wrrala». Der Stadtrath Dr. jur. Siegfried Marck »ach lüngerei: Krankheit verstorben. Der Bnstorbrne?^-zßktuß bei dem lebhafte» Jutrrrffe, welche« er den komm». £' ittitn Angelegenheiten der Stadt entgegenbrachtr, und al« 7 -trfter Borsteher der bekannten Humanitären Fränkelschen ^.'Stiftungen — er war auch Kurator de« jüd..theologischen «Seminar« — allgemeine Achtung, i y«f(« Ja zahlreichen Synagogen der Provinz Posen ^.«d Schlesien haben anläßlich de« Ableben» seiner Majestät w stand Friedrich UL Trauergottesdienste stattgefunden. Di« Gotteshäuser waren von Besuchern überfüllt und die g'hal« lenen Predigten (ünspracheo) verdienen sowohl nach Inhalt nl« der patriotischen Gesinnung wegen da« höchste Lob. Die " l^»k«üblä1ter berickiten sehr anerkennend über die Vorträge der ^- lstabbiorr. (Auszüge au« deu Lokalblättern können wir iu Z>ims. Bl. «nmögiick bringe».) Äl*9*m4 wie wir hören, hat Dr. T h e o d o r-Behrent t «um Rabbiner der hiesigen Gemeinde augenommen. Gtzertzerß i. Wart» 22. Juni. In Lunow bei Oder- A berg starb am 18. d. M. nach kurzem Krankenlager im hohen elÜter von 100 Jahren 9 Monaten der' Veteran au» den Befiriungs kriegen, Epbratm P o l a ck. Er war, unsere« wissen«, der älteste der noch lebenden Freiheitskämpfer. Sein 100. Ge» k«rt»tag am 27. August v. I. wurde iu großartigster weise gefeiert. E« waren damal« zu diesem Feste eine Anzahl Hkckegervereiur. sowie eine nach Tausenden zählende M-nschen» men,z« au« der ganzen Umgegend erschienen. Die 9. Kompagnie dr« itzoibergschni Eirenadier-Regimevl« (2. Pommersch«») Nr. 9, bei »reichem Regiment er ». A. die Schlachten bei Gr.-Görschen, stjoutzen, Gr^B eii'n, Devnewitz, Leipzig, Liguy und Waterloo ,C »lügcnadt hatte, war durch eine Depatatioa vertreten, die ftp, rinnt von Iw» Offizieren de« Regiment« gewidmeten Hstsitkstock mit silberner Krücke überreichte. Auch Seine Majestät Kaiser batte seinerzeit dem Jubilar seine Photographie -tzon Geschenk überreickien losten. MÜNche«. Kap'llmetster Levy, Sohn de« greisen -Kw. Levy Großherzoglich Hessischen Provinzial. Rabbiner füi Giefen, äst nicht onbedenkiich an einem Nervenleiden er» Panitz. Al« Arrangeur der Wagneroper», und überhaupt sriue persötlitcheu vezirhuuam zu« .Meisterhat?Acktz«llmeistrr Levy eine, Name» «rstea Range« in der Musil» >ftU. vr« iu di« höchsten Kreise hinauf wird au dem ver» ^diät» Küuftlrr d-r innigste Aatheit genommen. frfjfinu* Die Lranerftier um Kaiser Friedrich Unit i» der hiesige» Synagoge Samstag, den 23. Juni, -tNM anjerem Landrabbiner Dr. Golkschmidt vorgeuommea. Tstftlbe nah« eiwm imposanten Charakter a», wozu nicht an» >«« packende Predige, sondern auch der Syaagoge».Ehor ift Herr Lehrer ftppsiei» durch mrhvere höchst ergrnfeode fet beilr»ge». wie seiner Zett bei der Feier um Kaiser et«, hatte auch diesmal der Krirger-Berein offiziell genoaunen. lllKMl. Pierselbst hat die Trauerfeier u« Kaiser «h schon Dienstag, deu 19. Iran, durch unser» Herr» WsttMtzbiner Dr. Gotdsebmrn stattgrfoudeu. Außer der «ist jitd. Gemeiude «ohnar der ergreifende» FeieelichKit » ^»atbimlsend Richtjudeu tzri. Bei der letzte« Schurz de» Ausschusses de« Irmrn-Bevrtn» strütrn «iriag« ^Antisemitende« Antrag, für den Bereut unr bei Kathaltkeu «st Ansschlnß der Inden Einkänse zu »nache«. Der Antrag wurde abgelehnt, und zwar mu fe lgender wotivirnna: 1. nehmen die Inden an allen wohlthiti zkeit«.Werke» der Stadt lebhaftesten Anchril; 2. der Erzdisstws ist Protektor de« Benin«, und der verewigte Erzbischof, Fürst Schwarzenberg, war bei seinem Leben Mitglied bei' Israel. Benins .Ahawath Achim-. Maat. Unter den großen Legaten, welche der jüngst hier verstorbene Herr Jakob König an verschiedenen WohlthätigkeitSaustalten vermachte, befindet sich eine« von 10.000 Gulden für dir Talmud-Thora-Schule in Janoshafa. Warfcha». Da« Brandungtück in Nowy Dw or stellt sich west größer heraus, al« anfänglich angenommen wurde. Durch die Fenersbrunst sind nach dem amtlichen Berichte ollei» K12 i«railitische Familien auf da« Schwerste ge» schätigt worden. bett, Ae« U. O. B. B. M«gk ebnrg. 24. Juni, vir erhalten die nachfolgenden Mit» theilungen zur schleunigsten lllervffentlichung: Ein preußischer Richter, der aumeforderl worden, dem U. O. B v beizutreten, stellt« die Frage: ,Zst der Orden rin geheimer Bund? dann kann ich nicht bettreten, denn geheim« Berb»ndüngen sind im deutschen Reiche st-afgesep» lich o-rboten". Zur Beruhigt, na ward ihm di« Antwort: Rach einem Grundgesetz de« Ordens riussen alle Gesetze der Logen-mit den Lan!)«»g«setzen im Einkl-ing stehen. Die Konstitution der Groß» l»o« Ixsaor auadrücklich: .Der Orden «st leine geheime Gesellschaft- Derselbe hat tritt« «ntzrre» Geheim tlffe, »l« et»» setze Famlllr solche h«t; «an »immt auch in ikomilir» Fremde nicht s« ohne »eitere« ,»f nn» weiht st» t» intern» Aagelegenhette, et». «tr ftn» »nr t»scher» gehrt», »l« »»> die Linke nicht »tsten soll, was die Rtchte thnt * Q# ist darum auch selbstverständlich. dab d!e in den .Rebengesetzenenthalten« Bestimmung über Verschwiegenheit diesem Grundsätze nicht widersprechen darf, sonst brächt« sie dt« Mitglieder in Eolltsion mit dem Strasgest »buch. derselbe preußische Richter machte bei dieser Gelegenheit auch daraus ausmerrsam, das in Deutschland die Theilnahme an einer Brr» binduilg. In welcher unbedingter Gehorsam gegen Ober« zur Pflicht §emaä,t «erd«, ebenfallo ftrasgesrtzlich verboten sei.-) (Rur di« sreimaurerlogen sind durch besondere« kvnigliche» Edikt — da» er in uns. Blatt« mittheil« n wolle — hiervon ausgenommen.) Man ersteht daran», daß -er K. O. B. B. in seiner Organisation einer ,roßen Reform bedarf. loenn seine Gesetzr mit den deutschen La ade» gesehen im Eintlaua stehen sollen. Und wer weiß, ob es sich nicht «uwfehleu würde, bis diese Renorganisation vorgenommen ist, stimmtiich« Logen zu — st ft irr n, ehe man die Dheilnehmrr, worunter auch mehrere Leamtt — der angrdeuteien Gefahr aussep. Magdedter» Ans nnlerii Abwehr der Angriffe aus dea U. 0. B. B. in der Phlllpdson'sn-e» .Zeit. d. Jud.- bringt dies« folgend« »ichtdinmnd« Replik: .Me'» kleiner Eorrespoadentattikel Über den Lu« Laritt-vräon bat bei dea s!»hsn»erii deffelbe« groß« Entrüstang erregt and ist gagni denselben tim lehr lange Ep stel rrfloffen. Hätte ich I» »leser «ach »ar da» gntnist« Argnmene gegen meine Aeaßernnge» Saat«», so würde ich daffelve,a widerlegen versuchen. So ab« sr ich jede Eatqegnuag falle». Byrale» blende, »ns dea Augenblick, aabrr »ich« laaae Str ch (?) Gefreut habe ich »ich, daß der •x jener Ep ftn «ine so tüchtig« Bekantttschast »st Ihren Herr Redaktear, bemlst; nur daß »tr dl« „^führten Stellen nlchr für lhu, sinder, zeoen ihn »« spreche, schsenen. Ra«, der »a>ze Orden ist Gesch».« i > »che, and Jeder »ersährt nach seine» »«schm icke." — Ilalmat Ädä, llierichtttzrnde Ertlsrnna. Meine «dactionell« Verantwortlichkeit für das, was I« der »vocherisä ristftebi — incl. Mittheilungen betr. den D. O. B. B. — ist »nr d>« Preßgesetz gegenüber, und lehn« ich im llebrigea dl« persönliche Brrantwortlichkrtt für diese oder jene MItthrtiuug, resp. für jede» vart in einer derselbe» ansdrück» lich ab Speziell gilt die» de« de« Mitthellnnaen in vor. Rr., di« uirht eiimal in alle» ihren Klicken mir zur Durchsicht «nd Eorrrrtur Vorlage». Dr. Rahmer. -) Der dtesbezügliche ff kW de« Strafgesetzbuches für da« deutsche Reich Iiutct: .Sic Lheilnahme an einer Berbinduna, deren Dasein, Verfassung »der Zneck vor der Stamsregle«»»« geheim gehalten «erden soll, »der ln welcher gegen unbekannt« Obere«lehorsa», »brr gegen bekannt« Ober« »nbedinater Gehorsam, versprochen wird, — ist an den MUgliedrrn ttft Grfängnip big za 6 Monaten, an de» Sttstrr« und Vorstehern der Verbindung »tt Gqängntß bl« zu «lue» Jahr ji bestrafet . G«pn Bnaat« kann »nf «erlast der Fähigkeit zur Bekleidung Sffentlüar Armter «rkaaak wirte»-.