Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 25.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Friedrich'» M. Nicht in» nnbewöltte» Himmel, uxk doch «it der er» schMcrvde» Gematt de» Unerwartet« zackte die Beate m de» Lode Misere» geliebt;», »»glückliche» Kaiser» hinan» i»» deutsche Saul. Sir war« all« darauf oarterettrt, »tr kämpfteu mit der Hoff»»«», die mit schmeichlerische» Irme m» jede» Meuschmhaz sich legt, mir kämpfte» gegen M* Hoff» nvug. der l»ir uu» sonst so gerne hiugebm, »tr kämpfte» »it aller Energie de« nüchternen Berstaude» gegen sie, di« Irene Trösterin, die un» am längste» znr Seite steht, wir kämpften gegr» sie damtt die Enttäuschung nachher nicht «it zermalmeuda Wucht unser Herz erdrücke. Wir sagten e» nn» tausend tausmd Male: „Nein, r» ist kein« Hofftmngl E» ist alle« »ergeben»! Wir norden ihn »erlierrn, bald verliere», de» von unserer innigste» Ehrfurcht und Arb« im Wettkauipfe umschwebten thenren Fürsten!" Wem der Himmel kein Wunder geschehen ließ, dam waren die Lage zezählt, die wir den Eblm, den Großen „Unfern Kat er" neune» llnueu — und auf Wunder hofften mir nicht, dmn die Lied« war zu groß, al» daß nicht auch di« schwarze Furcht, die bange Sorge ihr Recht behauptet hätte. Wir wußten e», daß wir nn» jeden Augenblick ans die Lund« gefaßt mache» wüffe«: Kaiser Friedrich ist entschlafen I — Und doch al» m» diese Kunde traf, da «erließ un», da fehlte na» die Fassung; al» da» stet» Befürchtete, Erwartete al» «»„.'tröffe» gemeldet wurde, da zog nn« die eiserne Hand de» Schmerze» wie mit glühender Klammer da» Herz zusammen, da sank, wie von Lähmung getroffen unser Arm, da» Haupt zuckte rückwärt» var Schreck, al» wäre ei» Unmögliche», ein Nichtgeahnte» geschehe» und nur allmählich ttate» die lindernden Thräue» in da» Luge. E» war Selbsttäuschung, daß wir die Hoffnung anfgegebnr hatte». Di« Liebe war zu groß, al» daß wir un» von der Hoffnung früher hätten ganz trenne» können, ehe sie «n» durch die unerbittliche Hand der Wirklichkett entrisse» wurde. „Friede; Friede, de» Nahe» und de» Fernen" — Da» war der Gruß, der au» der, ach, erst von 3 Monaten erlaffene» Proclawatio» unsere» Kaiser» Friedrich jubelnd hiuau»zitterte in da» deutsch« Vaterland: „Ein jeglicher unter meine» Unter» «hauen steht meine« Herzen gleich nabe"-jetzt kommt da» Echo düster und wrhmüthig zurück: „Friede, Friede von b» Nahen und von dm „Fernen"-und «ou den „Fernen", von de» Schichte» de» Volke», die de» Throne räumlich und de« Rang nach ferner stehm. »»» dm Schichte» de» Volke», kling« diesm wehmnthsvoll« Frieden»grüße aufrichtiger md inniger, al» von dm „Nahm". Da» ganze deutsche Volksleben war der Garten für welchen Kaiser Friedrich fich al» Gärtner von der Bor» «ehung bestellt fühlte. Jede» Beet in diese» herrlich« Garten sollte von Ihm mit gleicher Sorgfalt und Hingebung gepflegt werden. I» alle wollte er mtt edler Herrscher- Hand die schönst«, die reichst« Saaten streuen. Wie gewiffmhaft hatte er fich für sein« königlich« »ud kaiserlich« Sämann»»Beruf vorberettttl Iber, ach, e» war ihm uur vergönnt: „Jo Thuine» zn säm" nicht: „In Jubel z» m»t«1" „In Lhräneu!" — Den», ach, schon nagte der Lode»»nrm an der Wmzel seine» Da» ftttw; schan war die «rast geschDächi, Mt Hänmkmft de« Holde, in d» »nhmreichst» SchGchte, der dattfch» G«. schichte, »l» „Unser Fritz" fein» h»h,n ^taunv-veruf" anirat. Ich. „brr, war die ZM nnd die Irbett so gmßs" Iber nufer Kaiser Frichrich gehsrir ,, dm Gelten«, die anch für ludere «rate» und darnu in Lheän» säe, — die nicht fanden, «öer Pflicht entbrmte, z» setth wenn die Vorsehung ih«, du» Ai» znsendct und, chm In^nttt, Thrknm zerfließ« läßt. «Äser Friedrich betrat dm Thron .in Thräna»", ader nur um d» letzt« Rest fein» Kraft mf de» Alt«« de» Vaterland«» )i »pf,wn. — Und «hat.in Thritem Santen zestrent". krifftche, «esunte, wen» auch vorlSnfig. dm» die Llott war zu kurz, »r wenige. Iber diese wenig» werd« ketw« nnd in Sa»« schieße», die dann wieder weiter al» fmchSare« Keime fich rutsalt« »erd«. So werd« sich, obgleich de» .Sämann»" Hand erlahmt fft, die Samen durch ihre innere Lebenskraft vervielfältige» und wie nnsere alt« Weis» von Jacob sagen: „Unser Stanmvater Jacob ist nicht cestoib«. er ist zwar einbaksamirt, «g stad zwar Klag« über seinem Trabe augestimwt, seine irdische» Reste sind zwar in dieTcd« grbrtttt worden, ab« di« Saaten, die a ans» gesttent, sind nicht tot, und so lang« diese leb«, kann «au nicht sag«, daß der Sämann gestorb«."") — — Wie die Sage von einem alt« deutsch« Heldmkatser, »ud gleich« Ramm» «it unsere« jetzt ertschlafm«, sagt; so könn« wir von unsere« Kaiser Friedrich sag«: „Er ist niemal» ge», störten. er lebt i« unterirdischen Schlosse, tm Grabe fort und sott!" Dean die Saat«, die er au»g,streut, find nicht gestorb». «ad in den Saaten lebt der Sämann. So wird «nser in Gott entschlaf«« Kais« Friedrich, wa» « „in Thränm gesät" auch „in Jubel" ernten." Inch hi» ans Erd« war ihm die „Ernte" nicht ganz versagt: « hat Liebe »eerutrt, »ad wie innh war di« Ernte der Liebe, die uns« Kais« Friedrich „in prächtig« Garb»" heimtrng! So viel tiefe, aufrichtige Lieb« de» Menschen» Herz«« ist vielleicht nie eine» Fürst« «atgegeagebracht Word«. Für dm großen Entschlafen« war da» die werth» vollste Ernte! Dm» Kais« Friedrich tsvßte «in Herz, wußte den Menschen, an sich, z» schätze». — Die edelste Ernte ab« steht »och in der Znknuft bevor: in den edelsten Saat« die „Uns« Fritz" al» Vater 1» da» edelste Beet gestreut: in da» Herz seines Sohnes» seine»' Thronfolgers, unseres Kaisers. Wilhelm EL Wem» diese Saat« herrlich nach de« Sinne des erhaben« Sämann» fich entfalt« ,»d Früchte >rag« — — dann ist uns« Kniser Friedrich nicht gestorb», bamr lebt « fort in seinem erhabmm Rachfolg«, ans«,» in da Fülle da Jugmdkrnst stehend« Kais« Wilhelm EL Kats« Wilhelm 1L übernimmt, aeb« dem dentsch» Kaiser» »ad dem preußischen Ksnigs»sthr»«, noch ei« reicht», edles Väter-Erbe in dies« Liede de» klolkes z» dem i» Gott, entschlafen« kaiserlich« Bat« und Großvater. Siebt es ein» fester« Grund für «in« erhal»«« Thron, al» die Liede des volle»? Wie glücklich wird sich das deutsche üwll schätz«» wen» es seine große Liebe gn Kais« Friedrich und Kaiser Wilhelm L «orro mn omiri jj: e A