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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Welche Mt Wahlthat der Kilttli genieße». Ob die ma< •fträf« fUtml blhttta Me V^aiMx datr trllcni -ttEahl Nicht grikttre, »der »d e« m AnfnaPnsaestlche», •» Bewerber« Gefehlt hat. hierüber giebt «ns selvftverstüNrltch Me mrltegend« Rechnung keine Ansknnft und »erd« »ir »«hl selche erst von einem der Nächsten ausführliche» Jahresberichte ju er «arten haben. Jnz»isch» wünsche« »ir der schäm« Anstalt et» fernere« Gedeihe« «ad ei« »euere Entfaltna« ihrer sezensr eichen Thättgkrit. E. 9I»fla»b. fdittht]. Dem .Przeglad" infolge sendet» die Stadtvertretung von Kamieutec-Podolskt Um Abvrduung nach Petersburg, «m die Regternug zu bitte», den Aus- »etsnugsbefehl g,gm dl: Jude« rückgängig zu machen, da in Folge der Judeiiauswetsuugeu der Grnadbefitz derart ent- »erthet »ürde, bah die Bürger von Kamteutec nicht iw Stand« seien, ihre ZahlungsoerbindlichleUen zu erfüllen und ihre» Verpflichtungen gegen de« Staat nachznkommen. Ingnfl»»« (Gouvernement Gnwalki). dm 22. Mai. Ich schertbe nnter dm nomitteldarm Eindruck eines bet «ns vorg-follmen Unglücks. Unser« Stadt die sich noch nicht ganz erholt hatte von der Feuersbrunst i« Jahre 188 t ist wiederum ei« Opfer der Flammen geworden. Heute Mittag mtstand Feuer in t rn Speicher und j-tzt — nach vier Stuntm — ist der beste The'l der Stadt in eiam Schutthaufen vervavdelt. Während ich dies« Zeile» schreibe, ist es noch nicht gelungen, das Feuer zu lokalistren, ober es ist Snssicht vorb"«den, die« zu erlangen. Der Schadm wird auf mehr d>nn Hunde, ttaustnd Rudel toxirt; 75 Häuser find abaedrannt, 150 Familien sind oddachslos— fast ausschließlich Juden. Schnelle Hilfe von Nahm ist dringmd uüthtg. Gaben nehmen entgegen d e Herren: David Marc uS oder L. Glückstein, hier. I. Tombacher. Vermischte »nd «eueste K«chrich1e«. Merlin. Die Miuist.r des Innern, der Justiz und des Snltus habm ei« Verfügung an di« Reuiernugspräfidente« erlaffm, worin als ungulässtg bez-ichoet wird, wenn jüdische Lultrsbramt« über di« Vornahme einer sogeuanntm rituellen Scheidung Mischer Ehelmte und über die rituelle Zulässigkeit der Wiedrrverheirathang eine Bescheinigung anS> stellm ohne entweder sich zu orrgewifferu, daß die Ehe durch rechtskräftiges Urtheil getrennt ist, oder aber in der Bescheinig«»- ansdrilcklich hervorzuheden, daß die sogenannte rituelle Scheidung für dm Bestand der Ehe und die gegeu» seitigm Pflichtm der Eheleute ohne civilrechtltche Wirkung ist. Es »trd dabei namentlich auf die schwerwiegmdm grrthümer hingewiesen, in welche Standesbeamte durch solche escheinigungrit versrtzt «erdm känntm. Gharkattmärirg. Ihr geschätzter Torrespoudmt ans Berlin'in voriger Nummer d. Bl berichtet über die Zustände in Eh«rlotteudurg aus eigener Anschauung; da er aber nur einm »hochgchtbarru" Jsrarlitm gesprochen und um das pro und ovutr» sich nicht bekümmert, so ist seine Schilderung nicht ganz objektiv und daher unrichtig. Das Betlocal ist i» der Thal unzulänglich, d. h. viel zu geräumig, und vielleicht auch viel zu schön. Es kommt am Freitag- Abend kein Mensch zur Synagoge, am Sonnadend früh etwa 8—10 Männer, und wenn der Weg mit Rose» bestrmt wäre, es würdm Nicht «ehr erscheivru. Al« Schullocal steht de« Religionsvereiu das Local der städtischm Töchterschule zur verfüg»»«, das aber nicht bmutzt wird, »eil gar zu wenig Kinder komwm. Der Hu»d. welcher die Tochter des amtirrndm Predigers gebissen, — was übrigen« auch auf einem audereu Platze hätte pasfirm könnm — ist dm Eharlotttnenrgeru nicht gefährlich und er hält ««der vom Synagogen- »och vom Schulbesuch ab I — Schreiber dieses ist wahrlich kein Lodreduer des Berliner iS« staube», aber hier muß er doch bekenne«, daß di« Berliner Gemeinde vollständig ihre Pflicht erfäslt. MU einer Subvention voa 2400 Mark pro Jahr Sun« alle Bedürfutfse des hefigen Religionsvereiu« bei sparsamer Berwaltnug web allsettigm Strebm »och Einigkeit vollständig gedeckt werdm. Wr«»ufch«ig. Auch hier find in dtrsm Tagen zu« ersten Mal aattlemilische Agitationm hervorgetreten, indem «au bet einer Stadtverordneten»»-! nnter dem Rufe »Hie Jude! Hie Si»risti' euen Saudidaten jüdischer Soufessto» bekämpfte, welcher tu alm ikreism, in welchen er geschäftlich wie gesellschaftlich verkehrte, allgemein geschätzt »trd.' Judeffrn unterlag der in einem auonymm Rundschreiben ausgestellte antisemitische Saudidat utt 37 gegm 62 Sttmmm. A. L. -reiche» 9. Juni. (Oe.-Sorr.) In gestriger Hauptversammlung, des köaigl Landgericht« wurde der bekauntr antisemirisch« Sadtverordaete, Banmeister Hartwig (auch v-rflofsener Reichst,gsabqeordueier für Dresdm-AltstaM) wegm Beleidigung des tStodtverordneteavorstehek« Geh. Hofrath Ackermann und des Stadtverordaetm-Schrrstführrrs Kaufmann Wigandt — durch Abfassung resp. Beranlafluag zweier in der antisemitischen „Dmtschen Wacht" (hies. Wachenblättchen) erschienenen Artikel: »vis hierher und nicht writer, ein Nachwort zu dm Stadtverordnetmwahlm", sowie,H o f r a t h und Judeng enosse"— zu einem jRonat Gefän gniß und Tragung der Kosten erster und zweit« Justanz sowie 18-tanntmachung de» llrih-ils im .Dresden«, Anzeiger" und der »Deutschen Wacht" verurtheilt. Als vereidigt« r Schriste»vergteick»er war der nunmehr an die Stelle, seiues kürzlich vei^tvebenei Vaters Lm» Guth. Hr. Kalligraphie« lrhrer Guth braftn. In» de« Megternngoäeztrt Gaffel. E» ist wohl allbekannt, leider uur zn sehr bekannt, daß Marburg die Hauptstart der Anttsemitm in Hesse« ist. vom Schusterjuugen. der — rin Judenltrdchm pfeifend — durch die Straßen schlendere, bis zu« Professor, der »vom Katheder herab seium arisihm Hörer» einm Vortrag hält über die Schmarotzerpflanze des gkmlttsmus, die au dem Safte des reinen Germauentbums zehrt", ist alles in dieser Musmftadt vom Gifte de» Aittisemtlismns dnrchtränkt. Und doch hat der löblich« Ausschuß der jüdischen Lehrer Hessens beschloffm, die bevorstehend: Jahresversammlung dort adzuhalteu. In der vorjShrigm n>ar Hunan zum diesjährigm verfammlungsort gewählt, aber lm in dirstr Stadt im kommeodm Herbst der hessische Lehrerverein taqt. hat man von derselbm Abstand amommerr und — Marburg zum »Stelldichein" rrkorm. Welche Motto« dm löblichen Ausschuß dabei gekettet habm, weiß ich ittcht. vielleicht will man Quellmftudtm über Bökel'schm Antisemitismus machm, oder man will de» famosm Sollegm Feuaer persönlich kennen lernm, oder — doch genug, ich kau» nnr vermuthm, aber ich weiß es nicht. Wenn aber mei» unmaß, edlicher Rath etwas gelten würde, dann ließen »ir Marburg Marburg sein, und »ähltm eine ander« Stadt, jetzt ist dazu noch Zeit. oft. Zmfferda». Hier i't, wie da« ,J»r. Organ" schreibt, da» Gerücht verbmtet, daß Herr Rabb. Dr. Ritter in Rotterdam für die vacant« Ooerrabbinerstelle in Hamberg in Aussicht genommen sei« Bestätigung ist abzvwinteo. GaNfsrnie». In Sun Lrandro haben sich di« dort »ahumdm 5 jüdisehen Fauilieu zu einer Gememde constituirt und eine Syaagoqt gebemt, deren Emweiyuag Rabbiner M S. L«»y in S)akland vocnahm. Imerita. Der erste Julius Hallgartm-Preis von 300 L. St. für das dein Gemälde eines Amerikaner von dm Bereinigten Staate», der das 35. Jahr noch nicht erreicht hat u^d lieht Mihzued der National-iktademie für Malerei ist, wurde unser« Glaubmsqmossm George de Forest Brusch stir sem Gemälde ,Biloh«er und Künig" znerkaont.

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