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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 22. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 22.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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ftrrife, fettbm: in Berlin. rab hatte sich auf sei»» Kitter* gut Pr. jährlich eüüge Mal auf »«ige Vach« raf, s» daß et »ob kn rfcscfin <£inrid)tragen der hiesig« Shnagagmgemeinde nich" d« gerinjff!» Bartheil genieße. Der Beklagte »endet« ein, daß der Kläger in seinem Schlaffe zu Pr. fortwährend eine eingerichtete Wirthschast besitze» sich jährlich verschiedene Mal einige Zeit, im Sommer rtgel« mäßig mit seiner Familie nebst Dienstpersonal mehrere Monate dort anst «Ite rad die Landmirthschaft leite, mtthin auch in Pr. einen Wohnsitz babe. Der Bezirks - Ausschuß zn Stettin erkantte am 25. October 1887 de« Klageanträge!>e«äß; derselbe nahm ao. daß der Kläger »ohl zeitweise einen Aufenthalt, jedoch nicht sein« Wohnsitz in Pr. habe, vielmehr der!Hittelprakt seiner geschättlichen Thättgkrit rad seiner Lebeusv nhältniffe in Berlin sei. Ans die Berufung des Beklagt« erkannte das Oder-Ber»altungrger>cht (II. Senat) nach statt gehabter Beweisaufnahme am 15. Mal unter Abänderung ler Boreutscheidung auf Klageabwesiung; der Gerichtshof rühm an. daß der Kläger in Pr. einen zweit« Wohnsitz habe, also d« Beitrag zu zahlen habe. L Saga«, 22. Mai. (Or.-Eorr.) Die Takttt der internationalen Juräophobie besteht bekanntlich darin, Mängel einzelner Jude», so viel und so oft als möglich in die Oeffentlichkeit zu zerren, die Tugenden derselben aber so viel und so oft als möglich zu vertusch«; oder aber die Fehler d« Juden und d e Borzüqe dem Menschen zuznschreiben. Ein lchr lehrreiches Pröbchen von dieser Taktik lieferte vor Kurzem die durch ihr« Jud«haß berüchtigte „Konwje Wrewja". In Berlin gastirt fest einiger Zeit eine russisch!- Opern» truppe die mit der russisch« Rational-Oper „SKia'nj »» 2arj'a" (DaS Leben für den Kaiser) Aufsehen erregt. Als das Auftreten dieser Künstl-igesellschast in Berlin bekannt wurde, beeilte sich das obengenannte Matt, die Parole anSzngebm. daß, )a der Direstor Ljnbimoff. sowie die Mitglieder Medwjedeff, Michajloff, Tatakoff u. A. Inden sind, die Truppe gar keine russische, sondern eine jüdische sei, und schloß schad«fioh und höhnisch . . woll« d« Erfolg abwarten." Dal heißt: wird die Gesellschaft reüssir«, dann hol' sie der ftiriud, fällt sie durch, dann wird man sich in die Brust werken und aus volle« Halse lärm« käunm: »Seht, söget« sich die Juden für Ruff« aus rad schänden Rußllwd, die russische Kunst, das ganze russische Volk tc." Ru» aber kann die,Rowoft Wremja" ruhig sein, denn der Erftlg der Truppe war und ist etn großartiger; die Ausführung« werdm gerühmt und selbst die Leistung« des Chores, der sich fast ganz aus Jud« rekrutrrt, anerkannt. Und de „Katooje Wr." ist «big, sie ist verstummt, bau für sie ex für« um die Juden, über welche «au »eidsich schimpf« Iran — aber Juden loben! . . nicht um die West! Das ist der Grundsatz des iniernaiional« AntisemittsmuS. ^larrsrnfs. (Gründung eines isr. Waisen- Hauses.) Sonntag d« 20. d tagte hierselbft eine Delegirten-versammlnug der badisch« Gemeind« Zwecks Eon» stttnirung eines Landes-Bereios für Berpflegnng und Erziehung israel. Wals«., soweit die staatliche bezw. cowmunale Fürsorge hierfür nicht ansreich« sollte. In anerkennenswemher We-se hatte Rabbiner und Synagogenrach van Bruchsal hierfür die erftrderlich« Vorbereitung« getrost« und konnte somit der Bersommlung ein« fertig« Entwurf van Be>eins» Statut« vorlegen, die dann unter der umsichtig» Leitung des hiesig« Sndt- und Lonferenz-abbiners Dr. Schwarz nachmals durch berath« wurden» nachdem schau vorher van Bruchsal ans ein lebhafter Meümngsanstansch darüber mtt d« verschiede»» Vertretern der Gemeind« ftattgefunden. Bruchsal ist der» auch für die nächst« 5 Jahre als Vorart für d« Verein erwählt rad der Beschluß gefaßt worden, daß, sobald der Verein tel 8eb« getreten, auch schon in kn erst« Jahr« je nach der Höhe der dem Verein «fließend« Mittel ein Anfang mit Aufnahme rad Uuterdringnng isr. Waisenkinder Dmtächr »erd« solle. Die Gründung eines Waff«hanses ist gleicher Zett in Anssichi ainimmen ward«. . Da der festgesetzte vereinsbei'rag die beststtdene Summe »an vier Mark nicht übersteigt, so steht zmmsi bei der Hetligkrft und Gemeinnützigkeit der Sache zu erwart», daß der Verein sehr bald mit einer großen Zahl von Mitgliche« ins Leb« tritt. Wa» HUcknr. 22. Mai. Die israilittsch» Gemestch« leid« in n«erer Zett wieder ärger unter der Plage des Schnarrerthums. von allen Seiten komm« Re Bittsteller und auch in Bettelbrief« wird das Mbglichste geleistet. Ein kostbares Stückch« dieser Art kam jünzst in einer unserer Gemeind« vor. In der Sitzung des Kirchengemeinderathes verlas der Vorstand ein« Bettelbrief, »er .eiageschried»" angekommen war und deff« Inhalt folg «der«aß« lautete: Herrn veistemd btt »emeinde M R. vor 14 Zifin habe Ihnen einen eingelchriedenen Vlies geschickt nm Untvftstznna. Obgleich ich. 80 Ps. Hort» dma» gewendet, hebe nicht« hekowmen. Ich wende nochnulle SV Hs. Hort» d-nn und «siche tun einen veiteng, besten ich sehe beMrftia Mn. «eilte ich »der wieder keine «nUlwrt erhalten so Mt» ich ginn den, Ihre Uaterststznng werde nns wr dlost znrsckdehalten mtd muh bei« Posewt Untersuchung enstellen lasten. Js» v«leste mich nls» darens. bah ich «eld «helle, oder ich komwe Frei»« selbst. Der Brief war ans etara 20 <Stnnt«n «ifernten Orte dattrt. der Unterzeichner Niemand«, bekennt. In gerecht» , Erttrüstung über die Art der Bittsteünng wurde sofort ge» antwonet: Ans Ihr Schreiben vom »orgestiioen erwidern wir Ihnen, best uns so wo» noch nicht twrgekontwen ist. Mt verzichten nns Ihren Besuch und schicken Ihnen hiewti in vteesen 8 H., naUtten nnd aber weitere derartige Schreiben- Da Synoqegenrnth X. Nachdem dies erleRgt war, wurde weiter berrih«. — Es kam ein Schreib« des «n« Nabbtttatsrerwesees zur Verlesung. daß er nächsten Freitag mit dem Mtttatmzng rttrtteffe, am Samstag predig« rad Sonntag Re Neügiansprüfnng adzuhal'« ged«ke, »au möge, falls ttg«d Umstände die Verlegung auf spät» «ttnschenswerth erschein« last«, Res nwgeh«d »oz-igen. Da solch« Gründe «sicht Vorhand« war«, wurde de» Geistlich« sofort geawwortet: Hochgeehrtester Herr! In hdsl. Srwiebernng Ihres vetgestsiam Geehrten heißen wir Sie her»lich will kommen nnl» «erde e-wir nnd die sthre geben. Sie streitig am vahnhofe absnholen. Asel Nettere dleist der persdelichen vesprechmtg »ordehnlten. Hochochtnngroest da Sst» vollzählig fand sich am Freitag d» Shaagogenrath-. ans ftchs Mitgliedern bestehend, ans de» Bahnhaft ein. Dem Zug emstieg ad» kein Geistlich», sondern eine Gestatt nsit sehr ftagwürdigr« A«ß»n, dtt sich sofort zu R» erstaunten Nälhrn w«d»e, häflichft für Re Etüladweg dankte rast dar, darod verblüfft« Männern das tttzte Schrisib» eatgegatRett. Da ging d« He»« ein fürchterliches Acht über das Ausbleiben des Rläbiners auf: die Antwort« war« beim Earr» aertteen verwechselt worden. Was d« NaRämr zu Rn drei Mark in Mark» und de« ihm gesendeten Schreist» für ein Gesicht gemacht Hab« mag, läßt sich ledhter barten» als beschreiben. Natürlich wurde d« Jrrlhnm sogleich telegraphisch aufgeklärt. Dan Schnarr» hat es ab» nichts geschadet. ' Di« Gemeindeangehdrtg« had« üder das v»- sehm ihres vtznagagrnraths »eidlich gelacht und dar Schnorr» gut defchentt. lk. Pten, 27. Mai. (Or^Eor.) V« Arlsschnß des Adgeordnetenhanfes, d» für die vorsterathrorg daß Re Nege, lnng d» äußer« Rechtsverhälüt'ffe d« Gr. Nel igitedsgesell* schaft betreffend» Gesetzes eingefttzt »nrde, ist endlich bei dem »ielbernf«» Paragraph 9 ringriragt, der im Geaarstand der Petitton» von Barstünd» und Nabbttnr» bittet. D» Ausschuß des Abgeordnetenhauses hat gleich »an verrate Hanse Re Faffrrng d« Negternngsvavlager ,3nr «utnng. kr EnltnsangRegenhett« ist Irr jest« rnlvMgMRndk ei» Vorstand zu bestell«' verwarfen, «bwahl Reft Faffrag in all» Peittion» kr Bvrstänk dringen» anpfsthte» ward« war und im «nsfchnfie selbst van k» varfiandidpräft« kr Brünn» Gemeinde de erster stint« besürmartri mnrst«. Mtt diese« Ergedrriß stritt steh anch kr l

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