Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 20.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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t Permifchtr u»d nrtt#fU Hl«chrich1e«. Werkt» Auch di« v:rweiflichsten Hindlungen der An'isemiten werden m der gutgesinnten Puffe beschönigt. So folgert die „Kreuzztg." aus dem vertvo flichen Treibe« de« 8 schwerem Stnln verurtheiltea Antiscmten Schönerer in ien nur. daß eine solche „Erscheinung unmöglich wäre, wen» die Juden r» richt trieben, wie sie e» ebm thun." Die ,,Kreuzztg." stimmt auch mit der „Kilnischen Zte " darin überein, daß die Berurtheiluvg Schönerer- .,zur Kräftigung 1>r- Antisemitismus" dienen werbe, nur werde sich derselbe mehr .Boisicht" im Auftretcn und in der Au-druck-veise an» acwühnen. — Was würde wohl die „Kciuzztg." sagen, w:nn Sozialdemokraten etwaähnliche» zur Last fiele, wie jenem Schönerer? — fragt mit Recht die „Friäs. Zig." Werkt«. Bei dem jüngste« Ordenregen sind die HH. Sanilät-rath Dr. I. Blumeuthal und Regierung«rath Löwrnherz (beide von hier), sowie der Geh. Medicinalrath Prof. Dr. Hermann (Königsberg) mit dem rothen Udlerorden 4. Kl. bedacht worden. Au» Kamturg schreibt man dem in London eischei« nmden neuen Blatt „Jew. Standard", l>a» den orthodox:» Jntcrcssen d'enen soll, über die Besetzung der Oberrabbinerstelle Folgende-: „Die hiesige jüdische Glmciude ist noch in tiefer Trauer um den Tod ihre- Oberrobdiner» De. Stern. Mehrere Bewerber um den erledigten Posten sind schon in die Arena eingerück'. Au» Pcivatmitthril ungen erfahren wir, daß der Oberrabbiner Dr. L oeb in Altona die meiste Au»- sicht haben soll. Wir glauben dagegen, daß die geeignctste Persönlichkeit für diesen Posten Herr Dr. Selig Auerbach, Rabbiner in Halberstadt sein würde, der auch mehrere Jahre al» Schuldirektor in Fürth gewirkt hat." Z>üffekdorf Der B.iein zur Verbreitung und Förderung der Handwerke unter den Jude» fielt hier im Hotel H ck zu Düsseldorf siine ordentliche Generalversammlung ab, m welcher zunächst die BorstavdSwahl vorgenommen wurde. Den Schwerpunkt der Versammlung bildete die gleichzeitig veravstaltete Au»st«llung von Lehrling»a, beiten, welche zahlreich beschickt war. Für die Güte der eiageliefertm Arbeiten spricht der Umstand, daß dieselben sämmllich von anwesenden Blsuchrrn und zum Thetl al» Prämien ang'kaofr wurden. Der Bertheiluna der letztere» ging eine Ansprache de» Herrn Rabbiner Dr. Wedell voran, der dm sittlichen Werth der Arbeit prie» und dem Borurtheil entgegentrat, al» ob da» Judrrthum diesen Werth nicht zu würdigen wisse. Redner vertheilte hinauf di« Prämien und schloz, nachdem er de» doHingeschiedenen Kaiser» Wilhelm gedacht, mit einem be- (geistert ausgenommenen Hoch auf Kaiser Friedrich die Berammlung. Kstßr«» O.-S., d. Mai. Ein schörer Zug vom Herrn Fülstb schof Dr. Kopp wird hier erzählt. Al» der hohe Herr vor Kurzem hier weilte, war tie Stadt aus da» Prächtigste auSgrschmückt. Ka'holiken, Evcngelische und Juden hatten im edlen Weites ihren Häusern «ine» schönen, würdigen Festschmuck angelrgt. Ganz iresonder» trat abrr da» Gebäude eine» Juden hervor, auf welchem unter Anderem «in Willkommengruß in hebräischer Sprache angebracht war. Dem Herrn Fürstbischof fiel die» sehr angmehm auf und er ließ den jüdischen Herrn zu sich bitten Nachdem er sich längere Zeit mit ihm unterhalten, und ihm für die Aufmerksamkeit berzlichst gedankt, ertheilte er ihm in hebräischer Sprach« dm Segm. fRi|. Ktargard. Bei dem am 1. Mai gefeierten 2vjäh,. Amtsjubiläum unsere» Rabbiner« Herm Dr.Braun rmrdm demselben seitm» der Gemeindevertretung, der Schule» und diverser Wohlthätigkeitöaustalten viele Aufmerksamkeiten (Ndreffm und Geschenke) zu Thril. Und« dm Gratulanten »»arm a»ch die evangelische« und kathvltschm Geistlichen erfchtme». , Msich. Währmd da» französisch« Parlammt willkürlich H«W Radd»e»H«mi»ar z« P«t» die G»bv«»t1»» entzieh»« wist, hat die Provinzialreiierung de» Elsaß in ganz entgegmgeseister Weise gehandelt, indem sie den Staat»deitrag für die Studirmden der jüdischen Theologie in Straßburg um 1000 Mk. erhöhte. Der Secretair de» i»r. Loosistorium» in Straßburg, Herr Asch, erhielt bet den jüngst verliehenen Auszeichnungen den Krouenordeu 4. Kl. Mm. Der Ot«rstab»arzt 1. Kl. Dr. Michael Waldstein wurde vom Kaiser zum Generalstabsarzt de» vsterr.-ungarifchea Heere» ernannt; e» ist die» der erste Fall in Oesterreich, daß «in Jude zu einer solchen Rangerhöhung (Generalsrang) gelangt. (W. stammt au» Böhmen und steht im 45. Lebensjahre.) Waris. Edouard Drumond, der bekannte Verfasser de» „La France juiye“ ist gänzlich von der Bildfläche der Pariser Grsrllschaft und der französischen Preffe verschwunden. In jüngster Z-it indessen erschien er plötzlich einmal wieder in errer Arbeiterversammlung in einer der Borstädte und versuchte hier zu sorechen. Kaum wir aber sein Nrme genannt, ol» eine Fluth von Schimpfworten, Flüchen und Dcohunaen so unheimlich und stürmisch sich über ihn crgoß, daß er sich eiligst durch eine Hinterthür davon machte. Wart». Da» hiesige »Journal de» Debat»" äußert sich in sehr heftig-r Weise gegen den General Bou laug er, der in einer Unterredung mit dem Acbeiterführer Aoronsard die Aeußerung gethrn haben se-: »Bor allem müssen wir un» von der Judenwirthschaft (juirerie) befreien." Da» große französische Journal schreibt u. A.: „Dem General genügt nicht mehr der Krieg mit dem Ausland, er will auch den heil. Grundsatz der religiösen Toleranz bekriegen. Wahrlich, die jüdischen Mitbürger, w lche da» Wohl de» Staate» und der Gesellschaft fördern, stehen unserem Herzen näher, al» Leute vom Schlage Boulanger»." (L« ist jedenfalls erfreulich, zu sehen, wie überall die „Arbeiter* Gegner de« Antisemitismus sind.) W«w»D«rü- Die die»jährige Session de» Bunde»« senat» in Washington wurde mit einem von dem Rabbiner der hiesige» portugiesischen Gemeinde, Dr. Pereira Mendez, gesprochenen Gebete eröffnet. (Dese Ehre war früher schon einmal einem jüdischen Geistlichen, Reo. Raphael, zu Theil.) Mittheilung«« betr. t>. IT. O. B. B.*) Magdeburg, 15. Mai. Scutt diese Blätter in dl« Hlnde uns,ree aesch- Leser gelangen, ist da» lieblichste und bedeutung«v»llst« unserer Fest«, dr» herrliche, von d:n Strahlen der über dem Sinai ausgeaaugenen Sonne dec göttlichen Offenbarurg beschienene Schvnm» auiftft be i un» elugelehit, «, last e« auch mit seinem reichen Inhalt i n un» »lukehtte! Diese» Test ist sü: tie Brüder unsere» Orden» von ganz besonderer Bedeutung, denn an Ihm ist dem jüd. Stamme seine hohe Ausgabe, sein» erhabene Mission übertrage« worden in de« Gotdeäworten: .Ihr sollt mir sei« «in Reich von Priestern, ein heilig Boll!" Und dies« göttlich« Aufgabe zu erfüllen, hat ja der Orden der L'a« L'rith zu seiner besonderen Mission gemacht. Priester sollen wir sein im heiligen D'eostt der erhabenen Lolletldee, Pr'ester im großen Tempel der Humanllä', Piiesttr, welch: dl« reine Flamme wahrer Bruderliebe aus de« Alter des Herzen» durch unermüdliche» Wohlthun nähren. Priester, welche de« Frieden und der Eintracht Opfer zu bringen bereit sind. .Und ein heilige» Bolt-, ein« G.'meinschest von Brüdern, welch« beständig an iqrer Heiligung, d. h- Veredelung arbeitet, Helligel und -die» anfirebt, von deren jeder in sein.« ttcclf* jo viel an ihm bemüht ist, die von unseren Soitbegnabeten Propheten »erheisten« «esstanifch: Zeit üer reinen lottere, kenntnih. d.-r Menstjenliek« hei betzuführen, »da Keiner dem Andern Bäst» thut auf meine« ganzen heiligen Berge" O, verllert diele» Ziel nicht an» den Auge», «Sa» der Staub de» Alltäglichen dt« goldene Aufschrist auf unsere» Panier nicht verdunkeln und da», wad den innere» Kern und da» Besen der Religion bildet» nicht durch Aeu-erllchketien verhüllt werden. HeUlaet Auch! rust da» Fest uns zu, entfernt jeden nnheiliaeU Gedanken nt» entern Herzen, jede» lieblos« Wort au» Eure« Man»», weihet Auch zu Offenbarmia»- ftätten de» Göttliche» nvb Reiumenschlich-nl »»ln. Die hier g,gründet« neue Loge, di« ca. 100 Mitglieder zählt, soll am 27. d M. infbüllet werden. ") E» ist fast üdersl itssig z« tanttbn, daß da» unter obiger »nbnsk Mvgemetlw tUwen issi Pellen Mrafttt ttäw und nicht »00« der Bernnvooeilichbtst d«r jmaüigen Ordens lest nag steht.