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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 18. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 18.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— I» einem eigenihümlichea Gegensatz zu den A»«- sthrunaru „Grashdanin" steh« aber eme Mtttheilung, 'nbo&t soeben au« Finnland eingetroffm ist. Dem zufolge h)tt bic Regierung de» Gouverneur von Nylend besohlen, t-Ctatt Th eil der in Hrlfiugsfor« lebenden Jaden ciujutündigeu, Poß sie innerhalb «wer gewesen Frist da« Land zu räumen TPabev. Diese Zeit, wüche ein Jibr nicht überschreiten darf, - »irb vom Gouverneur für jede« Individuum oder jede Fa- <»ille besonder« sestgestellt. von dieser Autweisnng find!r ««genommen Personen, di« in russisch'« Militärdienst ge. Hkonacn baden, deren minderjährige Kinder und an den jü- "rischen Gemeinden augrstellte Personen. Di« Anzahl der iu Isiugäfor« ansässigen Juden beläuft sich auf 471. Bon «n kommen 366 Seelen auf die Familien verabschiedeter ^russischer Soldaten. E« sind also 105 Personen, dir der "Ausweisung unterliegen. «»arlka. ' Htosto». Unsere Gemeinde ist sehr eifrig im Aohlihnn. ..»hltdätigkeitsvereine entstehen in Menge und unsere armen vMauben«genosien sind nie besser unterhalten und versorgt {Worden, al« jetzt. Wenn die allgemeinen Uaierstütznng«. «ustalten ihnen ihre Hilfe versagen, so klopfe» sie nur an die Thür de« Montefiore-Hilflverein«. de« Frmenverein« ,n »Birkur Chol'«" oder de« Damrnv-rein« für Ztäbarbeiten; ' noch der debr. Jüngliugrverein übt Liebe«werkr. besonder« ^dadurch, daß er Arbeitslosen Arbeit verschafft. In jüngster ^Zeit fand eine Versammlung angesehener Männer im Brrrau '^des Herrn Leopold Morse statt und konsttuirtr den -„Bolton Jewish Home Sooiety“, um von einem aroß« mtigen Geschenke de« Herrn L. Morse Besitz z.u nehmen Dieser kaufte nämlich ein prachtvoll-» Besitzthum, bestehend .nu» einem Wohngebäude mit 32 Räume» nebst 8 Moraen ...Lande« in sehr angenehmer Lage und zu »ckerbauzwecken ,'geeignet, für den Preis von 20,000 L. Sterl. urd schenkte na» ganze der jüdischen Gemeinde zu Wohlthätigk,i»«jmecken. «G» braucht nicht-gesagt zu w.rd-u, daß diese mit größtem iDauk da« Geschenk acceptirte und damit umgeht, e» zu einem für Alte und Schwache einzurichten. Die V-rwaltung sofort um Verleihung der Korporationsrecht' für da» errichtend« Heim uachgesncht. Mew-^orß. Den „American Hebrew* wird durch klegramm mttgetheill. daß Stöcker 32000 Exemplare Sonutagsrede, welche eine heftige Tiarde gegen Dr. ckenzie enthält, unter di« niederen Balksklaffrn »rrtheilt!. E« sei sicher sehr »eit »««geholt, feinem geistigen ll gegen die Juden dadurch Luft zu wichen, daß man nugreifk, der da« Lebe» de« Kaiser« rettet« (Gott l), welcher die Juden vor der rasenden Wach semiteu zu schützen sucht. (Daß Stöcker'« Sonni io großer Anzahl bet der niederen Brirvlkernug ^thetlt »erden, ist bekannt. da« gehört zu den Liet »«werten ftmrni Mtffion. daß er in einer dieser Reden gegm den ' chen Arzt lasgezogeu, ist hier nicht drkanut.) Ker«ifchte mtfc ntntfie W«chrichie«. WerNn» 28. Aprll. Da« Abgeordneteuhau« beschäftigt« gestern mit der Petition de« jüdischen Lultuubeamten »» 8del in Gö litz, welche« dt« Aufnahme in den fischen Staat«»«'band zugesicher» war. wenn er die Eat- I««g als österreichischer Uateriha» Nachweisen könnte, «se Znftqe wnrd: später nicht erfüllt und der <iultutete hat sich beschwerdeführend diesrrhalb an da« Adqeord- »hau« gewandt. Dir Dtskusfiou bewegte sich «m di« Fragen, ob der Petent als Ausländer überhaupt da« echt Hab«, und ob da« Adgeorbnerenhan« sich mit (Pktitton eine« solchen befaffr, «üffe. Bejchm!, beontdtr Abgg. Zelle, «intelen. Dr. WNedtherft und dt.se Frage«, während dt« eonseroattve» Ridner sie pernetuten. Schließlich »nrde jedoch de« Anträge entsprechend, die Petition her Regier »«« ißt Erwägung überwiesen. Regiernnggseitig war nochmalige wohlwollende Erwägung der Petition zugesagt Word«». Leipzig» 30. »pnl. «Mich ist vie «abbinerkeisi» tatsächlich beendigt. Ja der gestrigen Sitzung der Gemeinde- Vertreter erhielt der letzte der Probeprediger, der in vor. Nr. genannte Hrrr Rabbiner De. Porge«, die Majorität der Stimmen. lAokfentzüttek. Au Stelle de» verstorbene» Dr. Rasenstock ist zum Direktor der hiesigm Samsonschule Herr Dr. Lach au au« Frankfurt a. M gewählt. Derselbe tritt am 1. Juli sein Amt an. Meiningen. (Or.Lor.) von hier ist ein erftenlicher Fortschritt auf de« Gebiete dc« Religionsunterrichte« zw melden. Bo« neuen Schuljahr an ertheilt der Landesrab» biaer Dr. Dessauer t« herzoglichen Gymnasium hier de» 14 Jahre alten Gymnasiasten und Realgymuasiasten bi« zur Prima dieser Anstalten hinauf höher» Religiondnnterricht. Die herzogliche Regierung hat in ihrer bekauuteu tolerante« Grfiuning diesem Unterricht nicht nur die möglichste .Förderung und Unterstützung", sondern auch .eine« ansehnliche» Lheil au der dem Herzog!. Laadrabdinrr für den Unterricht zu gewährerdeu Renumeratien. ungefähr zwei Drittel, z» übernehmen", zusagt, »ährend da« übrige Drittel von de» i»raelitischen Gemeinden »ufzubringe« ist. Wirlienfekd. Die diesjährige Hrupwersammlnag de« Verein« itrael. L'brer Südweft Deutschland» findet am 20. und 21. Mai zu Trier im Hotel Blum statt. Beaina a» 2-1um 1 Uhr Mittag». G qenstände der Taqes-Orüaung stad: Jahrelbericht und Borstaadswrhl. Ueberbürduna der i»rael. Schüler durch die Religion»schule (Naßbaum-Gittlich). Der Unterricht der 2 ersten Jahrgänge in der Reliaions« schule (Heß Neumagen. - Au» der Birkenftlder Specialkonfereng (Brum-Sätern). Dmerse Anträge und freie Besprechungen. — Anmeldungen sind an Hrn. Lehrer Nußbanm«Trier zu richten. Den Harren Theilnehmeim ist während der Eoafernz» tage kostenfreier Aufenthalt in Aitstchi g-stellt. Mit der Besetzung de» Rabbinat« von Veson durch H.-rra Schuhl sich jetzt alle Braud-Rrbbinate m Frankreich besetzt. Nur einige G nnei«de-?!abbinate stad vakant: Versailles, @t Stiemte urd Bilencien e». Außerdem soll eia Grand-Rabbinnt kür Ta ti» geschaffen widen, für welche» M. Netter ia Mä»4ih iu Aussicht genommen ist. Hforl» Die unentgeltliche Bertheiluaa von Mizzath an armer Äraelite« hat mehr al» 20.000 Kilo betrag«. London. Bezüglich der an den Kaiser Friedrich voa den Inden England» gerichtete t Londolenz'chceibea» (s. „London" in Re. 16) kam am 18. d. M. in einer Schaag de« „Board of Deputtes" folgendes Schreiben zur B.-rlesuag: „Der Sttretair der deutschen G.-sandschift beebrt sich, Herrn A. Löwy, Seccetair der Aaalo-Jewisch Affossiatioa mttzutheilen. daß da« Londolenzschreiben de« „Anglo-Jewish Assosstatioa" und da« „Board os D puties" der brttttsche» Juden, begleitet voa dem Schrieb,:» d » Herrn Lewy dd. 30. »lt., Sr. Majestät dem Kaiser Friedrich gebührender Weise vorgelegt worden ist und daß Allerhöchst derselbe sich tief gerührt fand durch diese« Zeiäzen der Thetlnahme. Deutsch« Gesandstbaft Loalon. 13. «pol 1888." Itatle» Der König hat den berühmten jüdische» Schriftstellei: und Dichter Srtvion« Eontini, von welche« er die Widmung der Novell« „Geschichte eine« Herzen»" entgegen genommen, ia Andtenz empfange». König Humbert unterhielt sich über »ine holde Stund« mit seine« Besnche und v-rstchestr ihm »ederholt. seine» Wohlwollen« g-gen bst jüdischen Uaterlheruea, deffen sich dieselben durch ihre vo-züalichen Eigenschaften würdig zu machen wüßte«. Herr Eontini erhielt den Kronenordrn, durch welche« airch Baron Franchetti. Komronist der Oper „Asrnel-. ««»gezeichnet wurde. Penn». Herr Adolf Bingen, Barftcher dw jüdische« Gemeiad«. ist vom Könige zu» Ritter de« Kronen» oeden« ernaant worden.

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