Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 16.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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fflr. liie religiöser uud foriölen Juteresse« des Judenthums. Ull*> MT »a .«IIM«,»- 4 m SctasflMitli^cc tUbactatx mb Herau«geber: Rabbiner Ir. Ak. Lahmer in Magdeiburg. flh Mt ,3lt«((lt<'4« 1 ■ IhMi-- It4iaf4(tfr t.iutr, |ir Aecht ul friefeta! M Wf. fnk ott»ekn kufe Mt IlijW* "Vo|l** tuaTtkat11ettctaertoMs •> i fafealtt Eettewd» Hkatßdet: Soffer grieberich» rolaou» — »w Lehrstuhl ber Vöbon>K f#r Mt JIMMc «elioioueschule. len Laudrabbiuer Dr. Golbfsimibt, lövsaffelb. — Vw vallfe». M«chr»- April. 1888. I lljor. 5648. AckkNder. Wouaerotag . 19 8 14. Obmt Boewfet« und Uoaeelfeoadeazoat Deutschlaub: Gerlt». Stetffu. Ksolgol««. Iupnämg. SofferMauier». Löffel. Leipzig- GtuNgeri. »rohbritouieu: Smwöo. Brudsorb. fviitii . « 90 9 98. » »—»nboafe . 21 10 SSRfTn & pp lvoemttchte «wfe ueuesto Nachricht«. «harloNeuburg. vre»la>. «otho. Neu-Mm. Italien. Hallaul«. Ltoerpool. Palüsttua. 92 11 96. » P*ate«. . . 98 19 97. » Lroussllvouieu. Miethelrungen bet», be» U. 0. B. B. «ogb»ueg. Gsrlitz. 94 18 94. » Tres'e» rsffeldorf * * 95 14 99. n 9mm—** . 9« 15 «0. m K«iser Arievrich» Lolertmz. El» s»ll nun nicht dreh'» »och deuteln — zumal wen» «» s» kl« »»d licht ist »ie «4» Wort io dem weltberühmt« Erlaß u»serr« Leiser« Friedrich, welche« die reLgiöf« Toleranz betrifft. Und doch hat bekauatlich diese« herrliche Verl et« eigenartige htiitui in de, Lrets» erfahren, deren häßliche» Sonberintereff« »die Schmach de« Jahrhuudert«' gchient hat »ed fürder die«» sollt«. Weudev mir »»« dafesn ad. Licht wird doch nie Aiufieroiß, u»d Finfleraih sie Acht... Erquicke» wir vielmehr Geist und Gemüth, tnde» »tr so recht der ganz« Fülle tiefer «Bei«' heit u«fe hochherziger •eftanrag tat: »erde«, die jene« » - t#-■—. __A - -_I - fei «miervm uirv|t Gefahr ihr« voll«: Htugebiiug bewährt" — »elch« Gerecht tigkeil bekmidee diese Worte I Der heilige Grundsatz religiöser Duldung soll alle» Uaterthimen nicht an» besonderer .Gnade' zu» Schutze gereiche», sonder» »eil fir diese Dnl» du», für dt« Opfer, dir sie tu alle» Zeiten der Gefahr ans de« Eltare de« Baftrlondes gebracht, beanspruche» dürft». Di« selbstlose Opferwilligftit, dir volle Hingebung aller Unter, thane», nicht die >rt der Gottesverrhruug, ist uuserm Latser da« Motiv für dir Gewährung gleicher Toleranz. Di« Lut. schirdestzeit, mit der daneben die Gottesfurcht al« die gesund« Grnndlage betont wird, ans welcher ei» i» einfacher Sitte herauwachfrude« Geschlecht di« Gefahren de« modern« Leben« überwinde« Birne, gemahnt a» Friedrich vo» Schlegel'« gol» de« «Sorte: E« giebt et« unwürdige und et« wahre Toleranz. Je« schließt »ehr »der weniger dünlelhaft« Gnade ein, wnrzelt tu Tugendstolz »nd Heuchelet. Solang« solch« guä. dig« Toleranz sogar geprtese» wird, ist die Menschheit über dt« allererste» Elemente höherer Bildung noch nicht hiuaasgrkmnweu Wenn Jememd au« Gnade t» vefitze seiner Nebemgealchen ei» materielle« Get dulde» würde, so erschien« er lächerlich; wen» er aber an« Gnade da« »eit kostbattre Gut der religiöse» Uederzeugn»; andersgläubiger Mit- Mensch« tolerirt. ft wähut er sich «eid wähn« ihn viel« schon ans de» Gipfel der Gesittnng. Dft wahre Toleranz hingeg« bernht auf Liebe uud Gerechtigkeit. Da« ist die Toleranz vuserr« erleucht« Latser«. .Ein Jeglicher von Mein« Unterthan« steht weine» Herz« gleich »ah«' — welche Lieb« spricht sich in dies« Wort« nt«! Und diese Liebe ruht ,«f einem felsenfesten MMb«: »hob« doch all« gluchmüßtj, in de» Tag« der MBÜteiiM i i if’TfljjÜäfiif'ä i.iy j ul: ’n ii .Wer fühlt nicht, >«ß da« inrure religiöse Gefühl eine« t«bcs Judivifemuml, al« eine Gewisseussache und etwa« Hei» lige<» nur mit der tiesst« Schon»«« berührt werb« darf uud behandelt sei» will? Daß diese Mäßigung, die nicht au« der Halbheit, sondern au« der Gewissenhaftigkeit der Gestunung hervvrzeht, mit der größt« Entschiedenheit derselbe» »«reinbar ist, wird leicht «ine» Jede» «inleucht», ft sie wirb um ft »ehr vorwalteu, ft «ehr der Glaub« an die Wahrheit sich selbst klar zeworbeu »nd zur höchst« Gewißheit gediehe» ist.' (Sämmtltche Werft 2, 240.) Wahrlich, da« Wort de« allerhöchst« Erlasse« über die religiöse Duldnag eröffnet uns einen Einblick tu bte hehre Majestät einer beznabeten Fürftengrvße, die nw« ftffelt, degeistert, erhebt, M der wir darum in liebender, tiefster Berehrung aufschme»; ja. dies« Wort allein schon ist ein« Größt hat, bebeutftrner als die gewaltigste Waffeuthat; dieses Wort ist tiefe Helfe rin Hochgenuß für die Seele, ein Lab» d