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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 9. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 9.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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werden sinnen, während solche setzt recht eigentlich über'« Knie gebi ochen wurden. 3. »Avne Dich Israel, frohlocke Juda", denn in der »oa dem Gemnndebunde begründeten, patromsirte» oder subveutionilten (rnr wissen nicht genau, wie da« angeblich.lose" Verhältnis zu bezeichne») .historische» Commissionfitze« «eben S Jude« auch 3 Christen, wie un« Herr Profeffor Breslau als Berichterstatter für die Commission mit großer Genug» thuung will bellte. Theologen aber sind auSgeschlosien, denn sie können nicht objektiv sein, nur geschalte Historiker vom Fach Kuren die«; auch der Profeffor Sraetz, deffeu Name uicht nur iu ganz Europa, sondern auch jenseits de« Welt, meere« und i« Morgeulande gefeiert wird, von Alles, die in Wahrtzft sich zu» Jadeathu» bekennen, and deffeu Geschichtswrrk, übertragen in di« verbreitetsten lebenden Sprachen, wie auch'in« Hebrätsch«» Gemeingut aller Juden geworden, ist ausgeschlossen. dem» er war ja nicht .objektiv genug" iu seiner Geshichte der Juden. Er hat e« dnrchblicken kaffen, daß ein fr r seinen Stamm und für seine Religion glühender Jude sie i »schrieben. Herr Breslau erklärte auch, er würde mit Grartz uicht zusammen gearbeitet haben; da durfte ja der Gemeiadebund bei den wahrscheinlich großen Brrdiensten, die sich Hrr Prof. Breslau bisher schon um das Juden» thnm «Ld der Erforschuug seiner Geschichte erworben, uud von denen blos wir arme« Laien Nichts gewußt, gar nicht zweifelhaft sein. Auch hebräische Dokumente uud drre» Uebersetzuug wird die llommisfion veröffentlichen, so hören wir zu un erem großen Erstaunen vom Berichterstatter. Ist das Proph üenwort .-77712 Nvv 2-S5N b* -pCHH TK schon i» Erfüllwig gegangen, lesen die 3 christlichen Historiker hebrSrsch nrd wiffeu historisch« Dokument« iu dieser Sprache zu wählen!' so ftageu wir uns, dran daß die 3 jüdischen Historiker <« n-cht können, ist bekannt. Doch das Räthsel fft geiöset ohne Wunder: Die historische Lommisstou oder der Gemeiadebund besoldet «ine« Theologen von Fach, der ja nach Prof. Breslau uicht objektiv sein kann, um der Nomrrisfion historische hebräische Dokumente aufzusuchen uud zu übersetze»! 11 Di« v»a un» behauptete Neigung für absoluteBer» Wallung trat so recht bei der in der zweiten Tageshälfte begonnenen Berachuug des vom AuSschuffe vorgrlegtten abge» änderten Statuleu-EntwurfS za Tage. Gegen jede von einem Mtg iü>e dagegen gemachte Bemerkung, gegen jeden Abänderung loorschlag von dieser Sei», trat man vom AuS» schuß-Tische mit einer Erregung, einer Erbitterung aas, als ob etz ein Verbrechen sei. gegen die Vorlage überhaupt «tuen Einwrnd zu mache». Vergaß sich doch ei« Mitglied de» «usschuffes soweit, gegea ein iu hochgeachteter Strlluag defivdliche» Mitglied der Versammlung, den Vorwurf der .Unbescheidenheit" zu schleudern, weil er es gewagt, die Logik in der Reihenfolge eines Paragraphen zu bemängeln, und der Herr Vorsitzende. welch« r» wohl verstand, den Gemeinde- Vertretern d's Wort abzuschneiden, wenn sie rm wenig von der Sache « bauchen. hatte für di« ervähut« llugeheurrlichkrtt teine Rüge. Es war de» Beerdigter, selbst überlassen, sein Recht zu wahren uud wir müsse« <» ihm da»k«».MD^A^» würdiger sachlicher Wesse geschah. Rur die AbäHPMgl^ i Vorschläge des Bdrfltzeud« reff». seaw» GkÜdwftchch» .saHdtw Beachtung vom Ausschuss«. «ld er blich wdlltr 'doch lÜe -Btzr» sammluug sich auch nicht die im Entwürfe euthaltme^Peschränkung der Gemeinde» in der Wahl ihrer vrrtretch^zst» Gemeiudetage gefallen kaffen, trotz der sehrwarm« Ber« theidigung de» Entwurfs vom Ausschuß-Tisch«. Daß der Ausschuß die von rtutm Gemnndevertreteter beantrag»« Aufstellung eine« Etat über die lausenden Ausgaben, die doch bei der complicirtffien Verwaltung möglich ist, verweigerte, ist leicht begreiflich; der Gemeindetag würde ungeachtet seiner eigenthümlichen Zusammensetzung über manchen Ausgabeposten recht schr erstaunt gewesen sein, Rach den von uns^bei diesem Gemeiadetag« gemachte» Erscheinungen, dürfte es wohl den Intentionen des Ausschuffes am Besten entsprechen, wenn offen bestimm» würde: 1. Der Ausschuß wird auf.Lebenszeit gewählt und vervollständigt sich stet« durch.Eo, optation. 2. Der Gemeindetag nimmt alle 4 Jahre den Bericht über die Thätigkett entgegen und hat das Recht, Vorschläge zu machen, wrlche der A tsschuß i« Erwägung nimmt. 3. Die Gemeinden zahle« ihre Beiträge, der Ausschuß verwendet sie nach Belieben. Soll aber i» der That der Gemeindebuud dem Verfalle eutgegeagehen? Es ist eine Institution, wrlche. richtig geleitet, für di« Deutsche Judenheft von segensreichster Wirksamkeit werden könnt«, uud das alles iu freiwilliger Thätigkeft uud Unterordnung erreichen müßt«, aas audereu Coufesfioueu durch staatlich« resp. kirchliche Organisation geboten wird. Es dürfte aber dum die Verwaltung nicht lediglich aus Männer» einer und zwar der altra-reformistischea Richtung bestehn». Wir glaube« gerne» daß auch die jetzige Verwaltung den guten Willen zhat, andern Richtuugen gerecht zu werden, wie wir da« zu unserer Genuzchuung au« de« Berichte des Hru. Adler ersehen, aber es kam» Niemand au« seiner Haut hnau«. Bor Alle« sollte der Ausschuß sich von Elementen befreien, die uicht blos eine Reform, sondern di« volle Ibrwgirrmg des Jndenthums «nstrrbeu. Er müßte sich aus Männern cooptireu, welche durch ihr Seben »ad Wirken das vertrauen der gemäßigten Richwugen besitzen. Eine chatsächüche — uicht blos auf de» Papiere befindlich« — Wirksamkeit ist aber uur zu erreiche«, wenn unter der Central-Leftuug des Ausschuffes, Provinzial- Oder Bezirksverbäad« errichtet werden, welche gemeinsam beruhen und ihre Vorschläge der Central-Lettnug unterbreite», auch alljährlich durch Abgeordnete «ft der Central-Leitung gemeinsam beschließen. Bei der ungemein großen Berschiedeuheft der Lage ur.d Bedürfnisse der Jude» in de» .Länber» nnd Provinze» Deutschlands ist eine erfolgreiche Thätigkeft von eine» Centralpuukt« aus ei« faktisch« Uumöglichkeit. Das Institut der vom Ausschuss« er «um len, den orrschtzdeueu Gegenden «gehörigen Delegirten, wird utewufs di^uugedeutete, allem uur Erfolg verheißend« Obgauissrio» --Bfstzr» 5-

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