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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 8. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 8.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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M Um ca. k'/« Uhr eröffnet« der Prüstde cuud. phkl. Blumenthal dm Lommer» mü «i«m Ctaüraoober auf E. M ß» L ilker als de» rrhabmm Beschirmer aller Wissenschkstk» lt»'> fünfte. Rach dem erste» v«t einem Commilstonitt g Lichten Festliod« schilderte Herr Dr.Oppeuheim die BnmMstr^ die sich der Gefeierte als Schriftsteller» sowie als Stifte c erworben uod schloß seine Festrede mit einem Salümaader auf das Wohl des Jubilars. Rach ffbfi’tguBß des zweiten Liedes bM>h cand. Phil. Schulmann eilen erschienene« Gästen sür die durch ihr Erscheinen in erster Reihe dem Jubilar, danu aber auch den Hörem der ,L>hranstalt' bewiesene freundliche Theilnrhme. Eond. pchik. Laiischer toastete quf das Lehrerkolleg'um, cand. Phil. Bardowicz auf da» Turatorimn der Lebraustalt. Bo» den Ehrengästen »ahm zunächst der Jubilar selbst das Wort, um dos Berhältniß zwischen Lehrer« »ad Lernenden, wie es im Judeathum zu alle« Zeiten oufgefaßt wurde und wie es sich mich in de« alt- und ueuhebräifchrn Bezeichnungen für Meister m»d Schüler ausgeprägt, als eia Brrdültniß ge» meinschoftlichen Lernen« darzustelleu — I« Namen des Lehrerkollegium» sprach Herr Prof. Dr. Steinthal. Aakaüpfead an den Refrain des vierten gesungenen Liedes: »Frei ist der Bursch" betaute er. daß ii die Freiheit auch i» seinen Vorlesungen üb, r Ethik eine dedeutrad« Rolle sp'ele. indem er seinen Zuhörrn unbeschränkte Freiheit der Reiauagsäußerung gewähre, woraus freilich für ihn, zuweilen nutzt gerade onamehne Sitoationeu heevorgingen. Es sprachen dann noch Lazarus, der Prediger derResorm Ritter, Dr.Ma ybaum, Dozent Müller. L-r.itätsralh Dr.Reumann und cand. ph'l. Silliermaun. der im Runen des akademischen Vereins für süd sche Geschichte und Litteratnr für die Einladung zur vet reiligung on der Feier eines Mannes dankte, der auch jenem Verein, als Ehrenmitglied, angehvrt. — Der so dmch Reden und Gesänge reichlich ansgefüllte osficielle Tbeil des FestkommersesIwurde um 12'/, Uhr geschloffen. Da« Präsidium der unproklamnteu Fidelitas, welches unter dem jubeln de« Beifall der Versammlung de« ehemaligen Hörer dn Lehranfialt, Herr« RabbiaatsassessorDr.No seazweig avgetrogm aber abgelebnt wurde, übernahm der jetzige Hörer Dr. Oppenheim. Di« bter- und sänge«frohen Lvmmili« tonen blüben in heiterster Stimmung noch bi» in die tiefe Rächt beijamme». Zterti». inner der ältestes Berliner Tagesschriststeller. der Dr. phil. Solly Gumbinuer, ist heute hwr »erstorben. Geboren am 2. Januar 1817 zu Berlin, wo er auch seinen UniversitätSstudb» von 1635 — 38 oblag, trat er wenige Jahre nach der«» Beendigung in di« Redastion der »Speacrschen Zeitung" «in. welcher er bis 1874 «»gehört ha«. Seit 1842 war er für die ,Löln." und »Boff. Zt»" dis ln die letzten Tage seines Leben« thätig. Abgesehen von seloer journalistische» li^hätigkest war er viel mit historischen Studien und orchivc tischen Arbeiten beschäftigt. Mit einem glücksichen Gedächtnis» begabt, war der Heimgegangene eia Stück Berliner Chrom! und die .Boss Ztg." verdankt« ihm mauchm schätzmswerthm Beitrag in de<grituag selbst wie in der Sonntagrbeilage. Mit großer Wärme hing er an dm Interessen und der Entwickelung seiner Baterstadt. Seit langen Jahrm >»irkte er auch al» Schiedsmann, er war Vorsitzender de« hiesige« Echickcknaunsvrrein«. Zu» dem -»«ttzverfche«. (Or.-Cor.) Sehen wir Voder Sunultanschule ab und wendm wir un» der Religiousschule zu. Da fragt «» sich.vor Allem: Sie umß die jüdische Religionssch» le beschaff« sein? Die ursprüngliche Sinderschule der Jude» war ledrglich eine Religrousschule. Mau detracht« nur den Spruch ans den Pirke Aboch. Abschu. 5. «.1 Z« 5 3<r>rm erhalt bcA Lind Uuterwquag in der heiligm Schrift, namentlich in dm 5 Bücher» Most«.*) Zu 10 John» dege an die Unterweisung tu der »Misiwaah", womit aber keim »weg» die (damals »och nicht grfchrwbmr)!ubmkt eigentlich: Las u fUfuU. mtmt» tzenwr» i M «gwtO* Lesest der 3*»^ m». Mischnah des Rabti Jchudah Hamtsßk, sonder» wohl dar Irleruuug der mch, »der rnmigrn fystewatischm ZusemnMtz,-— ftelluug der gesetzlich-n Boaschriftm gyu ckrt ist. De» .Ptztzv »ad" oder die getchatr Kt.»ein«uderse»ing uud DisksM*» über gesetzliche uud religiöse Fraam abar wurde de» Ruch. schulvslichtige« Altervorbehosim. Ich wetus UU>^ »äff dieser Satz der Pule Adottz auch für »il »och uwuchw Bö» lehrmde mthült. Auch «mr lehren ^Ilistru", tzebrüstch tzeseu,' ferner Bäarltuad« und zwar iw tzebr. Ectegw. uümdch Eedies^si setzung des Pegtatmchs. und in dmtscher Svmchr biblische Geschuhte und Bibellrse«. Daß »st de» Mlrr» ouch eiue Mistheiluag des einst»chm Vortstaas Verbanden: »« «td' auch jetzt sei» muß ist sei bstvrrstä »blich. es ist dgs auch dg« -- .erste Erfordern iß eines ratroaellm Leseunterrichts^ -Nur halt« man früher de» Urtext selbst als Lesestoff, im« jetzt nicht «ehr durchführbar ist. Wir möffm uochwntditz zu Urbersetznngm »ad zu «uszügm greise» Soll der. Lehrer sich an das Bibelwori hasim oder frei erzählen? Die Frage ist coatcooers. Tmanael Hecht echscheidet sich für Letzteres, uur soviel Möchte ich behaupt«: Unterrichtet nickt «ach dem Trx>:e des Lmanstit"' Hecht, den» dieser T-xt ist viel zu wenig anschaulich uud verständlich, tz. mag ja vorzüglich: Erfolge in seiner Schule erzielt haben, es ist aber ein Fehlermaachw Plvagoge», — und selbst Regierungs-Schulrüth« soll« >>«ru »icht ftui sriu, - — dach sie gar zu geru ihre eigen« Aa»«bestnagm, iust' d«est"'ur-. sie ja wohl gute Resulte erzielt b'b.'a, dir aber stilistisch::- uad sachlich manches z» »üuschm übrig lgffeg» «un «ls ustgemein mustergsttig higstellm »oll», ßöen» ich nicht int,' har sogar der LultusMinister dergleichnr Bestrebung« gd» tadelt. Woran es in unserem jüdischen Schulwesen fchlh du» ' ist di« Erfüllung des zw rite» »asfpruchws iu dm Pute Aboth: .Zu zehll Jahr« beginnt d« klychaoch-itziserrtchr",: was, wie obm schon bemerkt, nicht «llwwörtüch zn urtzit» " .i ist, sondern die erwütertt Lcuntaiß der Gsetzwvocscheift« des Judenthums fordert.**) Ab« die grüßtmthrtls von Rabbiukr, vwfaßtm Rest- »> giooS-Lehlbüchrru gmüqeu nicht dm Ansorderugg« an etu» vollständig« Religions-Ugter'icht «ad.die i» dmfetb« ent. halten« abstrac-e» Lehisätze «tsprech.'a nicht dem trabt» - ü tionellem jüoischm Unterrichte, da fi: ».'dw dew - Ouellm-Unterricht veniefm. »och überhr:»pt eine klare >u» schaunng deff» geben, was eiqmUich jltüsch ist. Prgt« tische Fragen müffm da bchrudetr »erde» an der Haud jüdisch« autoritanvec »cheiftea. selbst das p« u^> oostn der verschieden« Lehnarinungm muß dm Schülern norge» führt und diese zu« eigen» Rachdmkm veranlaßt .werh«h Dm salbangSvollm Ton wollen »ir geru christlich» . gionslchrem uad GMichen überlaffm —- uns paßt er aicht. -, - Ist doch das das Wesentliche des jüdisis«« Reliziousuawke: - . . > richte«, daß er vorwiegend praktisch ist. Alles Iw» nicht verarbeitet werden, das Wenige mich aber gut sein. Dauebou . - moralisch- Aussprüche unserer GeijteShen»««, gesichtet und ordnet, die durchaus nicht duchstüblich mit «iaauder üb«. einzustimmru brauch«», die sich ab« les«: uud aahüwe^ u»w - i! eine gut gewählte anmuthige Lektüre — dogmatische tilitätm verbleiben dm Gelehrten. Abo: eia. jüdlsches präge muß daS Lehrbuch, muß des Uateiricht hqdm,. ob dische Eigeathümllchkeit oder Eigmthümlichseit« a, da», ist uaerhebllch, vcheblich ist, daß sie gewährt »ad zur Geltak»g> gebracht werden, «ür einem Worte, der Resigiousunttrrtchch sowohl in de» uiedeieu, als dm höher« Schul« muß, «stai-chä Erla rbniß des Herr» 3^-A, elementarer w«»dgn, so mmbaic, wie er früh«: war. ist doch zamscfm» elemmtgrem auch s«. *1 «ei dieser »sepndeit «Lffm ackert, lchalK^ng des Herrn idr. «ot-Md-«Kck u» mt vemtnarHe tzen,wer uwstr von feher'UU «heilt nnd jetzt l»i»r Herr Dr. UmneenwU'. —— «rtr Kmwtom R. fcfcn. . . i .1?;

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