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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 4. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 4.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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' — 81 JUw Plfmr d. 18. Januar. ^Ot«<Sorr.) Die ftür» mische Wähler Versammlung vom 1. Januar hat sehr viel von sich reden gemacht, selbst im niedei^sterrrichischen Laad, läge war von. ihr die Red« und Dr. Weit los benutzte sie ^vnoi alb Entschuldigung de» deutschen Schulverein», u-» $m beweisen, daß man demselben mit Unrecht judrnfrruno» liche Gesinnungen vorwerfe, da» Benehmen der Herren ist immer da» Gleiche: „Wasch' mir den Pelz und-«ach' ihn nicht trog.* Sie sagen: Der Schulderem ist weder philosemitisch noch antisemitisch, denn er ist deutsch. Wie aber, wen« die Frage lautet: Ist der Schulverri» «nrrligib» oder Vupatnotifch? Werfen sich da nicht die Herren in die Brust und sagen: oa» ist Verleumdung. Warum solle« sie also die moralische Stellung der von dem Verein« erhaltenen Schulen kkr gleichgtltig anseheü? Und wir müssen schon vie Kotze Duldung de» Antisemitismus für unmoralisch ausehen. . Uebrlgen» nt leider die ganze AngAegenheit »«aöthiger» weise zyr Sprache gebracht worden, da dm Schulverrm thatfÜchnch keine Schuld trifft und er iu dem Falle sogar correct gehandelt hätte, wenn n dem, jed»r pädagogische»» Bildung entbehrenden ReligionSlchrer da» Recht de» Unterricht» garnicht erthrilt hät-e. Fepkitz, II. Januar. (Or.-Corr.) Vorige Woche wurdl da» hiesige Rabbinat, welch»» seit dem Abgänge de» Herrr Dt. Rasrnzweig nach Berlin im September v. I. er- Itbigt war, durch die Berufung de» Hern» Dr. Surret», Rabbiner in Bielttz, besetzt. Dir Zeitungen grbru diese Notiz mit de« Beifügeo.^hH bi« Ausnahme de» Herrn Dr. Surrein -eine provisdrische sei. Da» ist insofern richtig, al» besonders Re Gemeinden BShmm» Rabbiner sowie Tantoreu nur auf eine bestimmte Zeit aufnehmm uud au» dem Grunde scheitrrtm aach'die Unterhendluvwn mit Dr. Stier, Rabbiner in Stein- -awiuiger, der unter alle Tandidaten die günstigsten Aussichten hatte, weil er auf einer sofortigen, destuitivm Anstellung de- "harrtr. Richtig ist, daß da» auf eine bestimmte Frist fest« «setzt« Provisorium blv« da» Mittel ist, welche« die Vorstände zur jrderzritigen Maßregelung des Rabbiner» aus» Uützra wollen: Dabei mutz ich mich unwillkürlich an eia Wort eine» alte« ungarischen Rabbiner« erinnern, der sagte: Nach dem Talmud maß der geistige Führer de« Volke« die Verantwortung für dessen Süaden tragen. Jo früherer Zeit, tob die Süaden höchsten« darin drstaadea, daß einer am Gatbalh da» Taschenmesser bei sich behielt, oder, wenn er auf Reisen war, in einem christlichen Gasthofe Milch-Saffee 'trank, koumr da» der Rabbiner lebenStänglich ertragen, bei - de« Sünden de« jetzigen Geschlrchte» hält er da« höchstens --drei Jahre au». ützmßlamd. Au» Wkozlameü an der Deichsel wird dem „Kurjer Darszanxkiunterm 17. Januar geschrieben: I« neuen . Khti wurberr ttflc hier wohnenden aoSländifchen Jaden durch - d« Behörden mit Schließung ihrer Geschäfte bedroht, «eil kyurü^da» Aukabitt» der Patente für ras Jahr 1888 ver- ' wttgert churde. 'Almaus alle ihre Bemühungen die höheren - Brhvrdea 'chre Bestimmungen nicht änderten, stellten einige -^chre'Geschäft« «in und' gingen über die Grenz«. Der Be« ^Icher^landwirthschllstttcher Maschineufabriken und Sämereien. ^mMker Hugo Mühsam nahm mit seiner ganzen Familie, Hol«-beste», d«r lutherischen Glauveu au; Herr F. 8ewtA.ki: her 'Besitzer der' Güitr' stoutn,'ber Aoülängere l'ZW Brumrs^kst, wurde kn diese»-TageuKalvinist. tzraa"'RÄ'^Na^ dir verbietst. Äch Mterin brr versinrr chttksküchen. '-^« tzitt mrrchMTädchrrrIfinjfftttTochter - afeTu M. an«'hiesem Anlaß ein Telynm» ßprich«^ t. welchem ihr die Hotz,: Fra« die aufrichtigste Theilnahme an dem schweren Verlust auSfpreche« ließ. Kreokan. Auf Anregung de» auch in »eiteren Srrisen bekannte« Herrn Joseph Schöufeld hat sich hier ei« Verein zur Pflege jüdischer Litteratur gebildet. Der Umstand, daß mehrere jüngere Herren de» jüdisch-ttzeo» logischen Seminar« ihr Juttreffe und ihre fördernde Thell. nähme de» Uateruehiuen widme«, berechtigt de« neue» verein zu den schönsten Hoffnungen. Zam ersten vorfltzeadeu wurde der RabbinatSkandilxtt Dr. Leopold Goldhammer gewählt. Der weitere Vorstand besteht an» de« Herren Teminariste«: Bernstein. JelSky, Wohlbrrg und den Herren Sauflentrn: Fuch», Sahn, Schöufeld. Aortmnntz. Gegen die Verbreitung antisemitischer Hrtzblütter um die iveihaachtSzert ist die hiesige Staat», auwaltschast eingeschritten. 8« war i« jenen Blättern unter deu gryässigste« und verlvgenstea Ausfällen vor dr« Einkauf bei Juden gewarnt morde«. Der StaatSanwalr hot gegen den Drucker der Flugblätter Anklage wegen „groben Unfug»" erhöbet». (Sehnliche Schmähschriften find, namentlich von Leipzig au», iu unzähligen Exemplare» durch ganz Deutsch, laud verbreitet worden. Da» Einschreiten der Dortmunder Behörde kommt zwar etwa» post kostam; doch kan« c« dazu die««, wenigsten» für dir Zuknnst «in Exempel zn statuirm) S. Hreaben. Ei,- durch frommen Sinn. jüd. Telehrfam» feit und al» Mäcm jüdischer Jntereffen ausgezeichneter Mann. Josua Zeitlin, har dr» Zeitlich« gesegnet. Er ist am» Rußland eingeivandett und wohnte erst 8 Jahre hier, hat sich aber die Achtung hiesiger Sreis« in reiche» Matze erworben, die sich auch in der regen Betheiliquivg am Leiche«, begängmffe manifrstirte. Herr Rabbiner Dr. Winter hielt dem Berdlichmea eine»» ergreifenden Nachruf. Der Verstovbrue hat da» heilige Laud. da» HildeShrrmer'sche Rabbiner» seulinar. die Gemeind« Dresden und den Verein zur Berbreituug jüd. Wiffenfchrft in Petersburg mit Legaten bedacht. Er ruhe in Frieden! L. Zttrsden, 20. Januar. Als ein rrfrenliche« Zeichen reiner Menschenliebe, gnade in jetzigen Zeiten des Antifemi. tiSmus und dazu in Dresden oerbievt an diese Stell» registrier zu werden, daß eia am 25. Der. ». I. »erstorbener Graf Bose «ine Stiftung von 150.000 Mk. kestirt», deren Zinsen zu Stipendien zu verwenden stad für au» dem berühmten hirs. Sreuz»Gymnasium heroorgegangene fleißige, begabt« Söhne unbemittelter Elter», die iu Leipzig oder Jena pt stndire»gGenkru,Dresdner sind, und „ohne Unterschied der Religion öder K»«s«sil»m" wie e« i« Legat heißt. Min». Dr. David W'nternitz, Saisert. SairitäiS» rath. ist im 80. LebenSMr« gestorben. Er hat sich mit großer ' Liebe stet» der armen Kranken angenommen, di« mt« seinem Tode eine« großen Vvrlust erlaben. Hstrng. 8«e Broschüre, ^ütet Euch vor den Juden", ist von der Staatsanwaltschaft ronfiScirt. . AUS WichreM Die Jadenfchast unser«« Land»« ist von ritte« schweren verkäste betroffen worden. Am 20. »M. vmrbe der Rabbiner' von Ntkolsdurg, Dr. Maher Fenchtwang, zu Grab« getragen, nachdem er 28 Jahr« da» tzbut «ine» Rabbiner» in Vieser geschichtlich dedeutriften Gemeinde unsere« Lande« denoMter hatte. (AnSführlichvne» fRgt i« Mchsttt Rümmer!) Aoric svöhmra) 20. Ich melde Ihnen den gestern-erfolgten Tod unser«», «och de» Lesern tkf. 6L durch seine zahlreichen Beiträge Mfannfen Rabbiner Dc Adolf Ehre,» ''thLÜ, Über deffeu Lttchimbegänguiß. Bericht für dw nächste Nr. fokal. ' ui-' v pfaneß. Senator GH er«, l ist vvmRöni,« i« den Rsttrrstand erhodrn worden. Etz-tzamk RS» «urvten««feiner Verdienste »S Antifl.-MkiMntt» geschehen fML Mn« «Gere BeÄürH hat dr^ Atin vawr PM«t a «ch jenes: Hch »«.

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