Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 4.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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?<ii r Vargära«. bcrrr <r vornehmlich den Herrn Professor Lr. A-onj Delitzsch zähle. nnTad« d»j««igm Dank dar« zvbriugm. den der Lebende stet» bescheiden von sich gewiesen hotte. AIS kvangelischer Theist st,he ich hier o» der Bahre de» Edlen,* jagte er. .um Zengnist obzuleg«, daß ich nicht allein die Thora vou ihm vernommen, daß « mich nicht Veto in I,ie Hallen der Wissenschaft ringesühN hat — nein, daß ich rim>» von chm lernte» ttra* mehr »erth ist. «I» alle» Wessen «v!» zwar, daß ich Dewotb. Bescheidenheit und Nächstenliebe ton ihm lcrntr*. Ein würdiger Schluß der würdigen Öxtmföcv, rin Dank. wie er schöner nicht für den Jehudi gedacht »irden kann. Hat er. der ries Bettouerte. al» echter .Loden* m Heiligthnme sowobl als im öffentlichen Leben, mit ganze 7 Seele doch stet» dem Krundsctze de» Hoben Priesters Alwin gelmldigt: »Lnbe den Frieden, liebe die Mitmenschen und bring! ße der Thora näher* Selbst eifriger Forscher in der heilig« Tboro. war er jederzeit bemüht, auch weiter zn lcbrrn und Anderen die schwierigen Weg« der Gelehrsamkeit zu öffuen und zn ebnen. Mög: unser« lougjährigrn, friedliebenden Führer der e»-ge Friede zu Theil werden, sei« Andenken sei zum Segen für ganz Israel!! Oesterreich-Ungar». Mier, im Januar. Or.-Eorr.) Durch di« meisten jüdischen Blätter geht die zuerst vou der »Neuzeit* gebrachte Geschichte van einem judensreundlichen Bortrage de« englischen Predigers Somrrville. Darum scheint eS mir »öthig, mitzuireilrv, dcß Somrrville ein Judeuwisfiouär ist. der d« nutzt ganz nugewshnlichen Lviff der Bekämpfung de» LntisewitilwuS zu» Zwecke der Mission in Prag und Wien verwendet hat. Da» kgthclische Oesterreich, grwohut. die Religion als Sache \a Geistlichen zn betrachten, kümmert« sich um diesen wunderlichen Herrn äußerst wenig. Da» Ringen der Überzeugung mit de« osfiziellen Bekcontniß ist nicht Sache de» Oster» reicher») für ihn gilt der Grundsatz, de» Lronawetter iw Äeichsratt, gegen die staatliche Unterstützung der Alt - Latholitrn geltend gemocht hat: »Wer Alle« imLatholirismu» glaubt. kau» die llnsehldarkrit de» Papste» auch noch glauben.* Die Barträge S.' waren zumeist vou neugierigen Juden besucht; er sprach in etwa» theatralischer Manier, umarmte seinen Dolmetsch, um zu zeigen, wir man sich freue, wenn mau in der Wüst« jerravdr« begegnet »ud dgl. Dana seng man christliche Lielxr. z. B.: »O Jesu», welche Last trugst D» am Lreuzesstc «m für «ich* und ähnliche, so daß ich gar nicht vegretzen konnte, wie ein jüdische» Blatt solch« Missionär» schliche als Zeugniß für das Jndenthn« ansgebeu bum. Eine eirewrtig« Wahrheit» di« zu ihrer Ausbreitung sich der Banernfä igerei bedient! Dir Herrn Misficnäre mögen sich dm» »rrlcn: Aas Urberzrngung taust sich kein Jude, am ollerwenifst« heutzuioge, wo im protestantischen Lager da» religiöse lSekenutniß selbst so schwanlend ist. daß als da» «ingige Bindemittel der Gemeinde» nur di« Negation de» Latholizit mus gelte» kann. Schwärmerische, religiöse Naturen, besoiwer« solch«, welch« obwohl sic religiös« Ernst besitzen, »«»»och in ein« Anwandlung von Charakterschwäche au« Aiützlichkeitszründen ihren Glaube» gewechselt habe», konnten, wie etwa der ehemalig« Domprrdig« Emanuel Brich den Kncholizniwn» mit Wärme erfasse», genau so wie schwache, weibische Notaren, um einen Halt in ihr« religiöse» Urb«, zeugong zu gewinnen, an» dem Protrstanti»««» zum Latholieismu» rderge treten sind und von den katholischen. Propagandisten alt Giandenszeagen oufgeführt »erden : aber Delitzsch »ud Struck, Männer, welche in ihre» wiffeuschastUcheu» de» jMder» in ihre». «ze-ottsch« Schriften den Usterta» in kirchlicher Dogmatik zerstören, werden es nie zuwoge bringe», Merzengte Proselhte» zu machen denn wer io ,feiner tnr» WctVgkick«. «Ugjös« Ueberzenguug waukrnd wurde/ drascht wehr «lg j>d« audrn «'«»sichert» Glandrnsgxnnd^ Hstr chöurtz» l2. Jonaar. (Or^Corr^ Est» iutencksmü« Gechchtssotz hat ßch vioierTage in Mir» vor de» Farn» der Oeffrntlichkeit abgespielt. Er zeigt, daß die öffeutkiche» Behörde, b«t Srstdeuz vorurthebslo« de« autisemitisch« Treiben ed>e» 'Theileß der BevSlkrrwch uube» rührt find. , - . n ,. In «in« Lirch« warn» am 14. Oktober, vorig« Ja^e» dir Gchül« der Rudolfsheimer Bolksjchule unter, d« »ns» ficht de« israelitisch« Lehrer» Allina zum Frühgottesdienpe erschien«. Der gleichsall« «nn«f«be Gemeindrrath und Bollrschnl.Anfseh« von Fünfhans, Jakob Lau», nahm Anstoß dar«, daß Allina nicht meberMrte und auch die Schüler zum Nirderkni« nicht veroulaßte. Laug trat aus Allina zn und fragte ihn. ob tr d« Lehrer sei. Auf di« b«joh«d« Antwort sagte Lang dreimal so laut, daß di« Umgebung et hören konnte: .Scham«»'» Ihnen!* (,Schämen Sie sich!* — Wienerisch) Noch Beendigung de» Gvttesdienftr» thrilte Allina dem ihm Vorgesetzten Dirrctor» in dessen Aufträge er die Linder in die Lirck« geleitet hotte, den Borfall «st. Der Director, welcher di« dem Lehr« wied«faht e»e Beleidigung selbstverständlich lebhaft mißbilligte, wünschte jedoch, daß die Augeleg«heit, wenn möglich, in friedlich« Weise beglich« werde, statt vor G«icht zu gelangen. Allina richtete des» bald an Laug rin« Znschrift. in welch« er demselben mit» theilte, daß « gegen eine Ehren«!lärmig desselben uut«laff« würde, die b«eit» vorb«eitrte Anzeige weg« >i»t<-Ehr«» brleidiguug wider ih» zu erstatten. Dir Antwort Lang'» bestand in rin« brüsken Aufforderung. die Anzeige zu erstatte». Die» geschah nunmehr selten» de» Lehrer», worauf der staats» anwaltliche Funktionär gegen Lang die Anklage erhob. Lei der Verhandlung vor dem Bezirk»;«richte erklärte Allina, daß er allerdings die Schül« nicht zvm Linen aufgefordrrt habe, weil ihm al» J»rae!it« unbekamit gewesen sei, zn welch« Zeit dir» zu gescheh« Hobe, «ud stellte entschieden i« Abrede, daß. wie d« Beklagte behauptet halt«, sei« B«ehm« ein noanftändige» gewesen sei. Ellrichzeitig wurde coustatirt. daß die Beonsstchiignug der Schiller in der Lirche durch, einen nicht ihrer Eonfejfiou «»gehörig« Lehr«, de» gesetzlichen Borschriften zuwider sei, wid daß d« Dirrctor. weil er gleichwohl Allina mit dies« Aufgabe betraut hatte, ein« B«««i» «hielt. D« Nicht« sprach de» Angeklagte» frei, und zwar in «ster Linie aus Grund der Verantwortung Lang'», daß « Allina nicht für. einen Lehr«, sonder» für eiueu Schuldieuer gehalten habe. .In Folge' der Beruf»»» de« staatSauwalUicheu Funktionär» hatte d« Lppellsmat üb« diese Angeleg«heü zu eutschridru. Bor de» Deuat erschien auch eine Lehrerin al» Zeugin mit d« Aussage, daß^sie die ivjurcösen Worte Lang'» in d« llirche hörte, obwohl sie m einiger Eutferoun, von dem Orte sta»^ an dcm grsprock« wurden. Nachdem nun der Staatsanwalt- Dr. Müll« für die Aufhebung de» erftrichtrrliche» Erkenntnisse» und für dir Brrnrthrilnng de» Angeklagt«/, der Berchetdig« aber sür deflm Freisprechung ringet re ten. fällte ter Gestchtsbof da» Urtheil dahin, baß Jacob Vaug i» Abänderung de» Be» zirkSgerichllichen Urtheil» der ihm zur Last gelegten Urb«, tretuv» schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von Fl. 15 — im Nichtei»bri»gung<laLe zu drei Tag« Arxrß verurtheilt »«de. Die beleidig« de Absicht, lautet di« <Lst» scheidmtg, gehe dar»«» hervor, daß Laug solche Worte an einem Orte sprach, d« bescmdeieu Lustaud erford«e. «,> zwar dreimal mü lauter Stimme, so daß die Lehrerin, fi« an» eiuia« Sntfernu», hörte, nvd erschwerend sei überhautzt, daß die Beleidigung an einem heilig« Orte geschehen.. Sin« gleich «ftm'luheTh»t,ä«w ist dir Nachricht, daß Albert Rothschild und Gemahlin Betina auf Grund ein«' in zeichunng soll auf Grund d« Berdirnstf Rochschild'G um stoanpelle Gestaltung der Mona.-chie gestellt mnd Kl belbersvtig« MwißerpMdciü« Lxaf Zmfc und «. Dsz, de» Lais« nptadreüet «tb v«..»iei« Jef« jrmvj +4* i5 ms tzvu.L