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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 4. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 4.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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ist. fHdt m Mt Thrttuchmkr an Mn ZalanMoctsifm, Ms« 21 jähriae VütfMaa jetzt gekrönt MtrW« sonder« «ich Me homllEchllly« Btttoits Mr Berliner tüöflch« Gelchrw». trpiMa loata erschienen nebst de» sonstig« FmuuMn der Misch« Wissenschaft. »« ihrer Freude und Genugthnuug Ausdruck z» qed-m, d«h «itt« in M» Wog« de« groß, städtisch« Haschm» n«d TrriMn» doch der Sin« für die Pflege des«, wo» «frcea Alte» heilig und ihre tägliche Beschäftig»« zu» Theil war, nicht «usgestorMn ist. Da« höher« Ziel ließ für di« Berschiedenartigkeit der Rühtunge» ^urücktrrten. So reicht« sich da« orthodoxe Labbiners-mlnar and die ne«löge .Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthum«", Hildetheimersnnd Laksel, Berlin e: und Müller und viel« Andere die Hände. Red« ur d Toaste wurden in großer Zahl in Mr e. 300 Perfvnen zählenden Festversammlung gehalten und ansgerächt, in d«« neben den Tendenzen M» Bern»« besonder« Herr Dr. Hoffman», der TalmudvortragenM. gefeiert wurde. Vl» sichtbare« Zeichen der Verehrung und Achtung, der» er sich mit Recht erfreut, würbe ihm ein silberner Pokal mit Widmung überreicht. Da« Fest verlief in über, an» gelungener Weise. Neben den viel« Tischreden, die da« Mahl würzt«, wurden eig«« zu diesem Zweck gedichtete und compmierte hebräische Lieder» rin« auch von tafln, >oo Mn Lantore» Marksohn, Rosenthal. Ositzki u. a. mit ttlavierbegliitung vorgerrogeu, während eine Musikkapelle die Toast« mn Tusch begleitete. Jo heiterster Stimmung verließen die Gäste de« Talmudverein« um 2 llhr Morgen» Mn Ort der Feier. Ich wll nur noch dlwerkeo. daß der Talwudvereia in feiner Eyragoge täglich ein« Schiur abhält, während er ein« Ingendlrhrer zum Unterricht von Lindern m MisMah und Gemari vesoldet. Möge er blüh« und gedeih« und seiner Aufgabe stet» gerecht werdm. KchnetMmüßk. DttLaufmamnL in Rakel läßt sein« 16 Jahre alt« Sohn rin Handwerk lern«. Am 18. September v. I meldete sich der Lehrling bei der Polizei-Ber» waltuog in Rakel, welche di« auffichtssührenM Behä.M der staatlich« tzortbildungöschule ist. und stellt« da« Ersuch«, ihn vom Sthulbesuch am 18. September zu dispmsirm, weil hoher Feintag (Nosih-Haschanah) sei und er zur Zeit de« Schuluntnri hts dem Hauptgotte»di«st« i» der Synagoge beiwohn« uollte. Der Lehrling wurde mit seinem Gesuche zurürtzewiese». mit dem Bemerk«, daß Feiertag keinen Grund zum Schulde rsäumniß bietm. Da dn Schülrr an de» ft* wähnt« Taze von dem Abend« stattfinMnMn Unterrichte fortblieb, wir de er in eine Polizeistrafr von 3 M. genommen. Gegen die prlizciliche Straffestsetzung hat der Lehrling gerichtliche Ent cherduvg Mantragt, »nd da» Schöffengericht in Rakel hat düse Strasfrstsrtzung bestätigt. In der Bqzrün« düng MS Urhril« heißt es uoür And««: .Da der öfientlühe -otte»di«st in der Lyna^oge nachweislich um 7'/, Uhr MenMt gewesm ist. so Härte der Lehrling nach beendete» Goltesdünste noch Zeit genug gehabt, an dem Unterrichte itzrilzunehme» * Gegen diese« Urtheil de« Schöffengericht» hat der Lehr ing Mim hiesigin Landgericht die Berufung ^.eingelegt, gestltzt auf dir RrglecunKtbestrmmuug. der zufolge /Her Unterricht in der Fortbilduogsschul« nicht stattzufind« rHnbe, sobald öffmüicher Gottt»dimst ist. Diehies. Stroflammer hat di« eingelügt«! Berufung verwarf« «nd ausgesthrt, daß L» M der Gnttrldünst in der Synagoge bereit« grge-r 7 Uhr Ättndet war, noch die Fortbildungsschule, welch« um 7 llhr lßetzauu, hätte besuch« müflm. L. hat gegen da» Urtheil her Sttaflam«« Revision eingelegt. AeflenteiH i KchL, 16. Januar. (Dr..<torr.) Die Stadt und Gemeinde hat ein« schwer« Verlust rr- Wtr Hab« gestau ein« der edelst« Mensch«, Herz» Priseim best«Marmrsolter von 44 Jahr«, zur Ruhe bestattet. Die Theilmchme, dir bei der Bevan »L« Seit«, soweit dieselbe bekannt g web« sich geäißert hat, SMrsteigt so sehr Mn «•$*« de« GewöhSttch« «nd Mt Mr jetzh^n Strönmng für Gehaltene», baß « a»ch fenwr StrhenM, Me ei. Her» jm- ^tr Eher de» Jndenthum» h«Mn. erhebend berühre» Der verflorbe« hatte fie -mch verdient. Denn wo» «me unter Adel Mr Gesinnung »ll« Loschen gc^uüber oerstrht, var in th« verkörpert; für alle« Ideale hatte er ei», offene« Herz «nd et« »ff«e Hand, jeder Belade« i« Herz« fand Mt ihm Trost und Gelächter«»-. jeder Gtückllche ei» warme«, herzliche« Mitgefühl. Nicht oh« Grund bevoidete er dte> höchst« Ehreustell« tu Stadt und SewetuM. und deffen war fein gestrige« Trauer,«folge ci« ,z«gniß. Bon Stadt wA Sand war« Hunderte herzugeströmt, um th« da« letzt« GelBt zu geben. De« Leich«»»,« vor,« marfchirte dt« Schützengilb« mit umflorter Fahne; ihm folgte der Magistrat chtd di« Stadtoerordnet«. Berfammlong. ferner die hiesig« Aerzte, Richter und Rechtsanwälte, die Mir: Verstorben« all« Freunde war« Tief rrfchüttert stand am Grab« der an» Breslau hierhergreilte älteste BruMr de» iSerstorMu«. Herr Albert' Peiser, der erst kurz vorher vom tiefst« Schmerz durch Mn innerhalb dreier Tag« erfolgt« T«d zweier geliebter Soabeu hrimgesucht ward. Der Syuagogri,bezirk zu P. Wartender, halte eine Deputation von fünf Geweiudemtt,lieben, mit ihrem Vorsteher gesandt, von Mn« Mr Lantor Lveweuthal dem Verstorben« an der Bahre einen tiefempfundenen Abschieds^ruß von S:itm der Syneg«,«-Gemeind« widme«. Am Grab« selbst hielt der Rabbimr Dr. Ehodowski aus Orl« eine Me Brrdi«ste seine» Frinnde«, d:« verstorben«' dervorhebeuM. zu Herz« gehende 8eich«rede. Al« Bewei» hervonageuder Toleranz ist es zu lxzrich»«, daß ein evangelischer Pastor i« Oruat de« Leichengefolg« sich angeschloff« hatte. Seinem Wunsche, gleichfalls zu sprechen, konnte jedoch nicht «tsprochm »erd«, «eil die ihm im Gedränge zunächst Sieh«Mn, an die er sich dteserhalb wendete, nicht wißt«, ob die» gestaltet sei. Der katholisch«. Pfarrer hatte sei» An«, bleib« bedauernd «tschnldlgm laste», da er, »eil der Tag ein Sonntag war, gerade Gottesdienst adhielt. Dag««»» untrrdlieb an» Rücksicht auf da» jüt isch« Begrädniß Ms Geläut« der Sirchenglocken währmd M»selb«. — Der himmlische Vater trdste di« LeidtragM« »nd loh« i« sei«« lichtep Höh« Mm BerstorMueu da» edle Strebe« und Wirk«! An« Mm ^»»«kversche«. (Schluß.) Wer wollt, a|*t l«au«n, daß in der Simultanschule dasJuMuchnm verkürzt wird, wer wüßte nicht, in welcher '-Leise die jüdisch« Gemeiodn-oistände zur Auflösung ihrer «ig«« Schul« bewogen worb« sind, damit nachher dieSim ultanschnle als christlich e proclamirt werbe. Lhristliche R> ctor«. christliche Schulinspectoren. «hrist'iche Schulbücher und Beobachtung nur der christlich« Festtage! Werden dir üdische« Anschauungen berücksichtigt? . Wird auf die jüdisch« Festtage Rücksicht qevommcn? Avanciren die anstandshal rer angrstellten jüdischen Lehrer in gleich->r Weite wie die christlich«? Wird nicht bei de» hochkirchtich«,' Zionswächlrrn die Anstellnag jüdischer Lehrer Anstoß erreg«, wird nicht nst einem Scheine von Recht über die .Herjadung* de» christlichen Bolle» allda»» geklagt »erd«? Dafür hat dam» aMt die jüdisch«Gemeinde die Erleichterung, nicht für ihre SHirle sorg« zu brauch«, uad lediglich ern« Rrligioa«untrrnchl. resp. eia« bloß« hebräisch« Unterricht«cursu» einzurichttn, der nicht Fisch »nd nicht Fleisch ist. Herfasirr fuhr einwal mit eiae» jüdischen Lolleg«, der sich mit Emphase etn«n .chriftlichra Zchrer" nannte, da er an einer Simultan-Schnle aagestellt sei. So angenehm er e» nun auch empfiadra mochte, den Ehikaa« sriuer Misch« Glaub«»gmofl« «trLck« zu sei», so «öcht« > »*' doch behaupt«, daß der »ugetauste christliche Lehrer sich . unirr sein«Tollegen doch nur a!» w'ißerRabe fühl« wirdl" Er darf Mn Mund nicht allzuweit c nfthaa, sondern muß hübsch bescheGea sei«, damit e» chm nicht als jüdisch, Unverfrorenheit ausaeiegt werde; i« Sckmlmllerrichte «nß er mchr da» Technische hervorkehr« und dal ethische Mommt ' nur « sehr bejchränkttr weis« caltivivm, um seine Schüler " nicht zu .oerjuMn». D« «nzapfungeir feiner Lolletzttt mu^ 4 ■i $

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