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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 50. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 50.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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der bürgerlichen Eheschließung nicht befriedigt fiudeu kau«, zusagen, von dem wohldegründeten Herkommen und dem „Gesetze Most» und Israels", da« sein« konkret« Form im Trauringe rc. angeiwmme» hat und in den« „chaidäischen Dotumente" die ehelichen Pflichten zujammensaßt, adzuweichen. Wem die Zivilehe geitügt. der möge «S dabei bewenden laffen; »er aber da» Bedürsuih fühlt, sich religiös traue» zu lassen, will sicher die Kopulation in optima form» in religiöS-ge» fetzlicher Weis« vollzogen haben. Auch ei» Jude." Im „katholischen VolkSblatte" erschien dann folgender Artikel, dm die ultramontane Presie nachdruckte und daran Schmähungen über Juden und Reformisten knüpfte: „Stuttgart. Die Einführung der Etvilehe hat nicht nur in einer hohen Landershirod« eine fast >ut«vangelisch« Spaltung verursacht, sie scheint auch i« Hause Israel zu allerlei Unfriedm Anlaß zu sei». I« „Schw. M." sireilm sich zwei Juden darüber, ob neben der Siviftrauung »och dt« jüdischen Eeremonim bei der Eheschließung Sinn und Berechtigung hadm oder nicht. Dt« kaiserlich«*) israelitische Oberkirchenbchörde sitzt edm zu Rache. wie die mosaisch« Trausorm modern zuzusiatzeu sei. Ein Jude i« „Merkur" aber ist der Meinung, diese willkürlich abzuäitdern, Hab« weder irgend ein« religiöse oder »eliliche Behörde da» Siecht, noch werd« e» dem Gewisse», da» sich mit dem Afte der bürgerlichm Eheschließung nicht befriedigt sinken kann, zusagm, von dem wohl egründeten Herkommen und dem „Gesetz« MofiS und .fSraeiS", da» feine konkrete Form i» Trauring« rc. aitgenommm hat mtd in >r«m „chaldäifchm Dokumente" die ehelichen Pflichtm zu- , sammensaßt, adzuweichen. Wem dt« Eivileh« genügt, der möge e» dabei bewenden lassm; «er aber da» Bedürfnis siihle. sich religiös träum zu lassm, wolle sicher di« Kopulation in optima form», in religiös-gesetzlicher Weise, vollzogen haben. (D. «.)" (WaS Kathollkm an dieser ganz correkt« Auffaffung au»- zusetze« hadm tönnm, ist schwer zu errat')«». Schmähungen gegm Judm lassen sich freilich, wie bekannt, an Alles knüpfen, diese näher kenn« zu lernen find wir nicht begierig. — Man ficht übrigm», wie wir ,chon vor Jahr und Tag ausgesprochen haben, welch «in Glück, ja wie «S geradezu prooidentiell ist, daß die bürgerlich« Trauung für die Juden in Preußen bereits vor mehr als eine« Bierteljahrhundert, in einer Zeit, da religiöse Kämpfe noch nicht alle Geister bewexlm, und eine religionSfeiudlich« Strömung noch keine Macht hatte, vorgefchriebm worden ist. Für den weitaus größte« THÄ der Judm im deutjchm Reich« sind dadurch die anders^, austauchenden Fragen mtd Streitigkeiten längst in ruhiger Zeit und ohne Ausreguug erledigt. Red.) OeEerretch. B. Lemberg, 6. Der. (Or-Eorr.) Di« in Ihrem Blatt« angedemeten Wirren in der hiesigen Äemeiuve sind in ei» höheres Stadium getreten Dte Partei O. hat da» Publikum gut zu haranguireu gewußt mit dem Rufe: ore heilige Religion ist in Gefahr, die Fortschrittspartei wirb Euch teiue Ko lcherspeis« ermöglichen, ja der Syaagogendesuch wird besten, «tt werdeu u. dergi. zündende Phrase» — und so wußte sie sich (nag ihrer Auojage) für ihren Protest 1000 Unterschristta zu oerschaffen und chu dem Mtnisterium zu überreiche». Die sogenannte Fortschrittspartei hat mit Ausnahme einiger aufklärender Plakate nicht» zur mündliche« Belehrung gelha». so daß da» Absurdest« Glauben gesunden hat. Denn gut tuet conaentire ▼idetur. Di« Gründe der so geringen Thätigkeft und Wachsamkeü fetten« der ForlschrittSpartet sind gar mannigsach. Die Herren Aufgeklärte» nehmen e« ersten« sehr lau «it der Sach« der Gemeind«, denn ihnen steht lewer eine nach unser, vegriffm traurige Altervatio«: — da» „SichconfesfionSloSerklärm" — al» Remedium gegen jede» gemeindevorsteherlichm Druck zu Gebot«; ferner cheschleicht gar «a»ch«u der -leid und die Unzufriedenheit mit der GefetzeSauSarbetlung eine» Richt-JchS, er läßt diber den io viel geplagten Reiermten vr. Mansch mit seinem Werke im Stiche. R»d andere würde» um den Prew, einen Borsteherntz zu erhaschen, die Bagcrbkll» e.neS Lt-ilulel wolst opfern —diese nicht sehr edlen Motiv» lass.» jede» ehrliche Streben zum Wollte der Partei und zu>U Nutzen der Gesatnmtgeiueiude erlahmen. A>S den Eorybantenlärm über d>S eigentliche Statut aitbe'.angt, ist er fast natürlich zn nennen. Man denke sich eine Gemeinde, weich» )\it undenklichen Zetten m los« verknüpfte, größer« und kleinere Körp.r ausgelöst war, di« wieder ihre eigene» Vorsteher und Verweser b. saßen, welche n-ich HerzenSlust geschiftet und gewaltet haben, die Äesammideit w>ed rum durch da», neue Statut unter Rand und Band gebracht Es werde» nicht mehr Spitalsoerwalter sich als Könige diese» Institut» gebährde«, vetüäuser nicht oi« Verwaltung ohne Budg.tooriag» und Genehmigung de» Vorstand«» iühren, die sonstigen öffeut» luhen Äohlthätigkeithanstalte» unter besondere Oberaufsicht de» EultuSratbeS gestellt werden »iiiffen, j> der Vorsteher wird die Aueichüffe ernennen »nd «tnieyen. i'oren Sitzungen zu jeder Zeit beiwohnen, ihre Beschlüffe, wenn »le schädlich waren, hemmen oder kasnren können. — Da» ist ein« etfern« Eeutralisatio» — da tut Willkühr keinen Platz. — Di« re» ipektiorn Elemente find daher ungehalten und oergeffeu den allgemeinen höhere» Zweck einer geordnete» festverbu «denen Gemeinde. — ES war viel vom Ausgleich gesprohen worden, und würde derselbe, wen» e» auf dir Faiseurs der Rabbiner- Partei ankäute, wohl accepnri, oa die veutstze sog. FortschriltSpartei ihrem Verla,tge», lebenslänglich.- Anft Ln § de» Radb. Orasiein und Aufbefferung von S00 st. JahreSgehalt, nachgeben wollten —; die Unversöhnlichen — GotteSs ürchtigen, oieliuehr Oroaungsfürchtigen, drohten aoer den Führer» mit dem Abfall«, wodurch die Unterhandlungen gescheuert sind. Wir sind gespannt auf die Eaticheisuag des Ministerin.»« — Mittlerweile kraate» fast all« unsere Anstalten am Uederganglpe« riodeusteder. Da» WaiieuhauS, weiche» zn den humansten und schönsten Institute» unserer G.meind« gehört, ist förmlich verwaist, jeder der dortige» Zöglinge trägt «den da» Stigma de» BerwatstteinS, die Kleidungsstücke hangen ,» Stücken vom Körper herab und schütze» sehr wenig vor der Winterkälte. — Die Herren LpitalSräth« beraihen eben atehr, al« sie ihn» sollen — und kann man «S nicht al» Unglück nehmen, daß sie e» nur seiten thun. I» Schulangelegenheilen ist viel, ja sehr viel zu thnn, jedoch von diesem und dem Religion»»»- lerricht« «m ander :nal- — Man sieht, wie dringend da» Vedürfniß nach Friede» in der Gemeiiwe ist; aber auch welch ein erschreckender Mangel an Männern in der Lemderger jüd. Gemeind« herrscht, di« soviel üneigenaützigkeit und soviel AufopsernngSsähigkett besitzen, um der Gemeind« dienen zn können. Ein und zwanzig Vorsteher sind daher nicht zu viel, um alle VerwaltungSzweige zn besetzen — aber e» ist zn schwer, diese heranSznfiiche«. Graf Potocki, Statthalter von Galizien. Also hataauupapam! Wir haben eine» Statthalter, — eine» echte» Bollblutpolen. Di« üsterr. Regierung kann ein für allemal ohne Lzamara und Konsedratka nicht bestehen. Sie muß also - - den Galiziern beweisen, daß sie Polen sind und bleiben müssen. Die Hoffnung aus Sturz de« so viel Unheil stiftenden System» der föderale« Regierung ist eitel. WaS den Herrn Statthalter von heut« vor dem unlängst verstorbenen anSzeichnet, ist seine Menschenfreundlichkeit; sein anSgedehnter Besitz tu SaliKen, in welche« viel« unsrer Glaubensgenossen als SntSpächter jahrelang in der reellsten Weise ihr Brod fanden und rächt zur Zeit de» TerroriSmn« vom Hru. Grafen Polocki auSget neben wurden. Der Verein Schomer Israel wird bald Selegenhett finde», mtt dem neue» Statthalter in Berührung z» treten. Der Verein wird an S«. Excellenz eine vttte richten, da mtt derselbe, al» Lhes de» Landesschnlrache», di« jüdische Lonsessio» tn der Schul« ebenso berücksichtige, »i« die christlich«, rrsp.t« Schick» regnlativ« die Einrichtnng treffe, daß jüd. Stndeutrn (•gm*

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