Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 42.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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- Banat 1× ep/1272623
- Odesa 1× ep/1000834
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M 42. 1875. IrrsrUttschr Wochen-Schrift fit die religiösen und socialen Inlereffen de- Indeulhnms. »»»««tlich »>»« ht. InU Kt al« 9«Matnn a. >uchtz«»»lu»»«n i mtiin«. ttutiflutniKmj: I« VtutWank 10 matt, ■•4 0«««m»4 fi, n. fttanfrtt« 1« »»«., ». •mlM», Milt II M., n. «iMrtla II «H. iiliimmti, »4« SikMII«« Kt .9«C. »«chnischrlstE in M«|k<l«c(. Peraiuwarilicher Redakteur und ^eraiwgedrr Rabbiner I)r. A. Lreueufet» in Stettin. Magdeburg, W. Oktober. $nftr«tt »erben mit to ff. für bi« brei>ef»altene fertuetle ober beren Raum berechnet. Die bi» Sonntag früh bet ber Unterzeichneten verlagghandlung eintreffenben, «inben noch in der nktchften Nummer »ufnnbme. Einzelnummer« n Xi ff. H. ff Ulf 4, Berlaaibnchbanblunß in f reblan. Inhalt: Lette»»« Aett»«I, «erechrtykeit und Wohlwollen. — »«etcht« «»» «»r»ef»««»«»i»nr Deutschland: Berlin, »«gdeburg. Magdeburg. Hannover. Rinteln. Hamburg. Toltbu«. — Oesterreich; vest. «u« dein Banat. — Rußland: Petersburg. Odessa. Warschau. — »frika: «legandrien. — vermischt« ««» ««»«ft« Mnch richten: vrrltn. -Sachsen. Lauten. «elvern. «iinchen. Au« Bayer«. HeUbronn. Wien. Reusande,. Pari«. Part«, Amsterdam. Neuseeland. Jerusalem. — Ae«tft«t»»t Der Schutzjude, (gortsrtzuug.- — Juseeaterr-lvetlag«. Gerechtigkeit und Wohlwollen. Al» erfreulichen Gegensatz zu den zahlreichen feindseligen Auslassungen, welche uns in der „Rundschau" bisher beschäftigt haben, «ollen wir unfern Lesern Stimme» der Gerechtigkeit und de» Wohlwollen« gegen Juden und Judenthum au» dem Mund« zweier berühmter christlicher Prediger de» Au«lande» mlttheilen. Dem „Amerik. J»rael." wird au« Newpork, S. Septbr., geschrieben: „Ich weiß nicht, welche» Urtheil Sie sich über den Veecher-Prozeß gebildet haben, [«» kümmert da« auch unsere Leser hier nicht, da Brecher nach wie vor der bedeutendste »ad gefeierteste Prediger in der Union iß], aber sicherlich »erden Sie mit vielem Interesse ein« neulich von chm gcthane Aeuserung lesen. In einer am vorigen Sonntag gehaltenen Predigt sagte er: „Ich sehe keinen Grund ein, warum zwischen dem Juden und dem Christen eine trennende Linie bestehen sollte. Die alte Finsterniß ist vorübergegangen, die Lag« de» Mittelalter», welch« den Nanien de» Juden zu einen! Schnupf «orte machten, haben chr Gewand der Verachtung abgelegt*).... Wir sind den Juden zu Dank verpflichtet _ für da», wa» da« Best« an un» ist; von dem alten jüdischen Stamm haben wir unsere höchsten Begriffe über die Menschheit erhalten, von ihnen haben wir unsere edelsten Auffassungen der Gerechtigkeit; alle Welt ist bei dem Judenthum in die Schule gegangen, und wa» wir sind, al» Menschen, die Recht und Unrecht unterscheiden, al» Menschen, die ein »nau»sprechliche» Streben nach höherer menschlicher Entwickelung haben» da« find wir durch die jüdische Schrift und den Mischen Lhristu»." - Der andere Prediger ist der uasern Lesern schon be- . kannte Sharle« vopSey. Ju einer seiner jüngsten Predigten ff über bie Verbindung zwischen religiösem Glauben und prakj rischem Leben spricht er sich folgendermaßen au». *) So hat >., einer der größte« Meister der Beredsamkeit, sich ..schwerlich »««gedrückt, wir köeme« jedoch nur de« un« vorliegenden X<tt „Nehmet al» bestätigende» Beispiel da» jüdische Volk seit dem Untergänge seine» Reiche» und seiner Zerstreuung. Ihr Leben ist gut und sanft gewesen; selbst in den finstersten Zelte» ihrer Unterdrückung haben sie nie sich gegen ihr« Feinde gewendet oder Böse» mit Bösem vergolten, vt« zu diesem Tage sind sie von den schlimmsten unserer christlichen Laster frei. Sir begehen nicht Ehebruch in einem der europäischen Unsitte irgendwie gleichkomnienden Maße, sie find nicht dem Trunk ergeben; sie drücken die Armen nicht und vernachlässigen sie nicht; sie prügeln ihr« Frauen nicht und treten sie nicht zu Lode; sie sind barmherzig gegen ihr« Thiere; sie sind gut und freundlich gegen jeden Nothleidenden. Wa» ist nun ihr religiöser Glaube? fragt chr. E« kann keinen einfacheren geben. Sie glauben an Gott al» ihren Bater und Freund, der zugleich der Vater und Freund aller Menschen ist. Sie haben weder Leusel noch Hölle, um sie zu schrecken, und wa» die „Erlösung" im orthodoxen Sinn« betrifft, so wiffen sie gar nicht, wa» da» bedeutet. Aber sie verstehen unter Religion Lreue gegen Gott, liebend« Milde gegen Men- Ichen, Hoffnung aus ewige Barniherzigkeit für alle Menschen, und daher ist leben und leben laflrii, gut, freundlich und barmherzig sein ein Theil ihrer Religion — die Weise, in der sie Liebe und Dankbarkeit gegen Gott beweisen. Einen andern Menschen seine» Glauben» wegen verfolgen, da» würde für den Juden so viel sein, wie wenn die Taube zu einem Raubvogel werden oder das Lamm de» Wolf verschlingen sollte. Wollt ihr mir »un etwa sagen, daß die» liebevolle, edle, hochherzige Wesen nicht durch die Religion so sei? Ich würde e» für eine Beleidigung sowohl gegen die Menschheit wie gegen Gott halten, wen» man sagen wollie, daß solche einfache, aber erhabene Begriffe von Gott keinen Einfluß aus da» Leben haben sollten. Wie thal jene alje blinde Frau, welche, so oft sie zur Kirche ging, sich hin und zurück quer über Leman-Street snhren lassen mußte? Sie ließ sich von irgend einem Vorübergehenden leiten, dreißig Jahre lang, und jedesmal, wenn ihr unbekannter freuitdlicher Beschützer sie sicher bi» aus den Bürgersteig geführt hatte, fragte sie ihn: „seid ihr ein Ehrift .der