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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 38. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 38.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Paderborn. — Krnilletonr Die Juden im Kaukasus. — Inserate. BC* Mit dernächsten Rr. schließt da« d r i»t e Quartal. Wir dringen den geehrten Abonnenten die rechtzeitige Erneuerung ihres Abonnement» mit 2 K 2b Pf. bei den P o st ä m t e r n tu freundl. Erinnerung, mit dem Bemerken, daß direct» Versendung nurgegen vorherige Einsendung von 2 M. 75 Pf. pro Quartal erfolgt. — Ueber die bevorstehend« Erweiterung unseres Bl. «erden wir in nächster Rr. Mittdeilung machen. _Ziie Krpcditiov. Atmet Be«erk«»ge» über dt« jüdisch«« Gpetsegesetz«. H. (Schluß)*) wir stnd von der Ansicht ausgegangen, daß gewisse Thiergattungen und animalische Nährstoffe stets allgemein gegessen «orde« find, während der Mensch vor anderen einen natürlichen, instinktiv«« Widerwillen »mpstndet. Wir haben die zmeite Hälfte dieses Satzes durch Beispiele zu verdeutlichen und die au» entgegenstehenden Erfahrungen hervorgehenden Einwendungen zu widerlegen versucht. Ader auch die erste Hülste des Satzes erleidet eine Einschränkung, welch« wir besprechen müssen. Manche^völker, Sekten, Kaste« genießen bekanntlich gar kein Fleisch**) oder gar kein« animalische Rab» rnug, oder sie enthalten sich de« Fleisches solcher Thier», vor denen di« Natur uns sicherlich keine» Widerwillen ring«' stanzt hat. So bekannt aber jedem Gebildete« die Beispiele sind, di« wir hier im Luge haben, so selbstverständlich ist auch die Erklärung dieser Euthaltsamkeit, dieser Skrupel. Sie entspringen aus religiäsen Anstchten, welch«, wider die Natur, die ftagltchen Speisen als verboten, unreligiä«, unheilig bezeichne«. Run liegt es aber sehr nahe, dies auch auf die biblischen Speiseverbote anzuwende« und zu sagen, es handle *) 3« der ersten Spalte de« vor. Artikel«, letzte TextzeUe, ist vor den Worten: »oder nehme« wir einzelne Stoffe" ei» Punkt und ein Absatz za mache». **) Ban de» heutigen Begetarianern haben wir natürlich nicht zu redetL da es sich dabei um eine wissenschastltche Ansicht handelt. Abmso haben die alte» Pi^thazvaer nach de« «orbilde exotischer Prie» ster keine Sohne» «-«essen, sie hielten sie für schädlich, da« Denken er» schchermd. Aach Mische Askriea hchen gar nicht« ,nh Lebend«,engegessea, Ansstnß einar »am EMnttz-u» ganz fremde» »flpse. sich bei ihnen nicht um Naturgemäße«, sondern um religiöse Prinzipien, Ansichten, Borurtbeile. Wir machen hiergegen Folgende« geltend. 1) Die jüdischen Speisegesetze im Ganzen — denn wir können nicht auf jeglich« Einzelheit Rücksicht nehmen und meinen auch nicht, daß di« Naturgemäßheit das Motiv für all« Besetze abgebe, werden dies vielmehr alsbald selbst einschränken — also die bibl. Speisegesetzt im Ganzen entsprechen doch in der That und ganz offenbar der unverkÜnsteiten menschlichen Natur; das von ihnen Erlaubte hat stet» die allgemeine „menschlich« Kost* gebildet, das von ihnen Verbotene kennzeichnet sich noch heut zunächst als dasjenige, wogegen der Mensch Abneigung empsindrt. was er nicht zu seiner Nahrung wählt, wonach rr nicht greift. Daß aber die dramanische Enthaltung von jeglichem Fleischgenuß, von Milch, von Kuhfleisch, »atu'gemäß, instinktiv sei, da» ist unmöglich» da» kann nur etwa» „Gemachtes* sein. »3) Die religiösen Gründe solcher Speiseverbote liegen auf der Hand; ist die Kuh ein heiltgstes Thier, io darf sie nicht getüdtet und nicht gegessen werden; der Glaube an Seelenwanderung bringt ebenso die Verbote des Tödteus und Verzehren» aller oder gcwiffer Thiere mit sich u. s. w. Sollte es sich mit den bibl. Speisegesetzen ebenso verhalttil. so müßte ein Zusammenhang zwischen ihnen und den religiösen Prinzipien, Lehren, Ansichten de« Judenthum« nachzuweisen, wenigsten« zu erkennen sein Nun trifft dir« bei einigen wirklich zu und ist in der Schrift mit klaren Worten angegeben, also daß wir gar nichts zn oer» mulhen, zu errathen brauchen. So 1. Mose 33. 33;*) 3. Mose 7, 33 ff.; Eap. 17. - Gerade dieser Umstand zeigt, daß es mit den andern verboten, bei denen ein solcher Zusammenhang weder angegeben noch erkennbar ist. ein« andere Bewandniß haben müsse. Und nun beachte man wohl, daß nur bei dieser letzteren An die Ausdrücke „die Seele verunreinigen, Unrein, Abscheu* u. dgl gebraucht werden. Dieselbe« <>) Die« Beispiel ist befoNber« instrueti». Niemand wird auf die Idee komme», daß da« «erbot der „Spannaderei» naturgemäße« oder aüfeaKiae* fein solle. Darum ist auch der historische. retigisse mck speztstsch-israettttsche «rnnd dentttchst aayfrte».

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