Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 33.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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ftetilletP«; Dt< Gotte«. ' <H« 4trt»irfcl|Cf F,»U1e«seß SM SNtsmostttohn. 9f war tm. Jahre 1846, al» ich in Preßburg mit eine« meiner Lolltgru den Schloßberg entlang ging 9t war ein, sehr kalter Winterabend, der Himmel war ganz umwölkt, «nv «ke Borboten IN einem großen Schneegestöber waren da. „Salom." sagte mein Freund David, „die Lalle ist hptte sehr grimmig, und ein große« Gestöber ist im Anzug«, kehiea wir doch lieber um, damit wir noch recht zeitlich nach Hauke kramen, oder suchst du vielleicht den Propdeten Elijahu, diefez» gute» Genius der Armen? Ich weiß e« wohl, daß du hatte nur ein sehr frugale« Miilag-mahl hattest; aber je länger wir gehen, desto, größer, wird unser Hunger." „Du hast'Recht," lseber David, versetzte ich, „nur noch einige Häuser weiter möchte iH geben bi« Nr. 28. ummiLz» üt>MzeNAM-, ob da«, »a« mir de« der. heutige« Vorlesung einige «nsereis College« von einer Einladung mittheilten, welch« sie von dickem Hause zum heutigen Abend erhalten baden wollen, «Nstnst^wahr sei." Kein Freund willigte ein, und wir gingen 'weiter, uud fanden balo da« festlich erleuchtete Hau«, au« welchem sich auch bereit« Mnsiklöne vernehmen ließen. Al« wir so am ,Eutgastg« de« - Hanse« einige Minuten horchend gestanden hatte», lam eia schöner alter Mann niit respektable« lemgrn Varl zu un« heran«, und richtete an '»n« die Frage, ob wir nicht Jünger der Hochschule (Bachurimi wären, und als wir seine Frage bejahrten, lud er anch. un«>tzum Fest« ein z er. führt« un« in einen prachtvoll ausgestalteten Saal, w»,«iüegrößer« Anzahl k-er Gäste be'ei« anwesend war, nntrr denen wir anch eiuige unserer ältere» Mstcollegen rrtaunlea. Die Muftkaalrn spielten lustig auf, wir begaben «nt tm frftl und nahmen, an dem allerd,ng« herrliche» Mein Magen war bald befriedigt) doch meine Neugierde nicht. Ich wollt« durchau« die Veveutung diese« Feste» wissen» »nb doch fehtt« r« mir an Muth, den Hausherrn darum atWgehe». <t» wurden Toaste in verschiedenen Sprache», anch t» jüdischem Dialect, gehalten. Ich al» der jüngste Gast bet tzeN iTaiei,.soßte auch'nicht zurückdleiben, lumai unser liebenswürdiger Haustzerr meinen Becher nachzusuU-n stet« destrsht war und mich jedetmai fragte» welchen Wein von den ne^schiedeM» ünatiiäten ich wünschte. Da erhob ich denn meine» Becher, liest „»«seren braven Wirth samml Familie" hoch lebe», »nd fügte zum Schluß meine« kurzen Toaste« die Auf fordernug hinzu: Tr will, di^'.Al^Zen bessern Sfyin mir wähl«. Ich«'will, daßier ^«»'Festes Lrsach un« erzählrl Bo« allen SeltM"«tstde mir vckfallzugerufen, und dem liebe»»AUW»-wckv «AM Aufforderung recht willkommen, er """ - - „O« dürfte« natzez» SO Jahre her fein, ich war mit «ttjKK andern 6 Gesthwiftern t» Hans« «einer Eltern undtzetsmetnM Later in set»ea> Mauusactnr-Geschäste, da» lg« rrntktke, fo'daß mein Later bald in den Stand geletzt war, sich.«»-sehrhübsche« Han» (unweit von diesem) zu bauen. M» wir ln unser Hon» rtngezogen waren, freneten wir nno all« darüber tnntgst, und «eine frommeMullerspenvete für all« hier .bestandene« Verein« eine namhafte Summe Oelde« Anch wurde bd ul eilt Mahlzeit bereitet, an welcher die Stllbtärme» theil nah««», etwa 10(> an Zahl, r Unter diese» machte» sich besonder« zwei ehrwürdig au»sehende Männe»,bmnerkder, dt« wohl anch bet Tisch« laßen, doch an dem Matzt» Mcht theünehme» wollten, g«d stet« n»L ihr« vtukr «chlintimn Vater, welcher di» SWW sttbst anftrng, ^ch-, «» dich» beim-»bschtede elmm» jrdM:.der-O«st^ daß mein Batet feisten frommen Sinn bewahren möge." „Nach einigen Monaten, e« war^eSiüsV-wie heute ein frostiger Winterabenb, wir faßen traulich im Famtllrnkkise beisammen «nd beendeten nnser Abendmahl, da pocht« e« ast' unserer tzausthüre; zwei ältliche Männer mit einem Weib»!, welche« ein kleine« Kind auf de» Arme tmg; kamen herein,' gaben sich für armei Reisende'«»«, und baten «m ein Nach!«- lagrr bei un«. Mein Vater war über diese Znmuthnng etwa» unwillig, und fragte die Leute, «tt welche« Rechte R* gerade zu ihm zu so später Abendstuud« kämen. „Zn ihn«'»' grade" sagt« einer der Gäste, „zu Ihnen Herr, der Sie durij »Gotte« Beistand diese« schöne Hau« sich baue» ließen, hier wird sich für fremd« Arme schon ein Plätzchen oorstndrn" Mein Vater öffnet« die Börse- und wollte eben den Leuten einige Geldmünzen gebend damit! ft«' aststerwäÄp einD^La-, gerstält« sich anfincheü könnten: doch diese« Aaerdietest wurd>; von ihnen zurückgewirseu, Re fchsÜtMi-sich ßlelilW"hn/ wieder weiter gehen, al» dad kleine Kind, die Händchen rm»orstr«ckb>' und zu .weinen anstag Meine Mutter war hierdurch 'ge-' rührt und ersuchte den Beter, er möge ihr doch erlaubest, dt»' arme, Leute für diese Nacht nur hier z» behalten. Met», Datei willigte ein, woraus mein« Mutter ihnen «in Seiten-- gemach anwie« und einige« znm Essen verabreichte. Mir aber trug der Later nachher auf, dir Thür« ihre« Zimmer« sorgsam von außen abzusperr-u, da diese Menschen auch Diel»! sei« könnten, dir un« nächtlicher Weise auizuraubra kämen. Ich that«, wie mir mein Vater anftzetragrn und übergab ttjw selbst nachher den Schlüssel. Mein« Mutter und meine älter»'. Schwestern wollten behaupten, daß einer der Gäste dem fehl" ähnlich iei, welcher bei jenem ersten Gastmahtü anwesend gewesen, und damal« weder miiipetstei noch-AlmoietuenaehMen wollte Wir blleber"noch ein Stündchen auf, verrichttteu wi< gewöhnlich uns« Pachtgedet, uitll^fitz^tzvunt'HiMststlhe. In der mitternächttÄ«» Stunde, wir dnrflen etwa 1h—8 Smnden geschlafen haben, da erwachten wir alle aufgeichreckt durch.,, «in fürchtrttl^st« Mpolter, und «ein« Mutter behauptet«, e«l wäre Jcmkü^'bii'wrem Bette gestand««.der ihr die schnelle- Flucht au« drns-Hnuse geboten. Al« da« Tobe« uud Lärmen ännnor heftiger zunahm,. kleidete, wir un« alle möglichst schnell an, und liefen auf d»e Straße hinan«; doch tau» waren wir dnt‘ bify', $au*tb°r(' M stürzte di« Deck, unsere« Haus-« mtt,. etsten,.Don»erg«frach ähnlichem Geräusch zusammen, so daß fast alle vrwodurr dieser Gaffe au« ihre» Hänsrnt'üekMökdntiM'Anv zu uuiere« Hause eilten. Qf^er Thsäqetz erzählten wir ihnen. daß uuter diesem Schutte 4 Meiuchenleben enden müßten, wenn nicht schleunig« Hülfe käme.. B«v--ka,n anch oie Htadtdetzörde, viele Soldaten wur»bn"drrbkigeholt, «an arbeitet« mit hnaderten von Hänbeg,Us^. Werkzeuge«, uud gelangte gegen Marge» z» de« bezeichn,««« 'Stübchen Auch dort war di« Zimmerdecke rin» gestürM-»si«' wurm mit größter Anstrengung gehoben x. aber von Menschen war daselbst kelnpiSpstpiMchk-z», finden. Wo diese Gäste hiltMtbmmen, »er,-stoä«igriNiichi>«vorM, iblieb fftr _ unsere Familie m* für die ganze Stadl et» ewkgi« Näkhsell — Mein-Estlev«befttcht«-später de» damals hier lebende» gt«e ' ßen Rabbi dessen. Tüchtigkeit in der Kabbala berühmt war, uah,Pzser bedeutet« meinem Vater, daß diese Gäste'wohl '„Gottesbotgewesen sein mögen, weich« ihn und sein- HnnN ans die Probe stellen sollten, und da er dieselbe aal . bestand, ihn und seine Familie auch au»der großest'Gffaffk ^treFÄ hätten. — „Und so «eine liebe» Anwesenden," schlich »>s<r liebenswürdiger Witth R- Mordrchrt Beer fein« Erzählung, „feiern wir jede« Jahr "um diese Zeit rin fröhliche« FämMMst, «in Dautfrst dem Allistächtige« für' di« «nnderdare Irptztnnßk*''" W» blieben. »Ätz einige Stnadeü beisammen, spät in ber »ach» kehrten wir bet«. Die EMHlung de« «len hielt «chllaNM«Wchh.Uft, mit mit fUnn