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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 33. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 33.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 33. 1875. 6. JahrgüNg. Wochen-Zchrist für die religiöse» und foriale« J«tereffe« de- J»de»thsms. 1II1H «>»» m. fnM M «»MiMra «. v»M»»kl«N«» IMU M. a*4 Mrm(4 1, a. ffna(nt41« - - ' Baarttt U ML Äf*« l a9>kt(4« ■tt«ra«arklatt* «»Mt«» tlifUrtl«. ftrammortlidKr MrMftcur uns \wtüii»(ylHt Rabbiner De. A. Lreuenfel» in Stettin. Magd«b«rg, 19. August. Aus»»»«» mrNa Mi« M <). Nr tk krtUkxUUiH UrrUrriU »Nr Mtn fUtt« InfMt Sie M»8m*ta| fr«« Ni Nr .«tiiklll» i» Maf krtacf* «i»errff«»N» ft»N»»»ch «u Nr »«chfien N-WM-r Uafaahare. tU|ll«»«in a B» Pi. «IkMtlH Nr Wr W,che»f«rifi «u «•kirt «ruft, Mat«. 3«hal»; Sette«)»« »ttihll »ie jüdisch«» rra»er,«te»uche. II. — »ertchte UM» C*mf»»«»(»H« t Deutsch««»»: tteeli». ettette. *u« BürUrmknj. «u« b»m Srau»I-dmei«ische». — Oesterreich: «u« ®a(tjim. Lemberg. — Arantreich: Pari«. — Seetzdritauuie«: Leu»««. — A»tla,d. — »«»WtfchteUU» »e««G« teachrtchtemr Rauchen, «in». Lemberg Lemberg Suter,-». »«»««. — UmteUetau» Di« Steen Stete«. — 3«tCMte. Die tstdifche» LrauergebrSuche. ii.*) Nach dem israelttischeu Religion«gesetz soll um sieben verwandte, und «ur um diese Trauer beobachtet werden; heutzutage »siegt »au um «och manche andere entfernter« «der »4tzer« Berwandt« zu „trauern": Kroßettern, Schwieger, etter«. Taute», Großonkel, Cousinen «. s. ». Sollte da« israelitische Gesetz »Uder sei« al« die heutige Seltsitte, oder falte« die heutige« Menschenkinder in Hinsicht auf verwandtfchaftllche« Mitgefühl zarter besaitet sein at« unser« Vorfahre«? Lei«« von beide». Wa« man heutzutage „trauern" nennt, ist nun etwa« ganz andere«, al« wa« in J«rael Trauer (Aweluth) heißt Aber da« Judeuthum sieht hier mit sei- »r« Ansichten «ad Bestimmungen nicht allein, all« gebildeten Völker der vorzeft, vorab auch di« i« Sachen der LeftheNk, des Gefühl« für da» Schöne und Wohlanständige sonst maßgebenden Hellene«, schlosse« bei Familientrauer und al« Zeichen de« Leidtrage«« jeglichen äußeren Schmuck an Leib n»dKleid au«. Haar uadva« wurden nicht gepflegt, Kleider »icht gewechselt «. dgl. «. Kann e« wohl in Frage Gezogen «erde», ob diese« der Vernunft entspricht oder die heutige Sitte? Kein Mensch von gesundem Sinn wird behaupten, daß e« «ft wirklicher Herzenstrauer, mit gramerfMu» Semüth« vertrLglich sei, so bald ein theure« Auge sich geschlosien hat, oder schon vorher, wenn da« Unvermeidlich« al« nahe bevorstehend erkannt wird, Schneiderin und Putzmacherin in Vewegnng, Modemagaziue und Trauerwaarrn- Handlnngen in Contttbuiion zu setze«, Freundinnen und Spiegel zu Rathe zu ziehen, um schleunig de« Lrauerstaat in Ordnung zu dringen. Liegt in dem gauma äußerst complicirten Codex von tiefer, ganzer, halber rc. Traner von Wolle, Seide, Schmelz, Bändern, Streifen und Tarreanx, Armband sab Ohrgehänge, und wa« dabei sonst in Bettacht kommen mag, ein Fünkchen von Sinn «ad verstand? E« betrifft da« •) 3»'m*. SteteteiM «tum » ist »» lest«: jm* sind ««1 de»>U.«tekmm^dfr,S«Ghteit,..., M Sachm tegAetigieu... «Mite» die Frauen; bei den Männern ist die Sache einfacher, ater nicht darum, weil sie klüger sind. Eine einmal herrschend« Sitte verliert da« Ausfallen) >e, man gewähnt sich an die Sach«, an den Anblick, und ftogt nicht mehr nach Grund, Sinn und Vernünftigkeit; aber e« dürft« sich doch einmal dir Frage aufdrängrn, woher denn der Unsinn diese» „Trauern«" entstanden sein mag. Litt habe» darüber keine Forschungen angestellt, find guch niiht in der Lage, jetzt gelehrt« Werke nachzuschlagen; wtt sagen un« aber, daß di« Mode von den Häfen der Fürsten ausgegaagen ist. Da sollte auch um sehr entfernte Angehörige, verschwägerte oder politisch Verbündete de« Herrscherhanse« Trauer angelegt werden, und zwar von allen zum Hofe Gehörigen di« auf den Kutscher und sein« Pferde herunter; dabei sollt« jeder nach Rang uud Stand behandeltwerden, der Trauernde wie der Betrauerte, e« sollten Unterschied« stattsinden und erkennbar sein, dadurch mußten in Hinsicht «es Dauer der Trauer und aus deren Grad alle jene Abstufungen entstehen, erfunden werden. Wenn dann «ine jung« Hofdame auf vier Wochen oder auf längere Zeit um eine Nrbase der Stiefgroßtaate de« Landetherrn Trauer, von der da« H«rz nicht» wiffen konnte, anlegea sollte, so wollte sie srellich sich nicht entstellen, sie wollte hübsch in terTrauer ouösehea; einer Form genügte ja da« Alleräußerlichste. und so entftaed alle« Hierhergehörige „Vernunft wird Unsinn!" von de« Häsen ging die Sitte in die Paläste de« Adel« und dann in di« Häuser der Bürger über, und daß dann in der Neuzeit auch J«rael» Frauen und Mädchen di« Mod« mitmachtin, ist schon ganz natürlich. Dem gegenüber steht di« alte, altvütrrische, unästhetische Satzung mit dem Verbote jede« Schmucke«, neuer Kleider u. s. w., mit der Idee, haß tn-rjenige oder diejenige, deren Herz betrübt, bereu Se« ülh sch»«« ist, am allerletzte» Sinn dafür haben kann, ihrem Schmelz« durch die Putzmacherin und durch da« Reueste vom Reuesten in Trauer-Medaillon« Au«druck geben zu wollen. Alte Sine verhängte in den Siebeutagen in der Tranerstnbe den Spie» gel. <tt ist wahrlich unuöthig, dafür kabbalistische, abergläubische Vedenrung anfznjuchea, «» liegt nah« genug: Trauer«

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