Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 30.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Di« erschügiend« Au»sühr«ng der «rste» btttE Thesen gehört nicht hirMer^oa« ,hch >jM»ch D»W»tztten 3£4t au«- g,fühlt Hab«, qi gegau dchö, nM MW<W b)pr Tagetortz? nung st«hl und^'uach'chneiH: MMiuiH Jach^xiü joßteu Minifterial-Rescript wichtig genug ist, zur öffentlichen Debatte u««eriicht» von dem in den Lehrplan der össentliche» Schulen «inzusügenden Religionöunterricht mit folgenden Worten: yCint dritte und letzte Frag« ist: Wa« soll au« dem hebräischen Sprachunterrichte werden, wenn der Staat sich dazu nttschlirßen sollte, den jüdischen Religionsunterricht dem chriftl chen gleichznstellen und in den Lehrplan der öffentlichen Schulen e-nzusügen? Soll, wie einige meiner Lollegeu wolle», von »tn« darauf bestanden werden, daß mit dem jüdischen Religionsunterricht auch dann nolhwendtgrrweise in den öf» fentlicien Schulen der in der hebräischen Sprache verbunden werdet müsse, — oder können wir uns dabei beruhigen wenn der Staat den jüdischen Religion<u«t«rricht nur auf den stoffiichen und geschichtlichen, d. h. auf den Unterricht in der Glauben«- und Sittenlehre, in der vibelkund«, biblischen und jüdischen Geschichte begrenzt. dagegen den Unterricht in der h-bräischrn Sprach« in den öffentlichen Schule» verweigert? Ich habe bereit« vor Jahren an einer ander« Stelle Gelegeutrit genommen, diese Fragen anzuregen und sie in latere« Sinne zn beantworten.') Seitdem hatte ich noch zweimal ttelegenh.it, diese Fragen in demselben Sinn« zu beantworte:» und dafür einzutreten: einmal, als im lchten Jahre ans Veranlassung de« Herrn Tultutminister« von Seiten der Regiemug di« bekannten vier Fragen den Dirigenten jüdiicher Religion«schule« zur Beantwortung vorgelegt wurden;') — »ud tann ferner bei Gelegenheit einer Eonf-renz von Kollegen, t>ie im letzten Sommer zur verathung der jüdischen Schulfragt hier in Eolberg zusammentralen. Auch heute bin ich, trotz der Autsührungen mehrerer meiner Gesinnungsgenossen,') noch inimrr der Anficht, daß der hebräische Sprachunterricht ohne Bedenken von dem stofflichen und geschichtlichen lfleligiontunterricht getremtt werden kann, wenn die KSuigliä« Etaatsregierung nicht ohne Grund etwa Anstand nehmen 1 odt«, neben der jüdischen Religion auch die hebräische Sprach« al» UnterrichtSgegenstand in den Lehrplan der öffentlichen Schulen auszunehmcn. So entschieden und warm ich auch für di« eifrige und aufmerksame Pflege der hebräischen Sprach« al« intrgrirenden Theil» de« jüdischen RrligionSunterrich t« eintrete, fo kann ich mich doch der Ueberzeugung nicht verschließen, daß die jüdischen Gemeinden die Sorge um den -I Sgl. vier politisch« Brief« zur Vchulfea-e: Veit« IN i« Pro« der jüdische» »eti-üm «schule zu Soiberg 1871. «itgetheUt in der Socheuschrist: Jahrgang 71, Nr. 7 u. ff. Di« vier Frage» lauteten: Ob ein« jüdisch« Schul« besteh«; »i« »iil Religioatstunde« wöchenUtch i» der jüdische» Vch»l» «rtheilt »erd«; i» welch«« Perhültniff« in derselbe» »er hebräisch« Sprach»», terrtch: zu de« «igmtliche» Peligimwimterricht steht, ob er ei»e» Theil defseldn bildet oder nebenhergeht, »der ob die Niader darauf «»gkwies«» fla». ih» außerhalb der Schul« zn suche» u. s. w. Die letzt« Fr^e de- »eist, werch«« »ewtcht dt« «egieru», darauf legt, zu wisse», ob überhaupt der hebräisch« VprachmNerricht «nn stofflich« Xeligi»»«u»terricht getrewü »erd« tan». Zu welche» Zweck« k«»n sich jede, Verständige fettst »ge» und TTV 02NN- 1 «gl. Leitartikel tm Dt. Moritz Pahwer, »abütaer t» M^dadnrg, m «». » de» JMaeiittschen Mecheafchrtft 187». hebräischen Sprach»terricht de« SO^VchMDaufbürde» kl».[';■£ n# Poch ßchrfrnstg W?m atstbsehen HolAdeUaeringen Inter- J.s' im Da« veh, Smat ach diesem-Thefl tstß ^Mchrn Religion»»;; uWeMcht«.Mhich»^aO.*) <»ch dech»M diesem gnadqch schon darum abhold sein» weil der jüdisch« Religionsunterricht. '1 in perhiohung mit t^er Pjle«,d^ Hebhsische»^ Ssrache rtpe , « wöchenliilhe Stundenzahl st, -Snf^r»^- nähme, d« z»' der iSmstdenzahl, deren der Religionsunterricht anderer Eoufesstono« bedarf, in gar keinem richligen verhältuiffe «ehr stünde. Die S>oai«r,gierung würde dann mit der Einfügung de« jüdische» Religionsunterricht» inde» Lehrplan öffentlicher Schule» W» n,n sühnenden Akt gegenüber der lang« vermißten retigiöfe» ' Gleichberechtigung d«S Judenthum« mit de» herrschende» chrtst» , ltchen Eoosesfionen mehr vollziehe», sonder» würde vielmehr damit un« ein Vorrecht und eine begünstigte Stellunß ‘ auf Kosten Wr anderen.Bekenntnisse «inräumen. Wer aber , wünscht von un« solch« Vorrecht« und veßünflignMg e n? War wir wünsche» und erstrebe», was wir al» Jude» . auch >n der Schulftage wolle», tft>. nichts Andere», at» das Ziel der völtge» «letchverechkignn^ de» Jitbenlhilm» mit den ander» GlaubenSdrkenntniffe».. Und so,-tNge» die zahlreiche» Petitionen, die so oft an di« Königliche SMH regterung und an den Laninag zu Gunsten der Wnführuug de« jüdischen Religionsunterrichts in die öffentliche» Schule» gerichtet wurde», nirgend« von der Absicht au«, überhaupt für dt« Beibehaltung der Eo»f«ssto»alilät der Schill«» «der auch nur de« obligatorische» ReligionSnnterrtcht» im Allgo- «einen prineipiell eiüzusteheu; vielmehr sagt «S flcherlich der Anschauung der meisten jüdische»,Glaubensgmoffe» mehr M, di« Entkleidung der Schule» von ihrem «onsesfionelle» Eiewaudg -J und di« Einführung eine» uur sacultative» Religio»«»»terrsthh» anzustreben, da fie sehr wohl a«S langjähriger, an ßch seihst gemachter reicher Erfahrung am beste» wisse», daß der Reste ' gion al« solcher durch eonfessionSlos« Schulen keine schm fahr droh«, dagegen di« Freiheit de» Gewisse»» am besten durch fie gewahrt werden kan». , Wenn aber trotzdem so oft um Einführung de» Mischen Religionsunterricht» t» die öffentlichen Schule» bei. de» gesetzgebende» Factor»» petst tionirt wird, so will damit, ohne da» Prineip al», solche» f» berühren, uur die Gleichberechtigung de» Judenthum» mit de» andern Eonfesfione» angestrrbt und zugleich gesagt werde»: v > „So lang« nicht die Trennung zwischeu Kirche und Staat t» { soweit durchgeführt ist, daß die öffentliche» Schule» «nftssto»»» ' lo« find," d. h. so lang« noch christlicher Religiou»u»terricht ■. überhaupt auf den Schule», sei r» obligatorisch, sei r» faeul, /- tativ, erthrilt wird, sei vom Standp»nkt« der Rechtsgleichheit - faller Menschen genau dasselbe auch für de, jüdische. Reitf gion«»»terricht zu fordern. **) Hiernach kau» aber vom Staat, -> nur verlangt werden, daß de« jüdische» Reltgio»S»»te»,icht j in dem Lehrplan der öffentliche» Schule» gr»a» dasselbe Zeit» % maß eingeräumt werd«, da» auch auder» Eonfesfione» eingerä»mt' H wird; diese» Zeitmaß aber ist ei» so eng begrenzte«, daß ohnehi» ~f- - •) Zmmtt deffe» ist dierhatsach», »aß in CtMt t» de» «fsmt. lich» jüdisch^onftsfioaell« «lemmtmschul«, Pchm« M^m», M, Mff» . W nahm« be« tzeträtsche» Vpr^mUerrtcht« in de» Lehrplan «flattet h«.' **) ««l. ZWm «w «mach«» Un dl« m« i«wnM. .' ■] tHAni «-- *3 AWwWW^dö^stAWW - MDMM Tjl »-scholl» de« »«sch «macktttsch« «nnckntzOmchM. üelpp» ..‘A v.TwrifMBW