Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 30.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 30. 187S. <♦ Jahrgang. Wochen-Zchrift für die religiösen und socialen Jntereffen deS AndenthnmS. MMtalll« «tat Rr. RmM M «ia f»Ma5«ni a. 8a4«aaMaaata » Hof »» «f. VlncHflfw»—«: lafMatfRUakieftafc aa4 Marti* « R , a. JHraatrriV M ffrrt., a. i •ajtaak. MM UM, a VaMriU l* ML Wl filaaalitaM. i'ttaiilwn.ililtvr :Kt&afttur und ^nmiagtbtt Rabbiner i)r. A. Lrenenfels in Stettin. Änftrnt« . fir M« »reickshpsttt« Vstitzeil« »der »er« SU»m »«rschnet. Die MiVmitii tri» M »er (l(M»itU» in B«g »«»nrt* eintreffen»« Untenan# i> »er nichff« Rn««er InfnnhWt. OingelmU»»«« ck »» PI. »O« ^»»«fche gltiictKlUti* vit» trnti» MmiIir. Magdeburg, S3. Juli •SK»itira »er tftr Wschenschrist in MGßtzchUtß Riltri -rief«, tdjtif. tfttflt« Artikel» Di« Linsüauna de« jüdischen Nrligiontunterricht« in de« Lehrplan der Sffentlrchen Schulen in Preu. {M — Berteht« «Ml» «vrrefNVMVem«»» Deutichlan»; «'»«>»». »aktl Schrimm. — Oesterreich: Lemberg. — Frankreich: Paria. Paris. — Uiederlan»«: Rotterdam. Lmstervam — vermischt« »»»»V »e««s« Nachricht«»! Berlin. Oldenburg. Straßlurg. Vahr«. Dortmund. Insterburg. Trier. Prag. Zempelburg. Fünskirchen. London. Pari«. Rew-Aork. Kreta. — Ue«t»et»«r Da« Selbstvestiindntß. — Die Einfügung des jüdischen Religio»» Unterrichts in den Lehrplan der öffentliche« Schulen in Hüreußen. Bou vr. Goldschmidt, Rabbiner in Solberg. Die Israel. Wochenschrifthat pünktlich di« Fortschrille verzeichnet, di« da» Judenthum in Preußen in der Schulgefetzgeb», g Schritt für Schritt sich erobert hat. Mit dem Mtnifterial-Rekcript oom 30. April e. (mitgetheilt in Rr. 86 Hirse» Jahrgänge«, Lei tanikel) dürfte da« höchst Mögliche vorläufig erreicht und die Aera-der Eoncesfionen auf dem Wege her Ministerial-Rescripte »vahrschrinlich abgeschlossen sein; ein Weitere» und bestimmt Abgegrenzle« kann nur von der Gesetzgebung selbst erwartet werden. Der Herr Redakteur dieser Blätter «eint nun in jenem Leitanikel mit Recht, dost wir de» Gehalt» de» Reseript« al» einer hohen Errungenschaft uu» zwar freuen dürfen, dabei aber doch einigermaßen in Bertegenheit käme«, wie wir sie auözunutzen vermögen. „<£« mär« schlimm", ruft er sorgenvoll au», „wenn wir Etwa« erbeten und erlangt hätten, von dem wir keinen geschickten Gebrauch zu machen wüßten." Der Einordnung de« jüdische» Religionsunterricht« in den Lehrplan der höheren Schulen steht fortan Nicht» mehr im Wege, wenn nur amtlich di« vehsrsntßftage bejaht wird und di« betreffenden jüdischen Äemeiuden ihre dahin ztrlenden Anträge Kellen. Allein wie ist es möglich, die gering« Stundenanzahl, die die höheren Schule» für de« christlichen Religio«»uuterricht zur Beifügung habe«, mit den jüdischen, bekanntltch höheren Bedürfniffen tu Entlang zu bri«»g«n? Und woher sollen in großen Städten und Gemeinden die nur wenig di«pontblr» Lehrkräfte beschafft werden, um an de, verschiedensten One», Tagen und Stunde» jüdisch« - Rrligionöunterricht genügend und ausreichend zu «rtheilen? Und tu der Thal ist ein« solch« Sorge nicht ohne Grund, »tcht oha« eine» riefe», lebensvolle» Hintergrund. Wenn di« Herr«» Tollegen, de»e» der künftige Religionsunterricht an »»keren höhere» Schulen per Last fällt, nicht gerüstet sind, «tat maßh»lte»h« »»b «iamstthige Antwort auf dies« zwei Fragen zu geben, dürfte leicht «ine heillose Verwirrung in den Schulen entstehen und zur Folg« haben, daß die so mühevoll und langsam erlangte Errungenschaft unsern Händen unversehens wieder Pitschlüpft. Wenn irgend wo, ist als», sicherlich hier ein Onvenut oonoulsol am Platz«. Die Frage nach den disponiblen Lehrkräften in großen Stäliten und Gemeinden kann ich freilich hier nicht erörtern, da e» mir, da ich an einem kleineren One wirke, schlecht anstehea würde, meinen College», die an größeren Orlen ihren Wirkungskreis haben, vorzugreife». Wa» aber die Frage betrifft, wie wir die für den Religion« unterricht, nur kurz zugemrffene Elundenzahl mit unseren Bedürfniffen in Einklang zu dnngen vermöchten, so habe ich meine Erfahrungen wie jeder andere College, der schon länger als ein Decennium im Amte ist, und itd glaub« sie hier um so weniger verschweigen zu sollen, al« ich sie bereit» bei anderer Gelegenheit, und zwar in meiner Programmschrift für die Prüfung der Eolberger ReligionSschulr zu Oster» 1874 veröffentlicht Hab«. Da ober eine Programmschrist nur nnem engen «reise zugänglich ist, so möchte e» nicht üderstüssig sein, heute, wo auch diese Frag« spruchreif wird, meine dort ausgesprochenen Ansichten vor einem größeren Leserkreise zu wiederholen. Der Gegenstand meiner damaligen Programmschrift ist: „Die Pflege der hebräischen Sprach« in« Rahmen de» jiidischrn Religionsunterricht«", — und sie gipfelt in folge«!»«» drei Thesen: 1) die Pflege der hebräischen Sprache ist und muß auch fernerhin bleiben eia charakteristischer und nothwradigrr vestandtheil de« jüdischen Religionsunterricht«; 8) der hebräische Sprachunterricht muß in der Gegenwirt mit wissenschaftliche und pädagogischer Einsicht in Iren Rahmen de« jüdischen Religionsunterrichte« «ingefilgt werden; S) der hebräisch« Sprachunterricht ist von dem spezifischen» Religionsunterrichte zu trennen und in besonderen <Semeindeschulrn zu lehren, wenn der Staat sich etwa e»tschließen sollt«, de« jüdischen Religionsunterricht ul« Lehrgegeustand in bk öffentliche» Schulen rinzuführen.