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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 22. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 22.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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.*2 22. 1875. Isrsrlitischr JJWassL Wochen-Zchrift fLr die religiöse« ««d socialen Interesse« des Jndenthnms. »öchenttich eine »r. Peets bei «rLe» Pokänuern ». VnchtznnblNMGen , IUr( tl W. DireeteAnienbnnG: in Denrschlnnb 1« Mnrl» nnch Otftmdi) € T. n. ÄrLntretch 11 Fe«4 ..n. •Ultirt, jgtUnb IJ m , n. Kiwrita Ift BL tierarniDOi’iliAer fNcbaftrur und Htrau-gekc Rabbiner vr. Ii. Lreaenfels in Stettin. «erden »tt 10 ff. für die bretßefpnltene Vetttzeile ober bertn Saum berechnet. Die büSerntcf fflb bei ber .•(febitian in Ma-bebUrg* eintreffenben stnbenne* in ber rftftPe« Rümmer ■vfrebat«. Einzelnummern » Hb Pf. Dnb »AAbifche Eiter aßnrblntt' »teb intil beifefebe». Magdeburg, 27. Mai. Expedition ber l*r Mochenichrift Hi Magdeburg. Robert Friese» Seipziß. Inhalt: I«tt«»de mrlttil» Di« »llianc« Israelit« Uniorrsell« und ihre «nkläger. — vertcht« «nd S»rresp»»»«eie« r Deutschland: Breslau. Berlin. Hamburg, München. «arlsruhe. — Frankreich: Pari«. — vermischt« «tu» ttttttfU Noch richte»: «Ham. Grrmersheim. Uecklenbura. Elsaß. Harburg. Hürbm. Leitmeritz. Trient Tholey, «avacska. Pari«, Algier. Sair». Melbourne. — I«»t>«t»»r Dt« Juden in «brsstnien. — Inserat«. . Die Alliance Jsraelttc Universelle und ihre Ankläger. I. r-~ Der Artikel de« »Goto«-, den wir in den beiden vori- ~gen Nummern (unter Petersburg*)) au«züglich mitgethetlt haben, ist nicht der erste, in dem jene« Blatt sich sehr feindselig über die All. J«r. Univ. auSläßt. Wir haben eine alt« Nummer der »Post-, vom 2«. Oktob 1869, hervorgesucht, «elche einen au« Anlaß der zu jener Zeit in Berlin abgehal- . lenen Versammlung erschienenen Artikel de« »Golo«- wieder- ' girbt. Dies« von der Alliance berufen« Versammlung, bet der Erömieux zugegen war — während Prof. Lazaru« den Vorsitz fühtte — halte bekanntlich die Mittel und Wege derathen, durch welche man den «estrussischen Juden, welche eben von entsetzlicher Hunger«noth heimgesucht worden waren, Hülfe bringen könnte. Ebenso wie jetzt, ja noch viel heftiger, gerteth der »Solo«- ln Zorn und denuneirte die Alliance al« »inen politischen, staat«gefährlichen, Rußland« Selbststän- ' digkeit bedrohenden, sich in die Angelegenheiten verschiedener Rationen mischenden, Weltherrschaft anstrebenden Build. Sind diese Anklagen auch, ebenso wie die neuerding« in» Oktober v. I. und wieder jetzt im »Solo«" erhobenen, ganz ' bodealo«, zum Thetl geradezu lächerlich, so dürfen wir sie doch nicht unbeachtet lassen, denn der »Golo«* ist ein einflußreiche« und der russischen Regierung nahestehende» Blatt. Wir «ollen un« nicht damit befassen, die Argumente derselben zu «tderlegen; et ist überflüssig für unsre Leser und nutzlo« für dt« de« »Solo«-; wir fragen vielmehr: wie kommt ein ver- »ünstige«, bedeutende« und nicht etwa — gleich manchen ulttamoatanen Winkelblättchen — überhaupt durch seine Antipalh te« und Leidenschaften unzurechnungsfähige« Blatt zu solchen Extravaganzen, und inwiefern mögen die Anklagen gegen *) E« ist am Schluss«, in Nr. 21, vor der in Parenthese stehende» Nedakttons-Vemerkun-, die Bezeichn«»- der »Schief. Zeit." al« DwS« ausgefallen. — (Ebenso fehlt S. 102 unter »vre«lau" hinter der Zister 1697 da« Anführungszeichen; nur bi« »«hin reicht der Bericht % d« »34». Pr^«.-) ß. I - , die Alliance von der russischen Regierung auSgehen, oder von ihr gebilligt werden, oder auf sie Einfluß übe»? Daß Kaiser Alexander persönlich gegen die Juden seine« Reich«, wie gegen olle seine Unterthanen, nur Güte, Wohlwollen, Humanität kennt» ist Gottlob gewiß und bewährt. Aber »der Kaiser ist weit". In den leitenden und maßgebenden Kreisen Rußland« laufen, wie bekannt, zwei Strömungen gegen einander; die eine ist nalionalrussich. perhorreicirt alle« Fremde und namentlich alle« Deutsche, die andere begreift, daß Rußland noch lange nicht dahin gelangt ist, die Eultur de« Au«lande« entbehren zu können. Daß ein Bolk, machtbewußt wie da« russische e« sein kann, jeden versuch, von außen her seine Gesetzgebung. Verwaltung, Politik beeinflussen zu wollen, entrüstet znrückwrtsen wird, ist natürlich; aber die allrussische Partei ist darin sicherlich viel rmpflisdli» cher und reizbarer, al« die andere. Ihr« Empstndlichkeit ist um so glüßer, weil sie vor sich selbst ja doch nicht verhehlen kann, daß die Sulturzustände Rußland« keinen vergleich mit der de« Westen«. au«halten können. Da möchte man denn umsoweniger vom Ausland« Raih, Hülfe u. dgl. annehmen. Wären der Hunger und der Typhu« 1868—SS nicht so furchtbar ausgetreten, daß die Gouverneur« der westrussischen Provinzen da« Auge zu verschließen nicht vermochte», ko hätte man vielleicht geradezu verboten, Unterstützungen vom Au«- land« oertheilen zu lassen. Wa« speciell die Gesinnung gegcn die Jude« betrifft, so haben wir oft gehört und glauben e» auch, daß der Alt« russe durchau« nicht von Judenhaß beseelt sei. Aber man möchte dt« Juden russificiren. Sollte da« in dem Sinne geschehen, wie die Juoen in Deutschland, Frankreich, England sich vollständig nationalifirt haben, so wäre e« gewiß nur wünschen««erth; die Juden Rußland« sollen die Bolk«sprache, Boltttracht, Bolttsitte (soweit letztere nicht etwa spezistch griechisch-katholich ist) sich zu eigen machen. Aber russificiren heißt bei den L i truffen t zur griechisch-katholischen Religion überführen; nicht au« Glauben »fanati«mu«, au« Proselptenmacherrt um der Re lg ton willen, davon, sagt, man, seien gerade die Russen ziemiich stet; sondern well in Rußland, in Folg- Y . ■ . ,

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