Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 19.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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6tcH-.fr, welch« in der zweiten Hälft« de» vierzehnten Jahrhundert« von L ew nach Groß- Nowgorod kamen, fanden «nter Czar Iwan IIL in Moskau, diesem Eldorado der Sectirer «ad großrussischen Lnichauungrn, außerordentliche Berbreittiug. Der Charkower Gerickiehof hat nun in Anbetracht, daß io«nn man alle dortigen *3ü&l«t* bestrafen wollte, die ganzen Dorfbevölkerungen nach dem Kaukasus libergefiedelt «erden müßten, nur gegen vierzig dieser judaifireade« Häretiker die Anklage erhoben, die übrigen aber entlasten. Lnmtnie» Die Sammersefflon ist geschloffen, die Auf» Hebung des Art. 8 (Berdot de» Spirituosenhanbels kür Israeliten) ist unbeaatragt geblieben Rntterda« Unser früherer Oberrabbiner vr. Jsaaesohn, zuletz.- Rabbiner in FUehue, ist nunm-hr non der Gemeind« zu Utrecht zum Rabbiner erwählt worden. Abessinien. Eine vekanmm.ichung au» London hat neulich ron den Erfolgen gemeldet, welch« die Bekehrungsversuche der englischen Missionäre unter den Jöraeliten von A b e s s i» nie» gehabt haben. Der Rath der Anglo-Jewish-Affociatiou, der dem L-Comüe der Alliance i»r. uncio. von dieser Bctaiintmachuug Keuarniß grebt, fragt daffelb« an, ob e» chm nicht möglich wäre, zu den Adessiurschen Juden wieder in Bezfthnig zu trete». * Herr Joseph Haleui meiut, daß die vou dem englischen Journal« veröffentlichten Rachnchten sehr übertriebe« seien. Wen» auch die Zalascha» au» den Händen der Christen di« Bibel nehmen, so lesen sie doch da» Rene Testament nicht. Er figt hinzu, daß, wenn mau 3 Israel. Schulen an der Grenz« vou Abessinien (die eine in Mastua «ad di« andere in Ealadat) errichten würde, so könnte «an den Lorspiegel» nagen und lleberlritleu begegnen, die von de« Feinden des Judenthnms dorr versucht werde». — Das E. Lomite fürchtet, l«ß die Au»sühruag dieses Planes auf fast unüberwindlich« Schwierigkeiten stoßen werd«. (»nt dem Alliauebericht vom April.) «om Sinnt. Umer Führung de» Profestor» vrugschveg hatte der Erdgroßyerzog von Mecklenburg-Schwerin eine Reis« »ach de« Sinai unternommen. Die mit königlicher Pracht ausgestalieu Karawane bestand aus mehr als 120 Kamkelea nad Dromedaren, welch« die Hin- und Rückreise in siedei Lagen zurücklegten; die Zelte wurden am Fuß« des Klosters und de» Mosesberge» aufgeschlageu Professor vrngschvey hatte da» unerwartet« Glück, in der Kloster-Bibliothek neue, dis jetzt «och unbekannte Stücke de« berühmten Codex Sinattica», der ältesten Handschrift der Bibel, zu entdecken. Feuilletoa. Die Jmde» i« Abefflnie«. (Fortsetzung.) Den» auch den »Priester Johannes* finden «ft mzf in jenem merkwürdigen Hochlande Ostafrika's. da» noch» vor wenigen Jahren durch den Krieg der Engländer gegen den abesfinischea König Therdoru» dft Auge» der auf sich zog. Al» aber da» Abendland znerst in wirkliche Berührung mit dem so lauge vom bunten Farbenkleide der Sage verherrlichten Reiche de« Priesters Johanne» kam und als solchen de» christlichen Kaiser (Regns Regelt) von Abessinien entdeckte, war dft Herrlichkeft und dft einstig« große Macht dieses Herrschers verschwunden. Das überaus zahlreiche Bolk der wilden heidnischen Galla war i« Ansange des 16. Jahrhundert» plötzlich au» de« unbekautten Regionen des inner» Afrika vorgedrnnge», hatte eine» Sze» ThÄ des äthiopische» Kaiserreiche» überschwemmt und «ft de» Todfeinde» der chrMiche» Abessinier, mtt de» fanatischen, islamitischen Schomalis von Adel vereinigt, »m der Herrschaft de« Regns Regest ein Ende zu mache». Muliamed Grague, der furchtbare König von Mel, stand an der Spitze dieser unzählbaren Schaare», und hälft dft Herrschaft des Lbristenthum» in Abessinftn sicherlich vernichtet, wenn nicht der bedrängte Fürst diese» Landes dft Hülfe der, gerade da» mal» in Ostafrika und Jndftn zur höchsten Macht gelangte», Portugiesen angerufen, diese mit einem Hülfsheere erschimen, den Muliamed im Kampfe erschlagen und sein« Horden zerstreut hätten. Abessinien war zwar gerettet, aber es war verkleinert und zerriffen, seine Südprovinzen für immer verloren. Au» jener Zeit kam nun auch dft erste sichere Kunde über dft Juden Abessiniens nach Europa. In Begleitung der Portugiesen waren zu Ende des 16. mid zu Anfang des 17. Jahrhundert» die Jesuiten nach Abessinien gekommen, zu de» Zwecke, um dft koptischen Christen de» Landes und vor Alle» besten Könige und Priester zu bekehren und dem Papst« in Rom zu unterwerfen. ES waren tüchtige und gefthrte Männer, welch« sich dieser schwierigen Mission, dft auch in Mrklichkeit vollsiändtg scheiterte, unterzogen. Sft trafen zahlreiche Juden im Laude an und klagten bitter darüber, daß durch deren Einfluß so viele jüdische Elemente in dft religiösen Gebräuche der abesfi- Nischen Christen sich eingeschlichen hätten. Sft fanden noch einen vollständig unabhängigen jüdischen Lolksstamm, der, geschützt durch die hohen, unwegsamen Gebirge, dft er bewohnt«, und durch seine ungestüm« Tapferkeit, der Schrecken seiner Nachbarn war.*) Ob damals diese Kund« auch zu den Juden Europas gekommen sei, und ob dftse ahnen mochten, daß hier vielleicht der Schlüffel zu den Geheimnissen der Sage von den zchn Stämmen und dem Sambation zu finden sei, weiß ich rücht. Wäre die» auch der Fall gewesen, so hätten dft abendländischen Juden von demselben Gefühle der Enttäuschung betroffen sein müffen, wft dft christlichen Portugiesen, als dftse da» so vftl verherrlichte Reich des Priester» Johannes ans der Nähe kennen lernte«. Und doch wäre bilden ein Trost geblieben. Wft das abesfinische Bolk, obgleich geschwächt an Macht und Ansehen» immer noch ein selbstständige«, christliches, wenn auch vom Standpunkte de» Abendländer» an» schismattsches Reich, mitten unter den Mächten de« Islam» und des Heidenchum» darstellte, so waren auch dft Juden dftse« Landes, obgleich längst herabgestiegm von dem dereinstigen Höhepunkft ihres Glanzes, immer noch, was die Juden der übrigen Welt, am allerwenigsten damals, von sich sagen durften, «in gleichberechtigtes, geachtete», ja in einem kriegerischen Bolksrest sogar gefürchtete» Geschftcht, von großem Einflüsse auf seine christliche» Mitbürger, deren religiöse Anschauungen und Gebräuche noch immer die Spuren der einstigen jüdffche« Oberherrschaft zeigten. Zwar wäre es den Juden des 16. und 17. Jahrhnn-, dert» sicherlich ein, bittere« Gefühl gewesen, daß ihre äthiopischen GlaubenSgenoffea von de« so hoch verehrten Talnück und von den Gesetzen der Rabdinen keine Ahnung hatte», aber als Brüder hätte mau sie trotzdem anerkennen müffen, und vielleicht hätte« dft kabbalistisch«! Mystiker und Sohariten de» Abendlandes unter den jüdischen Zauberern und Nasiräern AethiopftnS manch« verwandte Seeft gefunden. (Fortsetzung folgt.) *1 Dir Geschichtsschreiber der MnmgUMtai Jesxi »«Mission. Manul, »er sich in seinem Buche ,6» Adaminornaa rnda» ndrt «ls «men nüchternen und scharten Üritiker «rmeift» der auf dft wagen und Uetertreitungen der Grzähftr Wenig Gewicht legt, derichftt ans» drückt ich von diese« jüdischen Bolkltzamme, dessen Wohnsitz« er in dft Näh« des Tauenflusses, »»runter nach seiner Beschreitung der Taeasfft gemet« ist, also in das ästlich« »tessinien, verlegt. Gr sagt »an dftfm . Juden: Tante sunt feroeitate, nt reliquU populii terrorem lnontiant.; Hierzu eine Beilage.