Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 16.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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s M 16. 1875. 1<r»rttttschr Wochen-Zchnfl fit die religiösen m»d sociale« Jntereffen deS Judruthums. ■iamHU <{|| Hr frttf M Un f»KL«tern a. fachtzaablaaDen » flUrf U ff DireeteAafenbanD: ia ffeiuffteafe 10 Start m4 Oetmrfct Ist..a. Fraakreich Ufrei., a. WUßlckad, Mcal U «k, a. ImcHU U Wt Del. ivl«aa(ra«M. Da» ^»difche Ltt«rata,blat^ vtrtz ßratt» tetGeGeöea. Veramwo»llicher Redakteur und .^krau-gcder Rabbiner l)r. 2l. Treuenfel» in Stettin. Magdeburg, IS. April. Inserate I »erden atU SO fff. ftr dt« dretGefpalte« j Petit,eile „der deren Kan» berechnet. I Die bttSanntafriih bet der.Oxpedtttd« j in MagdebargE «tatreffenden stadenn»ch t» der ntchsten Na««er Nafnaba»«. Oinzelnaaraaern b b» ff. ExpedttiOn der ilr Sdcheafchrift ta Ma-debarß Nbbert friefe, Set»»t-. Inhalt: £cite«*e BrtHtl« llnterstützungtkaflm für jüdisch« 6ultusf*amtnt, d«r«n Sittnxn und Waisen. Der ftirchenk-unps in Deutschland und di« jüdisch«» Angelegenheiten. II — Vartchte »n» S»rresp»n»en>e« r Deutschland: Stettin. Berlin. Hann wer. Frankfurt a. «. Au« Westphalen. Mecklenburg. Warmbrunn. — Oesterreich: Brünn — Belgien: vrüffel. — Stt«i(ül( ««» Mtwf« ftaftrMH««: Berlin. Hannover. Hamburg. Altona. London. Rom. — Uewtlletawr Der Zauberer. — Jwserat«. ttuterstStzuugSikaffea für jüdische EultuSbeaurteu, deren Wittwen und Waise«. Wir bringen i.n heutigen Blatte einen kurzen Bericht über die Verwaltung and die Leistungen der »Achawa,- Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer-Wittwen und Waisen in Deutschland" und der ähnlichen Vereins für iSr. Elementarlehrer in Rheinland-Westfalen. Jede Bemerkung über dir ersprießliche Wirksamkeit dieftr beiden Vereine ist ganz überflüsstg. Beide haben sich auS ganz kleinen Anfängen kräftig entwickelt, gehen auch wesentlich von gleichen Principieu auS. Beide bedürfen, uin fortbestehen zu können, fernerer kräftiger Unterstützung seitender Gemeinden und Prinajen (Ehren-Mitglieder), denn »der Brunnen füllt sich nicht mit dem HerauSgrgrabenen", sagt ein rabbinischr» Sprüch- «ort, di« Beiträge der Lehrer u. s. w. allein können auch nicht entfernt genügen, um daraus einen PensionSfondS zu bilden. Dagegen zeigt namentlich die Achawa, weil sie in dem ebenso reichen wie wohlthätigen Frankfurt a. M. feste Wurzel geschlagen hat, wa« in der allerkürzesten Frist eines Jahrzehnt» für eine Sach« geschehen kann, deren Rothwendigkrit und Heilsamkeit von Jedem zugegeben werden muß, und di« von den Parieistreitigkeilen unberührt bleiben kann. Beide erwähnten Vereine wenden sich nun an da» Publikum, sollen sie einander Loncurrenz machen? Da» taugt nicht. ES besteht dann noch eine ähnlich« Kaffe für Hannover, den dortigen Lerhällniffea gemäß erganisirt. Auch in Berlin besteht ein Verein, der aber wohl nur hier und da nach Sutfinden Wohlthaten übt, Almosen spendet. Run ist die Achawa für Deutschland bestimmt, hat auch al» Mitglieder Lehrer in verschiedenen Gegenden, doch haben sie ursprünglich in der Umgegend von Frankfurt gestauden, die beitragenden Ehren-Mitglieder dagegen sind überwiegend Frankfurter, daß die Anderweitigen dagegen kaum i» Bettacht kommen. S» kann nicht getadelt werden, daß die Achawa selbst .sich nicht geographisch abgegrenzt hat, aber ceuttalifirea läßt sich daS UnlerstützungSwesen doch nicht an einem Punkte. fDa» vermochte kaum eine Regierung mit Hülfe chrer verzweigten Organe, für jüdische Berhältniffe ist eS unmöglich. DaS Beste iväre gewiß, wenn »ach einem Plane solche Taffen in geographischer Abgrenzung gebildet würden, uwbei nur die eine Regel noch zu befolgen wäre, daß, wer einmal aktive» Mitglied einer Taffe geworden, eS auch bleiben kann, wenn er in anderer Gegend eine Stelle annimmt. Für den Gemeindebuud aber wäre e» eine schöne, hochlohnend« und wohl nicht allzuschwere Aufgabe, wenn er diese Organisation in die Hand nähme. WaS in Süd- und West-Deutschland möglich ist, kann in Schlesien, Posen rc. nicht unmöglich ein. ES fehlt nur Anregung und Organisation. Der Kirchenkampf i« Deutschland und dte jüdischen Angelegenbeite«. II. In der Thal, der Krieg zwischen Kirche und Staat sollte un» gar nicht» angrhen, die Kampfgesetz« sollten un» nicht berühren*). Der Staat hat weder Veranlaffung, sich gegen die Juden in Defentive zu stellen, noch denft er Gottlol) daran, offensiv gegen un« vorzugrhen. Daher berührt der grüßte Theil der neuen Kirchengesetze un« gar nicht, wie da» in dies. Bl., gleich al» sie angekündigt worden, nachgewiesen wurde. (1872 Rr. 42 Leitart.) Un» berühren von ihnen nur zwei: da» Tivilehegefetz und da» über den Austritt au< der Kirche. ErstereS auch nur nebenher. Wir fpnchen *) wir wollen ausdrücklich bemerken, daß der Leitartikel der vor. Rr. geschrtebe» war, bevor der ftirchmann'sche Brief »erSfsentlicht wurde. Wir geben hier auch nur unsre Auffassung der Dhatsache, der Sarhlage. Wird diese durch de» Ikirchmann'schen Brief bestätigt, so geschieht die« ebenso durch die liberale» Blätter, welch« sich gegen ft. ausgesprochen habe». Sie betonen nämlich, daß eS unzulässig sei, die gegenwärtig« ftirchengesetzgebung von rein juristischem oder rrchtäphilosophischem Standpunkt« au« zu beurtheile». Der Staat befindet sich im ftriegSzustande gegen Rom. I« der letzt« Debatte über da« „Brodkorbzefetz" (dritte Lesung) ist die« vollend« von allen Seiten so »uSgespochen worden.