Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 14. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 14.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/5369809-5935045-5937945--2579-5372047
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

6. Jahrgang. M 14. 1875. Israsttttschs Wochen-Schrist für die religiösen und sociale» Interessen des AUienthums. Wschentitch et»e Nr. Preis M «Im Pskä»ter» u. VuchtzauvluuGen I Stert U ff f trcct« AatfaÄwif: t«Deutschland >0Stert, »ach Veiterveich Ost.». Hra«kr«tch 1« Hres., n. G>ßla«h, HaTaub lt SK* ». Saurtte H SH. fährt. »rä«»»er«uvs. Das »ILhIsch« Stt.rat»r»latf »ir* ßratt» tetGeGede». ^eramwocilicher Kedatteur u,'v ^nausgcdrr Rabbiner vr. X Lreueufels in Stettin. Magdeburg, 1. April. Äuferat« . f»r dt« breiaefpalteue I 9«ttt|eU« ober deren Nan« berechnet, i Dte bis Sonnte» früh bet der ,Ex»edtst«n in «agdebnrgE eintreffenden ftndennach tn der nächsten Nummer Aufnahme. Etazelnnntmern a Ls Pf. Oxpedition der tsr. vachenfchrtft tn Stegdebnrg. Robert -rief«, Seip»t». Inhalt: Leitend« Urttkalr BrrMhung de« preuß. »bgeordnetenhhuse« über den Xuttiitt au« der Synagogen.Gemeinde. — BwHlt »»p 1,*rrt1p»U»mttMt Deutschland: oerlin. — Frankreich: Pari«. — Holland: Amsterdam. — R«mSnien: Fokscha». — «ardamerika: Rew-York. — Palästina: Jerusalem — Vermischt« «M» «e««fte Nachrichten r Bre«lau. Jarotschin. «eckler.» hnrg. Litzen hausen. Pari«. — gettiOetmt »ine ethnologische Phantasie. H-wd-la. (Gedicht.) — Inserat«. Berathung de» preuß. Abgeordnetenhauses Lber de« Austritt aus der Synagogen Gemeiude. Die Verhandlung über den Bericht der PetitionS-Eom- »isfion und vorbezeichneten Angelegenheit hat am 17. März stattgefunden. Wir haben den Hauptinhalt de» Bericht» in 8r. 10 d. Bl. („Berlin") nzitgetheilt und geben jetzt den stenographischen SitzungS-Bericht mit Weglassung de» lediglich Formellen. Berichterstatter Le seldt: Meine Herren! ES sind noch z«ei Petitionen in demselben Sinne eingegangen, wie die übrigen, als der Bericht schon festgestellt war, und zwar die eine au» Hochheim am Main von» 17. Februar von der EultuSgemeinde und die andere au» Hatter-heim im Amt Höchst vom IK. Februar gleichfalls von der CultuSgemeinde. Eine dritte Petition dagegen von dem Herrn vr. Glück und Genossen in Samter von 33. Februar ist die einzige, welch« als Gegenpetition in diesem Jahre erschienen ist. Diese drei wünscht die Commission gleich hent mit als erledigt anzusehen. In der Sache selbst behalte ich mir da» Schlußwort vor. Abg. War bürg: Meine Herrrn! Berschiedene der Petenten, di« in diesem Bericht Erwähnung finden, die in chren Wünschen aber sehr von einander abweichen, haben sich an «ich gewendet und gebeten» vorkommenden Fall» ihre Wünsche zu vertreten. Mil Rücksicht darauf möge da« Hohe Hau» «ir gestatten, meinen Standpunkt sowohl zu dem Bericht, wie zu der Frage über den Austritt überhaupt mit sehr wenigen Worten hier zu kennzeichnen. Dein Vorschläge der Eommission, die Resolution betreffend, lege ich nur eine formelle Bedeutung bei, insofern diese sich auch, nur ankündigt al» ein Mittel, die königliche StaatSregierung zur Beschleunigung der Angelegenheit zu veranlasse». Mit Rücksicht darauf will ich auch gegen diese Resolution, wie sie lautet, hier nicht» weiter einwenden, muß aber bemerken, daß ich mit dem Wortlaut mich nicht ganz einverstanden erklären kana. Erstens ivürd« ich lieber gesehen ha- I Sen, wenn d«r Ausdruck „Religionsgemeinde" vermieden,! und, wie dies in der Aeußerung der Staatsregierung vorkommt, der Ausdruck „Synagogengemeinde" gebraucht worden wäre; dann würde ich es gern gesehen habe», wenn die Worte „aut confesfionelleu Bedeuten" in den» Antrag fehlten. DaS ist nänilich die Bedingung kür den Austritt — und ich nehme den Standpunkt ein, daß der Austritt jedenfalls g<- stattet werden muß, auch wenn nicht gerade konfessionelle Bedenken vorliegen. Ich will nicht poleniifiren gegen di« Resolution und gegen die Commission, denn sie wiederholen nur einen Antrag, der schon im vorigen Jahre gestellt war, und der nnr recurrirt auf den LaSker'schen Antrag, in welchem die Ausdrücke schon so gewählt sind. Ich muß mich dahin aber aussprechen, daß von dem Augenblicke an, wo die Synagogeugemeinden aufgehört haben politische Gemeinden zu sein, wo e» rein religiöse Genossenschaften geworden, fehlt der rechtliche Grund, um die gesetzlich« Bestimmung fest zu hallen, welche früher mochte nothwendig sein und jeden nö thigte, einer solchen Synagogrngeineiude sich anzuschließen. Während e» früher eine politische Gemeinde war, ist e» jetzt eine rein religiöse; deshalb darf ein staatlicher und gesetzlicher Zwang durihau» nicht mehr bestehen und geltend gemacht werden. Die Gründe, die zu dem Austritt bewegen könne», wenn sie nicht konfessioneller Natur sind, können verschiedenem Art sein: ES kann Jeniand erklären, daß er durchaus teiu Bedürsniß für öffentlichen Gottesdienst empfindet, und daß er deshalb au» einer solchen Synagogengemeind« auttritt, ei» kann auch Vorkommen, daß Jeniand au» rein finanzielle,» Gründen seinen Austritt wünscht. Ich würbe natürlich ein solche« Berfahren im höchsten Grade mißbillige« und die Rücksichten d--» Anstande» wie der Pietät werden jeden Billigdenkenden verhindern, lediglich an» solchen Gründen eine Gemeinde zu verlaffrn, denn die Gemeinde unterhält eine Maff.> Institute, die in» Interesse der sorlschreilendeu Lultur und bei: Ethik sich von jeher bewährt haben und die deshalb auch ferner von jedem Menschenfreunde unterstützt werden müssen. Wenn ich nun den Standpunkt der Regierung betrachte, wie er sich auSspncht in dieser Andeutung hier in de« Bericht selbst, wo die Arnßeruug de« Herr» RegierungSkommissarii

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.