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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 10. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 10.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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NesiUeton. 8R<a?tri«* dint Erzählung au« Spanien« Vorzeit. (Fortsetzung.) »Du liebyßzmich, Zoorith! sagte Don Lui» tief erschüttert, indeß er da» Mädchen mit leidenschaftlichem Blicke betpachtete." Jetzt erst ward e» ihm klar, wa» da» Herz der jungen Maurin bewegt hatte, die damal», als die Gräfin RälMka Son Alaneo» sich auf dem Schlöffe Lojazar befaud, fGveigend und in sich gekehrt umherschlich und wie ein gehetzte» Reh, «ntfioh, wenn sie dem Grasen begegnete. Du lief» t«& mich, upedpftzolte Don Luj», und ich hegte einen slchauertHen Nachtvogel au meiner Brust, ohne die glänzende zärtliche Taube eine» Blicke» zu würdigen, welche mich scheu um« DÜterte. Mein eigene» Herz hat mich da« Geheimniß de» Deinigen erkennen laffen." Zoorith sank auf den Divan und breitete, ohne eine» Vortag, mächtig zu sein, dir schönen Hände au», um den Grafen zu bewegen, zu schweige» und ihre lange mit Schmerzen verborg«u» Empfindungen zu schonen. »Erfahre e», sagte Don Lni», indeß er ihre rechte Hand ergriff und dieselbe an sein« Lippen sührte, daß Du durch einen, Bi ist den ganzen Schatz von Liebe, den ich auf ewig qnflMfcu und verloren wähnte, an» Helle Licht de» Tage» hervorzauberlest! Ich liebe Dich und werde die Taube beffer, al» die Eule vor den Krallen de» königlichen Geier» schützen." Zoorith warf sich vor dem Grafen nieder, und die beiden Greise wandten ihre ganze Beredtsammkeit an, um denselben zu bewegen, da» Mädchen nach deren eigenen Eingebung handeln zu lassen. »Sie ist au» zehn Trübsalen erlöst und wird in der elften, nicht umkommen, wie der Herr versprochen hat!" sagte Juffuf. »Allah ist groß l murmelte der Maure. Ihr kann nicht» widerfahren, al» wa» ihr von Anfang her beschieden war! Ich folge ihr ruhig im Geiste mit den Augen und sehe, daß der Sieg sein Zeichen auf ihre Fußspitzen gedrückt hat. Möge ihr Geschick sich erfüllen!" Stund« auf Stunde vergiitg mit ängstlichein Harren, ohne daß, wie die Lauschenden jeden Augenblick erwarteten, an die HauSthür gepocht wurde. Der Morgenwind fing an, in den D^us^zrbäüqren. de» Garten» zu flüstern, und da» schwärzliche Blau de» Himmel» färbte sich in Osten mit leichteren Tinten. »Don Lui» de Lojazar, sagte Juffuf Ben Akba, der Tag bricht an. Ich bitte Euch, daß Ihr Euch auf den Heimweg macht, wenn Ihr doch nicht gesonnen seid, hier zu bleiben. Die weißen Kleider meiner Töchter möchten Flecke» bekommen, wenn Euch Jemand am Morgen au» meinem Hause schlüpfen sähe." Der Graf nahm seine» Hut und ging fort, nachdem er versprochen halte, daß er, sobald e» Tag geworden fein werde, wieder komme, un» mit Hülfe der beiden Alten einen Reltungtplan für Zoorith in» Werk zu setzen. Don Lui» hatte kaum eine halbe Stunde da» Judenviertel verlaffen, als eine voil zwei starken Maulthieren getragene Sänfte, deren vier woylbewaffnete Begleiter da» unheimliche Eostüm der Diener der heiligen Inquisition trugen, vor Juffuf Ben Akba'» Hause anhielt. Einer der Bewaffneten klopfte an und trat mit zweien seiner Begleiter in da» Hau» «in. »Du bist der Jude Juffuf! sagt« der erste der Eingetretenen zu dem die Thür öffnenden Alten. Bon Rechtswegen verdientest Du, daß wir Dich sofort nlttnehmen, da Du den maurischen Teufeltpropheten, den Muley Perrira, seit wentg- Hen» acht Tagen bei Dir beherbergtest. Wo verbirgst Du chn?" Juffuf fiel zu de« Füßen der verhüllte» Gestalt nieder. »Gnade, Do» Felipe, murmelt« der IG«. Wendet bfa; ' verkänmderische Beschuldigung vom mir ab-, AltiUa, oder ein treuer Diener ist rettungslos verloren, welcher Euch hundertmal bewie», daß er selbst' den Zorn de» König» nicht fürchte, um Eurer Hoheit zu dienen." »Wann ist Muley geflohen, und welch« Straß« hat er «ingeschlagen?" fragte Do« Felipe, indeß er seine Eapuz« zurückschlug. »Ich betheuere, daß ich Muley nur gesehn Hab«, al» «r noch reich wie ein Fürst, und selbst von dem Könige und btir Prima» von Spanien geachtet, in Granada lebte.." »Schwöre, wa» Du willst, Du wirst nicht an Deine»! Schwur ersticken. Jetzt aber hüte Dich, die geringste Unwahrheit zu sagen, oder irgendwie mich durch Ausflüchte hin- > zuhalten. Wo befindet sich da» maurische Mädchen, von wel-- 1 cher Muley Pereira behauptet, daß sie eine Tochter der Herrscher von Granada sei?" »Ich weiß nicht, wen Eure Hoheit meinen!" stammelte Jussuf, an allen Gliedern zitternd. „Du, Gasparo, sag' chm den Namen de» Mädchen», vielleicht besinnt er sich." „Estrella Zoorith, Altezza!" „Gott sei mein Zeuge, rief Juffuf, wäre Eure Hohei: mit einem Trupp von Rittern und Büchsenschützen vor mein« Thür erschienen, ich hätte Gewalt der Gewalt entgegengesetzt, so weit meine Kräfte gereicht haben würden, bi» mich di« kSnigliche Leibwache und die Hermandade» au» Eurer Hand befrril hätten. Aber fern sei r» von mir, mich Denjenigen zu wiedersetzen, welche die Eapnzen der Diener de» heiligen Gericht» tragen. Hier in diesem Gemach befindet-sich Estrellr. die als eine gute, katholische Ehristin getauft wurde. Mögn ihr Blut aus Euren Kopf fallen, Don Felipe, wenn Ihr in: Sinne habt, der Jungfrau Unrecht und Gewalt anzuthun." »Geh fort, Schwätzer!" rief Don Felipe und süeß den Juden, welcher noch immer den Platz vor fler Thür seine» Eabinet» behauptete, zur Seite. Der Jnsant öffnete die Thür und sah Zoorith, welch,! auf dem Fußboden kniete und die Stirn tief hinabgebeug?: hatte. »Steh auf!" sagte der Prinz, ihr die Hand auf die Schulter legend. Zoorith gehorchte und faßte den bleichen, jungen Mann fest ins Auge. (Fortsetzung folgt.) Zacharias Arankel.') E» ist vorbei — der Kadisch ist verklungen, E» hat sich Deine reine edle Seele, Wohl gänzlich frei von wiffentlichem Fehle, Zu einem beffer» Sein emporgeschwungen. Den schwachen Körper hast Du ja gezwungen, Daß wenig er auf uöth'ige Schonung zähle — Unv daß an Müh und Arbeit er sich stähle. Da» ist Dir lange, lange Zeit gelungen. Drum ruhe sanft. Du höchsten Wissen» Blüthe, Ein Rabbi Du der schönsten Phantasie, Ein Hillel stet» und nie ein Schammai. Du lieber Freund mit kindlichem Gemüthe, Du Urbild von Bescheidenheit und Güte, Vergeffen hier auf Erden wirst Du nie. *) Obige« Sonett ist von einem Richtisraeliten stzrn. Sanititsraih Dr. H odann in Breslau) in der »Schles. Zeit." dem Andenken des v«t» «wigten Seminardirector« gewtdmet worden. Unsere Leser werdm u»S für di« Rittheilung desselben sicherlich Dank wissen.

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