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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 9. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 9.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Brag. Schwei,. Pari«. rtstlau. — Holland: Amsterdam. — Bologna. Türkei. — AentlletckN» Die 5 Aacharla« Frankel. Unter den Capacitäten der jüdischen Wissenschaft sind wentge gewesen, di« solch «in« Fülle von Leistungen in Leben «nd Forschung, in Thaten und Bedanken, ausjuweisen hätten, wie der Mann, dessen Augen am 13. Februar d. I. für immer sich geschloffen haben. Häupter der jüdischen Wissenschaft find gefallen, Männer dahingegangen, die dem jüdischen Namen auch in der Beschichte der allgemeinen wissenschaftlichen Bestrebungen der Zeit dauernde Denkmäler gesetzt haben, aber Keiner wie er hat seit den Tagen der spanisch-arabischen Epoche, in die nach einer dunkeln Urberlieferung seine» Hauses sein Stammbaum hinaufreicht, die Schätz« jüdischer Fachgelehrsamkeit und allgemeiner Wissenschaft zu so herrlicher Verbindung in sich vereinigt. Wie einst Moses Maimontde« die geistigen Errungenschaften seiner Zeit mit dem wissenschaftlichen Erbe seines Stamme» zugleich beherrschte, so hat in neueren Zeilen kaum Einer die Fülle jüdischen Wissen« zur Höhe der Zeitbildung und geläuterten Wissenschaft mit sich empor getragen wieZacharia» Frankel- Bon väterlicher wie von mütterlicher Seite von alterSher im Judenlhum angesehenen Familien entsprossen, wurde er am 1. Oktober 1801 in Prag, dem damaligen Stammsttze talmudischer Beiehrsamkeit, geboren. Au da« Ohr de» Knaben schlugen noch die gefeiertesten Namen der größten Nabbinen und Taimudisten. seine Kindheit füllten die Erinnerungen an eine der ehrwürdigsten Gemeinden der damalige»« Judenheit. Bou frühester Jugend an wurde er im jü dischen Schriftthum unlerrichlet und erwarb sich, noch ein Jüngling, den Namen eine« gewandten und gelehrten Ta'- «udisten. Aber seine Bestrebungen gingen nicht auf in diesen der Zeitbildung freniden Wiff«n«gebieten. Al» hält« er früh «in Bewußtsein seiner Aufgabe, die Weisheit de» Abend- »nd Morgeuiaude» in sich zu verschmelzen, oblag er mit dem ihn» sein Lebelang eigenen heiligen Ernste den Gymnasialstudien und legte früh den Grund zu seiner nachmal» so glänzend vrrwrrtheten, au»gebrriteten Kenntiriß der klassischen Literatur. An der Pester Universität pflegte er neben der Fortsetzung de« Begonnenen auch eifrig malhematisch« Studien und kehrte nach vier, oft i» kümmerlicher Lag« verlebten Jahren 1831, mit der philosophischen Doktorwürde au»gestatte», nach Prag zurück. Seine erste segensreiche Wirksamkeit sollte sein engere» Vaterland erfahren. Im Frühling 1832 wurde er mit dem KreiSrabbinate Leitmcritz in Böhmen betraut. Im Tempel zu Teplitz, seinem Rabbinat«sitze, entstand unter Frankel» Leitung ein neuer geregelter Gotte»dienst, hier wurden au« seinem Munde z u e r st in Böhmen die Klänge einer vollendet deutschen, aber von jüdischem Geiste und Wissen getragenen und durchdrungenen Predigt vernoinmen. Aber schon 1836 folgte er dem an ihn ergangenen Rufe al« sächsischer Ober-Rabbiner für Dresden und Leipzig. Hier in Dresden erwartete eine schwere, kampfreiche Zeit den stillen, friedsanien Mann. Gekränkt in alle» Ren schenrechlen, entwürdigt von der Gesellschaft wie auSgestoßen waren damals die Juden Sachsen». Ein öffentliche» Gotteshaus, eine jüdische Lrhrschule wurde nicht geduldet, von Jahr zu Jahr verschob die Regierung die immer dringender geforderte Veränderung der Jildengeietze, und Unmuth und Verzweiflung ergriff die jüdischen Bemüther. Und al« auch 1836 die Regierung wieder nicht „Muße gefunden" hatte, eine veränderte Gesetzgebung den Juden zu bringen, da »var ihnen in der Person ihre» Rabbiner» ein Helfer erschienen, drr ausgerüstet mit Geisteskraft und Seelenstärke, unerschrocken ihr Recht für sie forderte. Roch im Jahre seine» Amtsantritt« gewann er durch sein mannhafte» Auftreten und seine erleuchteten Vorstellungen die Minister für die jüdische Sache; Prinz Jahann, den er selber nennt: „eine Lichterscheinun»,, nicht in der Geschichte der Juden nur, sondern in der Geschichte der Menschheit" »var schon dafür gewonnen. Selten ist in der Geschichte eine« Mensche« vergönnt gewesrn, so

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