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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 8. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 8.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 63 — SMtiR. (Lin Andenken für Sir Most« Monte» In Uebereinstimmuag mit einer Resolution detztzoz^ doner Comite'S der DeputiNen der engl, Juden, deffen Mitglied Eir Mose» Montefiore, Bart. F. R. E., beinah« SO Jahre lang iind deffen Präsident er voin Jahre 1841 bi» »um August de» letzien Jahre» war, ist beschlossen worden, ihm «in Dentaial zu errichten. Die» soll eingerichtet werden mit Hinblick ans die Berewigung der edlen und sehr schwierige» Dienste, die er sowohl daheim al» in fernen Layd<rn geleistet hat, indem er bei so vielen denkwürdigen Gelegenheiten die Rechte seiner Glaubensgenossen verfocht, und indem er die Leidenoenfind Ünterdrücklen ohne Unterschied de» Glauben» und der Abstammung beschützte, v, Dieser verehrte Borkämpfer unserer Religion hat aus die Einladung, diejenige Art und denjenigei« Charakter de» Denkmal» anzugrden, welch« seinen eigenen Gefühlen am meisten entsprechen und zu gleicher Zeit de» allgenleinen Beifall» mit der größten Wahrscheinlichkeit sich erfreuen würden, dazu ei» Unternehmen vorgeschlagen zur beständigen Hebung der Zustände der Juden de» heilige» Lande», verniittelst Förderung der gewerblichen Beschäftigungen, Errickyyig perh§n;rter Wohnitiigrn, Erwerbung und Anbau von Land in mäßigem Umfange; indem er zugleich aus da» vestintmleste anrieth, daß die Summen, di« hierzu zusamineukonimrn würden, gänzlich zur Unterstützung Derjenigen, die sich selbst zu helfen Lust, habe», verwendet werden, und auch nicht der geringste ThÜl zu Almosen bestimmt sein sollte. Di« e Vorschläge wurden sorgfältig von der Bersammlung der Deputirten in Betracht gezogen und dairn einmüthig gebilligt. Die. Versammlung verwandelte sich in ein Comite an» alle»» Deputirten, mit der Besugniß weiterer Ergänzung, zum Zwecke, den vorgeschlagenen Plan zu verwirklichen. Die, Ausdehnung und bi» zu einem gewissen Muße auch der Charakter deffen, wa» schließlich unternommen werden soll, wird nolywendiger Weise von dem Betrage, der.gespendet werden wixd, abdäugeu, und alle Einzelheiten muffen dci»- halb aus jpglere Betrachtung verschoben werde». Man hofft fest, daß die Freunde der Menschheit in der ganzen Welt, und alle diejeiligrn, deren Herzen mit der Liebe zu Zion erfüllt sind, freigebig und herzlich wirksam sein werden für. den Erfolg eine» Unternehmen», da» ihnen lheuer . fein muß, in Rücksicht sowohl ans di« geheiligte Beschaffenheit de» Zwecke», für den e» bestimmt ist, al» auch auf die hohe veounderung, die sie in Gemernschasl mit der ganzen Welt für den Manu hegen, zu deffen Ehre «» vorgeschlagen wird, und deffen Rainen zu verewigen e» bestimmt ist. . Beiträge werde,» entgegeugeuonlmen von den Meffr». R. M Rothschild <fe Son», Rew Court, Lvndon, und können, wenn man e» so wünjcht, in jährlichen Raten bezahlt «erde» I. M. Montefiore, Präsident. Arthur Cohen, Q. C., Bice-Präfident. Henry Harri», Schatzmeister. Le wir Emanuel, SS Fin»bury Circu», Aitwall und Sekretär. Feuilleton. Die Mauri«. Lin« Lrzihlunau« Spanien« Vorzeit. (Fortsetzung.) »Ich bin deffen gewiß!" , »Ben Skba, sagte der Maure, wir haben mit unserm eignen Geld« einen furchtbaren Feind gegen unS bewaffnet, welcher m» nnsrhlbar verderben wird, wenn wir chm nicht rasch entgehn. „Du urtheilst gleich mir,.ingjschjtzkg JMpf. Ein junger , Mann, welcher die herzenseffelnde Schönheit de» Weibe» »ich) erblickt, um sie zu bewundern, zu lieben und den Schöpfer zu preisen ob seiner Wunderwerke, sondern da» Well» seiner Schönheit wegen zu verhandeln, ist nicht mit dem Maß anderer Menschen zu meffen. Die Macht de» Prinzen von Asturien, welchem nicht» heilig ist, um seine Leidenschaft zu befriedigen, steht diesem Menschen zu Gebote, und er wird sie benutzen, um sein Bersprechen dem hohen Renner der Weibe»- schönheit halten zu können." Der alte Maure ließ sinnend da» Haupt aus sein« Hand herabsinken. „Ich würde nicht weichen, sagte Muley Pereita, wenn ei sich hier nur um meine Person handelte; . aber mein Gast freund wird schon hoch gefährdet sein, wenn ich mich in diesem Augenblicke entferne, wie viel mehr aber wenn ich hier betroffen werde Zoorith aber muß in Sicherheit gebracht werden, da» ist meine heilwste Pflicht...., Laß mx dey Imbiß und den Trunk zun« Abschiede reichen, Jüffuf, unb di« schnellsten Roffe, welch« et giebt, vor da» Thor zu Balencia. ftjhxe».^ßöknn der Morgen anbricht, werden wir uni weit oon Madrid befinden." Zoorith saß auf den« Divan in einer Stellung, welch, eine fast völlige Rrafllosiykeit verrieth. Die» Mädchen war bisher so kühn, jo todeSmuthig gewesen, daß sie die Bewun hernng der entschloffensten Männer ihre» Volke» entflamm!: hatte. Sir war in der Höhle der Löwen gewesen, welch,: JnquisitionSrichter heißen, halte selbst die Unbarmherzigen bezaubert und war ihnen nicht alleiff entgangen, sondern konnte, seit sie sich hotte taufen lasten, al» rtu besondrer Liebling der heiligen Väter Dominicaner gellen. Und jetzt wä>' diese kühne Jungfrau inuthlo», gebrochen; sie, welche vor den: Auto da fe nicht zurück bebte, zijie^ietzt, gleich ejpem furchtsamen Rinde. Zoorith hatte den« auf ihre Person beabsichtigten Angriffe nicht die Begeisterung einer Märtyrerin entgegepziLetzen — sie stand ihren mächtigen Feinden nur iil ihrer «sgenschaft al» ein Weib gegenüber. Statt daß eit sonst Zoorith war, welche zum AuSharren ermahnt« und der Gefahr furchtlos entgegen trat, sch! n sie dusch .ihren Blick jetzt selbst uni die Hülse zu stehn. Wenn sie in dem Rampfr gegen den Prinzen von Asturien und seinem verschmitzte» neuen Ehrencavalier unterging, ko sank sie mit Schmach bedeckt, wahrend ihr die JnquisitionSrichter, selbst wenn sie da-» Mädchen auf de» Scheiterhaufen brachten, die glänzende Lorbeerkrone nicht zu entreißen vermochten. Die tiefe Stille, welche während der trüben Betrachtungen der drei geängstiglen Menschen herrschte, ward plötzlich durch heftig« Schläge unterbrochen, welche gegen die Hauithür geführt wurden. „Da find sie schon!" rief Zoorith aufspringend und mi entsetzten» Blicke horchend. „Ruhig! tönte die Stimme Juffuf Ben Akba'o. Laßt Lach von Thamar und Arpa in den Garten und in de» unterirdischen Gang führen,. weicher nach dem, zweihnudrN Schritt weil entfernten Hause de» großen Arzte» Lbraya»» Zimt führt. Ihr gehet aber nicht, bevor ich durch meine Schelle ein Zeichen gegeben habe." Juffuf eilte hinan» und steckt« den Ropf an» eine»» kleinen Fenster, um auf die Straße zu schauen. „Wer klopft noch iE" . .. „Der Graf Don 2ml it iopftil" Don Lui» de Lojazar war von Jnffnf Be». Akba schleunigst eingeläffeu und kam in da« Zimmer; wo sich d«r Mcmre- und Zoorith befanden. Der Graf bedurfte erst einer ffllfnuten,, um zu Athem zu .komme», denn er hatte de» nwi onpnuiru,. um |u oiyvui |u iiuhiuicu, vnn ti yiMi* wn Weg von stißem Gasthaus« bi» htr im schärfsten Laufen ztlrück gelegt (Fortsetzung folgt.)

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