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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 6. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 6.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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dir Stäb e unsere« (Botte«, und der Herr wird thu«, wa» ihm gut scheint. rnrr ',n lrpf*» nr tpsi im» iä pinfuiatft Jfn 3H9C Mit den blßen LünHen m J»e tu» Familie d mit den Hetzen BebetA für die b<m)l Wohlfahrt und dige Herstellung »on Zion« Ruh«, bin ich^eehtte^m. Mose« Montefiore. Dein Sendschreiben ist ein „Blaubuch" beigejeben, welche«, wie angeführt, ein kurze« Schreiben de« Sir Mose«, und eine grojie Zahl von Antworten au« Palästina enthält. Moatefiore gehört nicht zu Denjenigen, welche für Palästina i nr Almosen sammeln wollen, um die dortigen Jammerzustände zu conserviren; er will, daß die Juden de« Helligen Lande«, unbeschadet der Frömmigkeit, de« Lernen« unl> Beten«, stch selber ernähren sollen. Dahin geht sein Strchen seit 4ö Jahren und mehr; er beruft sich darauf, da; er berell« 1839 und 1886 sich an die Rabbiner re. «. in Palästina gewendet, damit sie ihn bei seinem Vorhaben mit ihrem Rache unterstütze» und durch Beantwortung gewiffer Fragen chm Material für Ausarbeitung bestimmter Pläne liefern möchten. Nachdem nun abermal« große Roth geherrscht habe, wende er sich zum dritten Male an sie. Dag die Antworten sehr verschieden lauten und die Vorschläge ziemlich weit auseinander gehen, ist nicht ander» zu erwarten. Sie stimmen in einem, allerdings dem wichtigsten, Ptinkte überein; Alle sagen: wir wollen un« ohne Bettel ernälpten, wollen thätig sein, helft un« dazu. Der erste Brief ist von den Vertretern aller Gemeinden in Jerusalem unterzestj-net, aber wie charakteristisch ist er! Sie frage» Sir Mose«: ,«a» habe« Sie vor? wie viel Geld wollen Sie anwenden? wie viel Familien werden sich durch jede der drei Erwerb« zweige: jAckerbau, Handwerk, Geschäft, ernähre» können? W enn wir die« wiffen, dann wollen wir sehen, wie viele sich für jeden der drei Beruf»zweige melden «erde«. Einstweilen aber lasten Sie nur ja nicht« von Ihrem Plane verlauten, denn sonst werden alsbald au« fernen Ländern viele hierher kommen, um an dem der Gemeinde zugedachte» Gute theilzun-hmen." Die anderen Briefe find von Einzelnen oder von Bielen in Gemeinschaft unterzeichnet. St» find ohne Zweifel lediglich der Rechenfolge de« Einlauf« nach äbgedruckt. E« ist ein Zer grüß für die Treue und Ehrenhaftigkeit de« Sir Mose« eintrsett«, für sein unerschöpfliche« und durch nicht« zu beirre«! «r Wohlwollen andrerseits, daß die erste» Briefe nicht b<i Seite gelegt worden find. Vom Ackerbau, dem LiebliugSpr ijecte Montefiore'«, will der nächste Briefschreiber nicht» wißen, er gefährde Lech und Seele, Handel sei bester, M. Söge nut sorgen, daß man Geld zu 5*/, bekäme, dann werde e« schon gehen; ferner möge er auf seinem Grundstücke, jtarem Mosche «i-Jehudith, Häuser für Arme bauen laste»; anch hebe sich eine Gesellschaft geblldet, um Wohnhäuser zu bauen, ihr möge «an Sech zu 4—5*/« vorstreckeu. — „Wir find Laufleute", schrecheu die nächst Folgenden, „treiben Jmnud Ezwrtgeschäfte mit Leipzig und Triest, besitze, anch Läuderäea jenseits de« Jordan, und haben schon fett zehn Jahren keine Chaluckah «ehr genommen. Sir verstehen unser Geschäft sehr gnt; nwhnten wir in Europa, s« wäre» wir wohlhabend geworden; hier aber wüsten wir Gech z» IS—15*/, auf nehmen; da man in England Gei» M 4—5*/. haben kann, so schaffe« Sie un» so billiße« TaAal oder Credit." — (tfai EuiKrer Met, ihm eine Stelle algßlufseher u. dgl. f(§ & kiuHige» Aqchau zu geben, er vGstehe etwa» von der Sache, {ei stflher GuiSbej^er gewesen, jetzt aber ein armer Mann. — Da« find also im Grunde „Schnorrbriefe", oder «eilig bessere«. Gleichwohl ist e», wenn man von der Darlegung der persönlichen Anliegen abfieht, wohl ganz richtig, daß Bielen in Palästina durch Geldvorschüste, durch Capital zu mäßigem Zin«, zu helfen wäre. ®» würden aber doch riesige Summen erforderlich sein, um vielen so zu helfe«; »Mb dann die Verwaltung! Wer besorgt sie verläßlich, «er beaufsichtigt die Aufteher? Ein Briefschreiber au« Jerusalem spricht z V. (S. 41) Bedenken au«, daß Geld, welche« zum Ankauf von Land und Ackerbau-Requisiten gesendet würde, von ge» wiffen Leuten zu ganz anderen Zwecken verausgabt weroen könnte, „denn e» gibt unter Bielen immer Einige, die nicht so gut find, wie sie sein sollten." Daß die Unterschriften der Briefe nicht abgrvruckt find, ist meistentheil» au« leicht ersichtliche» und ganz triftige» Gründen geschehen; bei den von 10, 80, 50, 140 re. re. Personen Unterzeichneten hätten wieder die Namen fttn Interesse geboten. Aber diese letzteren Schreiben sind weitaus die wichtigsten. Au« ihnen ergibt stch, daß die große Menge der JSraelitm in Palästina nicht lungernd auf Almosen warten, sondern arbeiten und Brod erwerben will. Besonder« gilt die» von den Bewohner» von Safet und Tiberia«, welche in großer Zahl sich de« Landbau widmen wollen. E« werden dann »och verschiedene Vorschläge in dieser Hinsicht gemacht, Orte «achgewiesen, an denen paffend« Ländereien zu haben seien. Auf Einzelnes näher einzugehen ist nicht nöthig. Wir haben e» für Pflicht gehalten, nicht einen schön» färbenden, sondern einen wahrheitsgetreuen Bericht über da« „Blaubuch" zu geben. Wir haben die Bedenken und Schwierigketten erkennen lasten; aber fie find durchaus nicht unüberwindlich. Soll e» in Palästina ander« und bester werdet^ so muß in der von Montefiore angegebenen Richtung gewirkt werden. Wir haben un» in einem früheren Jahrgange über die ColonisationSpläne ausgesprochen. Sie find gut, ah» fia können und dürfen nicht von Talmudisten, Labbaliste», Stubengelehrten in E» ipa oder Palästina gefördert und betriebe» werden. Wir geben un« der Hoffnung hiu, daß Montefiore'« Aufruf Anklang finden und daß die Leitung der Ingelegeuheiten in geeignete Hände kommen werde. Etz müffeu Europäer mit ihr betraut werden, von de» bisherig» Leitern in Palästina, welche dadurch, daß immer einer de» andern „schlecht gemacht hat", stch um jede« vertrauen bringeu mußten, wird man hoffentlich absehen. Bo» einer Initiative der englische» Jude» (mit denen die „All. J«r. Un." s. Z. zusammenwirken kann und wird) erwarte» wir viel Gute«. Sie lieben dar h. Land, aber fie find keine Pho» taste«; die englisch-jülfische Preffe hat stch stet« sehr war» für Unterstützung der Prüder in Palästina ausgesprochen, aber e» ist nicht für Sünde gehalten, z» sagen, daß «Ne» jene» viel Humbug und Betrug getrieben «erde. Goßt» Pläne, die durch Montefiore'« SÜutten gich«V find, wtrtz der

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