Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 5.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/5369809-5935045-5937935--2498-5371975- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Żory 1× ep/1048188
OCR text
.M 5. 1875. Isrglljtjslh* 6. Jahrgang. Wochen-Schrifl fit die religiösen und soeialen Jntereffen des IndeuthumS. Wöchentlich «ine Nr. Pech« Ui •Im f efMmun» ». Vuchtza«tzl»»tz«n % «Uri ,, «f ft I r t c t« A»s«n-tiuß: in Deutschland 10 «Uri, »ach Ontcrrrbt I f, n. Frankreich II Frei., n. GUOla»», LalaUtz 1» «i.. n. »«erika Ist «tt. sLhrl. nrlnumerand». Derantwocllickxr Rcdakleur und >>kraii-§rdcr Rabbiner Nr. Ä. Lrenenfet» in Stettin. Inserat» [ »erden mit »0 Pf. sLr di« dreiaesnaltene »i« »der deren Raum derechnet. mtag früh dei der „«xpedition! in Magdednr-* eintreftenden finden noch in der nächsten Nummer Ausnahme. Etn»«lnummern 4 *ft ftf. Da» ^fidische 9tt«r«Uf »Ult* wird ßrati« deißeGeden. Magdeburg, 28. Januar. •xvcbftlmt k« tlr w»ch«»Ichrtft tu Stagk«Hr|. St.l.tt Fries», lti,|tt. Inhalt: Leitend« tlrtif«U Noch einmal dl, angeblich«, Judentaufen in Preußen. — Bericht« tut» T»rr«spond»n»»«> D»utschland: «»ln Bebra. Sohrau. Au« Baden. — Oesterreich: «rakau. Lemberg. Lemberg Lin, — Holland: Amsterdam — Numönien: vntad. — Bermischi« u«d «e««st« nachrichte«, »u« Liffa. Wim. Wien Rotterdam. Schwei,. Pari«, «ordeaur Mt». Jerusalem. Hu« «am«-ate. - Ke«i»«t»»< Die Maurin. — Meyerbeer in Spaa. — I«ferat«. «koeeinmal die angebliche« Judentaufen in ftrenfien. Di« in «nserm Blatt« (Rr. 48 v. I.) erwähnte und in einem Leitartikel besprochene Angabe über die Zahl der Heber« tritte von Juden zur evangelischen Kirche, welche in den acht altpreußischen Provinzen im Jahre 1873 erfolgt sein sollten, hat, wie e« nicht andersein konnte, bei unfern Glaubensgenossen im In- und Au-lande Aussehen erregt. Diese. Angaben waren in Berliner Blättern (Rat.-Z., Boss. Z. u. a.) neröffeni licht worden, und trugen durchaus da- Gewand einer amtlich-statistischen Mittheilung. <kr war ein verzeihlicher Jrrthum, wenn fremde, französische, englisch« u. a. jüdische Blätter die Wochenschrift al« Quelle für jene Zahlangaben anführren und unüber die Richtigkeit derselben interpellirten. Weit seltsamer ist e«, daß die „Ä. Z. d. I." in ihren Nummern vom 12. und IS. d. M. den „JSraelit" al-Erfinder und Verbreiter der „krassen Unrichtigkeiten" angreift, und ihm dafür Motiv« de- Parteihaffeunterschiebt. Der „A. Z. d. I." hätte doch bekannt sein müsse», daß weder unser Blatt, noch der „JSraelit" die fraglichen, Zahlangaben zusammen-, oder aufgebracht hat. Wie gesagt, die Notiz sah so amtlich au-, daß zunächst der versaffer de« erwähnten Leitartikel« sich von derselben „verblüffen" ließ-, sie in der Bestürzung al« richtig annah in und darüber seine Betrachtungen anstellte. In unserm Nachwort sprachen wir Zweifel gegen die Authenticität der Zahlangaben au-, fügten jedoch hinzu, daß e« schwer sein werde, sie zu prüfen und zu widerlege«. Für unallein, von unserm Schreibtische au», nach eignem Wissen, war da« allerdings ganz unmöglich. Nachdem jedoch in Nr. S2 o. I. (unter „Stettin") «ine Stimme au« Süddeütschland eine Prüfung und Richtigstellung der stupenden Zahlen al» unumgängllch nöthig bezeichnet und wir daran eine Aufforderung geknüpft hatten, un» mit dem »vthigen Material au« verschiedenen Gegenden an die tzaud gehe» zu wollen, haben wir mehrere Zuschriften und I Dotizen erhalte», welch« uw» in de» Stand setze», di« sogen. I amtlichen Zahlenangaben al« vollständig erfunden und erlo ge», in rein Münchhausen'scher Weis« übertrieben zu bezeichnen. Wer sie in Eur« gesetzt, wer der Münchhausen ist, können wir nicht ermitteln. Bon den unzugegangenen Lorrespondenzen folge hier zunächst eine ausführlichere. „A u - d e r P r o »i n z P o f e n. Bei dem peinlichen Anf-- sehen, welche« die erschrecklichen Zahlenangaben in Nr. 48 der „Wochenschrift", betreffend die Taufen der Erwachsenen unl Kinder in Preußen im Jahre 1873, erregt, hat die Aeußerung au« Süddeütschland in Rr. 1 dieser Zeitschrift volle verechtl gung, daß sowohl Sie Herr Redacteur al« auch die Redactionen anderer jüdischen Blätter, sich der Aufgabe nicht ent ziehen dürfen, etwa« Nähere« hierüber zu ermitteln Und e« ist keinem Zweifel unterworfen, daß wir dicse Ermittelungen nicht zu scheuen haben, denn e« ist absolut unmöglich, daß die ungeheure Zahl von Kindertaufen: 1388 richtig ftir kann; angenommen die Zahl 90 der Erwachsenen beftänd, au« 4ö Familien, so dürften nach der gewöhnlichen Lnnahm« die 300 kaum überschritten werden. Demnach bliebe nur di, Annahme übrig, baß eine gewaltig große Anzahl von Familie», ihre Kinder vielleicht noch im unmündigen Alter zur Tauf, gebracht hätte, während die Eltern im Judenihum verblieben; diese Annahme ist, obwohl vereinzelt, schon dagewesen, bodi in so gewaltiger Anzahl sehr unwahrscheinlich, ja sogar undenkbar. Diese Erscheinung wäre aber auch gar zu schrecklich, al« daß sie wahr sein sollte, und sie ist auch nicht wahr, wie eine auzustellende gründliche Ermittelung unzweifelhaft ergebe» würde. Sie sagen, Herr Redacteur, daß nicht abzusehen wäre., wie die fragliche Angabe jüdischerseit« geprüft oder widerlegt werden könnte, wir sind der Ansicht nicht und nieinen, bafi jüdische Vorstände und Rabbiner, wenn sie auch amtlich nicht« erfahren, dennoch genau die Fälle der Uebertrittc Erwachsener und vielleicht, Berlin und vre-lau etwa ausgenommen, auch derartige Borgänge bei Kindern kennen. Wenn jedoch bie - selbe» Nicht« wissen und über di« ungeheure Za lenangab« ebenso befremdet sind, wie wir und Alle die e« gelesen haben., so ist da« schau rin Beweis, daß da« betreffende Kirchenblar: . .i .. ...