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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 4. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 4.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 4. 1875. JgtSfltHflff 6. Jahrgang. Wochen-Lchrtfl fit dte religiösen «ud fociolen Interessen des Jndenthnms. W»AenNM „ne Nr. PrM »ei »Ae» Pefttmlern n. v»ch4»»^l»»A«» » Hut li w •iiottMakni: t*®*n»WUm» 10«*rt »Ach OrtlOTfi* n. ftnntnUl1« ffrd., n. ' * «nt M ML, n. KaotU 1» HL KL iiliinittiti. > Jltl|«< attatatntklntt* aM jrittl Brranttvocllichrr Redakteur und Hrrautgeder Rabbiner vr. X. Lrenenfei« in ©tettin. -- Magdeburg, 91. Jaumrr. anftmti Werden mit MW. fit M< kni«<1aataK PetNeeN» »der deren Unnm »«rechnet. Lt» dil«ennte« frAh det der >>k»e»,„«n t» Mn,»«dnr»" eintreffenden stndennech in der nZchiien »»inneer Unfmdm«. - PL >tn,«InnM»»rn A! Wpchitten der i»r. Meder» Mechenfchrift Hrief«. »e«e,ie in Mn«d>»ne«. Inhalt: Satt»»»« Nattttlr »eviissenHastigkeit und «illigkeit. — »erichtt »»» T»r»af»»«»«»M»» Deutschland: Stettin. •«KltttbL — Oesterreich: Nrakau. •««. - Frankreich: «irt*. — SJumSnt*«: BtiU*. - »^wischte »»» »«««#* Mn«- ^chitt«, Nkagdedurg. Düsseldorf, «rombrrg. Fulda, »u« der Schwei». Nuhland. «u« Rordamerika. - gettilletM t Die «aurin. — 8«wi<fe«hafttgkett «»d Billigkeit (Den ilraelirische» Nultnsootständei» zur veherzigung empfohlen.) von «. ») Gewtffenhaftigttll ist eine heilig« Pflicht; auch Torporatioae» können von ihr nicht lo»gesprochen werden, ja sie müsse« fl« sogar ganz besonder« üben, und dem Einzelnen hierin beispielgebend vorangeh««. E« ist die« eine so allgemein giltige, von der Religion und Hnmanllüt autorifirte Wahrheit, daß sie von keine« Menschen angesochte» werden kann, kein Mensch kann auch gletchgUtig den Vorwurf hinnehmen, nicht gewissenhaft gehandelt zu habe«, und doch stößt man oft auf flagrant« Verletzungen der Gewissenhaftigkeit dort, wo man fl« am wenigsten zu erwarten vermeint. Zwei concrete Fälle, di« wir hier anführe«, sollen darlhun, inwieweit wir mit unserer Veschuldigung im Rechte find. Der Synagogenvorstand von L. V. schreibt einen Loncur» zur vrsrtzung dreier Lehrerstrlle» an«, von de« drei Lehrern soll einer Religionrlehrer Mb Prediger sein Ein solcher Sufruf sieht ganz arglo« au«, Mb zweifelsohne find auch vewerbuug«schreib«n eingelauseg. Vier Wochen aber nach vekanntmachung de« Loncurse« folgt demselben eine von zwei Mitgliedern gezeichnete Warnung, daß der neue Vorstand mit der >u«schreibung gedachter Stellen sei« Eompetenz überschritten, daß er den zwei bereit« seit Jahren in der Gemeinde wirkenden Religion «lehrera widerrechtlich gekündigt, und dtt ^Geh älter nicht auöbezahle. Die Replik de« Vorstände« ans die^Warnung bestätigt im Wesentliche» die thatsächlichen Vorgänge, weist et»/ Überschreitung der Eompetenz zurück, Md schließt damit, daß die Protestirenden dem alten Vorstand angehörten, und . nun, ärgerlich darüber, nicht »iedergewählt worden zu sei«,'*Lärm machen. Diese Gemeindestreitigkeittu, welch«, n^tr e« scheint, ihr ganze« Entstehen der LitelkeU verdanken; gehören al« solche pl den inttrnen Nng-legenheiten der Tultuggemeinde L, aber dnrch dtt Loncurdautschreibung find fl« au» de« engen, in- ») Der Herr Verfasser hat Oesterreich, sei» Saterland, im Luge. Mir drmerkru die« nur al« Directip«; üter Deutschland dringen wir lernen -reise herauögrtreten, insofern dadurch ganz unschuldige Personen existenzlo« werden können. Der neue Vorstand schreibt so mir nicht« dir nicht« einen Soncur« au«, al« ob in der Gemeinde gar nicht« vorgegangen wäre, er selbst ist e», der so leichterding» zweien Lehrern, von denen der eine al« autorisirter Rabbiner auch da« Rabbinattamt inne hatte, gekündigt, und überdie« noch da» Sehalt nicht auöbezahlt, also zwei Menschen, die wohl gar auch Familienväter sind, existenzlo» macht, thut also dieselben ab, wie ei» abgettagene» -leidungSstück, und sucht neu« -rüste, um fl« dann wieder, wenn sie zwei oder drei Jahre älter geworden, wegzuschicke«. Die Herren mögen sich aufrichtig die Frage oorlegen: Ist e« g « w i s f e n h a f t, mit der Existenz der Grmeindebeamten rin solche» Spiel zu treibe,,? Die beiden abgethanen Lehrer können unmöglich so unfähig sein, wie der neue Vorstand behauptet, sie würde» sonst'nicht so warme Bertheidiger an den Unterzeichnern der Warnung» welche, wie wir au» guter Quelle erfahren, ganz achtbare Männer sind, gesunden Huben, ja einer der Lehrer, der auch nebst seiner Lehrthätigkeit al« Gemeindeprrdiger wirkte, ist ein vorzüglich befähigter, akademisch geblldeter Theologe, dessen Predigten all« Semeindemitglieder entzückten, und zu dessen Lequifltion sich dieselben seiner Zeit Glück wünschten, und durch viel« Zuvorkommenheiten ihrer Anerkennung auch Au«druck gaben. E« war in der Gemeind« ein förmlicher Jubel bei der Anstellung de« Prediger« und Schuldireetor«, al« solcher wurde er acceptirt, und da« mit Recht. Ihr gebt eiu paar hundert Gulden jährlich, und ein junger, tüchtig akademisch geblldeter Rabbiner widmet dafür seine -rast der Gemeind«, welche Differenz zwischen Leistung und Gegenleistung I Alle« g«t nun in der Gemeind« gut. bi« der neue Vorstand seine AM-thätigkeit mit der Unfähigkeit«- erkläruug der Bildner und Dzieher der Erwachsenen und der Jugend inaugurirt, sie «ntll», um neue dafür einzutauschen. In der Sprach« der hetligeMlchrift heißt die«: oaoooik cheth al peacha, denn dtt neueckKehrcr greifen ja in ein Wespennest, und müssen bedacht sM bei dem von Partelleidenschaft unterwühlte« Boden bald Dr Ränzel zu schnüre«, beim ersten Windstoß al» unfähig entlassen z» werden. In welcher 8er-

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