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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 3. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 3.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M X 1875. _ I,«S»lrtisHr 6- Jahrgang. Wochen-Schnst für die religiöse« und socialen Interessen des Jndeuthnms. MAchcntltH »in« Nr. |nM fcct «tk* VaftL»tern n. vnchh«ndluni«n r ftirf ti ff £ tr «cl« AafmkKaj: t» DentlchU»»» 10JUrl ««ch 0*4«mi4 M,«. ftraatrri4 1s Fre»., n OajlGR», r» Mt, ». tmfrtta 11 9tt :--.°.awo.a,Le> .littKifimt uni> ...viouc.j-l« «rt« ... n> A"",«-"... ... _ _ 1 Pettttzeit« ober bereu Nnu« berechnet. Atabbmer 1)r. X. Irrurnfels m Stettin, »i« ,-ich-«»«-. InMgßbebnrA^ elntreftenben finde»»och 1« »er nfichfien Nummer »nßm»b»e. — - i D t»z e l «u««ern » 8L Pf. D— ^Ltzllche «tr» Magdeburg, I». Jan««»». ^»,,,. Inhalt: Latte»«« RriUili Di« Emschädigung der Betstlichrn für den Ausfall an Ltolgkbühren. — Veetehl« ««» («m(' Deui>chland: Posen. Paderborn, von der Weser. Württemberg — Oesterreich: Wie». — Fron kreich: Pari«.— «ntzland: Odessa. — VtrmtHtot «»» «e««st« Nachrichten r Ragdeblirg. ittin. Znowracla«. Wien. Pest. Pest. Rotterdam. Pari«. London. — Ae»tll«t»«r Die Waurin. — viert« List« der Sammlung sür Errichtung jüdischer Waisenhäuser in Palästina. — J«s«eat« Die Gntfchädtgnng der Geistliche« für den Ausfall a« Gtolgebsthren. Schon mehrmal« haben wir im Borbetgehen daran erinnert, daß den Geistlichen eine Entschädigung sür den in Folge de« Gesetze« über die Beurkundung de« Prsonenftande« etwa entstehenden »u«fall an Stolgebühren zugesagt worden ist, dass von einer solchen au« der Staatskasse zu leistenden Entschädigung sicherlich nicht» an Juden gelangen werde. u.ld daß «an an diese garnicht gedacht habe. E« ist aber doch der Mühe werlh zu fragen, ob e« der Serechtigkeil, dem «nun, oulqu« entspreche, daß Juden (und Dissidenten) gehalten sei» sollen, sür fremd« Geistliche weitere Lasten zu Übernehmen und zu «ragen, «ährend an« ollen StaatS-Rassen. Steuern und Fond« in Altpreußen uirg.-nd« ein Pfennig (alter, geschweige denn ReichSmünze) für jüdische EultuSbedtirfnisse, Lullutbeamle u. s w. verwendet wird, wenn nian »an der »euerdiug« bewilligten Subvention an da« Münster'' sche Seminar und hier und da Remnneration sür jüdischen Religionsunterricht an känigl. Gymnasien abfieht. Run ist jene Entschädigung allerding« im Prinrip t« Gesetz« selbst zugesagt; gegen da« Prinzip zu polemisiren ist glso für jetzt uutzlo«. Eder di« gesetzliche Au «süh - rnng diese« Prinzip«, die gesetzliche Fixirung der Snm«e, welche al« Entschädigung an« der Staa»«kaffe bewilligt «erden soll, müßt« (so dachten wir) doch noch auf sich warten lasse», denn nach dem Resultat eine« Quartal« «der zweier kann man doch vernünsrigerweist den Ausfall und dt« Entschädigung »ich' bestimmen. Soll' nun provisorisch eine »udhülse, eine Adschlagtzahluug für wirkliche Roihfälle grwährt werden, so läßt ftch dagegen nicht» sagen; bi« zur definitiven, etatmäßigen Feststellung aber ließ« sich vielleicht doch für Einwendung, Bedenken und Gegenrede Zeit und Raum gewinnen. So denken wir auch »och jetzt. Inzwischen haben jedoch besonder« national-liberale Blätter schon nach »Klaus de« erste» Monat», vctober. für die huldige Bewilligung der ftagltchen Entschädigung plädirt. «ir , lege» ans dt« Bezeichnung national-liberal Gewtcht, denn e» I entspricht ganz den, Charakter der Richtung.' Einerseit« hatte man nämlich angenehme Gelegenheit, heroorznheben und mit Finger» darauf binzudeuten, wie groß die Zahl derjenigen sei, die kirchliche Trauung und Taufen verschmäbe», sobald sie dazu nicht mehr gezwungen sind; man sah dabei lediglich auf da» mehr in die Augen fallende Beispiel großer Städte, Fadrikbrzirte u. a. m., während iin großen Ganzen sicherlich kirchliche Trauung, Taufe und Begräbniß immer »och begehrt wird. Man belichtete sogar, gewiß mehr witzig al« wahr, daß nicht nur die Pfarrer, sondern auch ^Serson" «in-n erheblichen Ausfall verspätten — al» ob dt« Damen, welche nnnmehr sich im Promenadenauzug nur beim Standesbeamten trauen lasse», vormal» ihren Brautstaat bei Gerson gekauft hätten. Je nachdem da« Blatt in reltgiüser Beziehung uiehr oder weniger weil link« steht, wurde dann betont, daß di« Religion überhaupt für die große Menge jede Bedeutung verloren habe, oder daß die orthodoxen Geistlichen sich, ihr Bekenntniß und ihr Amt unpopulär gemacht haben. Soweit nach der liberalen Richtung hin. Andrerseits konnte mau dann wieder den Verhältnissen Rechnung tragen, der Regierung sich gefügig und vertrauensvoll beweisen, au« dem Staatssäckel sehr nobel gegen dt« Geistlichen, sein und ihnen zeigen, daß man ihnen wohl „txn Daumen aus« Auge halten", sonst aber nicht weht lhun wolle. So lasen wir denn dieser Tage in einem vlalte genannter Farbe: „Unsere protestantischen Geistlichen beklage», daß sehr viel mehr Brautleute auf die kirchliche Trauung verzichten, al« bei Einführung de« Eioilehegesetze« vorau«gesehen werden konnte, und ebenso wird christliche» Rindern in «ei» teut Umfange die Taufe vorenthalte» Hieraus war unsere Geistlichkeit am wenigsten gefaßt. Di« Abwendung der G,- müther von christlichen Institutionen hat zur Folge, daß einzelne siirchen in materielle Drangsal geralhen. So ist un« bekannt geworden, daß sür di, Luca»kirch, rasch 2000 Thlr. aufgebracht werden müsse»; anderenfalls können weder Zinsen noch sämmtliche Gehälter gezahlt werden. Schon in den letzten Jahren mußte der Geistlich« oft Monate lang ans di«

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