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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 39. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 39.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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- 825 — 'w:- kmftragen, daß sie sich vergewissern, ob jSNIkv 02^, ob der Ährer, der sie so tpeU «Uereichtet hat, daß sie nach einer öffentlichen, von ö Rabbinern abgehaltenen Prüfung, di« Hattarach Horaah bekamen, in der Thaj auch dazu fähig sei! <Si blieben also übrig Rr. 2, K und 8, von denen der erste und letzte als Eeminariehrer dem Rector vr. D. untergeordnet sind, und der letzte außerdem dessen ehemaliger Schüler war! Was sollte man aber thun? Eine andere Wahl war nicht möglich. Im letzten Augenblicke versuchte man nun, auch zwei dieser Hrn. zu bewegen, die Ernennung nicht anzunehmen, so daß wenig gefehlt, daß daS Rabbiner-Collegium nicht hätte zu Stand« kommen können. Das Resultat ist bekannt. Trotzdem man eS so gut angelegt halte, haben dt« „jüngst acquirirten, jedoch antidattrten Diplome" d«S Herrn Dr. D. den Sieg davon getrageit trotz „Charakter, Fortschritt und Wissen"*) und haben alle Machinationen dem vr. D. nicht geschadet. — Die Zusammenkunft de» Repräsentantin der SynagogalbezirkS, welche wegen Abwesenheit vieler Mitglieder vertagt werden mußte, wird in Kurzem stattsinden. Da« Resultat theil« ich Ihne« zur Zeit mit. Vermischte uud neueste Nachrichten. Berlin, 3. Geptenider. Die '„Boss. Ztg." erhält folgende Zuschrift: Sehr auffallend erschien e«, daß seiten» de« Comile'S für die Feier der Grundsteinlegung zum Kriegerdenkmal auf dem Platze am Landsberger Thor nur die Geistlichkeit beider christliche» Confessionen officiell eingeladen waren, «ährend die jüdische Geistlichkeit wohl mit demselben Rechte dazu Einladungen hätte erhalten müssen, da ja auch Soldaten dieser Consession in den bezeichneten Schlachten mitgekämpft haben und den Heldentod gestorben sind. Bezeichnend ist noch, daß bei der Geldsammlung hierzu jüdische Bürger nicht ausgeschlossen worden sind. Magdeburg. Unter den Gründen, mit welchen Sigl'S Saterland" den Ausruf zur Sammlung für die abgebrannten Meininger zurückweist, befindet sich auch der, daß die Meininger den „Juden LaSker" in den Reichstag gewählt. Die beste Antwort hat diesem deutsch- und judenfeindlichen Blatte jüngst Adolf GlaSbrenner, der von demselben auch einmal „Jude" geschimpft worden, in dem BerSchen ertheilt: „Dal nkukftent Du im „Baterland" gebracht, «arm weder mich erheitern noch verdrießen, Denn da Du mich zum Juden hast gemacht, Darf ich auch ferner nicht« von Dir genießen." Wir Juden wollen UN» diese Antwort für andere judengehässige Blätter «M recht merken. AltlUU, IS. Eept. Vergangene Woche vertheilte der Ettltnger-Berein hier an reichlich 40 hilfsbedürftige (israelitische) Knaben und Mädchen je 2 Paar Schuhe und Winterkleider. — Die Einweihung der in der Marktstraße in St. Pauli (Borstadt Hamburg'») neu erbauten Synagoge fand am Donnerstag in festlicher Weise und unter überaus zahlreicher Bethriligung statt. Nachdem unter dem Vortrag einiger Psalmen die Gesetzrollen in die heilige Lade gelegt worden waren, hielt Herr vr. P. P. Mathan die EinweihungSrrd«, in der er sich über die Bedeutung de» Gebet» aussprach. Mit einem Hallelujah und dem üblichen Abendgebet schloß die Feier. Die Musik und der recht wackere Chor standen unter Leitung de» Herrn Musikdirektors Löwenderg und trugen wesentlich .zur Erhöhung der Frststimmung bei. * Prag. Unter dem Titel: „Wie erzieh« ich meine Tochter?" ist im Berlage von I. W. Paschele» (Hierselbst) ein behttwgeaSweNheS Büchlein erschienen, da» au» der Feder von F»n Fanny Reuda geflossen ist. Die Verfasserin hat sich in jüdischen Familienkreisen durch ihr« „Stunden der Andacht" «in ErbauungSbuch, da» auf jeder Seite ttefe» Gemüth und feine Kenntniß de» menschlichen Herzen« verräth, einen gute, Namen gemacht. DaS letzt erschienene Büchelchen wendet si«h an alle Mütter ohne Religion« Unterschied und behandelt t» anregender Gesprächsform einige Erziehungsfragen mit ebersoviel Berständniß al» Geschmack. Trscheu (Schlesien). Ein in der Gemeinde Teschen jüng t aufgenommener Vorsängcr giebt von den dortigen Gemeind« - Verhältnissen im „Jdri Anochi" folgend« Schilderung: Er wurde zu einem Probevortrag an einem Wochemage berufe, und fand die Synagoge bi» auf dm letztm Mann gefüllt. Der Vortrag gefiel, und so wurde er definitiv zum Cantor erwählt. Wie enttäuscht sah sich derselbe, als er am e::ste, Sabbath kaum 30 Leute seinem Gesang lauschm sah. Al» er nach der Ursache diese» geringm Synagogenbesuchs sich eikundigle, wurde ihm erwidert, daß am Sonnabend Marktta, sei, da könntm die Gemeindemitglieder nicht zur Synagoge kommen, e» seien wiederholt Schritte bei dem Magistrat g»- schehen, um dm Markttag auf einen Wochmtag zu verlegen, aber stet» ohne Erfolg geblieben. Dabei beruhigte sich jedoch der Vorbeter nicht, sondem ertheilte seiner Gemeinde den Rath, sich direct mit einer Petttton an das Ministerium zu wenden. Da jedoch augmblicklich der Rabbiner S. Friedmann im Bat« sich befindet, so hat man die Ausführung bis dahin verschöbe»,. Man hofft aus die Unterstützung und Befürwortung de» G«- suche» von Seiten einflußreicher GlaubenSgmossm in Wie«., und baut besonder» stark auf die Verwendung de» vr. Gütxmann zu Gunstm dieser hochwichtigen Angelegenheit. Ma, erwartet ferner, daß sich noch viel« andere Gemeindm, die i, gleicher mißlicher Lage sich befindm, sich der Petttton avschließen werden, damit diesem Chillul SchabbeS en gro« entlich einmal emstlich gesteuert werde und dieses schwerwiegende Gebot wieder zu Ehrm komme. (Jüd. Pr.) AuS Ungar«. Di« Vorstände der vereinigten iSrael. CultuSgemetnden Pest. Ofen und Altofen haben bei« Minsterium die Bitte gestellt, nur denjenigen Fleischhauern da» AuSschroten und Verkaufen von sogenanntem Koscherfleisch z, gestatten, welche hierzu von der CultuSgemeinde autorist,1 und bestellt sind. Allen andern Fleischhauern soll aber der Verkauf von Koscherfleisch verboten werden. DaS Ministerim» hat die Eingabe dem Magistrat zur Erledigung übersand , und dieser hat den: Gesuche keine Folge gegeben. Fllnflirche». Der bisherige Oberrabbtner zu Sluhlweßenburg Hr. vr. A. Kohut ist hieran» zum Oberrabbiner erwählt worben. Zu seiner Installation (am Rasch—haschana) hat Hr. Jos. Lewy zu Grotz-Kanischa eine kleine Festschrill „Friedensopfer" erscheinen lassen. Rnma. Am 20. August wurde hier unter allgemeiner Betheiligung in solmner Weise der neuerbaute israelitische Tempel eingeweiht. Derselbe verdankt, wie wir seiner Zel gemeldet, seine Entstehstng dm Mumficenz de» Herr» Grafe, Adolf PejacSevic», welcher mit seinem Vater, dem königl. kroc - tisch-slavonischen Minister Grafe« Peter PejacSevicS der Eivwrihung beiwohnte. Der Oberrabbtner von Eyrmien, Herr David Löwy au» Vukovar, und Herr Rabbiner Deutsch au» Palanka hielten die Festreden, die sich ungetheiltm Beifall» zu erfreuen hatten. A«S Rußland. Wie ich vernehme, sind angesehne galzische Juden, dir sich dehuf» Getreidmnkauf» in Rußland arsihielten, von der Regierung auSgewiesen worden, weil sie nick t im Besitze der vorschrfftSmäßigen Äildenpapiere waren. Di« Kaufleute haben sich darüber bei der Handelskammer in Brody beschwert, mit Recht hervorhebend, daß tausende russischer Irden in Galizien von keiner Seite behelligt Handel treibei» Die Handelskammer hat diese Beschwerde der kaiserlich östei» reichischen Regierung z»r Beachtung «ingesandt, und wolle, wir hoffen, daß durch deren Intervention auch dies« mittelalterliche Schruke failen wirt». (I. Pr.) •) •£ UfH. Zeit. k. Jndenth. St. SO, mm n. Juli h. I. 6.613.

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