Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 38.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 38. 1874 Z,«s»lrttsH, 5. Ikahrgang. Wochen-Zchnfl für die religiösen und sorialen Interessen des IndenthvmS. Mtchemtl. 1—I« , V»»«r. Pr-14 inel. .M. «terLt»r»l.^«'/,v,r. Viertel, tßhrl. toi «Le« PestLimter« ».?i«chtza«vl«»De«. w«K AHfmtoi«f: I« DmtfchlAmv 10 flurf, »«ch 0e-erreich 6 fl, «. Fr«nb.-eich 16 Fre»., «. >»erit« t*Jt Del. jLtzrl. prI«m«erA»to. ^erannvocrlicher Redakteur und Heraufigeder Rabbiner 0r. X Lrenenfet» in Stettin. 9«fer«t« »erde« «tt » Ptzr. s«r die drei,ef»ait««e Petttzelle oder deren Rau« berechnet. Bei Siedertzelturge« Stototr. — Die bi« 6o««U| früh tot der Expedition I« Magdeburg ei«, treffenden finden i« »er nächAen Nu«n««r >«f«uh«e. Ex»»ditl»« der Jsr. Wochenschrift!« Magdeburg Magdeburg, 17. September. Z0r ton Duchhaadei: Stöbert Friese in Lerprig. Inhalt: BettettdeArtUelr Lin« Strafpredigt aut Amerika. — Bericht« un» <»rr«spon»«ttlenr Teurichland: Stettin. B^en. vom Har». <Schluh.> — Oesterreich: Lemberg. — Holland: Amsterdam. — Rumänien: Fokschan. — B<r«tfcht« tt«» ****#« Nttchrtchtr«! Berlin. Verl - ~ - Sttftntt. Berlin. Netz. Wien. Wien. Pratau Nu« lemetwar. S>ernowitz Nu« Ungarn. Amsterdam. Ferrara. Lasal«. — 6N«c Strafpredigt au» Amerika. Dt« neue amerikanisch-jüdische Wochenschrift „Hebrew Leader«, welche nur dem Titel nach «ine Fortsetzung de» von dem sel. Jona» Bondi gegründeten und bi» zu seinem Tod« sortgeführten vlatle« ist. in der neuen Gestalt »o» einer Aktiengesellschaft geleitet wird und da» grüßte und zugleich vielseitigst« unter den amerikanisch-jüdischen Blättern ist; diese» (laut Titel) „der jüdischen und allgemeinen Literatur, Kunst. Politik, dem Handel, den Neuigkeiten und allen Gegenständen de» Tage»intereffe» gewidmete« und, dieser eigenthünilichen Mannigfaltigkeit entsprechend, auch in relgiöser Beziehung Nicht» weniger al» einseitige Blatt — bringt in seiner Nr. vom I». August «ineir Anitel, den wir unfern Lesern heute «itcheilen mtchten E» ist durchau» keine Straf-P redigt im eigentlichen Sinne, noch weniger ist der Artikel für di« Jomim noraim oder speziell für den B«rsühnun»»tag bestimmt, und doch wird er zu dem bevorstehenden großen Tage der Einkehr und Selbstprüfung, für den Einzelnen und die Gesammtheit Israel», Nicht unzeitgemäß erscheinen. Der Artikel lautet: „Unsere alten Leute.*) - Denjenigen, di« ,otr al« „unsere alten Leute« bezeichnen, "" kann der chaotische Zustand de» Judenthum» in New-Aort ßNgcschrirben «erden. Wir sind jenen Männern verpflichtet für da», wa« sie zur Vermehrung unser» Einflüsse» und Reichthum« gethan haben, sür die Erbauung unsrer geräumige» Synagogen, unsrer prächtigen Tempel, für die Begründung »Nfrer trefflichen Dohlthätigkeü«anstallen. »der wir verdanken ihnen auch die offentnndig« Verletzung und öffentliche Entweihung de« Sabbalh. die Gleichgültigkeit gegen jüdisch« Gewohnheiten, Gesetz« und Bräuche — ja, die allgemeine Unwissenheit in Betreff de» Judenhum», seiner Geschichte und Literatur, welche unter un« herrschend geworden ist. In der Thal, sie haben un» Reichthum und eine ein- *) Oder „alte, Herren!« Unter „alt" ist went-er „betap" zu ,l«>B»i»ü«»e ansässig dt« Besonder unserer Gemeinden." flußreicht Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft gegeben, aber mit der Anfopferung eine» Prinzip». Ihr Wahlspruch lautet«: „Geld machen.« Der „allmächtige Dollar" ist ihr Gott gewesen, und auf dem glitzernden Altar de« Mammon haben sie sich selbst geopfert und ihr« Kinder; sie haben diese ihre» geistigen Erstgeburt«recht» beraubt und der Achtung gegen ihre Religion; und so lassen sie sie nun wandern inmitten eine» Labyrinth« von Glauben»' losigkeit und Atbei»mu», ohne Mahnen und ohne Führer. In ihrer Unwissenheit haben sie jeglichen heiligen Gebrauch verspottet; jede religiöse Observanz, die thnxn nur Hinderniß auf ihrer Reise nach „dem goldenen Traumland« de» Reichthumr« zu sein schien, haben st« über den Hause,! geworfen und durch ihr« unersättliche Gier nach Gold den Spottnamen Shylock, den Bigotterie und Glaubenshaß un« angeheftet, nur noch tiefer cingeprägt. In ihrem Düitkel haben sie sich zu Regenten in Israel, zu Richtern über jüdische Lehre und Satzung, al» Sachkenner jüdischer Literatur und Verwaltung aufgeworfen; und wa« ist die Folg«? — Dreißig verschiedene Gemeinden mit dreißig verschiedenen „Minhngim« von denen jede mit der andern wetteifernd darauf hinarbeitet, da» Judenthum zu zersplittern, und alle sind mehr ober weniger eher vo» dem Streben nach dem eigenen Gedeihen al» nach dem iKemeinwohl Israel» getrieben. Hätten sie etwa» vom jüdischen Gesetz« verstanden, so würden sie, al» sie an unser» Küsten landeten, den alten Grundsatz befolgt haben: 7I012Z2 Kmp1? n*?W „kommst du in eine Stadt, so richte dich nach ihrem Brauche;« sie würden dann da» portugiesische Ritual angeno>nmen haben, mit seinen würdigen und doch einfache» gottesdienstlichen Formen, seinem Mangel an Pijulim, seiner correkleil Aussprache de» Hebräischen, dem Gemeindegesang und der charakteristiche« ernsten Andacht. Statt dessen und anstatt gleichförmiger Got- 'teSdienftordnun» und einer Vereinigung aller Israeliten ander breiten Grundlage de» Judenthum», mußte jede Rationalftäl (ihre besonder« Gemeind« haben, welch«, gleich den Erbauern Alt-Vadelt, auSruft: TV 13S n523 N2N „Wohlan, kßr unä